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Intramuros - Blick auf die Altstadt von Manila Der Taal in einem Se auf Luzon - der kleinste Vulkan Filmkulisse:  Der Wasserfall von Pagsanjan. Alona Beach - Ein Traumstrand auf Panglao.

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Zwergaffen wie ihn gibt es nur auf Bohol und Mindanao Die Chocolate Hills - das Naturwunder von Bohol Pamilacan - eine winzige Fischerinsel in den Visayas Tropischer Regen über einem Fischerdorf - Pamilacan

Ausblick von Dauis, Panglao auf die Nachbarinsel Bohol

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Der chinesische taoistische Tempel von Cebu

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Dienstag, 21. Oktober 1997: Berlin - Frankfurt - Richtung Bangkok

Philippine-Airlines bietet seine Tickets als "Rail and Fly" an - und zu meinem Erstaunen akzeptiert der Schaffner des ICE Berlin-Frankfurt auch anstandslos unsere Flugtickets als Bahnkarten.

Um 6.58 Uhr verlassen wir Bahnhof Zoo, erreichen kurz vor 12 Uhr Frankfurt-Hauptbahnhof, sind mit dem Airport-Zubringer gegen 12.20 Uhr am Flughafen Frankfurt/Main.

Die Maschine der Philippine-Airlines geht relativ pünktlich, kurz nach 14 Uhr, ab. Die Sitze sind bequem, es gibt zwei Mahlzeiten - und ein mäßiges Bordprogramm: "Batman" - allerdings nur in der amerikanischen Version.

Wie klein die Welt ist: Neben mir im Flieger sitzt ein früherer Kollege - vor ca. sieben Jahren haben wir kurz zusammen gearbeitet -, der nun mit seiner philippinischen Frau und seinem zweijährigen Sohn zurück nach Boracay fliegt. Dort hat er, wie er erzählt, ein Glasboot für die Touristen. Nach Deutschland jedenfalls zieht es in absehbarer Zeit nicht zurück.

Mittwoch, 22. Oktober 1997: Bangkok

Nach zehneinhalbe Flugstunden, gegen sieben Uhr früh Ortszeit, zwei Uhr MEZ, landen wir auf dem Flughafen von Bangkok. Die Einreiseformalitäten sind zwar problemlos, gestalten sich aber quälend langsam.

Endlich haben wir alles hinter uns, wollen eigentlich ein Airport-Taxi zur Khaosan-Road in der Altstadt nehmen, um dort ein billiges Guesthouse zu suchen, werden dann aber doch von der Airport-Taxi-Association in ein anderes Hotel gelotst. Da, wo wir ursprünglich hinwollten, könne man wegen der vielen Kriminalität angeblich nicht mehr hin - und die Taxifahrt wäre außerdem um 100 Baht teurer.

Die Stadt mit ihren verstopften Straßen und ihren Baustellen empfängt uns unmittelbar am Flughafen. Der erste Eindruck von Bangkok: Ein versmogter Moloch, der sich krebsgeschwürartig in alle Richtungen ausbreitet.

Unser Hotel, das "Karnmanee-Palace" - die Taxifahrt dahin kostet 550 Baht - liegt im Norden der Stadt, an der Pradiphat Road, nahe der Rama VI Road, weit entfernt vom Tempelbezirk und den Khlongs. Aber dafür ist es wirklich ein erstklassiges Hotel mit Dachterrasse und Swimmingpool über dem zehnten Stockwerk, von wo aus man auf das Häusermeer und die entfernte Wolkenkratzer-Shioulette blicken kann. 1500 Baht, also rund 75 Mark, kostet das Doppelzimmer inklusive Frühstück.

Unser erster Erkundungstrip kurz nach 12 Uhr endet in einem Wolkenbruch. Das Wasser schießt dazu aus allen Abflussrohren auf die Straße, führt an sämtlichen Übergängen zu Überschwemmungen. Auch von den Einheimischen wagt sich nun niemand mehr auf die Straße. Wir flüchten zunächst in ein Friseurgeschäft, wo ich mir für 150 Baht einen passablen Haarschnitt verpassen lasse, dann in eine der vielen Garküchen, die es hier fast unter jedem hervorstehenden Häuserdach gibt. Für jeweils 15 Baht gönnen wir uns eine scharf gewürzte Portion Reis mit Huhn bzw. Fisch.

Bei unserem Zweiten Versuch, die Stadt zu Fuß zu erkunden, haben wir etwas mehr Glück. Diesmal gelangen wir immerhin trocken bis zum "Weekend-Market" am nördlichen Stadtrand. Allerdings haben heute an einem normalen Wochentag nur die Blumen- und Pflanzengeschäfte geöffnet. Neben Orchideen haben die Thais offensichtlich auch einen Hang zu Kakteen entwickelt.

Am Abend essen wir noch einmal in einer der vielen Garküchen, diesmal einer etwas teureren, zahlen aber für zwei Essen umgerechnet nicht einmal zehn Mark.

Donnerstag, 23. Oktober 1997: Bangkok

Gegen 9.30 Uhr starten wir zu der Stadtrundfahrt, die wir bereits am Flughafen für 800 Baht gebucht hatten.

Zunächst kommen wir durch China-Town, wo es etwas lebendiger als in unserem Viertel im Norden zuzugehen scheint: Jedenfalls sehen wir hier weitaus mehr Straßenmärkte.

Am Wat Traimit verlassen wir unseren Wagen. Von außen wäre uns der Tempel nicht einmal aufgefallen, im Inneren überrascht die komplexe Anlage nun vor allem durch die Vielzahl ihrer einzelnen Bauten. Das Hauptgebäude ist wegen einer Zeremonie zwar gerade nicht zugänglich, aber dafür bekommen wir in einem anderen Tempelbau eine ca. fünf Meter hohe Statue eines sitzenden Buddha zu sehen, vor der die Gläubigen, unbeeindruckt von den Touristen, ihre Kerzen entzündet haben. Wie uns unsere zierliche Reisleiterin aufklärt, handelt es sich bei dieser Figur um die größte goldene Buddha-Statue der Welt.

Der Wat Phra Kaeo, der Königstempel, ist unser nächstes Ziel. Vor dem Eingang zu der gigantischen Anlage stauen sich bereits die Reisebusse, erkennbares Zeichen dafür, dass wir uns an der historischen Sehenswürdigkeit Thailands schlechthin befinden.

Die Tempelanlage ist aber auch wirklich überwältigend: 74 Stupen, 1400 Buddha-Statuen in allen Größen - das alles ist schon sehr imposant. Doch leider: So eng, wie hier die einzelnen Elemente beieinander stehen, wird die Suche nach Fotomotiven überaus kompliziert. Dabei könnten gerade die im kambodschanischen Stil errichten haushohen Stupen ideale Bilder abgeben.

Hauptattraktion der Anlage ist die ist die vielleicht 20 Meter große Statue des "liegenden Buddha", die nicht allein durch ihre Größe, sondern vor allem durch die klaren Strukturen der Buddha-Darstellung beeindruckt. Die betenden Gläubigen lassen sich auch hier nicht aus der Ruhe bringen - weder durch filmende und fotografierende Touristen, noch durch das ständige Klimpern, das von der Rückseite der Buddha-Figur herübertönt. Wie wir bei unserem Rundgang dann feststellen, kommt dieses Geklimper von den Münzen, die in die aneinandergereihten Opferschalen geworfen werden. Und die Gläubigen lassen keine einzelne Opferschale dabei aus!

