Thailand, Kambodscha: Reisebericht über eine Tour von Koh Chang im Golf von Siam mit seinen Nachbarinseln und Tauchplätzen zu den Tempelanlagen von Angkor Thom und Angkor Wat in Kambodscha

 realedition.de - Reiseberichte, Reisereportagen, skurrile Geschichten, Satiren, Numismatik

Forum Gästebuch Linkrotation Seite empfehlen Newsletter Downloadcenter Ausgewählte Links Impressum E-Mail

Thailand, Kambodscha: Von Koh Chang zum Tempel von Angkor Wat

Sie sind hier: Realedition.de > Reisen > Asien > Thailand, Kambodscha
Weitere Themen: Reisebilder und Postkarten Reisevideos Geschichten Satiren Numismatik Bücherstube Quiz

Detlefs Blog
Das virtuelle Tagebuch des Webmasters

Share |

free-website-translation.com
By free-website-translation.com

Weitere Thailand- und Kambodscha-Seiten im WWW:

Zu den Reisen nach Thailand
Thailand-Reisen bei Reisen.Realedition.de

Zu den Bildern aus Thailand
Thailand-Bilder als Postkarte oder zum Download bei Reisebilder.Realedition.de

Zu den Thailand-Videos
Thailand-Videos bei Reisevideos.Realedition.de


Thailand-Forum bei 
Realedition.de - Fragen und
Antworten zu Reisen in Thailand

Zu den thailändischen Münzen
Thailändische Münzen bei Numismatik.Realedition.de


Zum vierten Bild
Kambodscha-Reisen bei Reisen.Realedition.de

Zum sechsten Bild
Kambodscha-Bilder als Postkarte oder zum Download bei Reisebilder.Realedition.de

Zu den Kambodscha-Videos
Kambodscha-Videos bei Reisevideos.Realedition.de

Kambodscha-Forum bei 
Realedition.de - Fragen und
Antworten zu Reisen in Kambodscha

 

Zum ersten Bild Zum zweiten Bild Zum dritten Bild Zum vierten Bild
White Sand Beach - Koh Changs berühmtester Strand Ao Bang Bao, ein Fischerdorf im Süden von Koh Chang Die Allee von Angkor Thom, der alten Königsstadt Der Bayon-Tempel, der Haupttempel von Angkor Thom
Zum fünften Bild Zum sechsten Bild Zum siebten Bild Zum achten Bild
Der alte Königstempel von Angkor Thom Die Allee der Löwen und Dämonen - zu Angkor Wat Der mächtige Tempel von Angkor Wat Romantisches Koh Whai, Nachbarinsel von Koh Chang

Ein Kofferfisch, gesehen bei den Pinnacles vor Koh Chang 

Zum neunten Bild Zum zehnten Bild

Der Klong Pu-Wasserfall, einer der Wasserfälle von Koh Chang

Zum Betrachten der Fotos klicken Sie auf die Vorschaubilder

Reiseroute und beschriebene Orte: Thailand: Trat - Aranya Prathet - Koh Chang mit Ao Bang Bao - White Sand Beach - Dan Mai - Ao Phangnga Nationalpark; Tauchplätze und Koh Changs Nachbarinseln: Kho Khlum - Hin Rap - Hin Look Bat - Koh Maak - Koh Rung - Koh Thain - Koh Thong Lang - Pinnacles - Koh Yak - Song Dean - Koh Whai; Kambodscha: Poipet - Siem Reap - Angkor Thom - Angkor Wat - Kralanh - Sisophon

Reisebericht herunterladen Mehr Thailand- und Kambodscha-Bilder als Postkarte oder zum Download
Sehen Sie auch die Reisevideos von Koh Chang und Angkor Wat
Foren: Fragen und Antworten zu Reisen in Thailand Fragen und Antworten zu Reisen in Kambodscha

 

Haben auch Sie eine Webseite zum Thema Reisen ins Netz gestellt? Dann tragen Sie sich doch bitte in meinem Reisekatalog für alle Themen rund ums Reisen ein. Dazu können Sie sich auch gern in der allgemeinen Linkrotation eintragen, wo es auch um andere Themen geht. Fragen zum Thema dieser Webseite stellen Sie bitte nicht per E-Mail, sondern in meinem Forum.

Mehr Reisen suchen

Google

Samstag, 12. März 2005: Bangkok – Trat – Koh Chang

Es ist bereits kurz vor 17 Uhr Ortszeit, als wir – mit erheblicher Verspätung – auf dem Flughafen von Trat landen. Beim Anflug sieht man auf eine fast kurios anmutende Feld- und Wasserlandschaft, auf schnurgerade Kanäle, von denen nicht wirklich klar ist, ob sie Fischteiche oder Reisefelder voneinander trennen, aber offensichtlich doch Tümpel, die noch gar nicht so lange unter Wasser stehen können, weil in ihnen noch Bäume und Sträucher wachsen. Dazu sehen wir auf Wasserläufe, von denen eben so wenig klar ist, ob es sich nun um Flüsse oder Lagunen handelt. Wasser und Land gehen fließend ineinander über.

Schließlich der Flughafen von Trat: Man fühlt sich in eine Spielzeugwelt versetzt, in einen Flughafen wie aus einem Dagobert-Duck-Comic, mit einer einzigen Landebahn, einem Bodenpersonal, das uns auf dem Rollfeld gleich nach dem Ausstieg aus unserer grün angemalten alten Propeller-Maschine freundlich begrüßt, uns zu der „Bahn“ führt, wie sie normalerweise in Freizeitparks verkehren, die uns hier aber zur „Abfertigungshalle“, einem luftigen, aus Holz gebauten Pavillon transportiert.

Eine knappe Stunde hat der Flug von Bangkok nach Trat gedauert, das letzte Stück einer unter einem  unglückseligen Stern stehenden Anreise. Wegen Sturm über Frankfurt waren wir gestern mit fast zweistündiger von Berlin gestartet, hätten die Condor-Maschine um 14 Uhr nach Bangkok dennoch gerade noch erreicht – aber die hatte, weil die Crew aus Kuba zu spät kam, selbst über vier Stunden Verspätung. So kamen wir erst gegen 10 Uhr vormittags in Bangkok an – eine Stunde, nachdem unsere ursprünglich für Trat gebuchte Maschine schon gestartet war.

Doch so müde wir auch sind: Der erste Eindruck von Trat läst den Ärger vergessen. Von der Stadt selbst sehen wir auf dem Transfer zur Fährstation nach Koh Chang allerdings nichts – außer einem farbenfrohen buddhistischen Tempel gleich am Flughafen, die um Trat herum liegenden Gummibaumplantagen und einigen kleineren Farmersiedlungen. Auch die Fährstation, ebenfalls bestehend aus einigen kleineren Gebäuden, lässt nicht unbedingt auf die Nähe eines urbanen Zentrums schließen. Aber vom Festland aus sieht man wunderbar die dicht bewachsenen, grünen Berge von Koh Chang, nach Phuket immerhin die zweitgrößte Insel Thailands. Während wir auf die Insel übersetzen, verschwindet die Sonne rot leuchtend am Horizont.

Koh Changs Fährstation ist auch nicht aufregender als der Hafen auf der anderen Seite. Das einzige, was hier unter den Bretterbuden auffällt: Eine Busstation, an der groß steht, dass hier die Busse nach Kambodscha abfahren.

Die Straße führt gleich steil und kurvenreich in die Berge von Koh Chang – und nach einigen Minuten Fahrzeit sehen wir unter uns ein blühendes Städtchen, die Uferstraße entlang gezogen wie eine Western-Stadt. Wir passieren White Sand Beach, das touristische Zentrum von Koh Chang, ein Ort voller Boutiquen, Restaurants, Bars und unzähligen Hotelanlagen, die aber selbst wenigstens keine Betonburgen sind, sondern sich in Landschaft und Ort fast unauffällig einfügen.

