Kenia: Malindi-Marine-Park, Seite 2

Malindi - mit den Fischern auf dem Meer, mit dem Glasboot auf Schnorcheltour im Malindi-Marine-Park


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Im Hafen von Malindi

Ein Strandspaziergang führt zum Hafen von Malindi. Von einem Hafen kann dabei allerdings keine Rede sein. Die Fischerboote, den arabischen Daus nachgebaut, nur kleiner und teilweise bereits am zerfallen, liegen schließlich unmittelbar an einem eigenen Abschnitt des Strandes, auf der anderen Seite des Vasco-da Gama-Kreuzes.
Ein Fischer steht am Strand und bietet uns an, sich mit seiner Beute fotografieren zu lassen. Im Sand liegt ein toter Delphin. Wahrscheinlich ist der Mann noch ausgesprochen stolz darauf, einen Delphin gefangen zu haben.

Auf der Dau der Fischer

Kurz nach acht Uhr stechen wir auf dem Segler von Saidi – einem jungen Fischer, der noch zwei weitere Mann Besatzung mit auf seinem Boot hat - in See. Die Dau ist jedenfalls älter als ihr Eigentümer, die Holzbohlen sind schon weitgehend zerfressen. Das Wasser steht uns bis zu den Knöcheln - mindestens - und ständig ist wenigstens ein Besatzungsmitglied damit beschäftigt, zu schöpfen.
Klicke auf das BildHinter dem Riff geht es ans Fischen. Die Leute haben keine Netze, statt dessen werden Nylonschnüre als Angeln genommen, zwei oder drei Haken mit Ködern versehen, ein rostiges Stück Eisen dienst als Senkblei.
Wir bleiben nie lange an einem Platz, kreuzen ständig hin und her, zwischendurch werden die Angelschnüre ausgeworfen.
Gegen 14 Uhr, vielleicht auch etwas früher, das Ufer ist kaum noch zu sehen, nehmen wir Kurs auf den Hafen. Die See geht jetzt schwer, und Saidi hält das Boot zwischen den Wellen. Trotzdem schlagen die Wellen immer wieder über Bord, und manchmal steht das halbe Boot unter Wasser. Darin schwimmen nun die toten Fische ebenso wie die, die noch nach Luft schnappen und ihren letzten Kampf kämpfen.
Wir sind jetzt total durchnässt, und nur das Gefühl, dass Saidi wohl sein eigenes Boot kennen wird und sich nicht selbst in Gefahr begeben wird, gibt mir die Sicherheit, dass wir schon nicht untergehen werden. Allerdings: Bei einer Sicherheitsprüfung, wie wir sie kennen, würde seine Dau nicht einmal dem ersten Augenschein des Prüfers standhalten.
Jetzt ist es an der Zeit, die Fische einzusammeln und in den Sack zu stecken. Teilweise wird der Fang auch gleich zubereitet. Das heißt: Die Schuppen werden mit dem Messer abgehackt, die Eingeweide herausgenommen. Der ganze Fang des Tages füllt nicht einmal einen Sack.

Schnorchelausflug im Marine-National-Park

Drei Stunden sind für den Schnorchelausflug mit dem Glasboot veranschlagt, jeweils eine halbe Stunde dauert die Fahrt zum Marine-National-Park beziehungsweise wieder zurück. So bleiben nur zwei Stunden fürs Schnorcheln. Das Glasboot - nur ein winziger Teil des Rumpfes ist aus Glas, nicht so groß, dass man tatsächlich etwas sehen könnte - bringt uns zum Riff, dass jetzt, wir haben gerade Ebbe, nicht einmal einen Kilometer mehr vom Ufer entfernt liegt. Mit Brotkrumen werden die ersten Fische angelockt.
Zebrafische stellen die Mehrheit der Riff-Bewohner dar. Etwas tiefer liegt die Domäne der größeren Fische, etwa einen Unterarm lang, bläulich, lila, fast alle Farben sind vertreten.
Es gibt beinahe so etwas wie unterschiedliche "Landschaftsformationen": Die Wüste für den unbewachsenen Sandboden, das Gebirge für die Korallen und der Dschungel, der algenbewachsene Teil. Die Korallen haben die absonderlichsten Formen, eine beispielsweise sieht aus wie eine Riesenmuschel oder auch ein explodierender, nun auf einer Seite offener Vulkan mit einem Kraterdurchmesser von drei Metern.
Nach dem Schnorcheln unternehmen wir noch einen Abstecher zur Sandbank, die jetzt wie eine winzige unbewachsene Insel über dem Wasser liegt. Ein einsamer winziger Krebs ist der einzige Bewohner, den wir zu sehen bekommen.

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