Syrien, Türkei: Sfeereh, Khanas'ser, Fau, Seite 7

Syrien - ein Ausflug in das Land der Bienenkorbhäuser, nach Sfeereh, Khanas'er und Fau, in das Land der Tscherkessen


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Sfeereh, Tor zum Land der Bienenkorbhäuser

Ein Ausflug mit einem gemieteten Wagen in das Umland von Aleppo: Südöstlich von Aleppo liegt das Land der Nomaden, der Schafzüchter, Siedlungsgebiet nationaler Minderheiten – und das Land der sogenannten Bienenkorbhäuser.
Sfeereh heißt der erste Ort, den wir in diesem Landstrich durchqueren: Die Häuser sind aus Lehmziegeln, einstöckig, mitunter sieht man bereits einige Bauten im Stil der Bienenkorbhäuser.
Und je weiter wir nach Süden kommen, desto vorherrschender wird diese Bauweise: Runde Gebäude, nach oben spitz zulaufend, meist mehrere dieser Art unmittelbar nebeneinanderstehend oder auch ineinander übergehend.
Klicke auf das BildDie Menschen sind nicht so fotoscheu, wie ich geglaubt hatte: Wenn man freundlich lächelt und ein paar fragende Gesten macht, lassen sie sich bereitwillig fotografieren und filmen - allerdings nur die Männer. Die Frauen drehen sich meist schnell um. Dabei sind hier nur die wenigsten Frauen verschleiert. Die meisten begnügen sich mit einem Kopftuch.
Das Land ist, zunächst noch, prächtig grün, wird später aber karger, dient wohl vor allem als Weidefläche für die zahlreichen Ziegen- und Schafherden.
Schließlich kommen wir an dem großen Salzsee vorbei, der südlich von Aleppo liegt. Auf dem See tummeln sich gut einige Tausend Enten und andere Seevögel.

Khanas’ser, Provinzstadt der Tscherkessen

Am späten Vormittag erreichen wir Khanas’ser, nehmen hier zuerst in dem Dorfladen am Ortseingang einen Kaffee. Das Kommen der Fremden wird zur Attraktion des Dorfes, zieht nicht nur die Kinder, sondern auch den Dorfpolizisten an. Zahlen brauchen wir für den Kaffee nicht!
Klicke auf das BildKhanas’ser ist ein verschlafener Ort, bewohnt von Tscherkessen, und um die Mittagszeit haben auch die Geschäfte der Souk-Straße geschlossen. Khanas’ser hat nur von sechs Uhr morgens bis zwölf Uhr mittags geöffnet, meint Abu Mohammed, unser Fahrer. Das einzige, was sich von dem Ort etwas abhebt, sind das gelbliche Minarett der Moschee und einige Beduinenzelte am Ortsrand.
Die eigentliche Sehenswürdigkeit von Khanas’ser ist, abgesehen vom Weg dorthin, der Tell, der Berg, auf dem die erste arabische Städtegründung dieser Region stand. Da hier noch keinerlei Ausgrabungen durchgeführt worden sind, entdeckt man Altertümer erst nach genauerem Hinsehen: Hier die Fundamente eines Hauses, da vereinzelte, abgebrochene Stümpfe von Säulen, einmal auch einen Stein mit Ornamenten. Identifizierbar für den Laien ist nur ein einfaches Grabmal, das aber aus späterer Zeit stammen dürfte.

Über Fau zurück nach Aleppo

Den gleichen Weg wie wir kamen geht es nun wieder zurück Richtung Aleppo - wobei Sfeereh aber mittlerweile zu hektischem Leben erwacht ist. In der Souk-Straße, hier sind alle Geschäfte geöffnet, herrscht ein Verkehrschaos und Gedränge beinahe wie in Aleppo. Allerdings wird hier, soweit wir es bei unserer Durchfahrt vom Auto aus sehen, fast nur Obst und Gemüse verkauft.
Wieder auf der Hauptstraße nehmen wir nun allerdings nicht den Weg nach Aleppo, sondern fahren in entgegengesetzter Richtung nach Osten, erreichen nach einigen Kilometern das Dorf Fau.
Wir stellen den Wagen auf dem Friedhof ab, der gleichzeitig als Weideplatz für die Ziegen dient, gehen dann, einen ganzen Tross Kinder im Gefolge, in den Ort, der vollständig aus bienenkorbartigen Häusern besteht.
Von unserem örtlichen Führer werden wir in eines dieser Häuser gebracht. Das Haus, gebaut aus Lehmziegeln und Stroh, steht wie die meisten anderen dieser Art in einem ummauerten Gehöft, verfügt nur über einen einzigen Raum, dessen ganze Ausstattung aus Wollteppichen und einigen Kissen besteht. Die Hausfrau bewirtet uns mit Tee - und auch hier müssen wir nichts zahlen.


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