Hinter diesem Ort lodert ein kleiner Waldbrand, gleich direkt an dem Waldstück entlang der Straße. Kleinere Feuer sieht man hier überall – ob das hier nun gelegt und vielleicht etwas außer Kontrolle geraten ist, ob es zufällig entstand, das lässt sich nicht sagen. Aber die Einheimischen nehmen das brennende Stück Wald kommentarlos hin, wie es ist.

Unsere Anlage, das Tropicana, liegt noch ein ganz schönes Stück weiter südlich, selbst schon im südlichen Teil der Insel. Es ist bereits 19 Uhr, als wir endlich in unserem Domizil einchecken können.

Sonntag, 13. März 2005: Hotel Tropicana (Kai Bae Beach) – White Sand Beach

Das Tropicana liegt am Kai Bae Beach, nur ein kleines Stück nördlich vom Lonely Beach, dem südlichsten Strand der Insel – und unmittelbar vor unserem Strandabschnitt blickt man auf eine Gruppe von sechs weiteren kleinen Inselchen. Bemerkenswert ist der Unterschied zwischen Ebbe und Flut: Bei Flut reicht das Wasser bis fast an die vordersten Gebäude unserer Bungalow-Anlage, einem wahren Labyrinth künstlicher Lagunen, in denen sich die Goldfische tummeln, bei Ebbe zieht sich das Wasser vielleicht zwei- bis dreihundert Meter weit zurück. Und: Das Meerwasser ist fast lauwarm.

Bevor wir uns jedoch an den Strand legen, fahren wir am Vormittag mit dem Taxi, kleinen Lastern, die ihre Fahrgäste auf den beiden Sitzbänken auf der hinteren offenen Ladefläche platzieren, noch einmal zum White Sand Beach. Denn in unserer Nachbarschaft ist zwar ein buddhistischer Tempel an der Hauptstraße und eine Elefanten-Trekking-Station zu finden, auf den ersten Blick aber weder eine Touren-Agentur, die auch geöffnet hätte noch eine Tauchbasis.

Die Fahrt mit dem Taxi kostet 30 Baht pro Person, also etwa 0,60 Euro.  Unser Weg führt nach Norden führt an einer weiteren Elefanten-Station vorbei, dazu an zwei Abzweigungen, die in den Dschungel auf den Bergen und, so die Hinweisschilder, zu den Wasserfällen der Insel führen.

Bei Tageslicht ist White Sand Beach nicht so beeindruckend wie in der Dunkelheit. Abgesehen von einigen größeren Hotelanlagen und einigen wenigen Häusern sind die meisten Gebäude aus Holz gebaut, die Straße wirkt verschlafen. Aber am Hauptplatz finden wir unsere Touren-Agentur, buchen zwei Tauchtage, dazu eine dreitägige Tour nach Angkor Wat in Kambodscha. Der Abstecher nach Kambodscha kostet inklusive der Visa und der Eintrittsgelder für die Tempelanlagen ganze 10.000 Baht pro Person, etwas weniger als 200 Euro.

Die Straßen sind deshalb so leer, weil sich das Leben schon am Vormittag am Strand abspielt. Der ist wirklich regelrecht weiß – und die Touristen tummeln sich hier beinahe wie in einem öffentlichen Strandbad.

Noch am späten Vormittag sind wir wieder im Tropicana, essen Mittag schließlich in der „Blue Lagoon“, einem kleinen Thai-Restaurant an der Lagune neben unserem Hotel. Die Ansammlung von kleinen Häusern hier wirkt wie ein Fischerdorf auf Stelzen, direkt ins Wasser gebaut.

Am Abend müssen wir dann noch einmal nach White Sands Beach, um in der Touren-Agentur nun unsere Anzahlung für die Tauchausflüge und den Kambodscha-Trip zu vervollständigen. Bei der Rückfahrt sehen wir wieder einen Waldbrand, diesmal etwas weiter oben in den Bergen. Die Funken sprühen wie bei einem Vulkanausbruch, aber die Einheimischen schenken dem einfach keine Beachtung.

Montag, 14. März 2005: Ao Bang Bao – Koh Khlum – Hin Rap – Hin Look Bat

Der Wagen von „Ploy Scuba Diving“ ist pünktlicher als erwartet: Um 8.45 Uhr sollen wir abgeholt werden, bereits eine Minute vor der Zeit klingelt in unserem Bungalow das Telefon. So präzise Zuverlässigkeit hatten wir nun wirklich nicht erwartet.

Die Fahrt nach Ao Bang Bao, das ehemalige Fischerdorf ganz im Süden der Insel, wo sich nun auch die Tauchbasis nicht nur von „Ploy Scuba Diving“ befindet, führt über eine Strecke, die um einiges hügeliger und steiler ist als das, was wir bereits zwischen dem Norden und unserer Anlage erlebt haben. Aber auch die Aussicht, die man von einigen der gerade genommenen Höhen auf die Küste nehmen kann, ist dafür um einiges imposanter. Und der Dschungel, der wieder bis gleich an die Straße reicht, erscheint noch undurchdringlicher als im Norden.

Vom Fischerdorf Ao Bang Bao hat sich allerdings auch nicht viel mehr als die bauliche Anlage erhalten: Eine in die Bucht führende Mole, links und rechts davon auf Stelzen ins Wasser gebaut die einzelnen Holzhäuser, nun aber überwiegend keine Fischerhütten mehr, die gibt es eben nur noch am „Ortsrand“, dafür aber Restaurant an Restaurant, Fischladen an Fischladen, wo in den Plastikbehältern Krebse, Lobster und Garnelen ihrem Ende in einem der Restaurants entgegensehen, eine Reihe von Andenkengeschäften und eben die Tauchbasen.

Mit dem Speedboot steuert unsere Tauchergruppe nun zunächst die südlich vorgelagerte Insel Kho Khlum an, eine wohl gar nicht mal so kleine Insel mit einem hohen unter Dschungelbewuchs liegenden Berg und einem malerischen Sandstrand, aber mehr als dieser vielleicht hundert Meter lange Strandstreifen öffnet sich dem Besucher nicht. Die sich an den Strand anschließenden Berge sind zu steil, der Wald zu dicht – und links und rechts vom Strand versperren massive Felsen jedem, der eine Inselumrundung machen möchte, den Weg. Das ist der Strand, an dem geschnorchelt wird und an dem man, von den Rauchplätzen außerhalb kommend, das Mittagessen nimmt.

Unser erster Tauchplatz nennt sich Hin Rap und wird durch zwei winzige Felsinselchen mitten im Meer markiert. Normalerweise sollen sich hier in sechs bis sieben Meter Tiefe Schildkröten aufhalten, die eigentliche Attraktion dieses Tauchplatzes.

Unter Wasser erschließt sich uns nun eine Felslandschaft, in der auf den einzelnen Felsbrocken Korallen in Trichterform hochgewachsen, oben geöffnet, teilweise mit Rundungen um den Bauch, so, als lägen hier tönerne Amphoren aus einem antiken Wrack. Dazu machen sich überall knallbunte Seeanemonen breit, die in ihrer fast schon übertriebenen Farbenpracht an kleine Plüschtiere erinnern. In einiger Entfernung kreuzt ein armlanger Sniper unseren Weg, zum Schluss begegnen wir noch einem kleineren Kofferfisch. Nur die Schildkröten bekommen wir heute nicht zu Gesicht.

Unser zweiter Tauchgang – nach dem Mittagessen am Strand von Koh Khlum – führt uns zum Hin Look Bat. Diesmal ist es nicht mehr als ein einzelner aus dem Wasser ragender Stein, nicht einmal mehr als Eiland zu bezeichnen, der den Tauchplatz markiert.

