Oman - Reisebericht eines Urlaubes in Al Sawadi, mit den Tauchplätzen bei den Daymaniyat-Inseln, Ausflügen nach Muscat (Maskat), Nakhl, Rustaq, Fanja, Nizwa, in die Wahaybah-Wüste und ins Wadi Bani Khalid

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Oman: Muscat, Nizwa, die Daymaniyat-Inseln – Festungen, Wüsten, Leopardenhaie

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Die "Große Sultan Quaboos-Moschee" bei Muscat Panorama auf Muscat, Hauptstadt des Oman Ein Leoparadenhai bei den Daymaniyat-Inseln Die Festung von Nakhl, gelegen zwischen Wadi und Bergen

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An der Thermalquelle der Oasenstadt Nakhl Am Strand des Fischerdorfes Al Sawadi Blick auf Nizwa, gesehen von der Wehranlage Eine Beduinin bei Bdiiyah in der Wahaybah-Wüste

Kamle-Mutter mit Jungem - in der Wahaybah-Wüste 

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Naturwunder: Die Canyons im Wadi Bani Khalid

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Reiseroute, beschriebene Orte und Sehenswürdigkeiten: Muscat (Maskat) mit Sultan Quaboos Grand Mosque, Hafen Mina Qaboos und Souq, Al-Alam-Palast, Bait Al Zubair-Museum, Daymaniyat-Inseln mit den Tauchplätzen Aquarium, Police Run, Garden of Eden, The Loop, Doc’s Wall, Mousetrap, Coral Garden, Walid Junn, Nakhl (Naklah), Rustaq, Al Sawadi, Fanja, Nizwa, Bahla, JabrinBidiyah und Wahaybah-Wüste, Wadi Bani Khalid

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Samstag, 21. Oktober 2006: Doha – Muscat – Sawadi

Es ist bereits hell, als die Maschine der Qatar Air auf dem Flughafen von Doha landet. Die Ansage im Flieger: „Wir befinden uns im heiligen Monat Ramadan. Bitte beachten Sie, dass bis zum Sonnenuntergang in der Öffentlichkeit keine Speisen und Getränke zu sich genommen werden können, Sie auch nicht rauchen dürfen.“

Zumindest in der – eintönigen – Transithalle des Flughafens der Hauptstadt von Qatar wird das aber offensichtlich nicht all zu streng ausgelegt. Jedenfalls gibt es auch gerade besuchte Raucherräume, und das Flughafenrestaurant ist auch geöffnet.

Von Doha sieht man die dicht beieinander stehenden Wolkenkratzer, die aber ziemlich weit entfernt zu liegen scheinen, ansonsten gibt es um den Flughafen herum nur Einöde.

Der Weiterflug nach Muscat dauert eine Stunde. Und im Oman nimmt man den Ramadan etwas strenger. Essen, Trinken, Rauchen – all das ist in der Öffentlichkeit verboten, auch für Ausländer, und, wie wir später mitbekommen werden, selbst in unserer Hotelanlage, dem Al-Sawadi-Beach.Resort.

Knapp 50 Kilometer liegt unser Hotel vom Flughafen entfernt, und der Weg nach Norden ist zunächst eine recht ordentliche Stadtautobahn durch das kilometerlang ausufernde Muscat. Ob diese vielen ordentlich und sauber wirkenden Wohnviertel nun zu einem endlosen Muscat gehören oder vielleicht selbstständige Gemeinden sind, bei der ersten Vorbeifahrt ist das nicht zu beurteilen.

Bei der Ortschaft Barka, Muscat liegt nun garantiert hinter uns, verlassen wir diese autobahnähnliche Hauptstraße, fahren zur vielleicht noch zehn Kilometer entfernten Küste, vorbei an dem Dorf Sawadi. Die Landschaft ist flach, trocken, und auf beiden Seiten der Straße grasen am Gebüsch die Ziegenherden.

Unser Hotel liegt allerdings noch ein gutes Stück Weg von dieser Ortschaft entfernt, abgelegen, fast einsam an dem nicht enden wollenden Strand. Vor der Küste sehen wir auf eine Gruppe von Fels-Inseln, die Sawadi-Inseln, auf einem Küstenfelsen weiter südlich steht ein kleines Fort.