Nach diesen Tempelbesuchen passieren wir das ruhige und saubere Regierungsviertel, kommen am Königspalast vorbei und machen schließlich an einer Edelsteinschleiferei halt.

Meist sind es noch junge Männer, die an den Werkbänken den Steinen solange den richtigen Schliff geben, bis sie in die feinen Fassungen hineinpassen: Eine mühsame Kleinarbeit, bei der Hammer und Pinzette ihre Werkzeuge sind. Für 600 Baht kaufen wir einen Anhänger mit Kette - wohl das mindeste, was man von uns für die Führung durch die Fabrik erwartete.

Am Abend unternehmen wir einen Abstecher ins Orientel-Hotel: Ein luxuriöser Prachtbau, aber irgendwie zu glatt, ohne irgendwelchen Charme. Nur der Blick auf den nächtlichen Menam Chao Phaya, Bangkoks Fluss, ist wirklich lohnend.

Freitag, 24. Oktober 1997: Damnoen Saduak

Unser Tagesausflug zu den Schwimmenden Märkten von Damnoen Saduak, gut 100 Kilometer südwestlich von Bangkok, beginnt um sechs Uhr früh.

Wir verlassen die Stadt relativ schnell - noch hat die Rushhour nicht zum "normalen" Dauerstau geführt - und legen nach einer halben Stunde an einer sogenannten Kokosnussfarm unseren ersten Stop ein. Tatsächlich befinden wir uns im Farmland, sahen wir auf unserem Weg hierher links und rechts der Straße vor allem etliche Reisfelder, aber bei dieser vermeintlichen Farm nun handelt es sich doch eher um eine Zusammenballung etlicher Souvenirgeschäfte, in denen vor allem Schnitzereien verkauft werden.

Gegen 9 Uhr erreichen wir endlich den Ort Damnoen Saduak, wo wir nun ein Boot besteigen, um zu den Schwimmenden Märkten zu gelangen. Die Kanäle verlaufen schnurgerade; links und rechts der Ufer stehen einfache Holzhäuser, ab und zu auch ein größerer Steinbau.

Der Marktplatz" selbst liegt zwischen zwei Brücken, mit einem Zugang zur festen Straße an Land. Dennoch spielt sich das Leben vor allem auf dem Wasser ab, auf den schmalen Booten, von denen viele nicht einmal über einen Motor verfügen.

Der Handel, der von den Booten aus betrieben wird, ist fest in der Hand der Frauen. Sie verkaufen an die Leute am Ufer - tatsächlich meist Einheimische, für die Touristen ist es noch zu früh - ihre Früchte, Fische, kochen an Bord sogar Suppen, die dann an Land gereicht werden.

Gut eine Stunde verbringen wir auf dem Schwimmenden Markt, der sich in dieser Zeit allmählich auch mit Reisenden füllt. Als wir gerade am Aufbrechen sind, postieren sich zwei Mädchen in traditioneller farbenprächtiger Thai-Tracht, um sich gegen entsprechenden Preis fotografieren zu lassen. Das ist mir dann allerdings doch zuviel gekünstelter Folklore!

Die nächste Station unserer Reisegruppe ist das Royal-Thai-Handicraft-Center. Am Eingang erleben wir eine Vorführung in traditioneller Papierherstellung: Fasern von Bambusstangen werden mit Holzhämmern zu einer weichen breiigen Masse geklopft, dann gewässert und schließlich zum Trocknen ausgelegt. Das Ergebnis ist ein feines, hauchdünnes seidenes Stück Papier.

Daneben werden im Handicraft-Centre Edelmöbel aus Teakholz geschnitzt - Konferenztische und Ensembles, die für einige 10.000 US-Dollars ins Ausland gehen.

Die "Krokodilfarm" wartet mit einer eigenartigen Form von Krokodil-Wrestling auf: Zwei menschliche "Catcher", die Dompteure", stolzieren durch das Bassin, geben ab und zu den apathisch wirkenden Tieren einen Schlag mit dem Stock - und schließlich steckt einer sogar seinen Kopf in das Maul eines Krokodils. Das ganze erscheint mir allerdings eher als Tierquälerei, die vor allem auf Einschüchterung und den Einsatz von Drogen zurückzuführen sein dürfte denn auf echte Dressurleistungen.

Beeindruckender und zumindest auch etwas artgerechter ist die Elefantenshow, bei der die gutmütigen Tiere allerlei Tänze vorführen, Bäume schleppen und sich schließlich in ein nachgestelltes Schlachtgetümmel mit ohrenbetäubendem Kanonendonner stürzen. Das dürfte die Elefanten, so vermute ich jedenfalls, dann aber doch ganz gehörig verschrecken. In Europa und Amerika wäre dieser Teil der Veranstaltung aus Tierschutzgründen wahrscheinlich längst verboten.

Die letzte Station unserer Tagesfahrt ist der "Rose Garden", wo wir noch einige Tanzvorführungen und einen Thai-Boxkampf zu sehen bekommen. Der Boxkampf wird hier allerdings nicht aus sportlichen Gründen durchgeführt, sondern ist ausschließlich eine Clownerie zum Gaudi des ausländischen Publikums, bei dem dann zum Schluss auch der Schiedsrichter zu Boden geschickt wird.

Samstag, 25. Oktober 1997: Bangkok - Manila

Kurz nach 6.30 Uhr sind wir wieder am Flughafen, verlasen Bangkok-Airport dann gegen 8 Uhr.

Reisfelder, dichtbewaldete Berge, eine buchtenreiche Küste - das ist das Bild, das Luzon, die philippinische Hauptinsel, zunächst aus der Luft bietet. Der Landeanflug auf Manila führt dann jedoch über weite Flächen von Wellblechdächern, über ärmliche Hütten mit Unmengen von Unrat in unmittelbarer Nachbarschaft. Die Slums der philippinischen Hauptstadt haben gigantische Ausmaße.

Die Einreiseformalitäten gestalten sich ungewöhnlich schleppend. Gegen 13 Uhr Ortszeit - eine Stunde Zeitunterschied zu Bangkok - ist unsere Maschine gelandet, um 14 Uhr stehen wir noch immer in der Menschenschlange, die darauf wartet, endlich abgefertigt zu werden. Doch damit nicht genug: Am Zoll müssen wir noch den Koffer öffnen, der auf dem Gepäckwagen natürlich ganz unten liegt - und dann schaut der Beamte nicht einmal hinein!

Ein Taxi zu bekommen, geht auch nicht so ohne weiteres. Zunächst muss man sich an den Dispatcher wenden, der dann per Funk einem Taxi die Erlaubnis erteilt, vorzufahren. Unsere Fahrt zur Pension Malate dauert etwa 30 Minuten, kostet 300 Pesos - 20 Pesos sind eine Mark - und der Fahrer berichtet, dass er bereits seit sieben Uhr früh am Flughafen wartet, wir aber seine ersten Passagiere sind. Wenn er uns abgeliefert hat, muss er zurück zum Flughafen und versuchen, die nächsten Fahrgäste zu ergattern - denn das Taxi mietet er selbst für 500 Pesos am Tag. Die Taxigesellschaft gehört übrigens, so erzählt er uns, einem leitenden Angestellten der Flughafengesellschaft.

Obwohl Manila mit seinen zehn Millionen Einwohnern sogar etwas größer als Bangkok ist, unser Taxifahrer natürlich auch gehörig über den stockenden Verlehr schimpft, so macht Manila auf unserer Fahrt in den Stadtteil Malate doch einen geruhsameren Eindruck als Bangkok.