Bis auf 14 Meter Tiefe gehen wir hinunter, in einen regelrechten Korallengarten, in dem momentan aber das vorbeiströmende Plankton uns mitunter nicht viel mehr als zwei Meter Sicht gewährt. Erst gegen Ende des Tauchganges klart die Sicht auf und schließlich entdecken wir, neben diversen Schwärmen kleiner Fische, auch zwei Muränen.

Etwa gegen 16 Uhr fahren wir wieder von Ao Bang Bao zurück ins Tropicana. Der letzte Eindruck von Ao Bang Bao: Auch, wenn das Fischerdorf zum Touristenörtchen geworden ist – einige der einheimischen Bräuche haben das überlebt. Neben dem Parkplatz läuft gerade ein Hahnenkampf. Zwar gibt es nicht viele, ausschließlich männliche. Zuschauer, abe3r die feuern die beiden Streithähne doch leidenschaftlich an.

Dienstag, 15. März 2005: Ao Bang Bao – Koh Maak – Koh Rung (Ko Rang) – Koh Thain  - Koh Thong Lang

In der Nacht hat es geregnet, am Morgen überrascht uns ein erneuter Regenschauer beim Frühstück. Auch, wenn das am Tag der einzige Regenguss bleiben wird, ist es doch den ganzen Tag über bewölkt – und auf dem Meer werden wir einen starken Wellengang haben, der die Tour mit dem Speedboot teilweise als Achterbahnfahrt erscheinen lässt.

Kurz vor neun Uhr werden wir vom Wagen der Tauchbasis abgeholt, fahren dann wieder nach Ao Bang Bao, lassen auf unserem Kurs Richtung Koh Maak die Boote der Krabbenfischer rasch hinter uns, erreichen nach etwa 40 Minuten auf und ab über den Wellen die ausufernde Inselwelt von Koh Maak, einer der größeren und bewohnten „Trabanteninseln“ von Koh Chang.

Man sieht bei der Anfahrt an die verhältnismäßig flache Insel einige kleine, weiße Sandstrände, ab und an einfache Siedlungen aus Holzhütten direkt am Ufer, und schließlich biegen wir in einen künstlich angelegten Kanal, der zur Anlegestelle des Panorama Resort führt, wo wir noch einige Taucher abholen. Am Abend, so erzählen die Divemaster, würden die Babyhaie in diesen Kanal bis an die Anlegestelle kommen. Vielleicht ist das aber auch nur Taucherlatein...

Unsere heutigen Tauchgründe liegen um die Insel Koh Rung (nach der Schreibweise der thailändischen Touristenkarte; im Thailand-Reiseführer von Richard Döring heißt die Insel Ko Rang), ein Revier, dass sich die Boote der Taucher mit einer ganzen Anzahl von Fischerbooten teilen.

Der erste Tauchplatz liegt an der winzigen Felsinsel Koh Thain, ein Tauchplatz von maximal 26 Metern Tiefe, wobei man die Felsinsel aber etwa in 14 Metern Tiefe umrundet, ein Tauchgang, der in 50 Minuten bequem zu bewältigen ist.

Unser Abstieg beginnt über einem schmucken Korallengarten, in dem ich zumindest eine Muräne entdecke, überqueren aber schon kurz danach eine Felslandschaft, die teilweise fast schon an eine Steinwüste erinnert. Einige einzelne Korallenschnüre treiben in der Strömung, der Boden ist von Seeigeln übersät. In einer großen, bereits abgestorbenen Muschel hat ein kleiner dunkler Fisch einen wohl sicheren Unterschlupf gefunden. In vielleicht zehn Metern Entfernung kreuzt ein Sniper als der einzige größere Fisch dieses Tauchganges unsere Route.

Am Strand von Koh Rung halten wir unsere Mittagspause. Der Strandabschnitt ist vielleicht knapp hundert Meter lang, keine zehn Meter breit, dahinter beginnt bereits der Dschungel – und bewohnt von zahlreichen Krebsen, die Muschelschalen als ihre Häuser durch den Sand spazieren tragen. Herrlich aber die Aussicht aufs Meer, wo sich eine ganze Inselwelt ausbreitet, eine Welt von verwunschenen paradiesischen Flecken, wozu dieses Stück Strand aber selbst auch gehört.

Der zweite Tauchplatz Koh Thong Lang liegt nur wenige hundert Meter von unserem ersten Tauchplatz entfernt – und bietet doch eine völlig andere Unterwasserwelt. Zwischen fünf und sieben Metern Tiefe bilden die bunten Korallen – Weichkorallen, Fächerkorallen und wieder eine Unmenge von Trichterkorallen – eine eigene Landschaft mit Bergen und Schluchten, eine Heimat für Papageien- und Lippenfische, und selbst einen kleinen Rochen entdecken wir flach am Boden liegend. Ungewöhnlich scheint mir auch die Vielzahl großer Muscheln, teils am Boden, teils wie fest verwachsen an den Korallen, die ihre Schalen fast schon bedrohlich öffnen und schließen.

Es ist schon nach 16 Uhr, als wir wieder nach unruhiger Heimfahrt in Ao Bang Bao wieder festen Boden unter uns spüren – wobei der „feste Boden“ hier zunächst auch nur den Holzboden der Stelzenhäuser meint. Aber immerhin: Es schwankt nicht mehr!

Mittwoch, 16. März 2005: Ao Bang Bao

Am Vormittag fahren wir nach White Sand Beach, um unsere Passbilder für das kambodschanische Visum machen zu lassen, sowie etwas Geld zu tauschen, sind über Mittag dann am Pool des Hotels – und fahren gegen 16 Uhr mit dem Sammeltaxi nach Ao Bang Bao, um das Örtchen einmal genauer zu sehen. Auf der Hinfahrt zahlen wir 75 Baht pro Person, abends gegen 20 Uhr für die Rückfahrt dann allerdings schon 100 Baht.

Ao Bang Bao ist wirklich nicht viel mehr als die vielleicht zwei- bis dreihundert Meter lange in die Bucht laufende Mole, an deren Spitze nun die Boote festgemacht haben. Zwar läuft gerade, als wir den „Hafen“ erreicht haben, ein kleineres Fischerboot ein – aber an der Mole selbst machen nur die Schiffe für Schnorchel- und Tauchausflüge fest. Lediglich einige Angler versuchen von der Mole aus ihr Glück – ansonsten hat das Treiben zumindest hier mit dem Original-Fischerdorf nichts mehr zu tun.

Auch die Häuser links und rechts der Mole sind – abgesehen von der Gesundheitsstation – dem Tourismus geweiht: Vor allem als Fischrestaurants und als Tauchbasen. Aber immerhin: Sitzt man in einem dieser Restaurants am Wasser, mit Blick auf die etwas weiter ab liegenden, ebenfalls auf Stelzen stehenden kleinen Hütten im Wasser, auf die davor liegenden kleineren Boote, so hat sich das Ambiente des weltabgeschiedenen Fischerdorfes zumindest teilweise erhalten. 

Donnerstag, 17. März 2005: Koh Chang – Trat – Aranya Prathet – Kambodscha: Poipet – Siem Reap

Es ist noch nicht ganz sieben Uhr früh, als unser Minibus bereits vor dem Tropicana auf uns wartet. Mit uns fahren zwei Israelis, die von Trat über Bangkok nach Hause fliegen wollen; in  White Sand Beach holen wir noch eine Dänin ab, die wie wir bei Sab Sunya Tour einen „All-Inclusive“-Trip nach Angkor Wat gebucht hat, allerdings nur für zwei Tage, dazu einen Schweden, der lediglich den Transfer nach Kambodscha hat, sich dort dann auf eigene Faust bewegen will.