Sonntag, 22. Oktober 2006: Muscat

In der Nacht hat es geregnet. Morgens kurz nach sieben Uhr tröpfelt es noch immer, der Himmel ist total bewölkt. Dennoch: Es ist bereits drückend heiß.

Erste Station unserer Muscat-Tour, zu der wir gegen acht Uhr aufbrechen, ist die Sultan Quaboos Grand Mosque, die 2001 nach sechs eröffnete größte Moschee des Landes, und, wie uns Kamal, unser Reiseleiter versichert, die viertgrößte Moschee der Welt.

Wobei: Die Größe dieser in der Tat gewaltigen Anlage ist nur ein Aspekt. Entscheidender wohl: Es ist eben keine typische „omanische“ Moschee, sondern vereinigt so ziemlich alle Baustile der islamischen Welt, angefangen vom arabischen über den andalusischen bis zum Stil der indischen Mogulen. So jedenfalls erklärt uns Kamal die Anlage, die man durch mehrere hintereinander folgende hoch gebaute filigrane Torbögen betritt.

Zumindest für europäische Touristinnen ist dieses Betreten allerdings nicht so einfach. Eine schon ältere Frau aus unserer Gruppe wird von der strengen Kontrolleurin zurück geschickt, weil ihre hochgeschlossene Bluse angeblich zu durchsichtig ist; und bei Karin wird bemängelt, dass ihr Umhang immer noch den Halsansatz sehen lasse.

Dabei gibt es im Oman keinen offiziellen Schleier- oder Verhüllungszwang, und auf den Straßen von Muscat sieht man auch junge Frauen in Jeans, ganz ohne Kopftuch, auch wenn das aber eher die Ausnahme ist. Dennoch, auch Kamal, der von sich selbst sagt, früher ein entschiedener Gegner des Schleiers gewesen zu sein, wird nicht müde, uns gegenüber den Schleier als Ausdruck der Freiheit zu rechtfertigen. Die Frau habe das Recht, ihre Schönheit vor den Blicken der Männer zu verbergen. Etwas weniger aus der Sicht der Frau ist allerdings die andere Erklärung, die Kamal so zusagen als sein unschlagbares Argument hinterher schiebt: Wer einen Sack voller Diamanten besitze, würde den ja auch nicht jedermann herumzeigen, sondern ihn sorgfältig in einem Tresor verschließen. Und seine Frau wäre nun einmal das wertvollste, was ein Mann besitzt. Also: Der Schleier als der Tresor des Ehemannes, in dem die Frau ein geschlossen wird – was Kamal dann so aber natürlich nicht sagt.

Der Unterschied von Mann und Frau findet sich auch in der Bauweise der Moschee: Der Gebetsraum der Frauen ist sicherlich prächtiger und größer als die Haupträume anderer Moscheen, aber nichts im Vergleich zu dem Gebetsraum der Männer. Auf dessen liegt, so heißt es, der größte Teppich der Welt, innerhalb von vier Jahren von 600 iranischen Frauen geknüpft, und von der Decke hängt, weit beeindruckender als dieser Teppich, ein Kronleuchter in Gestalt eines Wolkenschiffes, bestehend aus 1200 einzelnen Leuchten, auch das hier der größte Kronleuchter der Welt.

Am Faszinierendsten ist aber die Gesamtanlage selbst, geprägt von einer geradlinigen Architektur, die ohne alle Schnörkel auskommt, ein Spiel mit weißem Marmor und Ocker.

Von der Moschee geht es nun zu dem – eher kleinen – Hafen, dem Mina Qaboos, wo sich auch der Eingang zum überdachten Souq findet. Von der Hauptsraße gehen, wie bei anderen Souqs auch, weitere Nebenstraßen ab, es gibt zwei runde „Hauptplätze“, wobei an einem dieser Plätze ein älterer Mann säckeweise Spazierstöcke verkauft, und am Ende der Hauptstraße steht man auf einem freien Vorplatz, wo einige Gewürzhändler ihren Geschäften nachgehen.

Hier auf dem Souq tragen fast alle Händler den traditionellen weißen Burnus, was auch bei den meisten männlichen Kunden das beliebteste Kleidungsstück zu sein scheint. Weibliche Händler gibt es nicht, dafür aber natürlich jede Menge Kundinnen, hier fast alle verschleiert.

