Malaysia - Singapur und Sarawak, Sibu und Kapit, Seite 8

Eine Fahrt mit dem Expressboot von Kuching nach Sibu und über den Rajang-River weiter nach Kapit



Anzeige

 





Das Video bei YouTube

Druckversion dieser Seite (PDF)

Anzeige




Von Kuching nach Sibu

Der Hafen für die Expressboote liegt im Industriegebiet von Kuching. Die meisten Fabriken in der Hafengegend sind Sägewerke.
Unser Schiff verfügt über zwei geschlossene Decks für die erste und zweite Klasse. Auf dem Heck kann man zwar nicht im Freien sitzen, aber zumindest eine Weile stehen. Die Air Condition lässt es in der Passagierkabine nämlich so kalt werden, dass schließlich selbst der Regen eine angenehme Alternative ist.
Zunächst geht es über das offene Meer, dann schließlich kreuzen wir in das Delta des Rajang River, des längsten Flusses in Sarawak. Die Schiffe, die hier vor Anker liegen, befinden sich meist in einem so desolaten Zustand, dass sie einen europäischen Hafen kaum verlassen dürften.
In Sarikei legen wir an: Auf den ersten Blick ist das eine aus dem Nichts entstandene Industriestadt.
Hinter Sarikei wird die Fahrt interessanter: Wir sehen die ersten Langhäuser, allerdings nicht die für den Fremdenverkehr bewahrten Iban-Langhäuser, sondern die Unterkünfte der Holzfäller. Überall am Ufer des gelblich-braunen Flusses liegen die Stapel geschlagenen Holzes bereit zum Abtransport. Ab und zu begegnen wir auf dem Fluss Einbäumen, versehen mit Außenbordmotoren.

Nachtmarkt in Sibu

Am frühen Abend erreichen wir endlich Sibu. Gleich neben dem Hafen begrüßt uns ein chinesischer Tempel in seinen roten Farben.
Klicke auf das BildHafen, Stadtzentrum und damit auch das Hotelviertel liegen dicht an dicht. – und ab 18 Uhr breitet sich im Stadtzentrum von Sibu der Nachtmarkt aus.
Dieser Nachtmarkt bietet zwar keine einheimische Folklore, dafür aber das, was für die Einheimischen wirklich begehrenswert erscheint: Gummilatschen beispielsweise gibt es für 2,80 Ringitt, jede Menge Uhren sind im Angebot - alles Plastikware.
Auf dem Markt entdecken wir eine ganze "Straße der Süßigkeiten": Erdnusskuchen, noch warm, dazu andere Kuchen in allen Formen. Das Fleisch, knusprig gebraten, sieht appetitlich aus. In großen Mengen wird auch Schweinefleisch angeboten.
Europäer, zumindest Touristen, scheinen selten nach Sibu zu kommen. Schon auf dem Express-Boot fiel auf, dass wir die einzigen Europäer waren und auch in Sibu entdecken wir kein einziges europäisches Gesicht.

Auf dem Rajang River nach Kapit

Die "Happy Journey" legt kurz vor neun Uhr von Sibu ab. Diesmal hat unser Express-Boot nur eine Kabine, doch zwischen der Brücke und der Passagierkabine sind die Türen des Gepäckraumes geöffnet, so dass wir fast die gesamte Fahrt über im Freien auf den Fluß sehen können.
Klicke auf das BildNach eineinhalb Stunden legen wir zum ersten mal in einem Ort namens Kanowit an. Mit seinen zweistöckigen Häusern aus Stein mutet Kanowit fast wie eine richtige Stadt an.
Die nächsten Stops finden an Holzfällerlagern statt: Einige dieser Lager sind in Langhaus-Form errichtet, aber mit Wellblechdach, andere haben sich zu größeren Dörfern entwickelt. Die meisten Passagiere verlassen die ,,Happy Journey" in einem Camp hinter Song - noch vor Kapit.
Der Rajang River ist ein geschäftiger Fluss. Lastkähne tuckern leer stromaufwärts, stromabwärts kommen uns die rostigen Kähne mit Tropenholz beladen entgegen. Überall schwimmt Treibholz und zwingt den Kapitän der ,,Happy Journey" zu manchem Ausweichmanöver.
Der Dschungel beginnt direkt am Fluss, und etliche Urwaldbäume stehen bereits in dem gelben Wasser. Doch an beiden Uferseiten sind auch die Narben des Tropenwaldes zu sehen: Kahlgeschlagene Hügel, die Erde schwarz, darauf die abgeholzten Stämme, bereit zum Abtransport.
Einige dieser Hügel fangen wieder an zu grünen. Doch Pflanzungen und Bauernhöfe tauchen nur vereinzelt auf, Fischer scheint es hier gar nicht zu geben.

Kapit. Metropole des Dschungels

Gegen Mittag erreichen wir Kapit. Das erste, was wir von der Stadt sehen, sind die Lastkähne, die hier auf ihre Ladung warten.
Klicke auf das BildIn manchen Reiseführern wird Kapit als "Wildwest-Stadt" beschrieben, in der sich die Kulturen der Einheimischen und der Siedler begegnen. Etwas von einer Wildwest-Stadt hat Kapit noch immer sich - doch die Ureinwohner sind weitgehend ins Abseits gedrängt, entweder ins "Reservat" oder in den Slum der Vorstadt.
Das "Iban-Kapit" finden wir stromaufwärts vom Hafen unterhalb des chinesischen Tempels: Eine Ansammlung ärmlicher Bretterbuden, vor denen die Wäscheleinen hängen. In manchen Häusern hängen Heiligenbilder an den Wänden. Die heutigen Iban sind katholisch.
Ebenfalls am Fluss gelegen ist das Fort Sylvia, von "Raja Brooke" 1880 errichtet: Ein einfacher Holzbau, an dem die einzelnen Wasserstände der jeweiligen Überschwemmungen markiert sind. In den 30’er Jahren stand danach das halbe Fort unter Wasser.
Ein Gedenkstein erinnert an die Friedenskonferenz vom 16. November 1924, als die örtlichen Stämme hier ihre bewaffneten Streitigkeiten beilegten.
Ansonsten ist Kapit eine aufstrebende Stadt der Holzindustrie, hat sogar einen Freizeitpark um einen kleinen See, auf dem die Einheimischen Tretboot fahren. Doch der eigentliche Freizeitspaß scheint Motorcrossing auf dem Rajang River zu sein.
Aber um 19 Uhr werden hier die Bürgersteige hochgeklappt - ein verschlafenes Provinznest.


Anzeige