Auffallend im Stadtbild: Langgezogene Oldtimer-Jeeps, im hinteren Teil zu Bussen umfunktioniert, und alle bis auf den letzten Platz besetzt. Dazu kommen überall die Fahrradrikschas, die ebenfalls stark frequentiert werden.

Unsere Pension liegt im Stadtteil Malate, in der Nähe einer alten Kirche aus grauen Feldstein, von den spanischen Kolonialherren 1558 errichtet, wie eine Inschrift informiert. Gleich daneben befindet sich ein Platz, auf dem einige Kinder Ball spielen - und andere auf den Steinen des Rondells nächtigen.

In einer Nebenstraße hat ein Rikschafahrer sein Gefährt in einer "Garage" untergebracht - ein torloser Schuppen, der gleichzeitig als Wohnung dient. Seine Kinder liegen schlafend auf einer durchgewetzten Plastikliege.

In der Hauptstraße drängt sich Restaurant an Restaurant - und für eine Bratwurst zahlen wir umgerechnet knapp zehn Mark.

Sonntag, 26. Oktober 1997: Manila

Unsere Sightseeing-Tour - der Hotelwagen kostet mit Fahrer 150 Pesos die Stunde - führt zunächst über den Roxas Boulevard an der Bucht von Manila. Einen ersten Stop legen wir am Rizal-Park - benannt nach dem Nationalhelden aus dem Unabhängigkeitskampf gegen die Spanier - ein. Der Park macht, wie auch die gesamte Umgebung, einen überaus gepflegten Eindruck. Vor dem Rizal-Denkmal patrouilliert ein Soldat in Galauniform - aber der Ort scheint mehr ein beliebtes Ausflugsziel denn Gedenkstätte zu sein.

Bei der Weiterfahrt sehen wir schon weitem die Mauern von Intramuros. Dieser Teil der Stadt ist tatsächlich noch weitgehend so erhalten, wie er in der Phase der spanischen Herrschaft errichtet wurde. Zunächst steuern wir die Festung Santiago am Südufer des Pasig River an. Da Intramuros selbst aber noch von seiner Stadtmauer umgeben wird , war dieses Fort eigentlich schon eine Festung innerhalb der Festung, heute allerdings als Parkanlage und Museum genutzt. Allerdings werden die meisten Einzelgebäude gerade rekonstruiert - und nicht einmal der "Rizal-Schrein", das Nationalheiligtum der Philippinen darf betreten werden.

An einigen Stellen an den grauen Mauern erinnern Gedenktafeln an die blutige Vergangenheit des Forts, zum Beispiel an der Stelle, an der die Japaner in den letzten Tagen ihrer Herrschaft 800 Philippinos erschossen.

Gegenüber der Festung liegt die alte Kathedrale von Manila, der aber in seinem Innenraum für katholische Bauwerke dieser Epoche äußerst schlicht erscheint, auf Verzierungen und weitgehend verzichtet. Allerdings findet hier gerade eine Hochzeit statt, so dass wir die von Gottesdienstbesuchern gefüllte Kirche nicht weiter besichtigen können.

Auch in der Kirche San Augustin wird gerade geheiratet. Die Häuser, die sich um den Vorplatz gruppieren, sind noch die alten stolzen und abweisenden Kolonialbauten. Nur die Autos auf den bis auf den letzten Quadratzentimeter vollgestellten Parkplatz verweisen auf die Moderne.

Von San Augustin aus fahren wir nach China Town: Enge, quirlige Gassen, auf denen es keine Sonntagsruhe gibt - der Sonntag ist hier ein normaler Arbeitstag - die aber jetzt mit bunten Fähnchen geschmückt sind.

Unser Ziel ist der chinesische Friedhof, der allerdings weniger ein Friedhof als vielmehr eine regelrechte Stadt der Toten ist. Mausoleum reiht sich an Mausoleum, einige schlicht, andere in der Größe einer Villa und aus weißem Marmor. Eines dieser Totenhäuser wird von einer Familie genutzt, die aus Buddhisten und Christen bestehen muss: Im Schrein jedenfalls sind Buddha und die christlichen Heiligen friedlich vereint.

Gegen 14 Uhr brechen wir unsere Stadtrundfahrt schließlich ab: Der Straßenverkehr ist schlichtweg zusammengebrochen und jede weitere Zeit im Wagen wäre verschenkte Zeit im Stau.

Montag, 27. Oktober 1997: Tagaytay - Pagsanjan - Manila

Noch vor acht Uhr verlassen wir Manila Richtung Süden, kommen an den aus Wellblech- und Papphütten bestehenden Slums vorbei, gehen ein Stück auf die Autobahn und befinden uns schließlich im ländlichen Teil von Luzon, der philippinischen Hauptinsel. Wir passieren üppige Reisfelder - und vor den Häusern liegt der Reis auf der Straße ausgebreitet zum Trocknen.

Tagaytay erweckt den Eindruck einer Gartenstadt. An der ganzen Straße entlang stehen die einzelnen Gärtnereien oder sind zumindest die Verkaufsstände für Blumen und Pflanzen aller Art aufgebaut.

Hauptattraktion von Tagaytay ist der an einem recht ansehnlichen Hotel gelegene Aussichtspunkt auf den Taal, den kleinsten aktiven Vulkan der Welt, inmitten eines romantischen ausufernden Sees mit etlichen Seitenarmen. Leider liegt der Vulkan heute in einer Dunstwolke, ist nur an seiner abgebrochenen Kuppe erkennbar, die von der letzten Eruption 1964 herrührt. Am Ufer des Sees haben Fischer ihre Netze ins Wasser gespannt; das Land drumherum blüht in üppiger Pracht.

Bei unserer Weiterfahrt nach Pagsanjan kommen wir durch etliche Dörfer, die einen meist wohlhabenderen Eindruck als Manila machen. Pagsanjan selbst ist eine romantische Kleinstadt mit einem richtigen Stadttor an der Ortseinfahrt und einer großen, aber nicht wie sonst übermächtig erscheinenden Kirche.

An einem Hotel besteigen wir das Boot, das uns zu den berühmten Wasserfällen bringen soll. Das Boot ist lang und schmal, fasst neben den zwei Passagieren gerade noch die beiden Bootsleute. Solange der Fluss noch entsprechend breit ist, werden mehrere dieser Gefährte von einem einzigen Motorboot geschleppt. Das geht zwar relativ schnell, aber von Bequemlichkeit kann bei den beengten Sitzverhältnissen keine Rede sein.

Am Ufer grasen Wasserbüffel, nehmen ein erfrischendes Bad, Frauen waschen ihre Wäsche im Fluss, Kinder baden, Männer angeln.

Doch dann wird die Fahrrinne enger. Wir kommen allmählich in die Schlucht, deren Hänge zwischen 50 und 100 Meter hoch steil über das Flussbett ragen. Das Flussbett selbst wird durch überall herumliegende Felsstücke verengt - und nur noch mit Händen und Füßen dirigieren die Bootsleute uns durch die Fahrrinne, wo links und rechts des Bootes nun keine Handbreit Platz mehr bleibt.

Endlich erreichen wir den ersten Wasserfall - ein schmales Rinnsal, das vielleicht 70 Meter tief in die Schlucht fällt. Kurz dahinter kommt dann der eigentliche Wasserfall, nicht ganz so hoch, aber dafür schießt hier das Wasser mit ganzer Kraft aus dem Felsen heraus, füllt unter sich den kleinen Tümpel, der die Quelle des ganzen Flusses ist.