Im Angebot des Souq: Sehr viele Textilien, Weihrauch und Parfüms, dazu haben einige Stände auch ein kleineres Elektronikangebot. Europäer jedenfalls können durch den Basar streifen, ohne aufdringlich von Laden zu Laden gezerrt zu werden – eine angenehme Erfahrung in diesem wohl tatsächlich traditionellen Souq.

Wir lassen nun das Zentrum von Muscat hinter uns, fahren Richtung Süden, zum Al-Alam-Palast, dem Verwaltungspalast des Sultans. Die hintere Front dieses Palastes, dem Kernstück eines ganzen Palastviertes mit einer Vielzahl von Ministerien, liegt an einer geschützten Bucht, dem „Privathafen“ des Sultan. Am Ende der Bucht steht eines der vielen Forts, die man fast überall sieht. Dieses Fort, bis in die 70er Jahre ein Gefängnis, dient nun als Privatmuseum des Sultan – Zutritt nur für auserwählte Gäste.

Wir besuchen ganz in der Nähe ein anderes Museum, das Bait Al Zubair-Museum, gegründet von einem vermutlich recht reichen Omani, wo nun die traditionellen Krummdolche zu bewundern sind und die traditionellen Trachten, wobei sich vor allem die Gesichtsmasken der Frauen von Landstrich zu Landstrich schon erheblich unterscheiden, fast das ganze Gesicht bedeckend etwa bei den Beduinen, Andeutungen von Masken, die markante Gesichtszüge und vor allem die Augen eher betonen als verdecken in der Umgebung von Muscat.

Nach dem Museumsbesuch fahren wir – vorbei am Botschaftsviertel – wieder zurück nach Sawadi.

Montag, 23. Oktober 2006: Tauchplätze „Aquarium“ und „Police Run“, östliche Daymaniyat-Inseln

Gegen neun Uhr früh bricht unser Tauchboot in Richtung der Daymaniyat-Inseln auf, eine Tour, die ungefähr eine Stunde dauert und uns zunächst an der Halbinsel mit dem Fort, das man von unserem Hotel aus sieht, vorbei führt, dann weiter in Richtung Muscat.

Das Wasser ist voller Fischschwärme, die die spiegelglatte Oberfläche perlen lassen, und schließlich kreuzt auch noch eine Schule von Delfinen unseren Weg. Die Tiere schwimmen vor unserem Boot her, manche springen einen Salto, und auch, wenn sie immer einigen Abstand zu uns wahren, scheint sie die Begegnung mit einem Tauchboot nicht weiter zu beunruhigen. Eine ganze Weile bleibt die Schule in unserer Nähe, und einzelne Tiere tauschen schließlich auch dicht neben unserem Boot auf, um dann aber gleich wieder in die Tiefe zu verschwinden.

Unser erster Tauchplatz wird „Aquarium“ genannt, ist durch Bojen markiert – und hier liegen auch zwei kleinere Fischerboote. An dieser Stelle ist das Fischen mit Reusen, von denen wir unten einige sehen werden, erlaubt.

Das Unterwasser-Plateau besteht aus einer Reihe von Riffblöcken, verteilt über dem sandigen Untergrund, das Ganze in einer Tiefe von etwas über 20 Metern.

Unten stoßen wir zunächst auf eine Muräne, dazu Schwärme von Schnappern und auch Papageienfischen, dazu Rotmeerwimpelfische, schließlich auch auf einen kaum zu erkennenden Steinfisch.

Und dann passieren wir den Ruheplatz eines Leopardenhais. Das gut zwei Meter lange Tier liegt ruhig am Boden, scheinbar schlafend, lässt sich durch uns, die wir allerdings nun schon etwas Abstand wahren, nicht aus seiner Fassung bringen, ebenso wenig wie der kleine Schiffshalter an seiner Seite, der gerade den Bauch seines Gastgebers von Parasiten befreit. Ein geradezu friedliches Bild!

Kurz vor dem Auftauchen sehen wir schließlich noch zwei Tintenfische und schließlich einen mindestens eineinhalb Meter langen Trompetenfisch.

Unsere Mittagspause verbringen wir vor einer kahlen Felsinsel, kaum mit Büschen bewachsen, mit einem unberührten Strand und einer einsamen Polizeistation, der die Insel auch ihren Namen verdankt: Police Island. Die Polizeistation soll allerdings, so hatte man uns gesagt, gerade für eine Woche nicht besetzt sein, weswegen man mitunter auch Fischerboote sehe, wo sie eigentlich nicht sein dürften.