Von Trat aus geht es nun nach Norden, bis wir schließlich das Grenzgebiet erreichen. Doch wie fern die eigentliche Grenze dabei noch immer ist, können wir nicht einmal erahnen. Das Land links und rechts der Straße wird eingenommen von landwirtschaftlich genutzten Flächen, womöglich Weideland, aber vom Dschungel sind kaum einmal mehr Reste geblieben. Regelmäßig passieren wir nun Polizeiposten, die sich für uns aber lediglich durch die durch Tonnen markierten Fahrbahnverengungen bemerkbar machen. Kontrolliert werden wir nicht.

In Aranya Prathet, der thailändischen Grenzstadt, bekommen wir unser Visum. Dafür stoppen wir an einem Gebäude, das der Beschriftung nach zum einen eine Zweigstelle des kambodschanischen Generalkonsulats ist, zum anderen aber auch ein Fotostudio für die Passfotos, wovon man eines für das Visum braucht und schließlich auch noch eine Tourenagentur. Auf dem hinteren Teil des Geländes befindet sich ein weiteres Gebäude, das sich als Niederlassung der Journalisten- und Reporterorganisation dieser Provinz ausweist.

Der Chef der Station und wohl auch der Eigentümer des ganzen Geländes erzählt von sich, er stamme aus dem Norden des Landes, lebe seit 32 Jahren aber schon in dieser Region und habe früher als Kameramann für ABC gearbeitet. Ich biete ihm eine Zigarette an, aber lehnt dankend ab, weil er nicht rauche. Er würde nur Heroin spritzen, sagt er und lacht dabei, als hätte er gerade einen herausragenden Witz gerissen. Ein Händler, der auf die plumpe Tour potenzielle Kunden ködert? Oder ein Polizeispitzel? Oder einfach nur ein Witzbold auf der unteren Skala des Humors?

Jedenfalls versucht er von der Dänin noch etwas Geld herauszuschlagen. Da sie ja schon morgen zurück fahre und da sein einziger Fahrgast sei, würde das Geld, das er für ihren Transport von der Agentur bekommen habe, nicht einmal seine Unkosten decken. Da müsse sie schon noch etwas dazu zahlen. Die Dänin argumentiert, dass sie doch schon bezahlt habe, telefoniert mit ihrer Agentur auf Koh Chang, aber eine richtige Klärung der Angelegenheit gibt es nicht. Morgen werde man dann weiter sehen...

Wir wechseln nun den Wagen, fahren an einem größeren Tempelkomplex vorbei, erreichen gleich daneben einen nicht minder großen Markt mit Einkaufszentrum. Das ist die thailändische Seite der Grenze. Dutzende von Lastwagen stehen hier im Stau – und irgendwie ist es nicht klar, ob sie hier auf ihren Grenzübertritt warten oder darauf, ihre Ladung auf dem Markt los werden zu können.

Wir verlasen unseren Wagen, laufen die letzten Schritte zum Grenzgebäude der thailändischen Polizei, wo die Formalitäten schnell erledigt sind, werden nun von neuen Guides zum kambodschanischen Grenzgebäude geschleust. Auf diesem Stück zwischen den beiden Grenzkontrollen heißt es: Auf die Taschen aufgepasst! Ein vielleicht achtjähriger Junge bettelt mich an, will, dass ich ihm einen Geldschein in seine Mütze lege, die er vor sich hält, ganz dicht an mich heran, wird aber von einem unserer Guides weg gescheucht. Nun merke ich, dass der Reißverschluss meiner Bauchtasche schon halb geöffnet war. Zum Glück fehlt aber nichts.

Von der kambodschanischen Seite aus ziehen Männer Handkarren zur Grenze, nicht nur mit Waren, sondern auch mit Passagieren beladen. Diese Form von Kuli-Arbeit sieht man in Thailand jedenfalls nicht.

Auch auf kambodschanischer Seite sind die Formalitäten schnell erledigt – und gleich hinter der Grenze stehen wir auf dem wohl belebtsten Platz von Poipet, ein Kreisverkehr, mit einer Buddha-Statue in der Mitte, darum herum 3einige größere Gebäude, eines davon, gleich hinter dem Grenzgebäude, ein neues Hotel. Man sieht eine ganze Reihe von Baustellen, und an einigen wird auch an etwas höheren Häusern, vielleicht mit fünf oder sechs Stockwerken, gearbeitet.

Unsere Guides bringen uns jetzt zu der Travel-Agentur die uns zu unserm Hotel in Siem Reap, dem Monarch Angkor Hotel, bringen soll. Die Agentur ist untergebracht in einem Gebäude, das aus der französischen Kolonialzeit stammen könnte, vielleicht einem ehemaligen Hotel mit großzügiger Lobby und bunt bemaltem Stuck an der Decke, nun aber mit allmählich ergrauenden Wänden. Nur: Es geht nicht weiter. Es ist bereits nach ein Uhr, wir liegen bereits hinter unserem Zeitplan, nach dem wir bereits gegen 16 Uhr in Siem Reap in unserem Hotel sein sollen, und nun heißt es, der Bus würde frühestens um 15 Uhr weiter fahren, weil die Agentur noch auf weitere Passagiere warte. Außerdem habe ihn die thailändische Agentur nur dafür bezahlt, dass er uns nach Siem Reap bringe, wie wir von dort in das Hotel kämen, wäre unsere Sache. Nach seinem Wissen seien auch gar keine Hotels vorgebucht, meint der Mann von der kambodschanischen Agentur.

Die Dänin hat genug von ihrem Kambodscha-Trip, will nur noch nach Thailand zurück – und kauft für 1600 Baht von dem Agentur-Chef einen angeblichen Fahrschein, mit dem sie angeblich bis nach Koh Chang kommen soll. Koh Chang ist als Fahrziel auf diesem angeblichen Ticket allerdings nirgendwo angegeben: Das schreibt er selbst per Hand hinzu.

Gegen 15 Uhr besteigen wir nun – mit doch mulmigen Gefühl, was uns denn wohl erwartet – den ziemlich Bus, der bis auf den letzten Platz mit europäischen und amerikanischen Passagieren sowie mit Gepäck gefüllt ist.

Eigentlich hatte ich links und rechts der Straße außerhalb der Städte und Ortschaften vor allem Dschungel erwartet. Doch davon gibt es nicht einmal eine Spur. Soweit das Auge reicht sieht wieder wie auf der thailändischen Seite auf Felder, die hetzt in der Trockenzeit geradezu ausgedörrt sind. Doch merkwürdig: Ab und zu stehen einige armselige Holzhütten am Rand der Straße, doch richtige größere Dörfer scheint es hier nicht zu geben. Ich werde den beklemmenden Eindruck nicht los, dass das Teile der Killing Fields der Roten Khmer sein könnten, von Hunderttausenden Zwangsarbeitern gerodeter Dschungel und nun zur Versteppung preis gegebenes Land.

Die Straße jedenfalls ist nur streckenweise mit Asphalt belegt, überwiegend nicht mehr, als eine schlaglochreiche Staub- und Geröllpiste, unterbrochen ab und an von einer gewagten Brückenkonstruktion über ausgetrocknete Fluss- oder Bachläufe.

Für eine knappe Stunde machen wir Rast an einem Restaurant, dass doch ziemlich einsam hinter Sisophon steht. Bis Siem Reap sind es nun noch rund hundert Kilometer.

Doch je mehr wir uns Siem Reap nähern, desto grüner wird die Landschaft, und schließlich passieren wir auch einige Dörfer, die beinahe im Dschungel zu liegen scheinen. Die Dörfer bestehen fast ausschließlich aus einfachen Holzhütten, auf Stelzen stehend, vor den meisten Hütten ein Brunnen oder ein Wasserloch. Die sich wüst von den Masten verteilenden Stromleitungen, die man in Koh Chang aber bei jeder Ansammlung auch der bescheidensten Häuser sieht – die fehlen hier gänzlich.

