Sardinien-Reise nach Porto Istana, Touren nach Olbia, an die Costa Smeralda, Porto Rotondo, Palau, Tauchen im Marinepark Tavolara, Ausflüge zur Nuraghe Albucciu und zur Grotta del Bue Marino

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Italien, Sardinien: Zwischen Grotta del Bue Marino, Tavolara und Palau

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Porto Rotondo - Häuser mit voller Blütenpracht Dis Isola Tavolara, ein Felsmassiv vor der Küste Felsen, geformt wie Figuren - hier bei Cala Girgolu Am Bronzezeit-Tempel Albucciu bei Arzachena

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In den Gassen von Palau, einem Hafen an der Nordküste Palau - ein Bergstädtchen mit mittelalterlicher Festung  San Giovanni - am Strand ein Wehrturm gegen Piraten Capo Comino - eine Bucht mit langem weißen Strand

Cala Gonone -vom Fischerdorf zum Touristenhafen 

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Fie unterirdischen Hallen der Grotta de Bue Marino

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Beschriebene Orte und Tauchplätze: Porto Istana - Murta Maria - Porto San Paolo - Cala Girgolu - Isola Morola - Olbia - Porto Rotondo - Isola Tavolara - Capo Coda Cavallo - Arzachena und Nuraghe Albucciu - Palau - Budoni - PosadaTorpe - San Giovanni - Capo CominoOrosei - Dorga - Cala Gonone - Grotta del Bue Marino

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Donnerstag, 26. Juni 2008: Porto Istana

 

Gegen 10.15 Uhr landen wir auf dem Flughafen von Olbia: Für die italienische Provinz hätte man einen so großen Flughafen, gelegen in einer weiten Talmulde, eigentlich nicht erwartet. Besonders überraschend: Auf dem Rollfeld stehen einige Maschinen aus dem Tschad – die man sonst wohl kaum auf einem europäischen Flughafen, und dann auch noch gleich zu mehreren, findet. Dazu stehen hier auch noch zwei Maschinen der Feuerwehr, offensichtlich zum Einsatz gegen Waldbrände.

Obwohl es noch nicht einmal elf Uhr ist, dürfte die Temperatur bereits um die 30 Grad Celsius betragen. Am Himmel ist keine einzige Wolke zu entdecken.

Der Transfer zu unserem Hotel, dem „Park Hotel Porto Istana“, dauert keine halbe Stunde. Zumindest teilweise hat die Gegend, durch die wir auf dem Weg dahin kommen, ihren bäuerlichen Charakter bewahrt. Man sieht eine Schafherde, einige abgeerntete, nun nackt wirkende Korkbäume.

Das Hotel ist eine riesige, weitläufige Bungalowanlage, verfügt über einen mehr als großzügigen Pool – und ist momentan wohl ziemlich leer. Die ausländischen Gäste werden wegen der zunehmenden Hitze gerade weniger, die italienischen Gäste kommen erst später, mit Beginn der italienischen Schulferien. Aktuell dürfte es sich sich bei den meisten Gästen des Hotels um junge italienische Familien mit kleinen Kindern handeln.

Von einem Ort kann man bei Porto Istana im übrigen eigentlich nicht sprechen: Gemeint ist damit wohl eher der zumindest zu einem großen Teil auch zum Hotel gehörende Sandstrand, vor dem natürlich auch einige Boote liegen. Ansonsten gibt es, abgesehen von einem Fischrestaurant und einer Bar an der Straße, hier nur noch die Bushaltestelle.

 

Freitag, 27. Juni 2008: Murta Maria – Porto San Paolo – Cala Girgolu – Isola Morala – Isola Tavolara

 

Wir wollen zum Tauchen. In der Hotelbeschreibung hieß es zwar, das „Wassersportzentrum“ – gemeint war damit wohl der Strand – zu dem auch eine Tauchbasis gehöre, läge nur 300 Meter vom Hotel entfernt, aber diese Information stimmt nur bedingt. Die Tauchbasis, mit der das Hotel zusammen arbeitet, liegt nämlich am Cala Girgolu, an der Bucht des Meeresschutzgebietes um die Isola Tavolara, eine wirklich schöne Lage – aber gut 20 Minuten Autofahrt von unserem Hotel entfernt.

