Tagebuch einer Reise nach Mallorca - von Paguera nach Palma, Andratx, Soller und Valldemossa, Taucen und Tauchplätze bei Santa Ponca, El Torro

 realedition.de - Reiseberichte, Reisereportagen, skurrile Geschichten, Satiren, Numismatik

Forum Gästebuch Linkrotation Seite empfehlen Newsletter Downloadcenter Ausgewählte Links Impressum E-Mail

Spanien, Mallorca – der Westen: Zwischen Paguera, Palma und Sóller

Sie sind hier: Realedition.de > Reisen > Europa > Spanien - Mallorca
Weitere Themen: Reisebilder und Postkarten Reisevideos Geschichten Satiren Numismatik Bücherstube Quiz

Detlefs Blog
Das virtuelle Tagebuch des Webmasters

Share |

free-website-translation.com
By free-website-translation.com

Weitere Spanien-Seiten im WWW:

Zu den Spanien-Reisen
Spanien-Reisen bei Reisen.Realedition.de

Zu den Spanien-Fotos
Spanien-Bilder als Postkarte oder zum Download bei Reisebilder.Realedition.de

Zu den Spanien-Videos
Reisevideos aus Spanien bei Reisevideos.Realedition.de

Spanien-Forum bei Realedition.de - Fragen und Antworten zu Reisen in Spanien

Zu den spanischen Münzen
Spanische Pesetas und Céntimos bei Numismatik.Realedition.de

Zu den spanischen Euro-Münzen
Spanische Euro-Münzen bei Numismatik.Realedition.de

 

Zum ersten Bild

Zum zweiten Bild

Zum dritten Bild

Zum vierten Bild

Paguera - und der Strand Playa Palmira La Seu, die große Kathedrale von Palma Das Tazhaus von Palma - im Herzen der Altstadt Andratx - eine mächtige Kirche für die Landgemeinde

Zum fünften Bild

Zum sechsten Bild

Zum siebten Bild

Zum achten Bild

Das Panorama von Sóller - zwischen den Bergen Am Stadtrand von Sóller - eine Kirche in den Zitrusfeldern  Ein Blick auf die Altstadt von Valldemossa Die ehemalige Mönchs-Klause von Valldemossa

Fels im Meer: Der Tauchplatz von El Torro 

Zum neunten Bild

Zum zehnten Bild

Unterwasser-Begegnung mit einem Oktopus

Zum Betrachten der Fotos klicken Sie auf die Vorschaubilder

Beschriebene Orte: Paguera - Palma - Andratx - Banyalbufar - Deiá - Sóller - Valldemossa - Santa Ponca - Tauchplätze: Calla Fornells - Es Malgrat - El Torro

Reisebericht herunterladen Mehr Bilder aus Spanien und Mallorca als Postkarte oder zum Download
Die Mallorca-Reise als
Video Forum: Fragen und Antworten zu Reisen in Spanien

 

Haben auch Sie eine Webseite zum Thema Reisen ins Netz gestellt? Dann tragen Sie sich doch bitte in meinem Reisekatalog für alle Themen rund ums Reisen ein. Dazu können Sie sich auch gern in der allgemeinen Linkrotation eintragen, wo es auch um andere Themen geht. Fragen zum Thema dieser Webseite stellen Sie bitte nicht per E-Mail, sondern in meinem Forum.

Mehr Reisen suchen

Google

Montag, 29. Mai 2006: Palma – Paguera

Wir landen gegen 20.30 Uhr auf dem Flughafen von Palma: Von der Rollbahn aus sieht man einige altertümliche Windmühlen, wie sie ansonsten die Postkarten zieren, ein fast ländliches Idyll, das Bild einer beschaulichen Insel.

Dieses Bild relativiert sich dann aber beim Betreten des Flughafengebäudes: das ist nicht einfach ein für eine Insel dieser Größe überdimensionierter Flughafen, das ist ein internationaler Airport, der so auch der Airport  jeder Millionen-Metropole sein könnte - und es ist vor allem ein Airport der langen Wege. Es dauert eine kleine Ewigkeit, bis wir vom Ankunftsgate die Gepäckausgabe erreicht haben.

