Syrien, Türkei: Euphrat-Tour Mari und Dura Europos, Seite 10

Syrien - eine Tour durch die Wüste zum Euphrat, nach Deirezzor, Mari und Dura Europos


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Von Palmyra Richtung Euphrat

Gegen sieben Uhr früh erreichen wir nach einer halben Stunde Fahrzeit von Palmyra aus As-Sukhna, ein um diese Zeit noch völlig verschlafenes ländliches Wüstenstädtchen. Aber trotz der frühen Stunde sitzen bereits einige Leute auf der Straße, haben auch einige wenige Geschäft schon geöffnet.

Kamelherden am Wüstenschloss

Klicke auf das BildEinige Kilometer hinter dem Ort verlassen wir die Asphaltstraße, biegen auf verschlungene Wüstenpisten ab. Schließlich erreichen wir das Quasr ash Sharki, einst Zentrum eines von den Omajaden angelegten Wildgeheges, von dem aber nur noch die mächtigen rötlichen Außenmauern erhalten sind. Vor dem Wüstenschloss grast friedlich eine Schafherde, in der Nähe stehen einige Beduinenzelte.
Klicke auf das BildDie Wüste blüht, alles ist grün - und hier wachsen sogar Blumen, die wie unsere europäischen Tulpen und Lilien aussehen.
Auf der Weiterfahrt stoßen wir auf eine Kamelherde aus mindestens 50 Tieren, darunter etliche Kälber von drei und vier Monaten, wie uns ihr Eigentümer, ein alter Beduine, aufklärt. Sein ältestes Kamel, eine Stute, ist bereits 18 Jahre alt. Normalerweise, so sagt er, würden Kamele bis zu 15 Jahre alt.
Wir müssen von der Kamelmilch probieren: Sie schmeckt säuerlich und etwas bitter, ist aber durchaus genießbar. Der Beduine, so meint Sami, unser Fahrer, sei ein sehr reicher Mann: Ein Kamel koste schließlich nicht unter 50.000 Syrische Pfund, immerhin 1000 US-$.

In den Ruinen der Sumerer-Stadt Mari

Wir nehmen die Straße Richtung irakische Grenze. Sami macht uns auf die rot-weißen Wagen aufmerksam, Klicke auf das Bilddie man nun ständig sieht: Taxis und Transportautos aus dem Irak, die in Plastikkanistern irakisches Benzin über die Grenze bringen und hier in Syrien direkt an die Autofahrer, meist Taxifahrer, verkaufen.
20 Kilometer vor der irakischen Grenze liegen die Reste der alten sumerischen Stadt Mari. Wir zahlen dem Wächter, der sein Amt mit seiner ganzen Familie wahrnimmt und hier auch wohnt, das Eintrittsgeld, spazieren dann über das Ausgrabungsgelände.
Nur vereinzelt sind durch die verwitterten Lehmziegel die Grundmauern früherer Häuser zu erkennen, hier eine Treppe, da die Reste eines Torbogens. Ansonsten lassen nur die weit auseinanderliegenden Erdwälle etwas von der Größe und der Bedeutung dieser frühen Stadt auf den Hügeln über dem Euphrat erahnen.
Ein Zeltdach schützt den Ausgrabungsplatz des alten Königspalastes. Einige schmale Gänge und eine große Halle: Mehr ist aber auch hier nicht erhalten geblieben.

Dura Europos, die Stadt von Alexander dem Großen

Klicke auf das BildRund 20 Kilometer entfernt sieht man schon von der Hauptstraße aus die mächtigen Wälle und die Tore der Klicke auf das Bildalexandrinischen Stadtgründung Dura Europos. Beim Wächter, einem mit einem Gewehr bewaffneten alten Mann in Beduinentracht, zahlen wir den Eintritt, betreten dann die antike Stadt.
Innerhalb der Stadtmauern ist außer den Fundamenten und Grundmauern einiger Häuser kaum noch etwas übrig geblieben von Dura Europos. Doch dafür hat man überall einen ungestörten Blick auf eben jene mächtigen Stadtwälle mit ihren Türmen und Toren, die noch fast vollständig erhalten sind.
Ein Weg führt quer durch den Ort hindurch. Man steigt auf einen kleinen Hügel, durchquert noch ein Tor, steht dann hoch über dem Euphrat, der breit und träge dahinfließt.

Brücke über den Euphrat

Unsere letzte Station des Tages ist Deirezzor: Hier überqueren wir den Euphrat über die Fußgängerbrücke, eine mindestens hundert Meter lange schmale Hängebrücke mit kunstvoll geschwungenen Bögen, das Wahrzeichen des modernen Deirezzor. In der Mitte des Euphrat liegen einige Inseln, an ihren Ufern wächst Schilfrohr, im Inselinneren sind kleine Gärten angelegt.

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