Kenia: Gedi, Seite 3

Gedi - In den Ruinen einer antiken arabischen Handelsstadt und einem Gurayama-Museumsdorf


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In der Ruinenstadt

Klicke auf das BildDas moderne Gedi - etwa 20 Minuten Fahrminuten mit dem Buschtaxi von Malindi entfernt - besteht aus einer Moschee, unmittelbar an der Hauptstraße, ein paar Geschäften, einer Markthalle und immerhin zwei Schulen. Ein Sandweg führt zu der antiken Ruinenstadt.
Klicke auf das BildDie Affen, die hier in den Baumwipfeln turnen, lassen die untergegangene Stadt noch lebendig erscheinen. Die Ruinen sind "gut erhalten", die "Große Moschee" - verglichen mit arabischen Moscheen ein bescheidenes Bauwerk - steht noch fast völlig im Urzustand da, ebenso der Palast und ein Grab mit einem turmartigen Aufbau.
Die einstigen Bürgerhäuser sind nur noch in den Grundmauern erkennbar, doch die Namensschilder, zum Beispiel "Haus der chinesischen Münze", lassen etwas von der einstigen Bedeutung erahnen. Imposant sind die Brunnen der Stadt: Die meisten sind noch intakt - nur das Wasser fehlt eben.
Was die Archäologen in Gedi gefunden haben, ist teilweise in dem kleinen Museum ausgestellt: Porzellan und Keramikarbeiten, vor allem in blauer Farbe, sowie Tonkrüge jeder Größenordnung.

Eine Gurayama-Siedlung als Museumsdorf

Klicke auf das BildNeben der Ruinenstadt der arabischen Kaufleute ist ein Museumsdorf, eine Gurayama-Siedlung errichtet worden - eröffnet vom Stellvertretenden Finanzminister, wie ein Hinweisschild ausdrücklich vermerkt.
Das Ganze ist im Stil eines Runddorfes gehalten; die einzelnen Hütten sind aus Stroh. Die Häuser haben alle nur einen niedrigen Eingang, Fenster gibt es nicht. In der Regel ist alles in einem Raum untergebracht, die Betten der Bewohner, die Vorräte und die Gerätschaften. Nur ein einziges "besseres Haus" verfügt auch über eine Vorratskammer, die vom Wohnraum abgetrennt ist.
Die Hütten sind dunkel, weil durch den schmalen Eingang kaum Licht einfällt. Für meine Begriffe ist auch die Luft stickig. Vielleicht ist das auch der Grund, warum mitunter die Betten nicht im Haus, sondern davor stehen. Das Leben, auch das nächtliche, findet auf dem Dorfplatz, nicht in den Häusern statt.

Besuch in einer Schlangen- und Krokodilfarm

Klicke auf das BildAuf der halben Strecke zwischen der Ruinenstadt und dem modernen Gedi liegt eine Schlangenfarm. In Käfigen - vergittert, nicht verglast - werden sowohl giftige Mambas als auch riesige Pythons gehalten. In Erdaushebungen, einige davon ummauert, leben Warane, Krokodile, eine Schildkröte - und Kaninchen, wohl das Futter der anderen.
Die Warane, übergroße Echsen, die an Saurier erinnern, sind aggressiver als sie erscheinen, wenn sie regungslos in der Sonne liegen. Ein dumpfes Grollen, fast wie ein fernes Gewitter, zeigt ihre Angriffslust an.
Im Vergleich dazu sind die Schlangen friedlich, und vor allem fühlen sie sich auch gar nicht glitschig an. Im Gegenteil: Ihre Schuppenhaut ist fest und trocken. Selbst die kleinere der beiden Pythons erweist sich als ein angenehmer Spielgefährte.
Die große Python, zehn Meter soll sie lang sein, bleibt unterdessen im Käfig. Als der Führer mit einem Stock gegen den Käfig schlägt, hebt sie den Kopf, gibt einen zischenden Warnlaut von sich, stößt dann gegen das Gitter zu. Seit einem Monat, so erklärt der Mann, sei sie dabei, sich zu häuten - und in dieser Zeit äußerst aggressiv.
Mittags haben die Geschäfte in Gedi geschlossen. Zwar werden auf dem Markt noch Früchte gehandelt, aber gekühlte Getränke sind nicht zu bekommen. Dafür läßt der Muezzim von der Moschee sein "Allah akhbar" erklingen.


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