Direkt vom Flughafen ab geht die Autobahn: Auch die erinnert eher an großstädtisches Ballungsgebiet denn an Inselidylle. Aber so dauert die reine Fahrtzeit immerhin nicht einmal eine halbe Stunde, bis wir Paguera – auf den mallorquinischen Ortsschildern heißt es allerdings Peguera – erreicht haben.

Direkt unser Hotel, das Mar Y Pins, anfahren, kann der Touristenbus jedoch nicht. Pagueras enge Straßen sind meist Einbahnstraßen, und unser Hotel liegt zudem unmittelbar am Ende des Sandstrandes der Bucht, am Playa Palmira – für größere Fahrzeuge nicht mehr erreichbar.

Nach 23 Uhr schließen auf der Hauptstraße, die parallel zum Strand verläuft, nach und nach alle Restaurants. Immerhin bekommen wir aber noch einen letzten Wein.

Dienstag, 30. Mai 2006: Paguera – Palma

Von dem Balkon unseres Zimmers sehen wir genau auf den Playa Palmira, umrahmt von einer Mole genau von unserem Hotel und einer ins Meer ragenden Felsküste auf der anderen Seite. Dabei ist Paguera von Bergen umgeben – und auch beim Spaziergang in der vor allem aus Hotels, Restaurants und Boutiquen bestehenden Ortschaft sind bereits in unmittelbarer Meeresnähe einige Höhenunterschiede zu überwinden.

Theoretisch soll der Bus der Linie 102 um 12.10 Uhr von der Haltestelle an der Hauptstraße, keine hundert Meter von unserem Hotel entfernt, nach Palma fahren. Aber eben nur theoretisch. Der Bus, der laut Fahrplan um 12.10 Uhr an dieser Haltstelle vorbei kommen soll, fällt ganz aus. Und der darauffolgende Bus – theoretisch fahren sie alle 20 Minuten – hat auch seine zehnminütige Verspätung. Allerdings weist der Fahrplan auch daraufhin: Die angegebenen Zeiten sind Richtwerte, tatsächlich könne die Praxis davon um plus oder minus 15 Minuten abweichen.

Dafür ist die Fahrt nach Palma mit 2,40 Euro pro Person für die einfache Strecke doch erstaunlich preisgünstig – und nach 45 Minuten haben wir die Inselhauptstadt auch schon erreicht.

Dabei hat auch die Fahrt nach Palma ihre Reize: Zunächst passieren wir Santa Ponca, ein Touristenort wie Paguera, aber augenscheinlich etwas größer, allerdings ohne irgendwelche Besonderheiten, zumindest keine, die bei der Durchfahrt irgendwie auffallen würden. Aber dann kommen wir auf dem weiteren Weg nach Palma an alten Bauerngehöften vorbei, die eher wie kleine mittelalterliche Burgen erscheinen, dazu auch an einer „richtigen“ Burg – und schließlich sehen wir auch mehrere Mühlen entlang den Baustellen der  neuen Autobahn. Auch diese Mühlen haben etwas wehrhaftes an sich: Meist stehen sie auf einem kleinen, vermutlich künstlichen Hügel, und der schmale Turm, der das eigentliche Mühlengebäude bildet, erinnert an einen klassischen Burgturm.

Wir erreichen Palma an seinem Hafen – und schon von weitem sieht man die Kathedrale der Altstadt, die Kathedrale La Seu. Zunächst einmal fahren wir an dem Hafen entlang, kommen am Yachtclub vorbei, dann auch an der mächtigen alten Stadtmauer, über deren Spitze man die Häuser der Altstadt sieht – und auf der vielleicht ein halbes Dutzend Mühlen, einige schon ziemlich verfallen, andere noch gut erhalten, stehen.

