Dominikanische Republik - Lago Enriquillo und Isla Cabritos, Seite 5

Von La Desubierta über den Salzwassersee Lago Enriquillo zur Isla Cabritos, der Insel der Leguane und Spitzmaulkrokodile



Anzeige

 




Das Video bei YouTube

Druckversion dieser Seite (PDF)
Anzeige




Die letzte Zuflucht der Kariben-Indianer

Die Dörfer im Süden der Dominikanischen Republik machen einen ärmlicheren Eindruck als im Norden: viele einfache Holzhütten, unverziert, windschief, ohne Fenster, mit Dächern aus Palmenwedeln - Behausungen der haitianischen Wanderarbeiter. Nur einige wenige Hütten sind weiß verputzt.
Klicke auf das BildÜber die Bauweise berichtet Raffael, unser einheimischer Reisebegleiter: Die Häuser bestehen aus Holzbohlen, die mit nassem Sand verfugt werden. Das soll dann angeblich für Jahrzehnte halten.
Neiba, die Provinzhauptstadt, ist ein hübscher, aber völlig verschlafener Ort aus rosaroten Stein- und vielen grünen und blauen Holzhäusern. Wie bei scheinbar allen dominikanischen Städten befindet sich auch hier in der Mitte der "Parque Central" mit einem schattenspendenden Pavillon.
Fünf bis zehn Kilometer vor La Descubierta entfernt lässt Raffael den Wagen halten. Oben im Fels befindet sich eine Höhle. Der Eingang der Höhle ist mit Ornamenten - ich entdecke eine Sonne mit Gesicht - geschmückt. Die lebensfeindliche Umgebung des Lago Enriquillo war die letzte Zufluchtsstätte der karibischen Indianer vor den spanischen Eroberern.

Von La Descubierta über den Lago Enriquillo auf die Isla Cabritos

Über La Descubierta am Ufer des Lago Eneiquillo sagt der Baedeker-Reiseführer, dass er das "touristische Zentrum" der Region sei. Immerhin verfügt der Ort über ein Hotel - und gegenüber dem "Parque Central" auch über ein Restaurant, wo man sich vom Buffett die gebratenen Hühner mit Reis oder Kartoffeln aussuchen kann. Doch viele Besucher gibt es hier trotzdem nicht.
Die Bootsstation ist gleichzeitig auch der Eingang zum Nationalpark Lago Enriquillo. Ein mit einem Gewehr bewaffneter Parkwächter bringt uns zum Bootssteg. Eine halbe Stunde dauert die Überfahrt zur sieben Kilometer entfernten Isla Cabritos. Immer wieder spritzt uns bei dieser Überfahrt das Salzwasser ins Gesicht.

Auf der Insel der Spitzmaulkrokodile

Schon gegen zehn Uhr vormittags herrscht auf der Insel eine brütende Hitze. Kakteen und kakteenartig anmutende Bäume, deren Rinde von einer undurchdringlichen Stachelhaut umgeben ist, säumen unseren zweieinhalb Kilometer langen Weg zum gegenüberliegenden Inselufer. Die "Stachelbäume", sagt Raffael, bieten den Vogelnestern sicheren Schutz vor Raubtieren.
Klicke auf das BildSolche Raubtiere sehen wir zwar nicht, aber einer der einheimischen Führer zeigt uns in einem Plastikeimer, was er gefangen hat: einen Skorpion, etwa einen Zeigefinger lang, mit gefährlich aussehenden Greifzangen.
Auf dem Weg begegnen wir einer Reihe von Leguanen, scheue Tiere, die, wenn ich sie filmen will, ins Gebüsch verschwinden. Die Tiere sind grün und grau, mit unterschiedlich gescheckten Schwänzen: Auf der Isla Cabritos gibt es gleich mehrere Leguanarten.
Klicke auf das BildEndlich erreichen wir die andere Seite der Insel, das Ufer der Krokodile. Ein knappes Dutzend der mächtigen Echsen, einige von ihnen schätze ich auf drei Meter Länge, lässt träge das Maul aus dem Wasser ragen. Beim Schwimmen rudern sie mit den gigantischen Schwänzen - und die hohen dreizackigen Schuppen geben ihnen das Aussehen des Ungeheuers von Loch Ness.
Unbeeindruckt von diesem furchterregenden Anblick tummeln sich Schwärme von Schwarzen Witwen, schwarzweiß gefiederte langbeinige Vögel, zwischen diesen Ungetümen.
Dabei versuchen die Krokodile mitunter sehr erfolgreich, wie uns die Führer berichten, nach den Vögeln zu schnappen. Doch jetzt ist es den Krokodilen für ein Jagdunternehmen über der Wasseroberfläche offenkundig zu heiß.
Wir wandern nun zurück, warten auf der anderen Seite auf das Boot. An einem Baum hängen Vogelnester, perfekt zusammengeflochten wie Körbe und überaus stabil. Doch von den Erbauern ist nichts zu sehen: Die Vögel sind offenbar schon vor längerer Zeit ausgeflogen, die Nester sind leer.



Anzeige