Der Tauchplatz hier heißt nach der Polizeistation „Police Run“, führt in bis zu 18 Metern Tiefe, und ist ein wahres Bilderbuch-Korallenriff mit Unmengen an Fächerkorallen, Feldern mit Kopfkorallen, und schließlich auch einer Steilwand, die vom Meeresboden bis kurz unter der Wasseroberfläche emporragt, am Boden durchsetzt mit Nischen, Höhlen und kleinen Schluchten.

Versteckt in einer Kopfkoralle entdecke ich eine gescheckte Muräne, deren Umfang annähernd zwei Oberschenkel misst. Das Tier liegt ruhig in seinem Versteck, fast bewegungslos. Ansonsten sieht man hier jede Menge Papageienfische und schließlich auch wieder Trompetenfische.

Dienstag, 24. Oktober 2006: Tauchplätze „Garden of Eden“ und „The Loop“, mittlere Daymaniyat-Inseln

Der „Garden of Eden“ an der Felsinsel Kasmah Light – ein Tauchplatz der großen Fischschwärme. Schnapper ziehen an uns in Schwärmen vorbei, ebenso Schwärme von Fische, die an Heringe erinnern. 20 Meter tief liegt unser erster Tauchplatz des Tages, ein zerklüftetes Riff – allerdings ist ab 15 Meter Tiefe die Sicht heute nicht besonders. In einer Mulde hat sich ein Hummer versteckt, von dem allerdings nicht mehr als der lange Fühler zu sehen ist.

Nach der Mittagspause in der östlichen Bucht von Kasmah Light, einer Insel, die eigentlich nicht betreten werden darf, was aber eine einheimische Familie auch nicht daran gehindert hat, am Strand ihr Picknick-Zelt aufzuschlagen, unternehmen wir unseren zweiten Tauchgang bei „The Loop“, auch das ein zerklüftetes Korallenriff, nicht viel mehr als 15 Meter tief.

Hier scheinen sich die Muränen zu Hause zu fühlen. Die finden wir hier von klein bis groß, meist fest in „ihren“ Korallen eingenistet, nur eine kleinere Muräne befindet sich wohl gerade auf Wanderschaft, muss sich ihren Stammplatz erst noch suchen.

Zwischen den Felsen kommt plötzlich ein großer Rochen hervor, sicherlich mit einer Flossenspannweite von zwei Metern, der Stachel noch etwas länger. Das Tier schwimmt ruhig an uns vorbei, scheint uns nicht einmal zu beachten. Oder wurde es erst durch uns aus seinem Versteck aufgeschreckt? Nach wenigen Sekunden ist es aus unserer Sicht verschwunden, irgendwo im tiefen Blau abseits des Riffs.

Auch ein großer Kugelfisch mag nicht von uns beobachtet werden, schwimmt schnell durch die Nischen des Riffs, während die Schildkröte, die wir schließlich entdecken, es eher gemächlich angehen lässt, in aller Ruhe weiterpaddelt.

Auf dem Rückweg passieren wir wieder die Halbinsel mit dem Fort. Eigentlich ist dieser Felsen ja eine richtige Insel, aber momentan ist Ebbe – und eine ganze Anzahl von Leuten ist nun dabei, den Weg zur Insel zu Fuß zurückzulegen. 

Mittwoch, 25. Oktober 2006: Nakhl – Rustaq – Al-Sawadi

Unsere Tour ins Landesinnere führt am Nakhl-Gebirge vorbei zunächst in das Oasenstädtchen Nakhl (oder auch: Naklah), das wir nach etwa 40 Minuten Fahrt kurz vor zehn Uhr vormittags erreichen.

Berühmt ist Nahkl für seine Festung aus dem 17. Jahrhundert, eine an einem Wadi liegende Burg unterhalb der Berge, strategisch wohl nicht ein mal besonders günstig gelegen und im Ernstfall vermutlich auch schlecht zu verteidigen – aber eben in der Nähe des Wassers.

Auf die Beduinenstämme der damaligen Zeit jedenfalls mag diese Burg schon ihren Eindruck gemacht haben. Noch heute jedenfalls ist sie das mit Abstand mächtigste Bauwerk von Nahkl.