Am Ende der Hafenpromenade ist für uns Endstation: Von hier aus geht es zur Kathedrale und in die dahinter liegenden Gassen der Altstadt. Doch um dahin zu gelangen müssen wir erst einmal an einer „Restaurantstraße“ vorbei, wo das Bier in Liter-Gläsern ausgeschenkt wird, versehen mit vielleicht 50 Zentimeter langen Strohhalmen, aus denen zwar kein Gast trinken kann, aber so gleich an die touristischen Trinkgewohnheiten des Ballermann erinnert wird. 

Dass die Kathedrale von Palma ein Sakralbau ist, sieht man dabei eigentlich nur an den filigranen Kirchtürmen. Ansonsten ist auch diese Anlage auf Abwehr von Angriffen ausgerichtet. Vom Hafen aus liegt sie – wie als Eingang zur Stadt – erhöht, ist von mehreren Mauern umgeben – und wer zu ihr will, muss erst Stufe um Stufe nehmen, Tor um Tor passieren. 

Die Kirche ist geschlossen, und so bleibt uns zur Besichtigung nur das gewaltige Eingangstor zum Kirchenschiff ansehen, mit den Heiligenfiguren links und rechts des Portals.

Hinter der Kathedrale schließen sich die engen Altstadtgassen an, die meisten Häuser ziemlich schmucklos, dafür aber teilweise mit hölzernen Erkern, und ab und an sieht man auch, wie eine Brücke zwei Häuser auf den beiden Seiten einer solchen Gasse verbindet.

In diesen Gassen stoßen wir auf die „Arabischen Bäder“, das einzige bauliche Überbleibsel der maurischen Herrschaft über die Balearen. Viel ist aber auch hier von den „Arabischen Bädern“ nicht geblieben: Ein dunkler, kuppelüberdachter Raum, die Kuppel dabei von Säulen gestützt, in einem Vorraum dazu einige Amphoren aus maurischer Zeit.

Dafür verfügen die „Arabischen Bäder“ aber wohl über den schönsten Gärten innerhalb der Altstadt von Palma – die an begrünten Innenhöfen hinter den Mauern nicht gerade arm ist. Sogar ein Zitronenbaum gedeiht hier prächtig und trägt gerade seine Früchte.

Die Gesichter dieser Altstadt – manche Reiseführer schreiben, Palma wäre die schönste Mittelmeerstadt, aber das Mittelmeer kennt ja gleich viele „schönste Städte – sind durchaus vielfältig: Der Placa de Cort, der Rathausplatz, hat nun gar nicht mehr von Mittelalter; dafür erinnert das Rathaus eher an die Zeit der Entdecker und Spaniens großer Zeit als Kolonialmacht, eine Zeit, in der der verknöcherte, inzwischen längst zerfaserte Olivenbaum, der heute das Herz des Rathausplatzes markiert, hier ebenfalls schon gestanden hat. Und gleich an den Rathausplatz schließen sich verspielte Jugendstilbauten an jene Häuser aus dem beginnenden 20. Jahrhunderts, bei denen die spanischen Architekten die Moderne vorwegnahmen.

An einer Hauptstraße, auf deren Fußgänger-Mittelstreifen etliche Buchhändler ihre Marktzelte aufgeschlagen haben, gehen wir nun zurück zur Bushaltestelle, fahren dann wieder mit dem 102’er nach Paguera.

Mittwoch, 31. Mai 2006: Andratx

Ein regnerischer Tag auf der Urlaubsinsel!

Das Glasboot, das uns an der Felsküste entlang zum Port d’Andratx bringt, hat aber zum Glück einen Kabinenraum, der für alle Passagiere genügend Platz bietet – und trotz des mitunter unangenehm kalten Windes bleibt die See doch so ruhig, dass auch keiner der Passagiere von der Seekrankheit ergriffen wird. 16 Euro pro Person haben wir für diese Bootstour zum Wochenmarkt von Andratx, dem angeblich größten Wochenmarkt der Insel, gezahlt.