Aber immerhin lernen wir bei dieser Tour – wir fahren in dem Wagen eines anderen Tauchgastes mit – ein kleines Stück von der Insel kennen. Zunächst einmal passieren wir Murta Maria, das Dörfchen, das Porto Istana am nächsten liegt, nur einige Häuser um den Kreisverkehr herum gruppiert, aber doch einige teuer scheinende Geschäfte und vor allem ein Supermarkt, gleich neben der winzigen Kapelle.

Von dem Hafen selbst ist bei der Durchfahrt durch Porto San Paolo zwar wenig zu sehen – aber dafür ist der Ort um einiges größer als Murta Maria, hat nicht nur Geschäfte und Pizzerien, sondern  dazu auch einige Pensionen, ein Ort, der sich aktiv auf den Fremdenverkehr eingestellt hat.

Das kann man in der Form von Cala Girgolu so nicht sagen – im Gegenteil. Kurz vor Cala Girgolu reicht die Machia, die von Felsbrocken durchsetzte Buschlandschaft, fast bis ans  Meer. Bei einer Weggabelung zeigen Hinweisschilder zum Strand als auch zu der Tauchbasis, zu der wir wollen – und so nehmen wir den bequemeren, asphaltierten Weg, der tatsächlich nach kurzer Strecke auf einem Parkplatz direkt an einem kleinen, aber feinen Sandstrand endet.

Nur: Hier sind weder ein Ort noch die Tauchbasis, nur der Strand. Um dahin zu gelangen, müssen wir den unscheinbaren Feldweg durch die Machia nehmen, der jedoch nach den Hinweisschildern ins Nirgendwo zu führen scheint. Dafür parkt hier in der Machia nun ein einsames Auto, davor sitzt ein Mann, versucht wohl, zufällig vorbeikommende Passanten abzuwimmeln. Und kurz hinter dieser „Grenzstation“ beginnt dann die Ortschaft mit ihren in die Hügel geschirmten Grundstücken, abgeschirmt – so, als sei das hier eine Wohnsiedlung öffentlichkeitsscheuer Multimillionäre.

Der Strand, von dem aus wir dann auf Tauchtour gehen, ist nicht sehr groß – aber mit einer fantastischen Sicht aus der Bucht heraus, auf das Meeresschutzgebiet der Isola Tavolara, deren gewaltiges Felsmassiv das ganze Panorama bestimmt.

Mit dem Schlauchboot geht es nun vorbei an der Isola Tavolara, die von dieser Seite als kahler, langgezogener Felsen erscheint, in den man mit etwas Fantasie die Form eines Dinosauriers hineininterpretieren könnte, an einer Vielzahl kleiner Felsen, auf denen Schwärme von Möwen ihr Zuhause gefunden haben, vorbei an der etwas flacheren und nun begrünten Isola Morola, deren östliches Ende wir nun ansteuern.

Hier geht es in eine Tiefe von etwa 17 Metern hinunter zu unserem ersten Tauchgang. Dabei bewegen wir uns durch eine Unterwasser-Felslandschaft, bewachsen teilweise mit dichtem Seegras und einer Art Farnen, bewohnt unter anderem von Barrakudas, die mitunter kleinere Gruppen von allerdings selten mehr als einem halben Dutzend Fischen bilden, dazu auch etlichen Barschen.

Den zweiten Tauchgang, diesmal in eine Tiefe von 15 Meter, machen wir vor einem winzigen Felsen mit schreienden Möwen vor der Isola Tavolara. Neben uns ragten beim Tauchen die Wände des Felsens teilweise steil wie Mauern, umgeben von weiteren Felsbrocken, mitunter bewachsen, die dann Canyons bilden, in denen ab und an Mulden und Aushöhlungen zu entdecken sind.

Auf einigen dieser Steine wachsen kleine gelbe Korallen, und versteckt in einer Mulde hat sich ein Tintenfisch verschanzt, bewegt nur seine großen Augen. Ab und an entdeckt man einen der roten, allerdings auch „mageren“ Seesterne.

Gegen 15 Uhr sind wir wieder im Parkhotel von Porto Istana.

 

Samstag, 28. Juni 2008: Olbia  - Porto Rotondo

 

Unmittelbar vor unserem Hotel hält der Bus der Linie 5, fährt nach Olbia und weiter nach Porto Rotondo. Das wäre eigentlich eine ideale Busverbindung – würde sie denn etwas öfter als nur alle zwei Stunden verkehren. Und auch dieser Fahrplan ist, wie wir noch mitbekommen werden, mit Vorsicht zu genießen.