Wir betreten die verwinkelte Festungsanlage durch die hölzerne Tor, die allerdings ein Ergebnis der originalgetreuen Restaurierung aus den 90-er Jahren des 20. Jahrhunderts ist. Dabei besteht dieses Tor – wie die meisten arabischen Festungstore – aus einer großen Flügeltür, die aber gewöhnlich geschlossen bleibt, und in der einen Hälfte dieser Flügeltür dann eine weitere, meist offene Tür, wobei aber dieser Durchlass so niedrig und so schmal ist, dass er jeweils nur von einem Besucher passiert werden kann.

Und für dieses Betreten einer Festung gibt, besser gab es feste Regeln. Die einfachste Möglichkeit wäre sicherlich, sich zu bücken und mit dem Kopf zuerst ins Festungsinnere zu schauen, und dann mit einem Schritt die hohe Schwelle zu übersteigen. Doch wer das tat, riskierte, dass die Türwächter ihm kurzerhand den Kopf abschlagen. Vorgeschrieben war: Der Besucher steigt mit den Füßen über die Schwelle, hält sich mit den Händen am Türrahmen fest, der Kopf bleibt erst mal draußen, so dass er nicht ins Innere sehen kann, während ihn die Wachen nach Waffen durchsuchen.

Im unteren Bereich der ockerfarbenen Burg – ein Anstrich aus einer Paste von Kameldung und Pflanzen – befinden sich die Vorratsräume, vor allem für Datteln, und das kleine Verlies, in den oberen Stockwerken die Wohnräume des Immams, die Räume für die Jungen und die Mädchen sowie für die Frauen. Gemeinsam ist diesen restaurierten Räumen ihre doch karge Einrichtung, wobei sich allerdings in einigen Räumen doch zumindest ein wenn auch kleines Bett findet. Spiegel allerdings gab es nur in dem Raum der Frauen.

Durch die Zinnen der Burgmauern schaut man auf die weitläufige Oase mit ihren Dattelpalmen-Hainen.

Bei der Fahrt zur Thermalquelle von Nakhl sehen wir dann, wie diese Haine von gemauerten Kanälen durchzogen ist, ein jahrhundertealtes bewährtes Bewässerungssystem, das auch die einzelnen in den Hainen stehenden Wohnhäuser mit frischem Wasser versorgt.

Ramadan ist vorbei, wir haben die Tage des Eid-Festes, die sich dem Ramadan anschließen. Und dieses Eid-Fest feiern nun Omanis und die zahlreichen Gastarbeiter aus Sri Lanka, Indien und Pakistan am liebsten mit einem Picknick-Ausflug zu der warmen Quelle, durch die man nun hindurchwatet oder die Kinder planschen lässt.

Am Bergzug Jebel Akhdar vorbei fahren wir nun weiter nach Rustaq, wo ein weiteres Fort, um einiges größer als das von Nakhl, zur Besichtigung ansteht. Immerhin war Rustaq auch vorübergehend Hauptstadt des Oman.

Mit einer Thermalquelle kann Rustaq auch aufwarten: Hier ist diese Quelle aber angelegt als ein großer ummauerter Brunnen, gleich daneben nun auch eine Moschee und, auf der gegenüberliegenden Straßenseite, ein alter Wehrturm.

Auch wenn die Festung von Rustaq größer ist – im Prinzip ist die Anlage ähnlich wie in Nakhl konstruiert, wobei sich hier dazu noch gleich neben der Festung eine – für uns verschlossene – Freitags-Moschee befindet. Die Räume hat man hier allerdings bisher noch leer gelassen, wofür man aber wieder von den Zinnen der Anlage auf die Oase und das nahe Gebirge sieht.

Zurück in unserem Hotel unternehmen wir am späteren Nachmittag einen Spaziergang in das vielleicht 20 Gehminuten entfernte Fischerdorf Al Sawadi. Der Strand liegt voller Boote, wo Fischer gerade ihre Netze flicken, und die Wohnhäuser, meist einfache einstöckige Bauten, reichen bis an den breiten Strand, durch den man hier wie durch eine Sandwüste läuft. Vor den Häusern sitzen verschleierte Frauen und unterhalten sich, die Kinder sprechen uns freundlich an und auf den sandigen Dorfgassen tummeln sich die Ziegen. Nur Geschäfte, Einkaufsmöglichkeiten sind in diesem vielleicht typischen Dorf nicht zu entdecken.

