Obwohl dicht beieinander liegend wirken Lanzarote und Fuerteventura, die östlichsten Kanaren-Inseln, wie von zwei verschiedenen Welten.

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Spanien, Kanaren: Lanzarote und Fuerteventura - zwischen Kratern, Dünen und Eroberern

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San Bartolome - ein Kleinstädtchen auf Lanzarote  Esel-Station in Haria - am Tal der Zehntausend Palmen Tal der Zehntausend Palmen - Oase zwischen Vulkanen Im Kaktusgarten von Cesar Manrique, dem Insel-Künstler"

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"Krater der Raben" im Nationalpark Timanfaya Kleine Dörfer im Schatten der Vulkane von Lanzarote  Die Sanddünen am Strand von Corralejo, Fuerteventura "Klein-Sahara" wird die Dünenlandschaft auch genannt

Eine einsame Ziegenherde im Inselinneren von Fuerteventura

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Cotillo, ein kleines Fischerdorf auf Fuerteventura

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Die Reiseroute: Lanzarote: Arrecife, Puerto del Carmen, San Bartolome - La Santa - Teguise, Haria, Mancha Blanca, Parque National de Timanfaya, Yaiza Fuerteventura: Corralejo - Puerto del Rosario - La Olivia - Cotillo 

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Dienstag, 23. Januar l996: Puerto del Carmen (Lanzarote)

Um 7.35 Uhr soll die Maschine von Tegel starten - doch sie hat eine viertel Stunde Verspätung. Zu allem Überfluss habe ich auch noch einen Nichtraucherplatz.

Gegen 11.30 Uhr Ortszeit (eine Stunde früher als MEZ) überfliegen wir die Vorläufer der Kanaren. Eine kleine Insel ragt als nackter Wüstenberg aus dem Meer. Lanzarotes Flughafen hat zumindest was die Landebahn betrifft etwas mit Hongkong gemeinsam: Die Bahn reicht unmittelbar bis ans Wasser.

Der Flughafen liegt genau zwischen Arrecife und dem Touristenzentrum Puerto del Carmen. Zehn Minuten benötigt der Bus bis zu unserem Hotel Los Jameos Playa.

Das Hotel ist eine gigantische Anlage, völlig neu eingerichtet, logischerweise mit Swimmingpool, aber auch einem "Kanarischen Museum": Die Exponate sind offensichtlich Rekonstruktionen bäuerlicher Haushaltsgeräte, eine Weinpresse etc. Von den Mayos, den Ureinwohnern Lanzarotes, ist leider nichts zu erfahren.

Über eineinhalb Stunden laufe ich die Küstenstraße und den Strand entlang: ein Einkaufszentrum, ein Restaurant, ein Appartementhotel neben dem anderen. Aus der Ferne wirkt zumindest eines dieser Hotels als deplazierter Klotz. Ansonsten jedoch hat man nach dem Prinzip "small is beautyfull" gebaut.

Der erste Eindruck: Eine weiße Stadt am Meer, hinter der sich in der Ferne die dunklen Berge erheben.

Merkwürdigerweise sind nur wenige Garten- und Grundstücksmauern aus der schwarzen Lava errichtet. Der weiße Kalk dominiert eindeutig. Architektonisch springen die maurischen Ziertürme und die Windmühlen vor einigen Restaurants ins Auge. Der Strand ist dunkel gefärbt - und tatsächlich gibt es einige Strandburgen aus schwarzem Lavagestein.

Mittwoch, 24. Januar 1996: Teguise - Haria - Arrecife (Lanzarote)

Die "Haria-Route" soll uns durch das ländliche Lanzarote führen - doch zunächst einmal verfahren wir uns im Umgehungsverkehr von Arrecife.

Unseren ersten außerplanmäßigen Stop legen wir in San Bartolome ein: Einem kleinen Landstädtchen, dessen weiß getünchte Häuser direkt eine bescheidene Wohlhabenheit ausstrahlen. Dennoch: Der Platz vor Kirche und Rathaus ist völlig unbelebt. Optisch reizvoll - aber verschlafen!

Die Reiseführer machen alle auf das stählerne Monument am Kreisverkehr von San Bartolome aufmerksam, ein Werk des Inselkünstlers Cesar Manrique, das aber meines Erachtens gar nicht in die Landschaft hineinpasst.

Bei der Weiterfahrt geraten wir kurz hinter San Bartolome in die Lavalandschaft des Nationalparks Timanfaya. Am Eingang steht auch der erste Bauer, der dort von seinem Eselkarren aus Apfelsinen, Käse und Wein verkauft, sich auch gern mit seinem Esel fotografieren lässt. Nur: Für ein paar Apfelsinen zahlen wir umgerechnet ungefähr zehn Mark.

Ein Wort zur Landwirtschaft: Die Felder sind winzig, umrahmt von Steinmauern und in der Regel mit einer schwarzen Granulatschicht überzogen. Außerhalb der Dörfer wirkt die Landschaft karg - auch wenn hier fleißig angebaut wird.