Bei der Anfahrt von Murta Maria wirkt Olbia zunächst wie eine Lagunenstadt, nett anzusehen mit seinen flachen, rotbraunen Häusern, und den größeren Schiffen, die – in einiger Entfernung – in den Hafen einlaufen.

Bei der Durchfahrt durch Olbia relativiert sich dieser Eindruck dann allerdings: Eigentlich wollen wir im Stadtzentrum aussteigen – doch etwas, was ein Stadtzentrum sein könnte, eine etwas geschäftigere Straße, ein etwas belebterer Platz, ist bei der Durchfahrt mit dem 5-er-Bus nicht zu erkennen.

Und ehe wir uns versehen, haben wir das, was dem Zentrum noch am nächsten kam, schon passiert, fahren durch die eintönigen Vororte – und entscheiden uns deshalb, gleich weiter bis zur Endstation, bis Porto Rotondo zu fahren.

Porto Rotondo, der südliche Ausläufer der Costa Smeralda, der „Smaragdküste“, vermittelt bereits eine Ahnung von dem, was im Zentrum dieser Küste der „Reichen und Schönen“ sein könnte.

Entlang der Hauptstraße bewegen sich die schicken Restaurants und Pizzerien zwar augenscheinlich noch auf dem „normalen“ gehobenen Niveau – aber dieses Niveau steigert sich dann, wenn die gekachelte, für Autos gesperrte Gasse zur Mole hinabläuft.

Auf dem Weg zum Hafen steht auch die skurrile Attraktion des Porto Rotonods: ein leicht geschwungener hölzerner Glockenturm, wohl der verspielte Luxus eines reich gewordenen, aber katholisch gebliebenen Hafenstädtchens.

Und zu diesem Reichtum dürften auch die unscheinbaren Cafés an dieser auf dem Boden mit Fischmustern versehenen Gasse beitragen: Vor einem kleinen Laden stehen nur einige Hocker und Tische, die Kellnerin fragt auch nur, ob man ssein Getränk mit oder ohne Alkohol haben möchte, bringt dann ungefragt einige Knabbereien – und für das nichtalkoholische Mixgetränk, das gut ein normale Milchshake mit Eis gewesen sein könnte, darf man dann seine zehn Euro entrichten.

Aber dafür ist man hier auch nur noch wenige Schritte vom Hafen entfernt, ein Hafen, in dem sich die einihe hundert Boote, die hier liegen, vielleicht nicht unbedingt an Größe, so doch aber an Mondänität gegenseitig zu übertreffen versuchen. Aus dem meist strahlenden Weiß allerdings besonders hervorstechend: eine Pracht-Yacht in dunklem Holz, fast könnte es Teakholz sein, mit dem ausgewiesenen Heimathafen Madeira.

Das Manko der Buslinie 5: Man kann sich nicht auf die Fahrpläne an den Haltestellen verlassen. Für uns heißt das jedenfalls: Gut eine Stunde müssen wir vergeblich warten, ehe wir die Rückfahrt nach Olbia antreten können.

Diesmal sind wir etwas schlauer, verlassen den Bus in einer der engeren Straßen mit den etwas älter wirkenden Häusern – sind aber weit davon entfernt, im „Stadtzentrum“ gelandet zu sein. Einheimische, die wir danach fragen, scheinen in dem Urteil, was denn nun Olbias Zentrum sei, auch unterschiedlicher Auffassung zu  sein, weisen uns jedenfalls in ganz unterschiedliche Richtungen.

Immerhin gibt es in der Nähe der alles andere als spaziergängerfreundlichen Hafenstraße einige ältere Gassen, entdecken wir in einer dieser Gassen sogar ein halb verfallenes, winziges Steinhaus mit zugemauerten Fenstern, eines von den Gebäuden, wie sie in vergangenen Jahrhunderten als einfache Wohnhäuser nicht unüblich waren – aber hier lässt sich nicht einmal einschätzen, ob es sich um ein nun denkmalgeschütztes Gebäude handelt oder einfach nur um eine Ruine, die abzureißen man vergessen hat.

Da die wenigen Geschäfte, die wir überhaupt sehen, auch noch geschlossen haben, fahren wir mit dem nächst erreichbaren Bus wieder zurück nach Porto Istana.