Donnerstag, 26. Oktober 2006: Tauchplätze „Doc’s Wall“ und „Mousetrap“, westliche Daymaniyat-Inseln

Der Tauchplatz Doc’s Wall liegt am östlichen Rand der westlichen Daymaniyat-Inseln, neben der Felsinsel Little Junn Shallow. Doc’s Wall, das ist eine Unterwasserwand in 20 Meter Tiefe, meist steil nach oben ragend, wobei der Taucher beim Passieren zumindest heute ständig von warmen in kalte Strömungen gerät.

Gleich zu Anfang begegnen wir einer großen Muräne, die, wohl auf der Jagd, über den Boden schwimmt, stoßen wenig später auf einen braunen Stachelrochen von vielleicht einem Meter Spannweite, dann auf eine weitere große gescheckte Muräne und schließlich noch auf einige Rotfeuerfische.

Die Mittagspause nehmen wir vor Junn, der größten der westlichen Daymaniyat-Inseln, betauchen danach das westlich davon gelegene Mousetrap, eine Unterwasser-Felslandschaft, über deren Gipfel sich Schwärme von Schnappern und anderen Fischsorten tummeln. Außer einem vielleicht 70 Zentimeter langen Kugelfisch sind aber keine größeren Fische zu sehen. 

Freitag, 27. Oktober 2006: Fanja – Nizwa – Bahla - Jabrin   

Fanja, unser erster Fotostopp auf dem Weg nach Nizwa: Ein kleiner Ort neben der Hauptstraße, gelegen zwischen einem großen Wadi und den Ausläufern des Gebirgszuges Jebel Nahkl, umgeben von Dattelpalmen und an den Rändern des Ortes den befestigten Wehrtürmen – Bilderbuch-Arabien.

In Nizwa halten wir am Tiermarkt, der heute aber wegen des immer noch andauernden Eid-Festes faktisch nicht statt findet. Nur wenige offene Lastwagen stehen mit ihrer lebenden Fracht, meist Kälber, fast unbeachtet auf dem großen Parkplatz vor dem eigentlichen Souq.

Dabei besteht dieser Souq von Nizwa allerdings im wesentlich auch nicht mehr als aus mehreren ziemlich monotonen Markthallen, deren Stände aber fast alle leer sind. Der Fischmarkt beispielsweise ist schon gänzlich zu. In den anderen Hallen, etwa bei den Gewürzen, warten nur einige wenige Händler, meist bärtige Männer in weißen Burnussen, auf vereinzelte Kunden.

Der historische Souq daneben, einige enge Gassen mit Geschäften, ist dafür aber recht hübsch restauriert – wobei sich hier nun vor allem Geschäfte für allerlei Andenken, vor allem Silber- und Keramikarbeiten – niedergelassen haben. Auf den kleinen Plätzen dieses Areals haben sich weißgekleidete Männer zum Genuss der Wasserpfeifen niedergelassen.

Gleich neben dem Souq: Die Festung von Nizwa, auch sie aus dem 17. Jahrhundert, hier aber ausgestattet mit einem Wehrturm, der die anderen alten Festungen, die wir bisher gesehen haben, um einiges überragt, von seiner Gestalt her fast an die römische Engelsburg erinnert

Raffiniert die Wendeltreppe, die zur Plattform dieses Wehrturms führt. In regelmäßigen Abständen waren die Treppen nämlich als – nun mit Holzplatten überdeckte – Fallen angelegt, eine böse Überraschung für jeden, der die Plattform erstürmen wollte.

Und diese Plattform ist noch einmal ihre eigene Burganlage, sogar mit einer eigenen kleinen Moschee. Allerdings: So hoch, wie es von außen den Anschein hat, ist der eigentliche Wehrturm gar nicht. Denn er wird von einer vielleicht knapp zehn Meter hohen Mauer umgeben, zu deren Rundgang drei weitere verschiedene Treppenanlagen führen. Und hier oben, auf diesem schmalen Rundgang standen also in früheren Jahrhunderten die Verteidiger von Nizwa.

Die gut ausgebaute Straße geht es nun vorbei an Bahla und den Resten seiner angeblich 60 Kilometer langen Stadtmauer. Diese Lehmmauer zieht sich nun rissig und bröckelnd durch die einsame Landschaft, dabei aber im Großen und Ganzen noch immer gut erhalten.