Mit einem Floß kann man sich über den "See" setzen lassen und in den Wasserfall hineinfahren - aber wir verzichten dann doch lieber auf dieses nasse Vergnügen.

Um den Fluss herum liegt der Dschungel, erfüllt vom Geschrei der Vögel - doch das einzige Tier, das wir entdecken, ist ein unterarmgroßer Salamander, der an den Felsen der Schlucht entlang klettert.

Wir treten den Rückweg und, sind schließlich gegen 18 Uhr wieder in Manila.

Dienstag, 28. Oktober 1997: Manila

Den Vormittag verbringen wir im Nayong Philippino, dem "Philippinischen Dorf" neben dem Flughafen von Manila, wo die einzelnen Regionen und Inseln mit ihren typischen Häusern vertreten sind, sogar ganze Landschaften nachgebildet wurden.

Einige Palmenhütten stehen an den nachgebauten Reisterrassen, vertreten also die Landschaft von Nordluzon; es gibt sogar einen nachgebauten Vulkankegel, die Chocolate-Hills von Bohol, und vor allem viele künstliche Seen, die ganz und gar von großen Seerosen überzogen sind.

Weniger beeindruckend als diese Parkanlage ist der Minizoo, in dem Adler und Affen in viel zu kleinen und völlig verdreckten Käfigen gehalten werden. Vor allem die Affen machen einen kränklichen Eindruck.

Das Ethno-Museum ist gerade im Umbau. Momentan werden hier vor allem Textilien und Webstühle gezeigt, wie sie von den Insulanern benutzt werden. Ein anderes kleines Museum widmet sich dem Leben auf den Philippinen gegen Ende der spanischen Kolonialzeit. Die Fotos der Einheimischen hier wirken irgendwie wie europäische Familienporträts der Jahrhundertwende.

Am frühen Nachmittag besuchen wir einen Markt, der genau zwischen dem Flughafen und "unserem" Stadtteil Malate liegt. Von der Hauptstraße aus sah man nur einige wenige Verkaufsstände für Früchte, doch tatsächlich zieht sich der ganze Marktkomplex von diesem einen Punkt aus über sämtliche Nebenstraßen, die zum Teil mit bunten Papierfähnchen geschmückt sind. Es gibt eine Straße, in der nur die Blumenhändler stehen, eine andere Straße gehört den Textilien - und durch die Menschenmengen in den ohnehin schon engen Gassen drängen sich die Fahrradrikschas.

Aus dem Stadtbild verschwunden ist allerdings der Pistang Philippino, ein Souvenirmarkt, der laut Reiseführer nur wenige Straßen von unserer "Pension Malate" entfernt sein müsste, und den wir am frühen Abend aufsuchen wollen. Doch da, wo eigentlich der Markt sein müsste, gibt es nur noch Geldwechsler und einige kleinere Läden für angebliche Rollex-Uhren.

Mittwoch, 29. Oktober 1997: Alaminos/Hidden Valley

Am Laguna de Bay, dem größten Binnensee der Philippinen, und an dichtbewaldeten Bergen vorbei fahren wir durch eine geradezu wohlhabend wirkende Bauerndörfer, in denen Reis, Kakao, Ananas und anderes angebaut wird. Schließlich erreichen wir den kleinen Ort Alaminos, nehmen hier eine enge Straße, die durch üppige Plantagen führt, und befinden uns schließlich am Eingang zum Hidden Valley.

Die Reiseführer wie zum Beispiel der Polyglott verweisen zwar auf die ungewöhnliche Schönheit der warmen Quellen in diesem erloschenen Vulkankrater - aber leider erwähnen sie nicht, dass das ganze eine überaus gepflegte Hotelanlage ist, für die wir pro Person stolze 1300 Pesos Eintritt zahlen müssen, wobei aber zwei Mahlzeiten inbegriffen sind - Dschungel all inklusive.

Die "Quellen", mit natürlichem Flusswasser gespeiste Swimmingpoole, aus denen das Wasser dann in die jeweils tiefer gelegenen Becken abfließt, haben Temperaturen von über 30 Grad Celsius - und in einem der Becken gibt es sogar Jodwasser..

Tatsache ist: Das aus den Bambusleitungen strömende Wasser schmeckt klar und frisch. Schließlich trägt auch eine beliebte Mineralwassermarke auf den Philippinen den Namen "Hidden Valley" - und das scheint genau dieses Wasser zu sein.

Die Anlage ist von mächtigen Urwaldbäumen, Schlingpflanzen und wild wuchernden Orchideen umgeben, und durch diesen "Dschungel" führt nun ein ordentlicher Weg zum Wasserfall. Am Wegesrand entdecken wir eine Schlange, die sofort wieder im Gebüsch verschwindet, einen Salamander und eine Riesenschnecke, deren Gehäuse die Größe einer Männerfaust erreicht hat. In den Baumkronen zwitschern die Vögel und von weiter her dringt das Geschnatter von Affen zu uns. Von denen bekommen wir allerdings erst später bei den Bungalows zwei Exemplare in einem Käfig zu sehen.

Heute sind nur wenige Gäste in der Anlage, aber jeden Sonntag, so berichtet Leon, unser Fahrer, sei sie regelmäßig überfüllt.

Auf der Rückfahrt machen wir noch einen Stop an der Kirche von Alaminos: Ein mächtiger Steinbau mit einem Glockenturm, der den ganzen ansonsten unscheinbaren Ort überragt.

200 Pesos täglich, so erzählt uns Leon, verdiene er als Fahrer - aber nur an den Tagen, an denen sein Chef, ein leitender Angestellter der Pension und Eigentümer des Autos, Arbeit für ihn hat. Von diesem Geld muss er seine Frau und sechs Kinder durchbringen, wobei die 16jährige Tochter allerdings gerade für 1000 Pesos im Monat in einer Bäckerei angefangen hat. Besser bezahlte Jobs gebe es für ihn mit seinen drei Grundschulklassen nicht, meint Leon. Sein großer Traum: Wenn er 20.000 Pesos hätte, würde er eine kleine Bäckerei eröffnen.

Donnerstag, 30. Oktober 1997: Manila - Talisay (Cebu)

Um 12.30 Uhr sollte unsere Maschine Manila verlassen, um 13.15 hebt sie dann endlich zu dem einstündigen Flug nach Cebu, der Hauptinsel der Visayas, ab.

Die Suche nach einem Hotel gestaltet sich schwieriger als erwartet: Die Hotels, die im Verzeichnis des Informationsbüros am Flughafen von Cebu stehen, haben Übernachtungspreise ab 80 US-$! Wir entscheiden uns schließlich für das Tourist Seaside Hotel in Talisay, das als "nichtklassifiziertes" Hotel im DuMont-Reiseführer aufgeführt ist.

Die Taxifahrt zu dem unmittelbar südlich von Cebu-City gelegenen Ort dauert vom Flughafen aus ungefähr 45 Minuten, führt am Hafen von Cebu-City vorbei an den Elendsvierteln, denen in Manila nicht unähnlich, und wird die ganze Zeit über behindert von einem Verkehrsstau, der hier ein Dauerzustand zu sein scheint.

Einige begrünte Berge in der Inselmitte - mehr sehen wir von der Landschaft Cebus nicht.

Talisay ist ein unscheinbares Provinzstädtchen mit einer eindrucksvollen Kirche, einem "Kulturhaus" und einem Marktplatz, ansonsten aber nur aus einer Ansammlung einfacher Holzhäuser bestehend, manche davon zweistöckig, so, wie es im "Philippinischen Dorf" von Manila gesehen haben.