 

Sonntag, 29. Juni 2008: Parkhotel Porto Istana

 

Wir verbringen einen faulen Tag am Swimmingpool unseres Hotels.

 

Montag, 30. Juni 2008: Isola Tavolara – Capo Coda Cavallo – Cala Girgolu

 

Kristallklares, blaues Wasser: So gibt sich das Mittelmeer rund um den Marine-Schutzpark von Tavolara, den wir bei einem Bootsausflug – Preis: 70 Euro pro Person – durchkreuzen.

Schon kurz hinter der Ausfahrt von Porto Istana stechen die kleinen Felsinseln ins Auge mit ihren bizarr geformten Steinen, in denen man die eine oder andere Figur zu erkennen glaubt, Inseln, die vor allem den unzähligen Möwen, von denen es hier etliche Arten gibt, als Nistplätze dienen.

Die Isola Tavolara, die Hauptinsel dieses kleinen Archipels, liegt in einem feinen Dunst.  Dennoch erkennt man auch aus der Ferne die Antennenmasten, die diskret aus den Felsen herausragen, die Zeichen der Nato-Abhörstation, die sich auf Tavolara befinden.

Eine flache Landzunge schiebt sich von der Insel ins Wasser, ganz flach, aber mit einem Sandstrand, der eine ganze Reihe von Badegästen angelockt hat – und gleich an diese Landzunge schließt sich, unterhalb eines grün bewachsenen Hanges, die „Siedlung“ von Tavolara an. Die besteht allerdings nur aus einigen Wirtschaftsgebäuden – wobei allerdings am „Hafenbecken“ auch die Reste eines wohl früher recht eindrucksvollen, befestigten Bauwerkes zu erkennen sind.

Doch immerhin: nähert man sich der Isola Tavolara so von dieser Seite, glaubt man, man würde auf einer wahrhaft grünen Insel anlanden.

Aber dieser grüne und „urbane“ Flecken macht nur einen winzigen Bruchteil der Insel aus: Unmittelbar dahinter erhebt sich wieder der Fels, bei einer Umrundung von Tavolara hat man wieder den Eindruck eines gigantischen Schlachtschiffes, bestehend aus bräunlich-rotem und grauem Gestein, mit glatten Wänden – in die aber schon etliche Wunden, also Höhlen und Mulden, geschlagen wurden.

Am Capo Coda Cavallo legen wir einen Badestop ein: Der schmale Strand – Attraktion vor allem wegen seiner Aussicht auf den Marinepark von Tavolara und die Felsen – ist über weite Strecken allerdings ziemlich steinig. Wer hier schmerzfrei ins Wasser will, sollte doch besser Badeschuhe dabei haben.

Als nächstes laufen wir eine winzige Bucht bei Cala Girgolu an: Das ist eine der Buchten, die man vom Wasser aus als abgelegene, einsame Strandabschnitte wahrnimmt – die dann aber doch nicht so richtig einsam sind, auch, wenn man in unmittelbarer Nähe keine Siedlung entdecken kann.

Die Besonderheit dieser Bucht jedenfalls sind die Felsen, die sie umgeben: Eine herausragende Stele hat etwa die Form eines Phallus, ein anderer Felsen die Gestalt eines urzeitlichen Tieres – wobei der Kopf jedoch irgendwie auch an den „Lehrer Lempel“ der Wilhelm-Busch-Zeichnungen erinnert.

Auf dem Rückweg nach Porto Istana passieren wir noch das aus dem Wasser ragende Wrack eines hier gesunkenen japanischen Frachters, nun eines der Tauchziele der Region.

 

Dienstag, 1. Juli 2008: Arzachena (Nuraghe Albucciu) – Palau

 

Über Olbia fahren wir mit einem Leihwagen nach Norden, durch die Berge in Richtung der Costa Smeralda. Die Straße durch die Berge ist gut ausgebaut, allerdings auch voller scharfer und mitunter steiler Kurven.

Kurz vor der Ortschaft Arzachena befindet sich, gleich neben einem Restaurant, ein Informationsbüro, in dem man auch die Eintrittskarten zu den benachbarten Nuraghes, den bronzezeitlichen Tempeln und Steinbauten des Hirtenvolkes, das damals auf Sardinien lebte, kaufen kann.

