Kenia: Lamu,  Seite 6

Lamu - Kenias arabisch geprägte Insel an der Nordküste


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Mit dem Bus von Malindi nach Norden

Schon bald nördlich von Malindi hört die Asphaltstraße auf. Der voll besetzte Bus fährt über eine Sandpiste, passiert einige Holzbrücken, links und rechts ist nichts als Buschlandschaft. Die Fahrt wird zur Strapaze; die Kinder im Bus fangen an zu Schreien.
Kurz vor Lamu passiert das Unvermeidliche: Der Bus hat einen platten Reifen. Doch der Reifenwechsel wird zur willkommenen Gelegenheit, sich die eingeschlafenen Beine zu vertreten.
Am Nachmittag erreichen wir Lamu, genauer gesagt, die Endstation des Busses. Von Lamu ist nämlich noch nichts zu sehen, statt dessen müssen wir nun zur Station des "Lamu River Bus" auf uns. "River Bus" ist eigentlich der falsche Ausdruck: Als Insel ist Lamu, vielleicht hundert Meter vor der Küste gelegen, nämlich ganz vom Meer umschlungen.
Das Boot wird genauso mit Passagieren vollgestopft wie zuvor der Bus, aber zum Glück sind schon bald die ersten Häuser von Lamu-Stadt zu sehen. So ungefähr müssen im 16. und 17. Jahrhundert auch die Piratenhäfen ausgesehen haben: Strohhüten, daneben wieder zweistöckige Steinhäuser, die vermutlich früher einmal weiß getüncht gewesen sind.


Unterwegs in Lamu-Stadt

Klicke auf das BildLamu scheint eine streng islamische Stadt zu sein. Bei einem Spaziergang über die kurze Strecke entlang der "Hauptstraße" fallen mir drei oder vier kleine Moscheen auf, dazu ein "Islamisches Informationsbüro". Die beiden größten Moscheen der Stadt sind dabei in strahlendem Weiß gehalten, mit Koransprüchen auf der Fassade - schöne Bauwerke mit einer eigenen Ästhetik.
Die Frauen tragen hier auch viel häufiger den traditionellen schwarzen Umhang und einen Schleier als etwa in Malindi.
Dazu könnte man Lamu auch die Stadt der Esel nennen. Die Tiere helfen bei den zahlreichen Baustellen, sind die Reittiere der Kinder, und dennoch gibt es hier sogar so enge Gassen, dass nicht einmal ein Esel hindurchkommt.
Klicke auf das BildDie Hauptstraße, auch die Basarstraße, beginnt zunächst als Dorfstraße mit Hühnern auf dem Gehweg - und genau so hört sie auch einige hundert Meter weiter wieder auf - geradezu dörflich.
Das, was sich dazwischen abspielt, hat nur wenig mit den Basars großer arabischer Städte gemein, vor allem fehlt jeder Anschein von Hektik. Und: Man geht in einen Laden, schaut sich in Ruhe um, wird von keinem Verkäufer angesprochen, der Besitzer ist mitunter nicht einmal anwesend, kommt erst später dazu.
Auffallend an vielen Häusern, selbst an denen, die schon ziemlich verfallen sind: Kunstvolle Ornamente schmücken die Türpfosten, alle im arabischen Stil gehalten. Dabei sind mir bisher im Stadtbild kaum Araber aufgefallen; die Bevölkerung besteht fast ausschließlich aus Schwarzen.
Klicke auf das BildDas mehrstöckige Lamu-Museum verschafft einen Überblick über die ehemalige Bedeutung des Archipels. Bis nach China reichten die Handelswege: Nashorn gegen Porzellan. Der Sklavenhandel hat entweder nicht stattgefunden oder wird in diesem Museum geflissentlich verschwiegen.
Hinter der Stadt erstreckt sich das "dörfliche" Lamu: Strohbedeckte Hütten, die einen Kontrast zur "weißen Stadt" bieten.




Eine Strandwanderung

Klicke auf das BildGut zwei Kilometer von Lamu-Stadt entfernt liegt der Strand. Auf dem Weg dahin passiere ich eine Werft für Fischerboote. Der Rumpf der kleinen Boote wird, soweit ich sehen kann, aus einem einzigen Baumstamm geschlagen.
Kurz vor dem eigentlichen Strand kommt noch ein kleines Fischerdorf. Die Häuser sind aus Stein, das Dorf wird von einer Mauer gegen die Flut umgeben.
Und schließlich Lamus Strand: weißer Sand, nicht sehr breit, aber lang, dahinter Dünen - und der Blick geht hinüber auf die gegenüberliegenden grün bewachsenen Inseln.


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