Malaysia - Singapur und Sarawak, Damai, Seite 2

Damai und Santubong - Touristenzentrum mit Kultur-Dorf, Dschungelpfad und Fischersiedlung



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Auf dem Weg zum Strand

Klicke auf das BildVom Flughafen von Kuching, der Hauptstadt des malaysischen Bundesstaates Sarawak, nach Damai Beach, dem neu entstandenen Touristenzentrum am Meer: Die Straße führt am Dschungelgebiet vorbei, keine Siedlung liegt am Weg, zumindest sieht die Gegend unbewohnt aus, dafür gibt es aber Stellen mit den Spuren von Brandrodung. Ein Berg sieht aus wie ein einziger bewachsener Felsen.
Die "Holiday-Inn"-Anlage bildet eine Stadt für sich: Mit mehreren Haupthäusern, dazu Reihenhaussiedlungen, das Ganze aufgeteilt in einen Komplex am Strand und einen Komplex auf dem Hügel.
Die Personalkosten, zum Beispiel für die Pflege der Anlage, dürften sich trotzdem in Grenzen halten: Ein Gärtner verdient hier ganze 300 Ringitt im Monat, also knapp 200 Mark.
Die Anlage selbst ist tadellos in Ordnung, hat aber einen Haken: Sie ist acht Kilometer vom nächsten Dorf und 25 Kilometer von Kuching entfernt. Wenn man also etwas anderes als Touristen und Hotelangestellte sehen will, muss man das Taxi nehmen - und freie Taxis dürfen auf dem Hotelgelände keine Fahrgäste aufnehmen.

Im „Cultural Village“

Aber zumindest gibt es in unmittelbarer Hotelnachbarschaft zwei Gelegenheiten, sich mit dem Land und seinen Bewohnern etrwas vertrauter zu machen.
Das "Sarawak Cultural Village" - 1990 eröffnet - liegt unmittelbar neben dem Holiday Inn. Hier wird zumindest so viel Aufwand getrieben, so dass auch der oberflächliche Tourist bequem einen Einblick in die kulturelle Vielfalt des Landes gewinnen kann.
Klicke auf das BildDas "Dorf" besteht aus sieben "Unterdörfern", jedes im Stil der jeweiligen Bevölkerungsgruppe gebaut, das ganze um einen vermutlich künstlich angelegten See herum: Bidayuh, Iban, Penan, Orang Ulu, Melanau, Malaien und ein chinesisches Bauernhaus.
Klicke auf das BildDie Bezeichnung "Langhaus" trifft dabei nur für den Baustil der Iban zu. Bei den Bidayuh ist die Dorfanlage eher ein Fort, bei dem das Schlafhaus der Krieger den Eingang bildet. In jedem der Häuser sind die Leute dabei, Kunsthandwerk zu produzieren oder Essen zuzubereiten, so dass alles ziemlich authentisch wirkt.
Am beeindruckendsten ist vielleicht das Dorf der Penan, der Waldnomaden aus dem Inneren der Insel. Deren Dorf ist eigentlich keine Anlage, sondern eine lose Ansammlung offener Hütten. Ein junger Mann, vielleicht sogar ein "echter" Penan, zeigt, wie man mit einem Blasrohr umgeht. Tatsächlich fliegt sein Pfeil gut 20 Meter weit und trifft auch die Zielscheibe.
Am Nachmittag findet die obligatorische Show statt, bestehend aus den üblichen folkloristischen Gesangs- und Tanzdarbietungen. Der Penan fällt allerdings etwas aus der Reihe, schießt als Kostprobe seiner Treffsicherheit seine Blasrohrpfeile in die Ballons über den Köpfen der Zuschauer.

