Albanien: Tirana, Balkan, Ionisches Meer und Adriaküste - Tirana, Seite 1

Tirana - Vom Neuen Markt zum Skanderbeg-Platz in das Biloku und das Nationalmuseum



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Rund um den „Neuen Markt“

Tirana zeigt sich bei der Einfahrt wie eine Stadt aus der Zeit zwischen den Weltkriegen. Die meisten Gebäude sehen aus, als seien sie in den 1920er bzw. 1930er Jahren entstanden. Bauten erkennbar älteren Datums sind bei der Fahrt in die Innenstadt jedenfalls nicht zu entdecken.
Klicke auf das BildUnser Bummel durch Tiranas Zentrum beginnt am so genannten Neuen Markt. Neben dem Marktplatz erheben sich die Minarette einer – neuen – Moschee, an den Ständen der überdachten Halle wird vor allem Obst und Gemüse angeboten. Auch jetzt an einem Sonntagnachmittag herrscht hier ein relativ reger Betrieb; zumindest haben die meisten Stände geöffnet, und es sind vor allem Einheimische, die hier einkaufen. Die umliegenden Restaurants und Cafés hingegen werden fast ausschließlich von Touristen frequentiert.
Etwa 15 Fußminuten entfernt liegt der Skanderbeg-Platz, das eigentliche Zentrum von Albaniens Hauptstadt, ein weitläufiger Platz der Kolossalbauten und Sehenswürdigkeiten, umgeben von Regierungsgebäuden, aber nicht unbedingt ein Platz, der mit Restaurants und Geschäften zum Bummeln lädt.



Am Skanderbeg-Platz

Klicke auf das BildWir erreichen den Skanderbeg-Platz an dem weithin sichtbaren Uhrturm Kulla e Sahatit, ein guter Orientierungspunkt auf dem Weg zum Zentrum und früher wohl für lange Zeit Tiranas höchstes Bauwerk. Gleich daneben befindet sich die Et’hem-Bey-Moschee, eines der wenigen Gotteshäuser, die während der kommunistischen Diktatur nicht abgerissen wurden, jetzt als Museum dient, wegen Renovierungsarbeiten aber gerade geschlossen ist.
Klicke auf das BildEine Fußgängerzone führt an diversen Regierungsbauten vorbei vom Skanderbeg-Patz weg Richtung Promenade und einem geöffneten Museum, dem so genannten Bunkermuseum, untergebracht in einem der vielen kleinen kuppelartigen grauen Betonbauten, die unter der Herrschaft Enver Hoxhas zu tausenden überall im Land als vermeintliche Schutz- und Verteidigungspunkte errichtet wurden. Zum Museumseingang geht es einige Stufen abwärts, vorbei an den Bunkerwänden, an denen jetzt Fotos von Opfern der Diktatur hängen.


Relikte des „Sozialistischen Realismus“

Klicke auf das BildWir steuern den nächsten Punkt unseres Tirana-Rundganges an: die Kunstgalerie. Hinter dem eher unscheinbaren modernen Gebäude stehen nun die Hinterlassenschaften realsozialistischen Kulturverständnisses.
Die einsame Skulptur einer heroischen Partisanin schaut auf die hier endgelagerten Denkmäler von Lenin, Stalin und Enver Hoxha. Allerdings waren das eiserne Lenin-Denkmal und die Marmorbüste Enver Hoxhas dem Zahn der Zeit oder auch dem Vandalismus ausgesetzt.
Der Lenin-Figur fehlt nun der nach vorne weisende Arm und Enver Hoxha hat keine Nase mehr. Nur die beiden Stalin-Denkmäler scheinen den Wandel einigermaßen unbeschadet überstanden zu haben.
Das kann man von der „Pyramide“, dem einstigen Enver-Hoxha-Museum, so nicht sagen. Mit zahlreicher Graffiti versehen gammelt der von Enver Hoxhas Tochter, einer Architektin, errichtete eigenwillige Bau weitgehend unbeachtet vor sich hin.


Biloku - Vom Funktionärs- zum Party-Viertel

Auf dem Weg ins Biloku, in das einst abgeschirmte Blockviertel, dem angeblich luxuriösen Wohnviertel der hohen Partei- und Regierungsfunktionäre, passieren wir noch einen kleinen Park, wo neben einem der Klicke auf das Bildalten Betonbunker ein bunt bemaltes Stück der Berliner Mauer steht.
Ob Biloku, nun das In- und Party-Viertel, wovon nun am Nachmittag auch nicht viel zu merken ist, wirklich so luxuriös war, wie die Albaner heute sagen, muss aus westlicher Sicht aber doch relativiert werden. Der Privatbungalow Enver Hoxhas fällt mit seinen drei Stockwerken tatsächlich zwar recht groß aus, wirkt von seiner Bauweise jedoch eher einfallslos als pompös oder luxuriös. Und auch die durchaus ansehnlichen Wohnhäuser der Gegend hätten in westlichen Ländern der Welt zu ihrer Zeit allenfalls als gehobener sozialer Wohnungsbau gegolten.



Im Nationalmuseum

Klicke auf das BildSchließlich erreichen wir am Ende unseres Rundganges wieder den Skanderbeg-Platz, sehen Uhrturm und Moschee nun von der anderen Seite, davor noch das Reiterdenkmal des Nationalhelden Skanderbeg mit der albanischen Fahne davor, uns gegenüber das Opernhaus und das Gebäude des Nationalmuseums, in kommunistischer Zeit mit dem gewaltigen Mosaik einer allegorischen Abbildung der „Volksmassen“ versehen.
Im Museum selbst geht es aber wesentlich sachlicher zu. Die nachgestellte Szene vom Leben in einer Höhle erinnert daran, dass die albanischen Berge schon in der Steinzeit besiedelt waren. Auf drei Stockwerken führen die anderen Ausstellungsstücke dann durch die wechselvolle, aber meist kosmopolitische Geschichte dieses Landstrichs am Mittelmeer, gibt es Keramiken der verschiedenen Epochen zu sehen, Skulpturen aus griechischer und römischer Zeit, fehlen weder der Kopf des Apollo noch die Münzen aus der Zeit von Byzanz..



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