Der Strand ist jedoch eine einzige Enttäuschung: schwarz, schmutzig, und nur über unter Wasser stehende Dorfwege zu erreichen. Dazu wird der Wegrand auch noch von den Einheimischen als Müllkippe genutzt.

Glücklicherweise lernen wir den Schwiegersohn des Hotelbesitzers kennen: Ein Deutscher, der seit 1947 in Australien lebt, als Sicherheitstechniker überall in Asien zu tun hatte und sich auch auf den Philippinen bestens auskennt. Er gibt uns einige Tipps für die benachbarten Inseln - und den guten Rat, Cebu möglichst rasch wieder zu verlassen.

Am Abend fällt auf der ganzen Insel der Strom aus, so dass wir mehrere Stunden bei Kerzenlicht verbringen müssen.

Freitag, 31. Oktober 1997: Talisay - Tagbilaran (Bohol) - Alona Beach (Panglao)

Gegen 9 Uhr früh verlassen wir das Tourist Seaside Hotel, fahren für knapp 120 Pesos mit dem Taxi von Talisay zum Hafen von Cebu-City, wo wir uns für die 11-Uhr-Fähre nach Tagbilaran auf Bohol einchecken.

Auf der Überfahrt ist es bewölkt, es regnet in Strömen, doch in der Expressboot-Kabine ist davon nicht zu bemerken.

Nach eineinhalb Stunden legen wir in Tagbilaran, der Inselhauptstadt von Bohol, an, nehmen am Hafen einen Wagen, der uns zum Strandhotel auf der kleinen Nachbarinsel Panglao bringen soll.

Tagbilaran ist die erste philippinische Stadt, durch die wir ohne Verkehrsstau kommen. Die Einkaufsstraße der Inselhauptstadt ist mit bunten Fähnchen geschmückt - und auch die sonst üblichen Slums scheint es hier nicht zu geben.

Eine Brücke verbindet Bohol und Panglao. Auf der Bohol-Seite stehen unterhalb der Brücke einige Pfahlbauten, bilden hier ihr eigenes kleines Dorf.

Panglao ist eine Insel mit Kokosnuss-, Kakao- und Bananenplantagen, in denen meist einfache, aber saubere Holzhäuser stehen. Schließlich verlassen wir die Asphaltstraße, fahren über eine Piste zum Alona Tropical Beach Club. Die ganze Anlage besteht aus kleinen Basthütten, die Hütte für 450 Pesos die Nacht.

Und das Hotel liegt unmittelbar am Strand! Wenige Meter vor dem Ufer fängt bereits das Seegras an, und selbst beim Schwimmen sieht man überall rosarote Seesterne auf dem Grund liegen.

Am Abend beobachten wir über dem Wasser das Wetterleuchten. Irgendwo zwischen den Inseln soll sich gerade ein Taifun aufziehen.

Samstag, 1. November 1997: Tawalan

Der Alona Beach ist vielleicht 500 Meter lang und an seinen beiden Enden von Felsen begrenzt. Am Strand liegen einige größere Auslegerboote für die Tauchexkursionen, die überall angeboten werden. Vier oder fünf Strandhotels nehmen die Gäste auf - aber ein richtiger Trubel für Badeurlauber herrscht hier glücklicherweise noch nicht.

In unserem Hotel betragen die Kosten eines fünftägigen Tauchkurses 250 US-$ - und der Tauchlehrer ist ein Schweizer.

Das Dorf Tawalan, zu dem Alona Beach gehört, besteht, soweit wir es zu sehen bekommen, aus einigen kleinen Bauernhäusern. Gehalten werden Kühe, Ziegen, auch Truthähne, angebaut werden vor allem Kokosnusspalmen und Bananen.

Kernpunkt des Ortes: Eine kleine Kapelle und ein Kaufmannsladen an der Straßenkreuzung.

Am Nachmittag unternehme ich zwei Schnorchelgänge: Der Meeresgrund in Ufernähe ist fast ganz mit Seegras bewachsen, in den kleinen Korallen halten sich die Seeigel versteckt und ansonsten ist die vorherrschende Art hier vor allem der fünfarmige Seestern in allen möglichen Farben. Unter anderem kann ich rosarote, olive und auch ein dunkelblaues Exemplar entdecken. Fische gibt es dafür weniger zu sehen - und wenn, haben sie kaum die Größe eines Fingers.

Am Abend gibt es ein gewaltiges Gewitter, das aber auch wieder so schnell vorübergeht, wie es begonnen hat.

Sonntag, 2. November 1997: Chocolate Hills (Bohol)

Es ist Allerheiligen - und hier auf den Philippinen wandern die Familien nun geschlossen auf die Friedhöfe, um dort den verstorbenen Ahnen zu gedenken. Die Jeepney-Busse sind bis auf den letzten Platz gefüllt, selbst auf den Dächern sitzen die Passagiere - und auf den Friedhöfen selbst, an denen wir vorbeikommen, herrscht reges Leben. Auf den Gräbern werden Kerzen angezündet - und sogar Verkaufsstände sind auf den Friedhöfen errichtet worden. Das ganze hat - zum Glück - etwas von Volksfestcharakter an sich.

Unseren ersten Stop legen wir in dem Dorf Bool ein: Eine Gedenktafel mit einem kitschig-bunten Bild erinnert an den "Blutsbund", den an dieser Stelle der einheimische Häuptling Datu Sikatuna mit dem spanischen Eroberer Legazpi geschlossen hat - Grundlage der späteren Kolonisation der Philippinen, die zu bedeutenden Teilen von Bohol ausging.

Der Gedenkstein ist umgeben von einer kleinen Grünanlage am Meer, wo im Wasser die Mangroven wachsen.

Wenige Kilometer später halten wir in Baclayon. Die mächtige Steinkirche, so sagt unser Fahrer, sei das älteste Steingebäude auf den Philippinen überhaupt. Von außen wirkt das Bauwerk eher wie eine Festung als wie eine Kirche: dicke, wehrhafte Mauern, früher offensichtlich mit Schießscharten ausgestattet. Ornamente findet man in dem Kirchenraum allerdings kaum; zwei gewaltige Deckengemälde wirken zwar monumental, aber auch kitschig.

Wir passieren kleine Dörfer aus Holzhäusern, überall auf der Straße liegt der zum Trocknen ausgebreitete Reis, während an anderen Orten die Felder kurz vor der Ernte stehen. Trotz des Feiertages herrscht auf der Straße Hochbetrieb.

Schließlich biegen wir auf eine kleine kurvenreiche Straße ins Landesinnere ab, erreichen schließlich, nachdem wir einige Berge passiert haben, die Chocolate Hills.

Einer der Hills wurde zum Aussichtspunkt auserkoren, auf den nun eine Steintreppe mit 215 Stufen hinaufführt. Als seien sie gezielt gleichmäßig über die ganze Landschaft verteilt blicken wir nun nach allen Seiten über die kegelförmigen grünen Hügel, die sich bis zum Horizont erstrecken.

Alle diese Hügel - zwischen ihnen Reisfelder und Palmenhaine - sehen absolut gleich aus!

Auf dem Rückweg machen wir zunächst an zwei Dorfmärkten Station. Verkauft werden Plastikwaren aller Art, Obst, Fische - und auf dem zweiten Markt findet sich auch Tabak im Angebot. Eine ältere Marktfrau rollt die Tabakblätter einfach zu einer Zigarre zusammen, zündet sie an - und raucht sie dann.

Bei Loboc legen wir einen weiteren Stop ein, besteigen hier das Boot, das uns zu den Wasserfällen bringen soll.