Gegen 20 Uhr erreichen wir über die – nun gepflasterte – Straße mit großen, hell erleuchteten Hotelbauten Siem Reap. Hier gibt es Massagesalons, Restaurants, große Geschäfte – alle3s hell erleuchtet. Für jemanden, der aus den wenige Kilometer entfernten Dörfern kommt, muss das hier eine andere Welt sein.

Unser Bus bringt allerdings tatsächlich nur zu einem Traveller-Hotel ziemlich in der Mitte der  Stadt. Wir müssen uns nun doch ein Taxi, hier ein Tuk-Tuk – nehmen, das uns allerdings auch zu einem falschen Hotel bringt, einem durchaus luxuriösen Palast, der allerdings nur so ähnlich wie unser gebuchtes Hotel heißt. Die Hotel-Chefin überlässt uns für fünf Dollar ihren Wagen und ihren Fahrer – und gegen neun Uhr können wir endlich in unserem gebuchten Hotel einchecken.

Schließlich werden wir auch noch von zwei Vertretern unserer hiesigen Tourenagentur zu einem – verspäteten – Abendessen in ein Restaurant gefahren. Unser Aufenthalt in Siem Reap und Angkor Wat verspricht erfreulicher als unsere Anreise zu verlaufen.

Freitag, 18. März 2005: Angkor: Angkor Thom – Angkor Wat

Die von den Gästen des Monarch Angkor bestaunte Besonderheit des Hotels: In einem Bassin hinter dem Eingangsgebäude schwimmen zwei so genannte Drachenfische, der kleinere vielleicht 1,5, der größere knapp zwei Meter lang, von der Statur her ähnlich wie Welse. Einen glücklichen Eindruck machen die beiden imposanten Fische in ihrem viel zu kleinen und extrem flachen Gefängnis allerdings nicht.

Um acht Uhr werden wir von dem Fahrer, der uns gestern schon zum Abendessen gebracht hat und unserem neuen Guide abgeholt. Unser Führer durch die Anlagen von Angkor heißt Loeong Sovann (E-Mail: leoung_sovann@yahoo.com), ist 36 Jahre alt, verheiratet. Seine Kindheit verbrachte er während des Indochinakrieges und der Herrschaft der Roten Khmer, als seine Eltern mit ihm aus der Stadt aufs Land geflohen sind. In dieser Zeit, so bereichtet er, sei in Kambodscha, das einst wohlhabender als Thailand gewesen wäre, alles zerstört worden – von den amerikanischen Bomben, von den Roten Khmer und auch von den Vietnamesen. Auf Kambodscha, so Leoung, seien schließlich sogar mehr amerikanische Bomben als auf Vietnam gefallen.

Als er dem Dorf, in das er geflohen war, nach Siem Reap gekommen sei, so berichtet Loeong weiter, sei das eine Reise von zwei Tagen gewesen; befahrbare Straßen habe es damals nicht mehr gegeben, Siem Reap war vollständig zerstört, ältere Häuser sieht man hier wirklich nicht, und als in den neunziger Jahren dann die ersten Touristen kamen, seien lediglich zwei Tempel zur Besichtigung frei gegeben gewesen. Bei den anderen Tempeln suchte man noch nach den versteckten Landminen. Bei unserer Tour durch Angkor werden wir dann noch Opfer dieser Landminen treffen: Verstümmelte, blinde Musikanten, die zum Überleben auf die Spenden der Tempelbesucher angewiesen sind. 

Angesichts des Ausmaßes dieser noch gar nicht so lange zurück liegender Zerstörungen ist Siem Reap eine geradezu blühende Stadt. Auf unserem Weg nach Angkor passieren wir nicht nur Hotels fast aller großen internationalen Ketten, sondern etwa auch ein großes modernes Krankenhaus, in dem gerade ein internationaler Medizinerkongress tagt.

Gleich am Stadtrand, noch ein gutes Stück von Angkor entfernt, beginnt wieder das ländliche Dorfleben. Zwar leben die Menschen, wie man beim Vorbeifahren sieht, hier in diesem Dorf auch von den Schnitzereien und Figuren, die den Touristen als Andenken verkauft werden, aber von seiner Art und Weise unterscheidet es sich doch nicht von den anderen Dörfern. Selbst stabilere Holzhäuser bilden unter den armseligen Hütten die Ausnahme, zu jedem kleineren Gehöft gehört ein Brunnen oder manchmal auch nur ein einfaches Wasserloch, mitunter sieht man ein dickes Schwein zwischen den Stelzen der Häuser herumlaufen.

Und in einiger Entfernung sieht man nun auch drei aus der Ebene hervorragende Steinbauten: Die drei Türme des Tempels von Angkor Wat. Unser Weg durch die Anlagen des antiken Angkor beginnt auch an diesem Kolossalbau, umgeben von einem See oder umgeleiteten und begradigten Fluss. Doch wir lassen jetzt noch den Tempel von Angkor Wat links liegen, fahren weiter zur alten Königsstadt Angkor Thom.

Vielleicht hundert Meter lang ist die mit großen Steinen bepflasterte Straße, auf der linken Seite die Dämonenfiguren, auf der rechten Seite die Statuen der „Nagas“, der Schutzgötter, die zu dem mächtigen Eingangstor der alten Königsstadt, Regierungssitz des mächtigen Reiches von Angkor, führt. Von hier aus herrschte der König von Angkor im 12. Jahrhundert fast über das gesamte Indochina. Allerdings, so erklärt Loeong, war Angkor Thom eben keine Stadt im europäischen Sinn, sondern einzig der Sitz des Königs, der hier mit seinen Ministern lebte, geschützt von der Armee, die die dicken Mauern der Anlage bewachte. Das Volk lebte außerhalb dieser Mauern in Häusern aus Holz – denn Stein war für die Häuser der Gottheiten vorbehalten.

Auch an dem Eingangstor hat sich die Detailverliebtheit der Erbauer von Angkor erhalten. Bis auf den letzten Zentimeter sind die Steine mit Reliefs geschmückt, die von der hinduistischen Götterwelt erzählen. Dabei waren die Erbauer von Angkor allerdings bereits Buddhisten.

Der Bayon-Tempel, unser nächstes Ziel, war der Haupttempel des Komplexes von Angkor Thom, ein Tempel, der es sicher mit den großen Tempeln auf Java oder in Indien aufnehmen kann – und der doch nur ein Vorgeschmack auf Angkor Wat selbst ist. Auch hier vermischt sich wieder das Imposante mit dem Detail, die monumentale Anlage mit ihren herausragenden Türmen mit den Reliefs, die hier vor allem dem Affengott Hanuman gewidmet sind, von seinem Kampf mit der Armee der Dämonen erzählen.

Von hier geht es weiter zur Terrasse der Elefanten, dem einstigen Zeremonienplatz, und dann zu einem wahren Kleinod unter den Anlagen von Angkor, zum ehemaligen Königstempel, im Vergleich zu den anderen ein eher kleiner Bau, aber unvergleichlich, weil nirgends wie hier in dieser – am wenigsten erhaltenen – Anlage Natur und Kultur ineinander verschmelzen, man sieht, wie der Dschungel sich sein Reich vom Menschen zurück erobert. Auf den Mauern des Königstempels wie auf seinen Türmen wachsen die Bäume des Urwaldes, haben ihre Wurzeln in das Mauerwerk geschlagen, halten es an der einen Stelle zusammen, bringen es an der anderen Stelle dagegen zum Einsturz.

In einem der besseren Restaurants der Stadt nehmen wir unseren Lunch, fahren dann für die Mittagspause von gut einer Stunde zurück ins Hotel. Trotz der glühenden Mittagshitze ist die Stadt noch immer ziemlich lebhaft, und selbst auf dem Markt herrscht voller Betrieb. Eine ausgiebige Mittagspause, wie sie in anderen tropischen Städten durchaus üblich sind, kann sich Siem Reap offensichtlich noch nicht leisten.

