Malaysia - Singapur und Sarawak, Dschungel-Dörder bei Kapit, Seite 9

Mit dem Boot über den Rajang River und den Sut von Kapit in den Dschungel, zu den Langhaus-Dörfern der Iban und nach Ruma Mikai



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Auf dem Rajang und dem Sut durch den Urwald

Klicke auf das BildZehn Minuten vor sieben Uhr kommt unser Führer für die gebuchte Dschungel-Tour mit dem Mofa zum Hotel. Er lässt sich von einem seiner Söhne bringen. Unser Führer hat viele Söhne, auch schon etliche Enkelkinder. Der Mann heißt Aik Unal, ist 69 Jahre alt, und trägt auf dem Kehlkopf eine Tätowierung, die aussieht wie ein stilisierter Adler.
Zunächst fahren wir mit dem Bus in sein Dorf. Aik lebt mit seiner Familie in Ruma Tuan, dem absoluten Endpunkt der Straße. Das Dorf besteht aus wenigen Holzhäusern, doch das von Aik ist immerhin ziemlich geräumig. Aik besitzt, uns wundert’s kaum, natürlich auch einen Fernsehapparat, wenn auch nur ein Schwarz-Weiß-Gerät.
Klicke auf das BildAik nimmt noch einen Begleiter mit, der als erstes das Boot startklar machen muss: Das Wasser wird aus dem Boot geschöpft, die Geschenke verstaut - dann geht es los.
Der Begleiter, der im Bug sitzt und auf Treibholz und Stromschnellen achtet, spricht die ganze Zeit kein Wort. Und was Aik sagt, ist leider kaum verständlich.
Rund eine Stunde fahren wir stromaufwärts, vorbei an Holzlagerplätzen, Lastkähnen und Holzfällercamps. Der ganze Rajang River wimmelt hier von Treibholz.
Dann biegen wir nach Süden in den River Sut, einen kleinen Fluss, den ich auf keiner Karte verzeichnet gefunden habe. Hier hat die Industrie noch nicht nach dem Dschungel gegriffen. Riesige Baumstämme, von Lianen überwachsen, ranken über das Flussbett, wir sehen Orchideen und rote Hibiskusse.
Die Tiere des Dschungels sieht man nicht, man hört sie. Nur eine Eichkatze können wir in den Ästen am Ufer erkennen, aber dafür schwingt die Luft vom Gezwitscher der Vögel.

Besuch in Ruma Mikai, einem Langhaus der Iban

Wir kommen an etlichen Langhaus-Siedlungen vorbei, bis wir schließlich in Ruma Mikai an Land gehen. Doch dafür müssen wir uns am glitschigen Ufer hochangeln, um endlich den Steg zu erreichen.
Klicke auf das BildRuma Mikai ist ein auf Pfählen gebautes Haus, dazu kommen einige Gemüsebeete und Hühnerställe, schließlich auch ein ebenfalls auf Pfählen errichteter Vorplatz aus Holzbohlen, auf dem die Wäsche zum Trocknen hängt und Hühner nach Futter picken. Dahinter liegt das eigentliche Haus, erst der langgezogene Gemeinschaftsraum, der Flur, dahinter die - abgeschlossenen - Wohnungen.
Klicke auf das BildDie meisten Wohnungstüren sind offen. Auch hier stehen Fernseher in den Zimmern, schmücken Heiligenbilder die Wände.
Die Männer sitzen in kleinen Gruppen auf dem Boden des Gemeinschaftsraums, trinken etwas, das sie als "Iban-Wein" bezeichnen. Getrunken wird viel, und einer der Männer schläft nun am frühen Nachmittag bereits seinen Rausch aus.
21 Familien leben in dem Langhaus; der Plan zur Regelung der gemeinsamen Hausarbeit hängt für jedermann sichtbar im Flur. Das Dorf hat auch eine Schule und eine Krankenstation, erzählen die Männer stolz.
Nur die Iban, so sagen sie, würden in solchen Langhäusern leben. Dadurch sei der Kontakt untereinander enger. Und getrunken, sagen die Farmer und Fischer, würde nur tags über: "Am Abend wird gesungen."
Am Nachmittag fahren wir allerdings schon durch den Regen zurück nach Kapit.

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