Zuvor allerdings bewundern wir die Zwergaffen, wissenschaftlich Tarsius genannt, die kleinsten Affen der Welt, die hier an der Bootsanlegestelle in einem offenen Käfig gehalten werden. Obwohl die flinken Tiere problemlos aus dem Käfig flüchten könnten, scheinen sie die regelmäßigen Mahlzeiten einer ungewissen Freiheit vorzuziehen.

Die nur in dieser Region von Bohol (und auf Mindanao) lebenden Zwergaffen haben ein braunen Fell, rattenähnliche Schwänze und hervorstehende braune Kulleraugen, die für diese gerade handgroßen Geschöpfe viel zu groß erscheinen.

Alles in allem haben diese Miniaffen zumindest vom Äußeren mehr von Hamstern als von Affen an sich.

Unser Bootsführer ist an diesem Fluss geboren worden als eines von 15 Geschwistern und nun scheint an den Häusern am Ufer, die seiner Familie gehören, die gesamte Verwandtschaft zu stehen und zu winken. Sein Vater, so erzählt der junge Mann, sei Fischer gewesen und noch heute würden in dem Fluss viele Fische gefangen werden.

Der Wasserfall, den wir nun erreichen, besteht eigentlich aus einer Vielzahl kleinerer Fälle, die um eine "Bucht" herum liegen. Dies, so berichtet der Bootsführer, sei der Platz, an dem in der Nacht auch die Zwergaffen zu finden seien.. Jetzt, tagsüber, steht allerdings nur ein kleiner gelber Vogel zwischen den mächtigen Baumwurzeln am Ufer, bekommen wir dazu einige Schmetterlinge zu Gesicht.

Auf der Rückfahrt zur Bootsstation machen wir vom Fluss aus auf einem Berg ein großes Holzkreuz aus, das bei guter Sicht fast auf der ganzen Insel zu sehen sein muss.

Nun geht es zurück zu unserem Hotel in Alona Beach, wo wir ca. 16.30 eintreffen.

Montag, 3. November 1997: Pamilacan

Kurz nach neun Uhr stechen wir mit unserem winzigen Auslegerboot in See. Emiliano, unser 52jähriger Bootsführer, arbeitet normalerweise als Fischer, geht aber ab und zu mit Touristen auf Tour und hilft außerdem in der Tauchschule aus. So verdient er allemal genug, um seine acht Kinder zu ernähren.

Kleine Sandstrände in Buchten, teilweise menschenleer, gründe Hügel - das ist leider nicht das einzige, was wir auf unserer ca. eineinhalbstündigen Überfahrt nach Pamilacan von Panglao und Bohol zu Gesicht bekommen. Irgendwo auf halber Strecke ist das Meer zu einer Müllkippe verkommen. Plastiktüten und -flaschen, dazu allerlei anderer Unrat treiben in der ansonsten klaren See. Die großen Boote würden nachts einfach ihren Unrat über Bord werfen, meint Emiliano. Das sei natürlich verboten, aber man könne kaum etwas dagegen unternehmen.

An einem kleinen weißen Strand gehen wir schließlich in Pamilacan an Land. Als erstes springen die Mauern einer alten spanischen Festung ins Auge. Errichtet wurde das Fort aus Korallengestein, aber außer den Außenmauern hat nur noch ein mächtiger Stützpfeiler für das längst verschwundene Dach den Zahn der Zeit überlebt.

Die "Dorfstraße", ein Betonweg, führt über den "Inselberg", vorbei an Farmerhäusern auf Stelzen, selten mal ein Gebäude aus Stein zwischen den Holzbauten.

Rund 1000 Menschen leben auf Pamilacan, allesamt Angehörige von Fischerfamilien, die nebenher noch etwas Landwirtschaft treiben. Gehalten werden Kühe, schwarze Schweine, natürlich jede Menge Hühner, während auf den Feldern vor allem Mais wächst.

Nach einer halben Stunde bereits haben wir die andere Seite des Dorfes - und damit die andere Seite der Insel - erreicht. Vor den Fischerhütten auf Pfählen liegen einige Auslegerboote im Wasser, mehr gibt es hier nicht.

Auf dem Rückweg werden wir von einem Wolkenbruch überrascht, vor dem wir uns in einen Unterstand am Wegesrand, ähnlich einer Bushaltestelle (dabei gibt es hier nicht einmal Mopeds) flüchten.

Innerhalb weniger Minuten hat sich der ganze Himmel verdunkelt, und nun peitscht der Regenschauer auf die Felder, steht rasch alles unter Wasser.

Als wir schließlich den Rückweg fortsetzen können, sind die Felder alle überflutet.

Wir besteigen wieder unser kleines Boot, fahren vielleicht hundert Meter an der steilen Küste entlang und erreichen dann den Friedhof.

Die meisten Gräber bestehen aus mächtigen Betonblöcken, an denen Gedenktafeln an die Verstorbenen erinnern. Überall sind auch noch die Reste der gestrigen Feier zu sehen: abgebrannte Kerzen, und auf einigen Gräbern stehen auch noch die Tassen und Gläser, aus denen die Feiernden getrunken haben.

Beeindruckend sind aber vor allem zwei Höhlen in dem Korallenfels: Hier liegen die Überreste zerfallener Holzkisten - und dazu die Gebeine der Toten, auch mehrere komplett erhaltene Schädel, ungeschützt im Freien.

Nach dem Friedhofsbesuch machen wir uns mit unserer Nuss-Schale wieder auf den Heimweg.

1980, so erzählt Emiliano, wollte er mit einem Boot wie diesem mit seiner Familie - damals seine Frau und eine einjährige Tochter - von Negros nach Bohol übersetzen, als kurz nach der Abfahrt erst der Motor ausfiel, dann auch noch das Boot kenterte. Von 10 Uhr morgens bis sieben Uhr abends musste er rudern, um wenigstens die Küste von Cebu zu erreichen. Glücklicherweise verläuft unsere Rückfahrt ohne solche Zwischenfälle.

Dienstag, 4. November 1997: Panglao - Dauis

Wir wollen die Tropfsteinhöhle und die Kirche in Dauis, dem unmittelbar gegenüber Pool gelegenen Ort, besuchen, doch obwohl uns Titan, die Managerin unseres Hotels begleitet, ist das bei den Verkehrsverhältnissen auf Panglao gar nicht so einfach.

Zunächst warten wir in Tawalan eine halbe Stunde auf den Jeepney, der uns als erstes in den Ort Panglao bringen soll., wo sich Tita im Rathaus darüber beschweren will, dass die Angestellten des Hotels in ihrem Haus noch immer auf den Wasseranschluss warten müssen. Allerdings: Das Rathaus ist heute wegen eines Feiertages - der gilt aber nur für Beamte - geschlossen.

Panglao ist eine wahre Gartenstadt: Außer der Hauptstraße sind alle Wege ungepflastert, aber dafür ist jedes Haus von einem farbenprächtigen Garten umgeben. Überall grünt und blüht es.

Nun wollen wir mit dem Bus nach Dauis. Die Höhle liegt aber nicht direkt in der Stadt, und so müssen wir einen anderen Jeepney nehmen, der uns schließlich an einer Weggabelung absetzt. Die letzten 500 Meter zu der Tropfsteinhöhle bewältigen wir zu Fuß.

Die Tropfsteinhöhle von Dauis dient der Bevölkerung als überdachtes öffentliches Schwimmbad, allerdings mit einem stehenden Gewässer, das angesichts der Vielzahl der Besucher kaum keimfrei sein dürfte. Einige nasse Stufen führen ins Erdinnere, dann steht man in einer Halle, auf deren noch etwas tiefer gelegenen Boden der "See" zum Baden lädt.