Etwa gegen 15 Uhr fahren wir wieder hinaus nach Angkor, vorbei am Banteay Srey-Tempel, einer der ältesten Tempel dieses Komplexes, besuchen dann den Ta Prom-Tempel, treffen auch hier wieder wie schon in den anderen Tempeln auf etliche buddhistische Mönche in ihren orangenen Kutten. Neben den Touristen – noch lange nicht in solchen Scharen vertreten wie an den ägyptischen Pyramiden, aber doch so viele, dass man nirgends wirklich allein ist – sind es auch die Mönche, die von ihren alten Heiligtümern wieder Besitz ergreifen. In allen Tempeln werden auch Räucherstäbchen für die Opferstöcke verkauft, sieht man Menschen vor den – mitunter zerstörten – Buddha-Statuen beten.

Auf unserer Weiterfahrt nach Angkor Wat entdecken wir am Straßenrand schließlich auch eine zahlenmäßig allerdings nicht sehr starke Affenhorde. Am Nachmittag, so hatte Loeong vorausgesagt, würden die Affen aus dem Wald hervorkommen, um die Touristen anzubetteln.

Und dann Angkor Wat! Das ist keine Brücke, das ist eine aus mächtigen Steinquadern gebaute Allee, die über das Wasser zur Außenmauer der Anlage führt, und diese Steine, sagt Loeong, sind es auch, die Angkor Wat zum achten Weltwunder machen, erreichtet zu Beginn des 12. Jahrhunderts in etwas mehr als 30 Jahren Bauzeit. 800.000 Menschen sollen unmittelbar beteiligt gewesen sein, aber beschäftigt haben muss dieser Bau noch viel mehr. Denn es sind etliche Millionen von Steinquadern, die aus mindestens 80 Kilometer Entfernung hierher geschleppt wurden, jeder einzelne von ihnen hier dann millimetergenau bearbeitet. Eine Meisterleistung der Logistik zu einer Zeit, als in Europa ein Dom das höchste Meisterwerk an Baukunst darstellte.

Steht man dann im Eingangstor zur Anlage von Angkor War, fällt zusätzlich die absolute Symmetrie der Architektur auf. Die Allee ist schnurgerade auf das Zentrum, auf den mittleren Turm ausgerichtet, nirgends gibt es auch nur die geringste Abweichung von dieser Symmetrie.

Der Turm auf der Außenmauer weicht davon nun allerdings ab, ist oben schlichtweg abgebrochen. Als die Thai die Khmer besiegt hatten, wollte der König von Thailand wenigstens einen Teil des Tempels von Angkor Wat nach Bangkok schaffen lassen, erzählt unser Guide. Aber die thailändischen Soldaten hätten eben nur dieses kleine Stück vom Eingangsturm abschlagen können und nach zwei Monaten mühsamen Transportes, bei dem sie kaum vorwärts gekommen wären, hätten sie es aufgegeben, auch nur dieses kleine Teilstück als Siegestrophäe nach Hause zu bringen. Deshalb habe man im Bangkoker Tempel Wat Pra Keo einfach ein kleines Modell von Angkor Wat angefertigt. 

Von der Außenmauer bis zum eigentlichen Tempelbau sind es noch einmal vielleicht 200 Meter, doch bevor wir den Tempel betreten, gehen wir zur linken Seite der Anlage, wo sich die drei Türme in einem weiteren See spiegeln. Hier seht man den Tempel doppelt.

Als erstes kommt man, wenn man denn den Tempel selbst betritt, in die Große Galerie, eine den Tempel umgebende Halle, deren Innenwand ganz und gar von Reliefs bedeckt ist. Auch hier wird wieder die Geschichte des Affenkriegers Hanuman und seines Kampfes gegen die Armee der Dämonen erzählt, bis auf die Kleidung der Soldaten absolut detaillierte Schlachtgemälde auf Hunderten von Metern. Und die Hallen erlebten auch den realen Krieg. An einer Stelle zeigt uns Loeong das Einschussloch, dass eine Gewehrkugel in der Galerie hinterlassen hat. Das Blei steckt immer noch im Gestein und soll dort wohl auch für alle Zeiten bleiben.

Präziser kann man nicht arbeiten. Wir sehen eine Säule mit feinen Ornamenten, auf der ganzen Höhe die einzelnen Darstellungen fein aufeinander abgestimmt, aber das ist nicht ein Stein, hier wurden drei Steine so genau aufeinander gesetzt, dass man nur bei genauestem Hinsehen die hauchdünnen Fugen mühsam erkennt.

Der Hohe der Stufen, die auf die obere Galerie führen, nach zu urteilen, wurde Angkor Wat aber ohnehin nicht für normale Sterbliche errichtet. Ohne Geländer ist der Aufstieg auf den hohen, aber auch schmalen und teilweise abgebrochenen Treppen ein doch ziemlich halsbrecherischer Akt, für den man besser schwindelfrei sein sollte. Doch an einer Stelle der oberen Galerie findet sich dann doch wenigstens für den etwas sicheren Abstieg eine Treppe mit Geländer. Nach unten sehen empfiehlt sich während dieses Abstiegs dennoch nicht.

Kurz vor 18 Uhr geht die Sonne unter, hüllt die ganze Anlage in ihr rötliches Licht – Zeit, dieses Achte Weltwunder wieder zu verlassen!

Bevor wir zum Abendessen gefahren werden, machen wir noch einen kurzen Stopp an einem Souvenirladen. Verkauft werden Tücher, Schnitzereien aus Büffelhorn, Silberarbeiten. Alle Preise sind in Dollar angegeben. Man kann zwar handeln, aber das Preisniveau hier liegt doch um einiges höher als für vergleichbare Arbeiten etwa in Thailand.

Samstag, 19. März 2005: Siem Reap – Kralanh – Sisophon – Poipet –  Aranya Prathet – Koh Chang

Der Tag beginnt mit einer unangenehmen Überraschung. Laut unserem Reiseplan sollen wir um 8.30 Uhr das Hotel verlassen, haben dann noch eine kleine Shopping-Tour durch die Stadt – und nun werden wir schon um 6.30 Uhr von der Rezeption angerufen, bekommen die Mitteilung, dass wir bereits um 7.30 für die Rückfahrt zur Grenze abgeholt werden. Wir werden dann zwar auch um 7.30 Uhr nach einem hastig herunter geschlungenen Frühstück von einem Minibus abgeholt, aber eben nur bis zur Busstation an einer Tankstelle gebracht, wo wir dann über eine halbe Stunde auf den eigentlichen Bus warten müssen. Der ist diesmal noch etwas klappriger und noch überfüllter als der Wagen, den wir auf dem Weg hierher hatten.

Einen ersten Stopp für etwa 15 Minuten legen wir in Kralanh ein, einem unscheinbaren Provinzstädtchen. Wir halten an einem Laden, in dem Reisende sich mit Verpflegung versorgen können, aber gleich beim Aussteigen von Dutzenden Kindern umringt werden, die Postkarten oder kleine Armbändchen verkaufen oder einfach auch nur betteln.

Sisophon, die nächste Provinzstadt, ist um einiges größer, verfügt auch bereits über eine ganze Reihe neu errichteter massiv und gediegen wirkender Steinhäuser, von denen einige als Guesthouses ausgewiesen sind. Auf einem Berg über der Stadt sieht man einen schmucken, offensichtlich ebenfalls neuen Tempel, gleich darunter aber auch wieder eine Ansammlung ärmlicher Holzhütten.