Ein Feldweg führt von der Straße weg durch die Talebene von Arzachena, vorbei an vereinzelten Gehöften und Weinfeldern. Schließlich erreicht man ein Gatter mit geöffnetem Tor – die Markierung für das Tempelareal von Nuraghe Albucciu.

Der letzte Teil des Weges ist gewunden und steil: Schließlich geht es jetzt ja auch auf den Felsen hinauf – wobei dieser Felsen für die bronzezeitlichen Sarden womöglich der bedeutendste Teil dieses Tempels war. Denn auch, wenn die allerdings nur auf italienisch gehaltene Hinweistafel einen recht beachtlichen Tempelumriss zeigt, so sieht man am Endpunkt des Wanderweges doch nur die Reste einer eher kläglichen, aus Feldsteinen aufgetürmten Mauer. Diese Mauer hat wohl ursprünglich einen nicht all zu großen Raum an dieser Seite des Felsens umschlossen, ein Areal, auf dem es nun blüht und sprießt, sogar ein kleiner Baum wächst – ein idealer Ratsplatz mit Panoramablick auf das Tal im Schatten des mächtigen Felsens.

Vielleicht müsste man diesen Felsen noch umrunden, um auch die übrigen Teile des Tempels zu entdecken – doch dazu steht uns nun gerade in der Mittagsglut nicht wirklich der Sinn.

Statt dessen fahren wir durch Arzachena, eine eher unscheinbare Landgemeinde, die allerdings zum Hinterland der Costa Smeralda zählt, nach Palau, dem Fährhafen auf die vorgelagerte Insel La Maddalena und zum nahe gelegenen Korsika.

Es ist zwar gerade 15 Uhr, helllichter und drückend heißer Tag – aber wohl, weil es hier gerade geregnet hat, am Himmel noch einige vereinzelte dunkle Wolken zu sehen sind, leuchten hier die Straßenlaternen. Sparsamkeit zählt nicht zu den Tugenden der Costa-Smeralda-Orte.

Besonders geschäftig ist der Ort um diese Uhrzeit allerdings auch nicht: Am Hafen, von dem aus man bereits nach La Maddalena sieht, lassen sich nur wenige Leute blicken, und die meisten Geschäfte sind geschlossen, werden nach den Hinweisschildern erst gegen 17 Uhr wieder öffnen.

Vielleicht 200 Meter vom Hafen und seiner eleganten Hafenpromenade entfernt liegt um die recht beachtliche weiße Kirche herum das Zentrum des ursprünglichen Palau, bestehend aus maximal zweistöckigen Häusern mit schmucklosen Fassaden, einen kleinen Platz mit schmalen Gassen um die Kirche herum bildend, ein Platz für Fußgänger, denn die Autos sind von hier verbannt.

Hier nehmen wir noch einen Kaffee, fahren dann, weil wir nicht bis zur allgemeinen Geschäftsöffnung um 17 Uhr warten wollen, zurück nach Porto Istana, machen zuvor aber noch einen Stopp oberhalb von Palau, um das Panorama über die Bucht und den Archipel von Maddalena zu genießen..

 

Mittwoch, 2. Juli 2008: Budoni – Posada – Torpe – San Giovanni – Capo Comino – Orosei – Dorga – Cala Ganone – Grotta del Bue Marino

 

Etwa gegen 10 Uhr sind wir auf der Küstenstraße nach Süden: Der nächste größere Ort, durch den wir  hinter Porto San Paolo kommen, ist das Straßendorf Budoni. Zwar ist Budoni von seinen Ausmaßen und auch der Anlage her tatsächlich nicht viel mehr als ein Straßendorf, aber doch mit erheblichem Verkehr – und einer Geschäfts- und Restaurant-Dichte, die um einiges höher als die in Olbia ist. Budoni hat sich schließlich zum Versorgungszentrum der umliegenden Strände entwickelt.

Wir bleiben auf der Küstenstraße - und sehen schon bald den Hügel, auf dem das Städtchen Posada mit seinem Wehrturm, dem Castello della Fava, steht. Posada ist genau das, was man sich unter einem italienischen Bergstädtchen vorstellt: Die ersten Häuser stehen am Rande des Hügels, schmale, kurvenreiche Straßen schlängeln sich allmählich nach oben - und über allem thront der Wehrturm. Ein "Zentrum" hat Posada da natürlich nicht - das ist die "Hauptstraße", die schließlich an einem Parkplatz endet. Eine Treppe führt zu einer Aussichtsplattform, von der aus man über das Tal schaut, zwischen den Häusern geh ein Weg weiter nach oben zur Spitze des Berges, wo sich in der Mitte eines freien Feldes der viereckige Wehrturm erhebt. Allerdings: Unten vom Tal aus wirkt dieser Turm weit imposanter als aus der Nähe betrachtet.