Am Küstenort La Santa soll man einen imposanten Blick auf das Meer haben. Tatsächlich ist der Strand ein Feld aus Lamaschotter, und die Wellen brechen sich am Ufer. Doch von einem imposanten Blick zu sprechen scheint mir reichlich übertrieben.

Teguise, die alte Inselhauptstadt, ist genauso verschlafen wie auch schon zuvor San Bartolome. Auch hier strahlen die weißen Häuser, der Marktplatz mit seiner Kirche und dem Vorplatz, eine gewisse Wohlhabenheit aus. Rund um die Kirche sind die meisten Geschäfte Andenkensläden - die Wohlhabenheit ist ein Ergebnis des Fremdenverkehrs.

Auf dem Berg von Teguise erhebt sich das Kastell, der frühere Bischofssitz. Es ist so stürmisch, dass wir nur mit Schwierigkeiten über die Zugbrücke gelangen. Das Kastell beherbergt heute ein - von den einzelnen Exponaten her eher uninteressantes - Museum, in dem vor allem alte technische Geräte und Fotos zu bestaunen sind. Die spannendste Erkenntnis für den Besucher: Ohne die Auswanderer von den Kanarischen Inseln, insbesondere von dem damals armen Lanzarote, wäre die Eroberung Südamerikas durch Spanien unmöglich gewesen.

Der Ausblick vom Kastell über die ganze Insel ist fantastisch, lohnt den Ausflug jedenfalls eher als das Museum.

Nach der Mittagspause in Haria, dem Ort im "Tal der zehntausend Palmen", besuchen wir den Kaktusgarten,  angelegt wie eine Arena und ausgestattet mit einer erstaunlichen Kakteenvielfalt, legen dann vor der Heimfahrt noch einen Zwischenstop in Arrecife ein, wo wir das Kastell, diesmal allerdings nur von außen, besichtigen.

Donnerstag, 25. Januar 1996: Mancha Blanca, Parque National de Timanfaya (Lanzarote)

Am Vormittag geht es mit dem Bus zur Neckermann-Pressekonferenz in Costa Teguise. Angeblich soll sich dieser reine Touristenort an einem früher unbewohnten Küstenteil von anderen durch seinen "angepassten Baustil" unterscheiden. Weit gefehlt: Die gleichen Blöcke und Appartementanlagen wie auch anderswo.

Gegen 13 Uhr brechen wir auf zur Vulkantour Richtung Mancha Blanca, kommen dabei durch Tahiche und andere kleine weiße Dörfer, auch wieder durch San Bartolome, biegen dann schließlich ein auf die Vulkanroute.

Unser erster Vulkan, entstanden um 1730 als einer der ersten einer neuen Eruptionswelle, wird auch "Krater der Raben" genannt. Über das poröse Lavagestein stolpern wir zum Krater. An seinem Rand stehen zwei einsame Palmen, von den Eingeborenen ,,Romeo und Julia" genannt, wobei  Julia allerdings schon reichlich verkümmert ist.

Aber die Umgebung der Vulkane ist alles andere als tot: "Bobo", der "Dummkopf", eine wilde Tabakstaude, nimmt anderen Pflanzen das lebenswichtige Wasser, klärt uns unser Reiseleiter Jürgen Sobeck auf.

Einen Geröllweg steigen wir den Krater hinab, stehen auf dem ebenen Boden. Der Weg und sogar ein Parkplatz wurden hier wegen eines einzigen Konzertes angelegt.

Unser nächstes Ziel sind die nahe liegenden Vulkanschlote der Montana de Nueces. Wir stehen am Rand des Einganges ins Erdinnere, ohne irgendwo einen Grund des unermesslichen Schlundes sehen zu können.

Schließlich erreichen wir den Nationalpark Timanfaya, einem 50 Quadratkilometer großen unwirklich scheinenden Lavagebiet, schwarz, porös, scheinbar ohne jedes tierische Leben.

Doch da, wo die Natur am kärgsten scheint, schärft sie auch den Blick für das besondere, zum Beispiel für Flechten, für die kleinsten Gewächse wie die bläuliche Abarten des Natternkrauts, das nur hier auf Lanzarote vorkommt.

Bis 200 Meter tief reichen hier die Löcher in der Erde, an ihren Rändern stapeln sich die Lavabrocken.

Ein Teufel ist das Wahrzeichen des Parks: Hier sind die Pforten der Hölle. Aber vom Plateau des "Tin Tao" genießen wir den Rundblick, der bis zur Küste der nahen Nachbarinsel Fuerteventura reicht.

Freitag, 26. Januar 1996: Yaiza (Lanzarote) - Corralejo - Puerto del Rosario - La Olivia - Cotillo (Fuerteventura)

Auf dem Weg zum Fährhafen von Playa Blanca komme ich durch das 2000-Einwohner-Städtchen Yaiza. Am Ortseingang entdecke ich die offenbar einzige ockerfarbene Villa auf Lanzarote - und mit seinen breiten palmenumsäumten Alleen hebt sich Yaiza auch sonst von den übrigen Ortschaften der Insel ab.