Kurz vor 14 Uhr – wir haben wieder an dem gleichen Restaurant wie bei der Fahrt nach Siem Reap eine gut einstündige Rast eingelegt – kommen wir an der Grenze in Poipet an. Diesmal läuft unser Weitertransport aber weitaus unproblematischer ab. Wir werden am Bus von einem neuen Guide in Empfang genommen, durch den kambodschanischen Teil der Grenzformalitäten geschleust, dann, noch auf der kambodschanischen Seite, in ein Spielcasino gebracht, in dem die einarmigen Banditen ständig am Rattern sind. In diesem Casino – am Eingang weist ein Schild darauf hin, dass das Mitführen von Schusswaffen hier untersagt ist – bekommen wir nun auch unseren Lunch.

Dann geht es über die Grenze nach Thailand, wo bereits unser neuer Fahrer auf uns wartet. Der muss nun aber doch mächtig Gas geben. Doch hier geht es immerhin über lange Strecken auf gut ausgebauten Autobahnen. Obwohl die Fahrtstrecke in Thailand um einiges länger als in Kambodscha ist, brauchen wir hier doch um einiges weniger an Zeit.

Gegen 19 Uhr sind wir dann auch auf der letzten Fähre nach Koh Chang.

Sonntag, 20. März 2005: Hotel Tropicana

Ein fauler Sonntag, der zwar mit einem heftigen Regenguss beginnt, dann aber doch noch Sonnenschein – und uns am Pool bzw. am Strand – sieht.

Montag, 21. März 2005: Koh Rung mit Pinnacles und Koh Yak

Von Ao Bang Bao geht es wieder mit dem Schnellboot zum Tauchen, wieder in die Region Koh Rung, wobei wir unser Lunch auch wieder auf Koh Rung nehmen.

Unser erster Tauchplatz wird Pinnacles genannt, ist lediglich durch eine Boje markiert, an deren Verankerung wir absteigen bis auf etwa 14 Meter Tiefe. Es ist ein steiniger Tauchplatz, an dem wir zum Schluss aber auf einen großen Schwarm junger Barrakudas stoßen, in dem sich extrem große Fledermausfische wie selbstverständlich als Gäste bewegen.

Nach dem Lunch geht es nach Koh Yak, einer kleinen vorgelagerten Insel gegenüber dem südöstlichen Teil von Koh Rung. Zwischen fünf und 7,5 Metern Tiefe durchtauchen wir hier einen wahren Korallengarten mit etlichen Korallenfelsen. Besonders faszinierend: Die farbenprächtigen großen Muscheln, fest verankert in den Nischen der Korallen. Dazu sehen wir eine ganze Anzahl von Fischschwärmen.

Gegen 15.30 Uhr sind wir wieder in Ao Bang Bao.

Dienstag, 22. März 2005: Koh Maak – Koh Rung mit Pinnacles und Song Deang

Unter düsteren Regenwolken geht es mit dem Schnellboot von Ao Bang Bao zunächst nach Koh Maak, wo wir vom Panorama Resort weitere Taucher abholen, dann wieder zum Tauchplatz Pinnacles in der Nähe von Koh Rung.

Diesmal steigen wir nicht an der Boje ab, sondern unmittelbar neben dem Unterwasserfelsen. Im Schatten dieses Felsens erschließt sich heute eine völlig andere Landschaft als gestern. Wir tauchen durch regelrechte Canyons, sehen dabei wieder die Schwärme von Barrakudas, begleitet von Fledermausfischen, begegnen schließlich einem mindestens 45 Zentimeter langen Kofferfisch, der fast regungslos am Felsen verharrt. Höhepunkt dieses Tauchganges aber ist – fast schon am Schluss – das kurze, aber beeindruckende Zusammentreffen mit einem nicht ganz zwei Meter langen grünlich schimmernden Napoleonfisch, der in einer Höhle am Grund des Felsens sein, wohl vorübergehendes, Domizil gefunden hat.

Napoleonfische, so berichtet unser Divemaster später, wären in den Tauchgründen um Koh Chang äußerst selten. Für uns war dieser Tauchgang also ein Glückstreffer!

Nach dem Lunch auf Koh Rang fahren wir zum Tauchplatz Song Dean, ein Tauchplatz, wo man sich in einer Tiefe zwischen 14 und fünf Metern bewegt. Der Boden ist steinig, aber auf vielen Felsbrocken wachsen gerade junge Korallen – ein Tauchplatz in der Phase seiner Entstehung.

Während wir auf dem Boot am Vormittag nur die Regenwolken sahen, zur Mittagszeit sogar strahlenden Sonnenschein genießen konnten, ergoss sich über die nördliche Hälfte von Koh Chang ein regelrechtes Gewitter. Auch am Abend gibt es wieder einen regelrechten Wolkenbruch, so dass die künstlichen Fischteiche in unserer Anlage teilweise überfluten. Den Fröschen allerdings gefällt das – und sie bedanken sich mit einem lang anhaltenden Konzert.

Mittwoch, 23. März 2005: Bootstour Koh Chang – Koh Whai

Unsere Schiffstour rund um Koh Chang – der Preis liegt bei 12ßß Baht pro Person – beginnt am Sapparot Pier ganz im Norden von Koh Chang, dem Hafen, von dem auch die Fahren nach Trat gehen. Streng genommen sind es sogar drei Piers, die zusammen unterhalb des auf einem Hügel gelegenen Tempels den Hafen von Koh Chang bilden: Ein Pier für die großen Fähren, ein Pier für die Fischerboote – und eben ein Pier für die Touristenschiffe.

Bewegten wir uns bisher ausschließlich auf der Westseite der Insel, lernen wir nun Koh Changs Ostküste, die dem Festland zugewandte Seite kennen. Große Ressorts sieht man hier keine, und das mit Abstand beindruckendste Gebäude von Dan Mai, der Inselhauptstadt, ist das weiße Krankenhaus, das man auch vom Wasser aus gut erkennt. Ansonsten macht auch Dan Mai nur den Eindruck eines kleinen Fischerdorfes, bei dem, wie allgemein üblich, ein Teil der Häuser auf Stelzen im Wasser steht. 1200 Einwohner, so sagt unser Reiseleiter, soll dieses Hauptstädtchen zählen.

Die übrigen Fischerdörfer, die man zu sehen bekommt, lassen sich nicht einmal mehr als Dörfer bezeichnen, sind in der Regel nicht mehr als Ansammlungen von vielleicht einem Dutzend einfacher Hütten. Der Wald reicht fast überall bis ans Ufer, wird an einigen Stellen durch schmale, nicht all zu lange menschenleere Sandstrände unterbrochen.

Der Haupteindruck von Koh Chang: Eine bergige, total begrünte Insel mit stillen Buchten, auf der sich kaum Spuren von Besiedlung zeigen. Dieser vom Wasser gewonnene Eindruck täuscht natürlich.

Vom Südostzipfel Koh Changs aus nehmen wir nun Kurs durch eine Welt kaum zu zählender oder auseinander zu haltender Inseln und Inselchen, alle dicht bewachsen mit Wald, einige, auf denen man an einem kleinen Strand eine einsame Hütte sieht, andere wohl gänzlich unbewohnt, aber eben auch kaum größer als ein Fußballfeld, dafür aber eben doch mit einem steil aus dem Meer ragenden Berg versehen.

Unser Ziel ist Koh Whai, eine Insel, die auch nicht wesentlich größer als ihre Nachbarn ist, aber doch über einige kleine weiße Strandabschnitte und ein Touristenresort – ohne Strom oder fließendes Wasser in den Bungalows – verfügt.

Bevor wir in Koh Whai zur Mittagspause an Land gehen, schnorcheln wir noch eine kleine Runde auf den der Insel vorgelagerten Korallenbänken. Das ist das absolute Schnorchelparadies. Die Hartkorallen reichen bis vielleicht einem halben Meter unter die Wasseroberfläche, und man begegnet hier Pagageien- und Lippfischen in Hülle und Fülle.