Über Torpe, ein hübsches, verwinkeltes Landstädtchen, geht es an den Küstenort San Giovanni, eigentlich nicht mehr als einige Ferienhäuser und Cafés am Sandstrand, ein ummauerter Hafen für die nicht ganz so imposanten Yachten - und ein hervorragend erhaltener mittelalterlicher Wehrturm, rund, nicht einmal sehr groß, aber doch massiv, gedacht wohl auch eher zur Beobachtung heransegelnder Piraten denn zur langfristigen Verteidigung.

Weiter die Küstenstraße nach Süden folgend erreichen wir das Capo Comino, einen weitläufige, einsam gelegene Bucht mit weißem Sandstrand, einem kargen vorgelagerten Eiland und einigen Strandcafés. Trotz der einsamen Lage ist das Capo Comino nämlich ein recht beliebtes Ausflugsziel.

Orosei und Dorga, zwei Landstädtchen ähnlich wie Torpe, kommen wir nach Cala Gonone, ein Touristen- und Hafenstädtchen - wobei der Hafen hier vor allem den zahlreichen Ausflugsbooten vorbehalten ist. Schließlich liegt die Grotta del Bue Marino in unmittelbarer Nähe.

Rund 20 Minuten dauert die Fahrt mit dem Ausflugsboot die Felsküste entlang zur Grotta del Bue Marino. Immer wieder wird die Linie der Felsküste unterbrochen von winzigen Buchten mit Stränden, die offensichtlich alle recht gut besucht sind. Und: Immer wieder sind große Höhlen in der Küste zu sehen, sehr oft zwei oder drei unmittelbar nebeneinander - wobei man von der Fahrtstrecke des Ausflugsbootes auch nicht erkennen kann, wie weit diese Höhlen in den Fels hineinreichen.

Die Grotta del Bue Marino -  auch hier befinden sich scheinbar zwei Höhlen nebeneinander, wobei die eine Höhle aber nur eine zwar große, aber auch kurze Aushöhlung ist - unterscheidet sich zunächst nicht von diesen anderen Höhlen. Eine erste Ahnung von ihren Ausmaßen erhält man jedoch, wenn das Boot in die Höhle hineinfährt, hier wie in einem geschützten Hafen, der von außen auch kaum eingesehen werden kann, anlegt. 

Und dann geht es auf eine regelrechte Höhlenwanderung, vorbei an dem Wasserlauf, der der Grotte eine kühle, feuchte Luft gibt, durch die einzelnen Hallen dieser bestimmt mehrere hundert Meter langen Höhle, Hallen, die Namen wie "Saal der Orgelpfeifen", "Saal der Spiegel" oder, zur Erinnerung an die Meeressäuger, die hier einst lebten, "Saal der Robben" tragen.

Und während man bei dieser Höhlenwanderung über allerdings sorgfältig ausgebaute Steinwege die vom Boden aufziehende Kühle des Wassers spürt, fallen dem Besucher von der Höhlendecke nicht minder kühle Wassertropfen auf den Kopf. Was diese Tropfen im Laufe von wohl Jahrmillionen schaffen, sieht man an den mächtigen Stalagmiten, die das Bild in den unterirdischen Hallen bestimmen. Die Grotta del Bue Marino - eine Kette von natürlich gewachsenen unterirdischen Kathedralen!

Gut mehr als eine halbe Stunde dauert unser Aufenthalt in dieser unterirdischen Welt, dann geht es mit dem Boot wieder zurück nach Cala Gonone - von wo wir uns nun über die gut ausgebaute Insel-Autobahn wieder nach Porto Istano fahren.

 

Donnerstag, 3. Juli 2008: Porto Istano - Olbia

 

Pünktlich gegen 10 Uhr werden wir für unseren Transfer abgeholt, sind nach etwa 20 Minuten am Flughafen von Olbia - von wo aus wir gegen 12.30 Uhr den Rückflug antreten.

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