Sandstrände sind aber wohl auch auf der liebsten Urlaubsinsel der Deutschen die Ausnahme: Die Buchten, an denen wir auf unserer etwa 50-minütigen Bootsfahrt vorbeifahren, sind von Steilküsten geprägt – und überall entdeckt man in den Felsen kleinere und größere Höhlen.

Port d’Andratx, Hafen der Gemeinde Andratx, liegt ebenso wie Paguera geschützt inmitten einer Bucht – wobei hier aber die Bucht um einiges tiefer ins Land schneidet, das Hafenstädtchen aber zu beiden Seiten der Bucht liegt, der kleine Ort durch das Wasser dabei regelrecht zerschnitten wird.

Auch in Port d’Antratx liegen fast ausschließlich kleinere Yachten, jedenfalls keine Fischerboote – und auch dieser Ort scheint sich vor allem an den Bedürfnissen der Touristen zu orientieren.

Anders dagegen Andratx selbst: An sechs tagen der Woche, so ist in den Reiseführern zu lesen, ziehen die Touristenströme an der Landgemeinde vorüber, nur am siebten, dem Tag des Wochenmarktes bevölkern sie die Dorfgassen. Tatsächlich hat Andratx außer einer halb verfallenen wuchtigen Dorfkirche, in deren Schatten der ganze Ort zu ruhen scheint, wenig zu bieten. Aber eine solche Kirche, so romantisch sie auch erscheinen mag, findet sich hier ja praktisch an jedem Ort.

Also der Wochenmarkt! Und wenigstens an diesem Tag wird das ansonsten  beschaulich dreinschauende Andratx von der Globalisierung erfasst: Die ersten Marktstände, wenn man von der Garage der Autobusse kommt, werden weniger von einheimischem Bauern, als von Zuwanderern aus Afrika betrieben – die hier sowohl afrikanisches Kunsthandwerk als auch Sonnenbrillen und Uhren feil bieten. Das Hauptprodukt des Marktes sind allerdings Schuhe und andere Lederwaren, dazu Textilien, alles, was ein Tourist eigentlich nicht braucht, doch durch die Marktgassen schieben sich nun wohl einige Tausend Menschen aus aller Welt, und auch einige Brocken Russisch sind bereits zu vernehmen.

Aber es gibt sie noch, die Markthändler vom Lande, die hier Agrarisches aus eigener Produktion – zumindest sagen sie das – anbieten: Und an einem solchen Stand decken wir uns dann auch mit herrlich salzigem Schinken, einem herzhaften Käse und einer hoffentlich haltbaren Salami ein.

Mittlerweile fängt es an, wieder stärker zu regnen; die Massen flüchten in die wenigen Cafés, die schnell überfüllt sind – und bald darauf geht es wieder mit dem Bus zurück nach Paguera.

Was wir per Zufall an der Haltstelle entdecken: Von Paguera kommt man nach Andratx auch bequem mit dem normalen Linienbus 102 – für 2,40 Euro. 

Am späteren Nachmittag unternehmen wir noch einen kleinen Spaziergang entlang der Küstenstraße von Paguera nach Cala Fornells: Die Straße ist recht hübsch bebaut – auf der Bergseite mit kleinen Appartementhäusern, die sich terrassenförmig den Hang hoch schieben, auf der Küstenseite mit eben so schicken Bungalows, die einen herrlichen Ausblick auf die Bucht bieten.

Donnerstag, 1. Juni 2006: Sóller – Valldemossa

Bei einem Tagespreis von 35 Euro ist unser Leihwagen, ein Ford K, nun wirklich nicht teuer; aber mehr wert ist er leider auch nicht: Das Profil der Reifen ist wohl nur noch in Restbeständen vorhanden, was mich bei Regennässe auf der Straße, und an der herrscht heute kein Mangel, regelmäßig ins Schleudern bringt. Dazu gerät der Motor bei Anfahrten am Berg des öfteren ins Stottern.

Die Schönheit der Landschaft an der Strecke durch den Südwesten lässt sich unter diesen Umständen jedenfalls nur bedingt genießen.