Als nächstes wollen wir die Kirche von Dauis besuchen, vor deren Altar eine heilige Quelle entspringen soll. Von der Höhle aus gibt es aber keinen Jeepney nach Dauis, und die Tricicles, die Mofas mit Beiwagen für Fahrgäste, sind alle besetzt. So bleibt uns nichts anderes übrig, als den Jeepney nach Tagbilaran, also zur Inselhauptstadt Bohols, zu nehmen, um dann von dort aus über Dauis zurück via Dauis zurück nach Alona Beach zu fahren.

An der Kirche von Dauis legen wir einen Stop ein: Ein hübscher Bau mit einem ansehnlichen Glockenturm, dazu ein Vorgarten und eine Wiese drumherum, von der aus man über die Bucht nach Tagbilaran sehen kann.

Innen verfügt die Kirche über einen prächtigen Altar und auch, was wir hier bisher noch nicht sahen, einige Deckenfenster - nur die heilige Quelle ist nicht zu entdecken. Tita und der Taxifahrer haben auch keine Ahnung, wo sie sein könnte. Schließlich macht uns der Kantor auf die Stelle aufmerksam: Man muss vor dem Altar den Teppich zurückschlagen, einen Stein beiseite schieben - und sieht dann in einen Schacht, auf dessen Boden etwas Wasser ist. Daraus einen Gesundheitstrunk nehmen, was angeblich verjüngen soll, kann man jedenfalls nicht.

Am Nachmittag sind wir wieder in Alona Beach und verbringen den Rest des Tages am Strand.

Mittwoch, 5. November 1997: Alona Beach

Wir legen einen Tag der Entspannung am Hotelstrand ein, lesen und dösen.

Donnerstag, 6. November 1997: Tagbilaran - Punta Cruz - Loon

Mit dem Tricicle gelangen wir für 50 Pesos von Alona Beach nach Tagbilaran, wo wir zunächst den Markt besuchen.

Dieser Markt erweckt fast den Eindruck eines überdachten arabischen Basars mit engen, verwinkelten Gässchen - dabei haben die Händler als Schutz gegen die Hitze lediglich einige Planen über ihre Stände aufgespannt. Aber so sind nun alle Besucher der Anlage gegen Regen und Hitze geschützt.

Wir entdecken Stände für frische Fische, winzige getrocknete Fische, und aus Eimern werden lebende Muscheln verkauft. Dazu gibt es frisches knackiges Gemüse und natürlich allerlei mehr oder weniger nützlichen Billigkram aus Plastik. Für ein Paar Sandalen zahle ich 25 Pesos, rund 1,25 Mark.

Tita, die wir zufällig vor dem "Bohol Quality", dem Einkaufszentrum der Stadt treffen, besorgt uns für 400 Pesos einen klimatisierten Privatbus für unsere Weiterfahrt nach Punta Cruz und Loon.

Wir verlassen Tagbilaran in nordwestlicher Richtung, nehmen dabei die Küstenstraße, vorbei an Palmenhainen, wo vor allem die Fächerpalmen gezüchtet werden, aus denen die Einheimischen das Material für die Dächer ihrer Häuser gewinnen. Durch die Haine ziehen sich malerisch einige Kanäle, und unter den Brücken liegen Auslegerboote.

Fünf Pesos Eintritt kostet der Zugang auf das Gelände von Punta Cruz, ein aus schwarzen Korallengestein gefertigter rund 15 Meter hoher Aussichtsturm aus der Zeit der spanischen Kolonisation.

Eine steile Treppe führt nach oben in den ersten Stock, in dem früher die Posten Ausschau nach möglichen Piraten hielten.

An der Landzunge steht ein altes, bereits fast völlig verrottetes Holzkreuz, ebenfalls bereits von den Spaniern hier hergebracht.

Nur wenige Kilometer weiter nördlich liegt Loon, wo wir die Kirche - von ihren Ausmaßen her fast eine Kathedrale - besuchen. Der mächtige Bau wird zwar gerade restauriert, ist aber trotzdem zugänglich: Die Decke ist voller Fresken, links und rechts des Hauptbogens befinden sich naiv erscheinende Wandmalereien. In jedem Fall ist es, trotz der dringend nötigen Erneuerung, die bunteste Kirche, die wir auf den Philippinen bisher sahen.

Wir lassen uns dann von dem Fahrer nicht nur nach Tagbilaran, sondern gleich zurück bis nach Alona Beach bringen, wo wir den Rest des Tages wieder am Strand verbringen.

Freitag, 7. November 1997: Alona Beach

Die Zeit von neun Uhr vormittags erweist sich als bereits zu spät für einen Aufbruch zum Whalewatching, wie wir leider sehr bald feststellen müssen.

Emil kreuzt mit seinem Boot ins offene Meer, sucht die Stellen ab, an denen sich sonst die Delphine tummeln - aber nirgendwo am Horizont ist auch nur eine Flosse zu entdecken.

Die Delphine, so erzählt uns Emil, würden dem Thunfisch folgen und auch den kleineren Fischen, die bei Sonnenuntergang an die Wasseroberfläche kommen. Also fahren wir zurück an Land und beschließen, am späteren Nachmittag einen zweiten Versuch zu unternehmen.

Nach 16 Uhr sind tatsächlich wieder zahlreiche Fischerboote auf dem Meer. Von einigen dieser Boote aus haben die Fischer lange Treibnetze ausgelegt; auf anderen Booten, oft ohne Motor, sitzt unterdessen ein einzelner Mann und angelt.

Kurz nach dem Auslaufen kreuzt ein kleiner Schwarm fliegender Fische unseren Weg, so dass wir eigentlich guter Hoffnung sind, auch Delphine zu sehen. Doch die Sonne versinkt schließlich im Meer, ohne dass wir einen zu Gesicht bekamen.

Immer wieder steuert Emil die anderen Fischerboote an, fragt, ob irgendwer Delphine gesehen hat. Gestern, so ist überall die Antwort, habe es jede Menge gegeben, doch heute sei noch keiner aufgetaucht.

In der Nähe eines Bootes, das wie ein Christbaum beleuchtet ist, hören wir schließlich ein Aufklatschen auf das Wasser. Ein springender Delphin! Gesehen haben wir ihn zwar nicht - aber zumindest hörten wir das Geräusch des Wassers bei seinem Sprung.

Samstag, 8. November 1997: Alona Beach

Rund 100 Meter vom Strand entfernt liegt das Korallenriff. Allerdings ist es nicht gerade leicht, dorthin zu gelangen.

Denn bereits nach wenigen Metern, das Wasser ist allenfalls knietief, beginnt das Seegras, in dem nicht nur die orangenen, braunen, blauen und beigen Seesterne liegen, sondern auch die Seeigel, meist versteckt in den Nischen zwischen kleineren Korallen.

Durch das flache Wasser muss man also erst über diese Hürde gelangen, ehe man schließlich etwas Bewegungsfreiheit erhält und dann bis zum Riff vorstößt.

Die Korallen bilden hier alle möglichen Formen, vom "Felsen", bedeckt von "Blumenbeeten" bis zu überdimensionierten geriffelten "Muscheln".

Jenseits des Riffs liegt das offene Meer, das hier aber nur wenig von Fischen bevölkert wird. In den "Schluchten" und Spalten des Riffs ziehen einige Schwärme kleiner gelb-schwarzer Fische ihre Bahnen, dazu auch einige ein wenig größere schwarze Exemplare, doch wirklich große Fische - in 30 bis 40 Meter Tiefe soll es Baracudas geben - sind beim Schnorcheln nicht zu entdecken.