Von Baugerüsten umgeben: Das mächtige Fort von Bahla, das gerade rekonstruiert wird und – obwohl schon bald vielleicht Weltkulturerbe – nicht zur Besichtigung freigegeben ist.

Statt dessen besichtigen wir die nur wenige Kilometer entfernte Festungsanlage von Jabrin. Die Besonderheit hier: Jabrin ist nicht nur eine Festung, sondern auch ein kleines Schloss, mit Ornamenten in seinen Türrahmen, mit schmucken Innenhöfen.

Von Jabrin geht nun wieder zurück nach Sawadi.

Samstag, 28. Oktober 2006: Tauchplätze „Police Run“ und „Coral Garden“, östliche Daymaniyat-Inseln

Am „Police Run“ begegnen uns wieder Muränen in unterschiedlichen Größen. Am Boden liegt ein Steinfisch, eine Schildkröte kreuzt unseren Weg. Schwärme von Fischen, die die Heringe aussehen, ziehen an uns vorbei. Solche Fischschwärme fallen vor allem beim Blick nach oben immer, zu den Gipfeln der Unterwasser-Höhenzüge, immer wieder ins Auge. Am Ende des Tauchganges treffen wir noch auf stark gebaute, gut einen Meter lange Trompetenfische.

Im Coral Garden wartet ein auf dem sandigen Boden liegender etwa zwei Meter langer Leopardenhai auf uns. An seiner Seite hat sich ein Schiffshalter eingerichtet, es sich auf seinem Wirtstier dabei regelrecht gemütlich gemacht.

Ganz in der Nähe von diesem ungleichen Paar zieht eine Schildkröte an uns vorbei und schließlich zählen noch das Treffen mit einem Kofferfisch und einem Sepir zu den Begegnungen des Tages.

Sonntag, 29. Oktober 2006: Muscat

Sonntags wie auch Freitags, jeweils gegen 17 Uhr, fährt ein Hotel-Shuttle des Sawadi-Beach nach Muscat. Anmeldung erforderlich – aber mit Anmeldung sollte es dann doch klappen. Nur eben nicht unbedingt pünktlich. Weil dann doch noch nicht angemeldete Gäste mitgenommen werden sollen, geht es erst mit etwas mehr als einer halben Stunde Verspätung los.

Auf der Straße nach Muscat gibt es immer wieder Staus – wir stecken im Berufsverkehr. Dabei sollten die modernen Straßen doch auch für ein größeres Verkehrsaufkommen eigentlich ausreichend sein.

Etwa gegen 19 Uhr halten wir an der Hafenpromenade und dem Eingang zum Souq. Die überdachte Hauptstraße des Basars ist vielleicht etwas weniger frequentiert als bei unserem ersten Basar-Besuch, aber dafür haben wir nun auch etwas Zeit, in den Nebenstraßen zu stöbern, durch die engen Gassen der Altstadt in unmittelbarer Nachbarschaft des Souq zu schlendern. Auch diese Gassen sind „Geschäftsstraßen“, in denen in ihren kleinen Läden die Handwerker, zum Beispiel Schneider, ihrer Arbeit nachgehen.

Gegen 21 Uhr nehmen wir noch einige Kaffees in einem kleinen Restaurant am Haupteingang zum Basar. Für einen arabischen Kaffee zahlt man hier 100 Baiza, umgerechnet 25 Cent.

Montag, 30. Oktober 2006: Tauchplätze „Doc’s Wall“ und „Walid Junn“, westliche Daymaniyat-Inseln

Ein Tag der großen Fischschwärme bei den westlichen Daymaniyat-Inseln: Am Vormittag zunächst wieder bei Doc’s Wall, wo wir förmlich durch solche Schwärme hindurchtauchen, dann aber auch wieder mehrere Muränen sehen und schließlich, auf etwa zehn Metern Tiefe, zwei Schildkröten treffen, vielleicht ein Schildkrötenpärchen.

Auch am Walid Junn bestimmen die großen Schwärme, hier von Brassen, das Bild. Dazu bekommen wir aber auch zwei Rochen zu Gesicht, einen ziemlich großen, der ganz ruhig im sandigen Boden liegt, dann in einer Mulde versteckt einen etwas kleineren. Auf unserem weiteren Weg am Riff entlang sehen wir noch Sepire, die sich wie U-Boote, gerade rückwärts schwimmend, von uns fortbewegen und auch noch eine Schildkröte.

