Albanien: Tirana, Balkan, Ionisches Meer und Adriaküste - Bucht von Saranda, Seite 5

Die Bucht von Saranda - Am "Blauen Auge", im antiken Butrint und der moderne Badeort Saranda am Ionischen Meer



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Eine Quelle mit Farbspiel

Klicke auf das BildAn der Straße nach Saranda führt eine schmale Piste an einem kleinen, mit Entengrütze bedeckten See vorbei, über eine Brücke, zu einem Parkplatz, der wie in einem Urwald zu liegen scheint. Von hier geht es zu Fuß weiter zum „Blauen Auge“. Der Weg dorthin führt am Fluss entlang, durch ein Gelände üppigster Vegetation, Heimat unzähliger Schmetterlinge.
Nach einem kurzen Marsch haben wir unser Ziel, das „Blaue Auge“ erreicht. Wir sind hier an einer Quelle, die ihren Namen dem Farbspiel des kristallklaren Wassers im Sonnenlicht verdankt. Das Wasser schießt aus einem unterirdischen Lauf aus dem Berg heraus in das Flussbett, bildet an dieser Stelle einen türkisblauen Kreis, der sich deutlich von der übrigen Wasseroberfläche abhebt.

Butrint, ein antikes Touristenzentrum

Die nächste Station ist das antike Butrint, gelegen an einer Ausbuchtung des Ionischen Meeres, Teil der Bucht von Saranda, mit Blick auf die vorgelagerten Inseln. Seine Lage machte das kleine von Griechen gegründete Butrint in römischer Zeit zu einem beliebten Ziel des antiken Tourismus, erfahren wir von unserem örtlichen Reiseleiter – und das in einem Maße, dass sich die Stadtverwaltung verzweifelt an den römischen Senat wandte mit der Bitte, er möge dafür sorgen, dass in Zukunft weniger Reisende kämen
Klicke auf das BildDas erste, was der heutige Besucher zu sehen bekommt, ist allerdings kein Relikt aus griechischer oder römischer Zeit, sondern ein zumindest von außen vollständig erhaltener venezianischer Wehrturm, von dem aus man die Bucht und die damalige Hafenanlange überwachen konnte. Von hier sind es dann nur noch wenige Schritte durch eine parkähnliche Anlage in das antike Zentrum.
Klicke auf das BildDessen Bild wird bestimmt von den Resten des griechischen Theaters. Innerhalb der Mauern des Baus haben sich Wasserlachen, Tümpel und kleine Seen gebildet, die nun von unterschiedlichen Schildkrötenarten bevölkert werden. Über dem Theater schließlich sieht man die Reste des Äskulap-Tempels, daneben die Fundamente und Mauern der römischen Thermen.
In unmittelbarer Nachbarschaft findet man dann das römische Forum, dazu das Gymnasium mit seinen fast gänzlich verwaschenen Mosaiken in den Nischen, ein Bau, der in der Spätantike schließlich als christliche Kirche genutzt wurde.
Klicke auf das BildDas Zusammenspiel von griechischen und römischen Bauten soll den besonderen archäologischen Reiz von Butrint ausmachen – doch das eigentlich imposanteste Überbleibsel stammt aus einer noch späteren, der frühchristlichen Periode: Die Basilika, Zeugnis dafür, dass das kleine Butrint sogar Sitz eines Bischofs war. Heute überragen die Mauern dieser Basilika alle anderen Überreste der antiken Stadt.
Zur Seeseite hin schützt eine Mauer die Stadt. Ungewöhnlich klein, für Wagen praktisch nicht passierbar: Das einstige Stadttor. Das wurde in der Spätphase der Stadt wohl noch extra verengt, Indiz dafür, dass sich Butrint schließlich des öfteren gegen Angreifer wehren musste.
Oberhalb des Grabungsfeldes, auf der höchsten Erhebung, liegt eine venezianische Festung, kein Original, aber ein doch authentisch wirkender Nachbau mit Blick über die Bucht, den nahe gelegenen Flusslauf, hinüber nach Griechenland.

Ein moderner Badeort

Klicke auf das BildDie Küstenstraße nach Saranda führt vorbei an den im Meer liegenden Zuchtstationen für Muscheln, an Aussichtspunkten, von denen man aus auf die vorgelagerten Inseln schaut, an Siedlungen mit meist neuen Ferienhäusern.
Saranda selbst schließlich wirkt wie eine völlig neue, gerade aus dem Boden gestampfte Stadt mit Hotels, Shoppingcentern, Restaurants. Vor dem Hafen liegt ein Kreuzfahrtschiff, an dem langen Sandstrand drängen sich die Badegäste. Saranda erweckt den Anschein eines Touristenzentrums aus der Retorte irgendwo am Mittelmeer – und ist wohl auch genau das: lebendig, nicht einmal ohne Charme, aber ohne ein eigenes spezifisches Charakteristikum.

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