Auf dem Rückweg zum Ufer stoße ich dann zumindest noch auf einige Anemonenfische, schön mit weißen Punkten, die um ihre Anemonen herumschwärmen.

Sonntag, 9. November 1997: Balicasag

Bei der Überfahrt nach Balicasag - wieder mit dem kleinen Auslegerboot von Emil - sehen wir einige Thunfische durch das Wasser schwärmen - nur die Delphine fehlen auch diesmal!

Aus der Entfernung vom Boot aus sieht Balicasag aus wie der Inbegriff einer paradiesischen Tropeninsel: Ganz und gar von weißem Sandstrand umgeben, flach, voller Palmen, wobei in der Inselmitte nur ein Turm, allem Anschein nach ein Kirchturm, über die Palmenwipfel ragt.

Doch es ist gar nicht so leicht, in Balicasag auch an Land zu gelangen. Emil sucht einen Weg über die Korallen, die bis wenige Zentimeter über die Wasseroberfläche reichen, und der vermeintliche weiße Sandstrand ist zwar wirklich weiß, besteht aber aus zerbröselten Muscheln, Korallen und winzigen Steinen.

Unmittelbar am Strand liegt das "Balicasag Diving Resort", ein regierungseigenes Hotel , allerdings derzeit ohne Gäste, obwohl die Anlage durchaus groß und auch einwandfrei in Schuss ist.

Von hier aus starten wir unseren Inselrundgang, zunächst am Strand entlang, wo überall Auslegerboote liegen, und dann schließlich durch das Innere des Eilands.

Trampelpfade führen zu den weit auseinanderliegenden Häusern und Hütten, alle mit kleinen bebauten Feldern davor - doch ein eigentlicher Ortskern des 800-Einwohner-Dorfes ist nicht zu erkennen. Wäre da nicht der Turm, den wir vom Wasser aus für einen Kirchturm hielten! Nun erweist sich dieser größte Steinbau Balicasags allerdings als das auf einer kleinen Anhöhe stehende Elektrizitätswerk. Die Dorfkirche findet sich unterhalb dieser Anhöhe, ist nur eine kleine Kapelle, aber mit einem hübschen Altar und naiver Bemalung im Innenraum.

Schwieriger als in Balicasag zu landen ist es schließlich selbst für unser kleines Auslegerboot, die Insel wieder zu verlassen. Eine halbe Stunde lang versucht Emil voller Vorsicht, eine Furt zwischen den Korallen zu finden, doch trotz aller seiner Bemühungen knirscht es immer wieder verdächtig unter unseren Bootsauslegern.

Bei dem regen Verkehr der vielen Taucherboote dürfte es den Korallen von Balicasag herzlich wenig nutzen, dass sie unter strengem Naturschutz stehen!

Am Abend, wieder in Alona Beach, zeigt uns Emil seinen Schatz, den er vor acht Jahren am Strand von Panglao gefunden hat: Eine Walfischrippe von der Länge von vielleicht eineinhalb Metern.

Montag, 10. November 1997: Panglao - Cebu-City

Gegen 11.30 Uhr holt uns unser Taxi vom "Alona Tropical Beach Hotel", um 12.45 Uhr legt unser Supercat-Express-Boot von Tagbilaran ab.

Eine halbe Stunde lang fahren wir an der Küste von Bohol entlang Richtung Norden. An einigen kleineren Inseln, die teilweise wie Atolle aussehen, geht es dann auf das offene Meer, und nach eineinhalbstündiger Fahrzeit erreichen wir den Hafen von Cebu-City.

Cebus Hafen ist ein Industriehafen: Manche Schiffe, die hier allerdings vor Anker liegen, wirken jedoch schon so verrostet, dass aus europäischer Sicht nicht klar ist, ob sie auf die nächste Fracht oder das Abwracken warten.

135 Pesos kostet die Taxifahrt vom Hafen zu unserem Hotel "Golden Valley" im nördlichen Teil der Innenstadt, in der Palaez-Street, nahe der Hauptstraße Colon-Street.

Über diese Hauptstraße marschieren wir am Nachmittag noch einmal Richtung Hafen, also auch zum historischen Zentrum von Cebu-City.

Die Colon-Street selbst bietet mit ihren Warenhäusern zwar jede Menge Einkaufsmöglichkeiten, dazu bieten fliegende Händler von ihren Minikiosken aus auch alle möglichen Dienstleistungen an bis hin zur Silber- und Goldbearbeitung - aber historische Sehenswürdigkeiten gibt es hier nicht.

Unsere erste Station ist der Plaza Independenzia. Wir verlassen die Colon-Street, biegen in eine Querstraße, kommen an einer größeren Kirche vorbei und erreichen schließlich den Unabhängigkeitsplatz, der allerdings mehr eine Parkanlage mit - reichlich kitschigen - neoklassizistischen Statuen auf dem Rasen ist.

Auf der anderen Seite des Parks sehen wir die Mauern des Forts San Pedro, der ältesten spanischen Befestigungsanlage auf den Philippinen überhaupt.

Wir verzichten jedoch auf eine Besichtigung und steuern statt dessen auf den Carbon-Market zu. Dabei kommen wir erst einmal an dem zentralen Hafengebäude vorbei, dessen Inschrift auf das Jahr 1510 als Gründungsdatum verweist.

Der Carbon-Market ist ein weitläufiges Geflecht von kleinen Einkaufsstraßen, wo sich die Einheimischen - Touristen sind hier nicht zu sehen - mit Obst, Gemüse, Fisch und Fleisch eindecken. Allerdings scheint die Ware hier längst nicht so frisch zu sein, wie wir es auf den Märkten von Bohol gesehen haben. Dafür ist das Gedränge hier aber um einiges heftiger.

In den Gassen, die wir auf unserem Rückweg durchstreifen, haben Köche ihre Suppen- und Fischküchen mitten auf den Straßen errichtet. Die Einheimischen an den Tischen nehmen hier sicherlich ein billiges Abendessen zu sich. Für europäische Mägen wäre dies vermutlich aber doch eher nichts.

Dienstag, 11. November 1997: Cebu-City - Manila - Frankfurt

Der Taoistische Tempel von Cebu, der größte auf den Philippinen, liegt im Norden der Stadt, im Villenvorort Beverly Hills. Unser Taxifahrer muss einen privaten Wachschutzposten passieren, der die Straße abriegelt, so verhindern soll, dass unerwünschte Besucher in das Viertel der Reichen gelangen.

Der Tempel liegt auf einer Anhöhe, springt schon von weitem ins Auge, wie er majestätisch über der Stadt thront.

Die reich geschmückte Tempelanlage erstreckt sich über mehrere "Etagen" - wobei die Innenräume der einzelnen Tempelbauten, zwischen ihnen immer wieder Drachenfiguren, allerdings nicht fotografiert werden dürfen.

Aber einen besseren Ausblick über die Bucht von Cebu als von diesem Ort aus dürfte es kaum geben!

Am frühen Nachmittag setzen wir uns ins Taxi zum Flughafen, starten pünktlich Richtung Manila, wo wir auf dem nationalen Flughafen ankommen, uns dann zum letzten mal mit einem Bus durch den Dauerstau asiatischer Großstädte zum International Airport quälen um schließlich gegen 23 Uhr Ortszeit nach Frankfurt zurückzufliegen.

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