Hinter Andratx scheint das touristische Mallorca, jedenfalls das Mallorca der Hotelklötze, zu enden.  Die kurvenreiche Küstenstraße führt an menschenleeren Felsbuchen vorüber, an einem einsamen Wehrturm, der wohl vor einigen Jahrhunderten als Ausguck zur Warnung vor Piratenüberfällen gedient haben mag.

In der Nähe der Küste, aber bereits wieder in den Bergen, passieren wir das Dörfchen Banyalbufar, kaum mehr als ein Straßendorf, dessen Häuser aus grauem Stein terrassenförmig an den Fels gebaut sind. Und ganz ähnlich, vielleicht ein klein wenig, aber kaum spürbar größer gibt sich hinter der Gabelung zwischen Sóller und Valldemossa das Bergdorf Deiá, bekannt als die Künstlergemeinde von Mallorca. Zum kurzen Stop fehlt uns aber nicht nur die Zeit – einen Parkplatz zu finden ist hier fast ebenso ein Ding der Unmöglichkeit.

In einer Talmulde, umgeben von Plantagen mit Zitrusfrüchten, liegt unser erstes Tagesziel, das Landstädtchen Sóller. Wir lassen den Wagen an der Hauptstraße stehen, biegen an einer größeren Kapelle auf den Feldweg, der uns in die Stadt führt. Und der Weg ins Stadtzentrum ist gar nicht zu verfehlen: Die alles überragenden Kirchtürme bieten eine hervorragende Orientierung.

Dabei ist der Placa de la Constitucion, der Verfassungsplatz, Sóllers Hauptplatz vor dieser Kirche und vor dem Rathaus, nicht größer als beliebige Dorfplätze sind. Aber das hier ist Stadt, mit engen Geschäftstraßen, die vom Hauptplatz abgehen – und über den Platz fährt sogar eine schmalspurige Straßenbahn!

Was Sóller ausstrahlt ist der Versuch einer reich gewordenen Landgemeinde, sich als moderne Stadt darzustellen, ein Versuch, der zu Beginn des 19. Jahrhunderts auch durchaus geglückt zu sein scheint – und dann erfolgreich auf diesem Stand konserviert wurde.

Die große Attraktion von Sóller ist dabei nicht einmal seine Straßenbahn, auf einer spanischen Insel in einem Ort dieser Größe zu dieser Zeit schon erstaunlich genug, Sóllers Attraktion ist der im Jugendstil errichtete Bahnhof, wo immer noch regelmäßig die aus Palma kommenden Passagiere den hölzernen Waggons der Schmalspurbahn aussteigen.

Wir fahren aber weiter mit unserem Leihwagen, zurück Richtung Süden, nach Valldemossa. Zwar gilt auch Valldemossa sogar schon seit dem frühen Mittelalter, seit der arabischen Zeit Mallorcas als „Stadt“ – aber dieser Ort ist dabei doch schon von seiner Bauweise bis heute Landgemeinde, Dorf geblieben. Allerdings: Heute ist dieses Dorf ein Anziehungspunkt für Touristen aus ganz Europa, die nun über die breiten kopfsteingepflasterten Dorfstraßen bummeln, vorbei an den unzähligen Cafés und Restaurants und natürlich den Andenkenläden, in denen neben Keramiken, Kacheln oder Likören in allen Sprachen das Buch erkauft wird, dem Valldemossa seine Berühmtheit verdankt: George Sands „Ein Winter auf Mallorca“. Zwar hat die Autorin, die hier mit ihrem Lebensgefährten Frédéric Chopin den Winter 1838/39 erlebte, eher erlitt, an den Bewohnern von Valldemossa wie auch von ganz Mallorca kein gutes Haar gelassen, aber die Nachfahren der Geschmähten haben es doch ganz gut verstanden, auch diesen Verriss ihrer Insel ins Touristik-Marketing zu integrieren.