Auf dem Dschungelpfad

Zwei Österreicher seien vom Weg abgekommen, dann auf dem Berg herumgeirrt und dabei schließlich einem Orang Utan begegnet. Es sei ein altes Tier, das hier im Dschungel lebe, erzählt Amad, der Betreiber eines kleinen Restaurants fünf Gehminuten vom Hotel entfernt, als einige Tage alte Abenteuergeschichte über "seinen" Santubong Mountain Trek. Ob es wahr ist, ob sich die Österreicher das nur eingebildet haben oder ob Amad die ganze Geschichte einfach nur erfunden hat, um die Bergtour interessanter zu machen - ich weiß es nicht. Und wenn die Geschichte stimmt, ist die Begegnung mit dem Orang sicher gut ausgegangen.
Gegen zehn Uhr vormittags bin ich an Amads "Trek-Cantina", aber der Laden ist heute geschlossen. Es ist auch niemand da, den sonst üblichen Eintritt zu nehmen.
Ein Holzsteg führt den Bach entlang, dann beginnt der eigentliche Dschungelpfad - wobei der Weg rot markiert, mit Hinweisschildern ausgewiesen und im Grunde gar nicht zu verfehlen ist.
Nach zehn Minuten bin ich aber bereits völlig durchgeschwitzt. Denn der "Weg" führt über knochige Wurzeln, und überall haben sich vom Regen aus der Nacht zuvor Pfützen gebildet.
Nach einer halben Stunde, am einzigen "Rastplatz" am Bach angelangt, bin ich der Überzeugung, dass es hier nicht mehr weitergeht. Doch dann entdecke ich eine Bohle, über die man den nächsten Felsbrocken erklimmen kann. Schließlich teilt sich der Weg. Ein Schild weist zum Wasserfall und Dschungeltrek, das andere zum Mountain Santubong.
Ich nehme zunächst den Weg zum Wasserfall, den ich auch tatsächlich - inzwischen völlig durchnässt vom Schweiß - erreiche.
Eigentlich ist der Wasserfall nicht einmal etwas Besonderes: Der Bach stürzt einmal über fünf Meter Tiefe in eine Mulde, bildet dort ein paar Stromschnellen, stürzt dann noch einmal fünf Meter hinab. Aber nach diesem Weg ist man vor allem von Stolz erfüllt, das Ziel erreicht zu haben.
Zurück an der Wegkreuzung entschließe ich mich, dem "Mountain-Pfad" zu folgen. Ein Seil ist an der Steigung zwischen den Bäumen befestigt, gibt halbwegs Halt. Ich schaffe es immerhin bis zum nächsten Baumriesen - und kehre dann um.
Rotbraune Waldameisen, um ein Vielfaches größer als unsere in Europa, ein Lurch oder Salamander und unzählige Schmetterlinge - das sind die Tiere, die ich zu Gesicht bekomme. Obwohl es überall summt, trillert und zwitschert, ist nicht einmal ein Vogel zu entdecken.
Doch in den Baumkronen knackt und raschelt es, und die Äste bewegen sich stärker, als es der Wind verursacht haben könnte. Zwischen dem Grün glaube ich, einen großen braunen Farbtupfer ausgemacht zu haben. Vielleicht ist an der Geschichte mit dem Orang Utan doch etwas dran. Vorsichtig gehe ich Schritt für Schritt den Berg hinunter, und entdecke schließlich auf den Zweigen - ein Eichkätzchen.

Besuch im Fischerdorf Santubong

Klicke auf das BildSantubong selbst ist etwas weiter entfernt, am einfachsten mit einem Taxi zu erreichen.
Wir finden ein kleines Fischerdorf, dessen Häuser auf Stelzen gebaut sind. Die Dorfstraße ist ein Holzsteg, ebenfalls auf Stelzen errichtet. Bei Flut scheint das Wasser direkt unter den Häusern zu stehen. Jetzt jedenfalls liegen die Fischerboote zwischen den Häusern im Schlamm.
Die Leute sind freundlich. Man begrüßt den Fremden mit einem "Hallo" - aber fotografieren lassen sich die Menschen nicht so gerne. Einige zumindest lehnen es direkt ab, als ich sie um Erlaubnis bitte. Vermutlich kommen nur selten Touristen hierher.
Die "Strandpromenade" ist etwas "zivilisierter". Hier führt eine Asphaltstraße entlang, stehen auch die beiden einzigen offenen Läden, die wir entdecken. Bei einer Kaufmannsfrau - sie trägt ein islamisches Kopftuch, ihr Laden liegt auch gleich neben der Moschee - kaufen wir zwei Cola. Preis pro Flasche: 80 Cents. Und: In dem Fischerdorf verkaufen die Frauen Fischkonserven.
Da gerade Ebbe ist, versuchen wir, am Strand entlang zurück zum Hotel zu laufen. Wir kommen an einer bizarren Felslandschaft am Strand vorbei - wobei sich die vermeintlichen Felsen teilweise als abgestorbene Korallen herausstellen. An einem dieser Korallenbrocken hocken Frauen im Wasser und picken mit Drahtstäben Muscheln heraus. Weil allmählich kommt das Wasser zurückkehrt, müssen wir die Strandwanderung allerdings abbrechen, wieder auf die Straße.

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