Dienstag, 31. Oktober 2006: Bidiyah – Wadi Bani Khalid

Wieder vorbei an Fanja fahren wir ins Landesinnere, biegen dann bei der Ortschaft Bidbid auf die Straße nach Bidiyah, in die Region des östlichen Hadjar-Gebirges.

Die kahlen Bergketten entlang der Straße scheinen schwarz, manchmal rötlich, und die Ortschaften, die wir passieren, sind allesamt unscheinbare Häuseransammlungen ohne besondere Auffälligkeiten. Doch dafür ist die kahle Berglandschaft um so faszinierender!

Allmählich verändert die Berglandschaft ihre Konturen: Was vor uns liegt, sind nun keine Berge mehr, sondern die hohen Sanddünen der Wahaybah-Wüste.

Bidiyah, das Städtchen, das das Tor zur Wüste darstellt, ist ein unscheinbarer Ort. Aber er muss sich in den letzten Jahren sprunghaft entwickelt haben. Wahie, unser Fahrer, stammt aus der Gegend, und erzählt, dass sein Vater nach Tansania ausgewandert war, weil es früher hier praktisch keine Lebensmöglichkeiten gegeben habe. Heute leben die Beduinen von einst in festen Häusern, zwar klein und immer wieder vom Sand der Wüste zugeweht, aber alle mit Stromversorgung, viele auch mit Telefon.

Und das gilt nicht nur für den Hauptort. Auch die winzigen Dörfer in den Bergtälern um Bidiyah, meist nur aus wenigen Gehöften bestehend, haben ihre Überlandleitungen -und befestigte Straßen, die zu jedem Haus führen.

Aber die Attraktion Bidiyahs ist nun einmal die Wüste selbst, hier die Dünen um die Stadt herum, Dünen, die auch die für die Landrover kaum zu nehmen sind, die aber jetzt zur Achterbahnfahrt ausholen. Immerhin: Um die Natur zu schonen, finden diese Landrover-Fahrten nur auf einem begrenzten Areal in unmittelbarer Ortsnähe statt.

Unser Ziel ist ein "authentisches" Beduinen-Camp, bestehend aus einem Zelt, in der Nähe ein Gatter für die Ziegen, ein anderes Gatter für eine Kamelmutter, die erst wenige Stunden zuvor ein Junges geboren hat. Für uns gibt es im Zelt Kaffee - und als Andenken Tücher, die die Beduinenfrauen zum Kauf anbieten. der nicht verhandelbare Einheitspreis: Zwei Rial.

Von Bidiyah geht es nun nach Osten, zum Wadi Bani Khalid. Allerdings: Ein ausgetrockneter Flusslauf ist das hier nicht. Dieses Wadi ist eher eine Aneinanderreihung von kleinen Seen, umgeben von schroffen Felsen, eine öffentliche "Badeanstalt", die schließlich in einen tiefen Canyon mündet.

Mittwoch, 1. November 2006: Sawadi

Wir verbringen den ganzen Tag am Swimmingpool des Hotels.

Donnerstag, 2. November 2006: Sawadi

Noch ein fauler Tag am Swimmingpool.

Freitag, 3. November 2006: Muscat

Diesmal brechen wir - wieder planmäßig um 17 Uhr - etwas pünktlicher mit dem Hotel-Shuttle nach Muscat auf.

Die Stadt schmückt sich für einen bevorstehenden Feiertag - wohl des Sultans Geburtstag. Die Einfahrtsstraße ist mit Ketten von Glühlampen bestückt, es wehen Fahnen, die wichtigen Bauten, etwa das mächtige Tor der Stadtmauer, sind erleuchtet.

Wir stoppen wieder am Hafen, halten uns aber an die Nebenstraßen des Souq, wo zwischen acht und neun Uhr abends ohnehin alle Geschäfte nach und nach schließen. Die engen Gassen sind durchnumeriert, eigentlich einfach, sich hier zu orientieren, wenn man das System durchschaut hat - und dabei doch so eng und verwinkelt, wie man sich eine arabische Altstadt vorstellt. Abseits der Geschäfte sind nur noch wenige Menschen auf der Straße: Nur eine kleine Moschee hat noch für die Besucher geöffnet.

Samstag, 14 November 2006: Sawadi

Der letzte Vormittag am Hotel-Pool: Am frühen Nachmittag werden wir abgeholt, um die Heimreise anzutreten.

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