Am Bootssteg unterdessen entdecken wir – nach der Mittagspause, als wir wieder ablegen wollen – einen ganzen Schwarm größerer länglicher Fische mit einem langgezogenen Maul. Beim Schwimmen hatten wir zuvor bereits einige kleinere Exemplare dieser ungewöhnlichen Art entdeckt.

Nun geht es wieder nach Norden, an Ao Bang Bai auf Koh Chang vorbei, zurück an die Westküste mit ihren Touristenanlagen. Vor der Bucht von Ao Bang Bao hat ein Passagierschiff, das eigentlich weiter nach Malaysia sollte, seinen letzten Ankerplatz gefunden. Weil es den Weg nicht mehr schaffte, liegt es nun hier – und soll eigentlich zum schwimmenden Spielcasino umfunktioniert werden. Doch die Realisierung dieser Pläne lässt wohl noch auf sich warten.

Der südliche Teil der Küste ist felsig, und auf den Klippen tummeln sich jetzt am fortgeschrittenen Nachmittag kleinere Horden von Makaken. Schließlich heißt diese Teil der Küste auch Affenfelsen!

Am Loneley Beach und auch an unserem Resort vorbei geht es nun noch ein kleines Stück nach Norden, bis wir – nicht weit vom Tropicana entfernt, noch südlich vom White Sand Beach – wieder an Land gehen.

Donnerstag, 24. März 2005: Pinnacles – Koh Thong Lang

Ein Tauchtag, der mich wieder von Ao Bang Bao zu den Pinnacles und zum Lunch auf Koh Rung führt – nachdem wir wieder, fast schon obligatorisch, auf Koh Maak einen weiteren Taucher abgeholt haben.

Die Pinnacles sind ein Tauchplatz, dessen Vielfalt im Schatten des Unterwasserfelsens sich erst nach und nach erschließt. Wir tauchen wieder ab mit einen Schwarm kleiner Barrakudas, begleitet von Fledermausfischen, tauchen durch Canyons und unter Felsvorsprüngen, die fast schon aussehen wie schmale Höhlen, hindurch, entdecken wieder eine  großen Kofferfisch und einen blau gepunkteten Rochen – und dann schließlich auch einen Schwarm großer Barrakudas, jeder von ihnen sicher über einen Meter lang.

Am Nachmittag geht es dann zu den Korallengärten von Koh Thong Lang, ein Tauchplatz, der bis nicht ganz 15 Meter Tiefe reicht, und wo wir – neben mehreren größeren Kofferfischer und einer kleinen Muräne – eine Vielzahl von Rochen finden.

Lachte zur Mittagszeit noch die Sonne, sind inzwischen dunkle Wolken über dem Meer aufgezogen, und schließlich fängt es, während wir noch auf dem Boot sind, in Strömen an zu regnen. Total durchnässt, mehr vom Regen als von den Wellen, kommen wir in Ao Bang Bao an, wo der Himmel nicht minder düster ist, es eher stärker als schwächer gießt. Und die Wagen, mit denen wir morgens von der Tauchbasis abgeholt und am Nachmittag zurück gebracht werden, haben auf der hinteren Ladefläche, wo die Passagiere sitzen, kein Deck!

Die kurze Aufwärmphase in der Tauchstation nutzt da gar nichts. Pudelnass und durchgefroren komme ich schließlich im Hotel an.

Freitag, 25. März 2005: Ao Phangnga National Park

Obwohl am Himmel dunkle Wolken aufziehen, bleibt es doch ein trockener Tag – zum Glück für uns, da wir zum Preis von 1200 Baht pro Person für diesen letzten kompletten Tag unseres Inselaufenthaltes die so genannte „Koh Chang Safari“ gebucht haben. Und die zeigt, wie zentral doch das Tropicana liegt!

Das erste Ziel dieser Safari ist nämlich die Elefantenstation, die gleich bei uns an der Hauptstraße liegt. Ein halbstündiger Ritt auf den Riesen des Dschungels ist angesagt.

Es ist ein doch eher bequemer Weg, von unzähligen Elefantenaustritten breit getreten und mit Elefantendung besät, der und nun an die Peripherie des Dschungels führt. Etwas abseits von der Station äst ein Elefantenbulle mit wohl einst doch mächtigen Stoßzähnen, von denen nun aber die Spitzen abgebrochen sind.

Gleich nach dem Elefantenritt besuchen wir den Wat Klong Prao Tempel, einen gerade vier Jahre alten Tempel, in dem, so unser Tourguide, derzeit zehn Mönche leben. Einer dieser Mönche hat ein Affenbaby auf seinem Arm, gerade vier Monate alt. Die Mutter sei von Wilderern erschossen worden, erzählt der Mönch, und Einheimische hätten ihm dann das Kleine gebracht, das er nun mit der Milchflasche aufzieht.

Vom Tempel geht es – ebenfalls in unmittelbarer Nachbarschaft gelegen – zu einer Gummibaumplantage. Da befindet sich aber lediglich eine ältere Frau, die uns an einem der Gummibäume zeigt, wie man durch Querschnitte in die Rinde das weiße Öl gewinnt – wobei die Bäume allerdings normalerweise früh gegen fünf Uhr geschnitten werden sollen. Dazu sehen wir noch eine mechanische Presse, mit der das Gummi zu trockenen Matten gepresst wird, und nach ca. 15 Minuten ist auch die Exkursion in die Welt des Gummis schon beendet. Schließlich wollen wir vor allem ja zum Klong Pu-Wasserfall im Ao Phangnga Nationalpark, und nach Meinung unserer Tourguides würde es schon bald anfangen zu regnen.

Vom Eingang des Nationalparks, auch der nur wenige Kilometer nördlich vom Tropicana gelegen, läuft man vielleicht 20 Minuten über einen Waldweg entlang des Flusslaufes, hört bereits in der Ferne das Rauschen des Wasserfalls. Auf nicht ganz einem halben Meter Breit stürzt das Wasser hier etwa 30 Meter tief von den Felswänden in ein Becken, wo sich in dem zunächst eiskalten Tümpel auch etliche schwarze Fische tummeln. Kaum vorstellbar, dass dieser Wasserfall und dieser kleine See zwischen den Felshängen, an dessen tieferen man auch nicht mehr auf dem Grund stehen kann, noch vor wenigen Tagen ausgetrocknet gewesen sein soll, nur wegen des Regens der letzten Tage wieder zum Leben erwacht ist.

Auf dem Weg nach Ao Bang Bao, wo wir nun unser Mittagessen haben, gibt es noch auf einem der Bergrücken einen kurzen Zwischenstopp an einem Aussichtspunkt, von dem man aus auf die – unbewohnten – Inseln vor der Westküste sieht. Mit dem Lunch in einem der Fischrestaurants von Ao Bang Bao endet dann unsere Safari, geht es wieder zurück ins Tropicana.

Samstag, 26. März 2005: Koh Chang – Bangkok

Rückreise mit Hindernissen: Um 14 Uhr werden wir zwar noch pünktlich aus unserem Hotel abgeholt, sind auch um 15 Uhr auf dem Flughafen von Trat – aber die Bangkokairways-Maschine soll mit einer Stunde Verspätung erst um 18 Uhr abfliegen.

Um 18 Uhr kommt dann die Ansage: Der Flug ist – angeblich ist in Bangkok zu schlechtes Wetter – generell gestrichen. Also werden wir nun in einen Bus nach Bangkok gesetzt, müssen aber dafür erst mal noch einmal 400 Baht pro Person zahlen. Das Geld sollen wir irgendwann einmal über die Agentur, von der wir unsere Tickets gekauft haben, erstattet bekommen...

Kurz vor 23 Uhr sind wir dann, nachdem wir am Flughafen von Bangkok abgesetzt wurden und von dort ein Taxi nehmen mussten, in unserem gebuchten Hotel, im Bangkok Palace – für eine letzte kurze Nacht in Thailand.

Online: