Syrien, Türkei: Palmyra, Seite 9

Syrien - Streifzüge durch das antike Palmyra, über die Säulenstraße zum Theater und zum Tempel des Baal


Anzeige

 




Das Video bei YouTube

Druckversion dieser Seite (PDF)

Anzeige




Von Homs nach Palmyra

Rund drei Stunden dauert die Busfahrt von Homs nach Palmyra, führt durch eine absolut flache Gegend- und je weiter man sich von Homs entfernt, desto karger wird sie. Am Wegesrand - auch die Straße wird immer schlechter - stehen vereinzelte Beduinenzelte, daneben dann aber Lastwagen oder Traktoren.
Und dann Palmyra: Schon von weitem heben sich die Säulen der antiken Stadt von der Ebene ab - ein phantastisches Bild.

Erster Rundgang durch die antike Stadt

Das "moderne" Palmyra besteht für die Besucher vor allem aus einer Straße, in der sich Hotels, Restaurants und Andenkengeschäfte - vor allem mit Teppichen und Silberwaren - dicht aneinander reihen.
Klicke auf das BildUnser erster Spaziergang zur antiken Stadt führt zunächst an der Stadtmauer entlang Richtung Zitadelle, die über allem auf einem hohen Berg thront. Die Steine der Stadtmauer sind so weiß, als wäre sie erst vor kurzem errichtet worden. An den flacheren Stellen der Stadtmauer unterdessen kann man über das weitläufige Säulenfeld blicken.
Vor einem Tempelbau wartet ein Einheimischer mit einem Kamel: Kameltouren scheinen hier eine Klicke auf das Bildbesondere Attraktion zu sein.
Zum Abschluss unseres ersten Orientierungsganges spazieren wir die Säulenstraße hinunter. Die Kapitelle sind noch wunderbar erhalten, die vereinzelten Säulen stehen fest, als könnten sie ruhig noch einige Jahrtausende überdauern.
Zur Säulenstraße gehört auch Palmyras antikes Theater. Die Erhaltung des Theaters ist einmalig - wenn auch die Umgrenzungsmauern eindeutig Spuren der Erneuerung aufweisen. Ab und zu, so sagt unser einheimischer Reiseführer, würde das Theater auch heute noch für Aufführungen genutzt.

Gräber und Tempel

Eine Sightseeing-Tour mit dem Wagen durch das weitläufige Gelände beginnt an den Turmgräbern. Eines davon, das höchste und besterhaltenste, ist zur Innenbesichtigung freigegeben . Diese Grabtürme stehen für die frühste Bestattungsform in Palmyra. In den unteren Etagen wurden die wichtigeren erwachsenen Familienmitglieder bestattet, in den höheren Etagen die weniger wichtigen. In den einzelnen Kammern konnten bis zu 15 Tote gestapelt werden, womit ein solcher Turm genug Platz für einige Generationen bot.
Ebenfalls gut erhalten ist das "Grab der drei Brüder", das wir als nächstes aufsuchen: Eine Anlage aus drei Gewölben, wieder mit Kammern zum Aufbewahren der Leichen, aber diesmal eben unterirdisch. Diese unterirdische Bestattungsweise, so der Reiseleiter, habe sich ab etwa 100 n.Chr. durchgesetzt.
Klicke auf das BildDer Baal-Tempel ist die beeindruckendste Anlage in Palmyra. Von Säulen und Mauern umgeben liegen auf dem Gelände von der Größe zweier Fußballfelder die steinernen Überreste früherer Teilbauten, einige Kapitelle umgestürzter Säulen und frühere Waschbecken oder Brunnen. An den beiden Enden des Geländes stehen die noch erhaltenen mächtigen Tempelbauten, der hintere mit einer großen Halle versehen.
Nach dem Besuch des Baal-Tempels steuern wir auf die Zitadelle zu, eine Burg aus der islamischen Zeit. Ein einheimischer Wächter führt uns durch den verschlungenen Bau, der ursprünglich 3000 Räume gehabt haben soll. Aus den Schießscharten der Wehrtürme konnten die Bewacher sich einen sicheren Überblick über das unter ihnen liegende Tal und das ganze alte Palmyra verschaffen, und auf dem "Dach" der Zitadelle sieht man noch einige Überreste ihrer früheren Moschee.
Bei klarem Wetter muss die Aussicht bis zum nun winzig erscheinenden Baal-Tempel und darüber hinaus herrlich sein.


Anzeige