Kurz nach 10 Uhr legt die Fähre (1500 Peseten für Ausländer) von Playa Blanca ab, erreicht rund 40 Minuten später den Hafen von Corralejo auf Fuerteventura.

Corralejo ist zwar ebenfalls ein Touristenzentrum, aber im Unterschied zu Puerto del Carmen leben hier offenkundig auch Einheimische

Mit dem Wagen fahren wir die Küstenstraße Richtung Süden, und gleich hinter dem Ortsausgang beginnt der berühmte Dünenstrand von Fuerteventura. Die Straße zieht sich genau durch die Dünen, auf beiden Seiten unserer  Route liegen endlose Flächen weißen Sandes. In der Ferne begrenzen einige Erhebungen den Blick. Das ist die Sahara im Kleinen.

Die Landschaft wechselt schließlich von einem Meter zum anderen ihr Gesicht, die weiß-gelbe Sandwüste verwandelt sich in ein schwarzes Geröllfeld, das an die Lavaflächen von Lanzarote erinnert.

Puerto del Rosario, die Inselhauptstadt, einstmals "Ziegenhafen" genannt, ist eine unscheinbare Hafenstadt von etwas ärmlichen Eindruck. Auch der Stadtkern wirkt ausgesprochen gesichtslos.

Von Puerto del Rosario fahren wir zurück nach Norden, bis wir auf die Straße nach La Olivia abbiegen. Die Landschaft, durch die wir nun kommen, scheint an Kargheit kaum noch zu überbieten. Vereinzelte Palmen oder Kakteen sind neben den kahlen Hügeln die einzigen Blickfänge, und ab und zu steht eine zerbröckelnde Mauer auf einem verlassenen Feld.

La Olivia ist eine Landgemeinde, wie man sie sich ruhiger und verschlafener kaum vorstellen kann. Einzige "Sehenswürdigkeit": Die alte "Festung" eines früher hier stationierten Colonels. Doch die Fenster sind vernagelt, in den verfallenden Wirtschaftsgebäuden blöken einige Ziegen.

Schließlich erreichen wir Cotillo, ein Fischerdorf mit verwinkelten, ungepflasterten Gassen, einer felsigen Bucht als natürlichem Hafen und einem unscheinbaren  Festungsturm, der als Schutz vor Piraten diente. Den meisten Lärm machen hier die Möwen.

Auf dem Rückweg nach Corralejo kreuzt eine Ziegenherde die Straße, zwingt den Verkehr zum Anha1ten: Wenigstens im Inselinneren Fuerteventuras haben die Touristen noch nicht überall die Vorfahrt

Samstag, 27. Januar 1996: Arrecife (Lanzarote) - Berlin

Gegen acht Uhr morgens treten wir bei strömendem Regen die Heimreise an, starten dann - mit einiger Verspätung - gegen 10 Uhr Ortszeit, landen schließlich kurz vor 15 Uhr MEZ in Frankfurt.

Resümee:

Mit eineinhalb Millionen Besuchern jährlich hat Lanzarote natürlich seine "Inselnschuld" verloren. Durchschlagender Beweis dafür ist vielleicht die sieben Kilometer lange Strandpromenade von Puerto del Carmen, die sich in ihren "Attraktionen" durch nichts etwa von Playa del Inges auf Gran Canaria unterscheidet.

Auch was zum Schutz der Natur getan wurde, hat mit Naturschutz in unserem Verständnis nicht unbedingt etwas zu tun: Beispiel dafür ist die Höhle James del Agua, die wir an unserem letzten Abend besuchten. Die Höhle, in der die einzigartigen blinden Krebse leben, wurde vom Inselkünstler Cesar Manrique "gestaltet": Vor der eigentlichen Höhle liegt nun ein künstliches Wasserbassin, und über bequeme Steinstufen kommt man in die Grotte, die als Restaurant genutzt wird.

Ein anderer Teil der Höhle dient als Kulisse für eine Multimedia-Show, die, untermalt von Sphärenmusik, die geologische Geschichte der Insel erzählt: "Genesis - Lanzarote"; Meere schlagen auf Land, Lava steigt aus dem Erdinneren herauf, erkaltet, neue Lava strömt, Pflanzen entstehen - und schließlich kommt der Mensch.

Ein mehrwöchiger Urlaub hier wäre sicherlich für jeden Individualreisenden eine Tortur, und für mich unverständlich ist, wie zum Beispiel unser Reiseleiter Jürgen Snobeck als angeblicher Naturfreund hier schon begeistert drei Jahre leben will.

Aber für einige Entdeckungstouren vor allem durch die Vulkane im Rahmen einer einwöchigen Kurzreise - dafür scheint mir Lanzarote durchaus geeignet.

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