Verbracht hatten Chopin und Sand ihre Zeit in einer ehemaligen Kartäuser-Klause – und dieses frühere Kloster ist, wie sollte es anders sein, das größte Gebäude des Ortes, hat in früheren Zeiten wohl auch als Kirche gedient und sieht immer noch aus wie eine Kirche. Dabei gibt es allerdings eine Besonderheit, die das Bild dieses über den Ort hinausragenden Bauwerkes kennzeichnet: Die beiden „Kirchtürme“ sind völlig asymmetrisch, einer mit einer grünen Kuppel versehen, dagegen abgeflacht, so, als wäre er nach irgendeiner Katastrophe nicht mehr fertig restauriert worden.

An die Klause schließt sich ein Park an, der, wären die Hecken höher, auch einen guten, nach Wacholder duftenden Irrgarten abgeben könnte.

Viel Zeit bleibt uns aber nicht in dem Ort: Um 19 Uhr müssen wir in Paguera wieder unseren Leihwagen abgeben. 

Freitag, 2. Juni 2006: Calla Fornells und Es Malgrat (Tauchplätze)

Am eindeutigsten sieht man die Bausünden des mallorquinischen Touristenbooms vom Meer aus!

Der Blick in die Bucht von Santa Ponca wird verstellt von eintönigen Betonklötzen, die nicht einmal einen Hauch von architektonischer Phantasie erkennen lassen.

Wir sind von Port Adriano, einem Ortsteil und Hafen von Santa Ponca zu den Tauchplätzen der Umgebung aufgebrochen, steuern nun als erstes Ziel die Bucht von Calla Fornells an.

Der Meeresboden ist felsig, voller Seegras und Algen und mit Weichkorallen, die an den Steinen wachsen. Wegen der rauen See haben wir allerdings eine nur schlechte Sicht von vielleicht fünf Metern.

Der nächste Tauchgang führt uns nach Es Malgrat, einer Gruppe von drei einsamen Felsen vor der Küste. Auch hier finden wir einen felsigen Untergrund, bewachsen mit Seegras und Algen, in denen einige Schwärme von Brassen ihr Futter suchen. Die Sicht ist aber auch hier nicht wirklich besser als beim ersten Tauchgang.

Samstag, 3. Juni 2006: El Torro (Tauchplatz) 

Vom Meer aus kann man ihn nicht direkt einsehen, den Yachthafen von Santa Ponca. In dem liegen tatsächlich prächtige Boote, zum großen Teil unter englischer, einige unter kanadischer Flagge – und die lassen das Tauchboot geradezu winzig aussehen. Allerdings nehmen wir auch gar nicht das Tauchboot – sondern das noch kleinere Schlauchboot.

El Torro ist eine größere Felsinsel mit einem Leuchtturm und den Resten einer in den Fels geschlagenen Hütte – und eben einer der bekanntesten Tauchplätze an diesem Küstenstreifen Mallorcas.

Unser erster Tauchgang führt uns in 18 Meter Tiefe die Ostseite der Insel entlang. Wir stoßen dabei auf eine Unterwasserlandschaft auf Felsen, auf ein Plateau, das wir nun entlangtauchen. Neben Seebrassen begegnen uns dabei immer wieder Seesterne und auch einige Oktupanten, die teilweise die Größe von Pferdeköpfen erreichen.

Auch beim zweiten Tauchgang, nun an der Westseite, stöbern wir immer wieder Oktupanten auf, die sich in den Mulden des Plateaus, das die ganze Insel zu umgeben scheint, verstecken. Dazu sehen wir wieder Seesterne, Brassen – und schließlich auch einen Schwarm Barakudas.

Zum Abschluss tauchen wir noch – in ungefähr fünf Meter Wassertiefe – in eine breite Höhle.

Sonntag, 4. Juni 2006: Paguera

Wir verbringen einen Sonnentag auf der Swimmingpool-Terrasse des Mar Y Pins, genießen die Aussicht auf die Bucht – und die Tatsache, einmal ungetrübt schönes Wetter ohne Wolken zu erleben.

Montag, 5. Juni 2006: Paguera – Palma

Pünktlich um 11.50 Uhr kommt der Bus, um uns zurück zum Flughafen zu bringen.

Online: