Israel- und Palästina-Reise ans Tote Meer und in die Negev-Wüste: Von Ein Boqeq nach  Massada, Ein Gedi, Arad, Jerusalem, Bethlehem, durchs Jordantal nach Jardenit, See Genezareth, En Gev, Kapernaum, Tabgha, und Nazareth

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Israel, Palästina: Ein Bokek, Totes Meer und See Genezareth

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Vom Toten Meer gesehen: Der Kurort Ein Boqeq Die Felsenfestung Massada - oberhalb des Toten Meeres Wasserfälle und Bassins im Nationalpark von Ein Gedi Das Panorama von Jerusalem mit dem Tempelberg

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Szenen von der Klagemauer, dem jüdischen Heiligtum Blick in das Grab Christi - in der Grabeskirche von Jerusalem Am Hauptplatz von Bethlehem - gegenüber der Geburtskirche Jardenit am Jordan - ein Taufplatz der Baptisten

Idyllische Landschaft bei Kapernaum am See Genezareth

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Auf dem Basar von Nazareth, Israels arabischer Stadt

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Beschriebene Orte und Sehenswürdigkeiten: Ein Boqeq (Ein Bokek) - Massada - Ein Gedi - Arad - Qumran - Jerusalem mit Arabische Altstadt, Gethsemane, Tempelberg mit Al-Aqsa-Moschee und Felsendom, Klagemauer, Via Dolorosa und Grabeskirche - Bethlehem mit der Geburtskirche - Jardenit - See Genezareth mit Tiberias, En Gev, Kapernaum, Tabgha - Nazareth mit der Verkündigungskirche

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Dienstag, 22. Juni 2010 – Tel Aviv – Arad – Ein Boqeq (Ein Bokek)

Die Lufthansa-Maschine aus Frankfurt landet – trotz verspäteten Abflugs – kurz nach 15 Uhr Ortszeit, fast wie geplant, auf dem Flughafen von Tel Aviv.

Schon bei der Abreise waren die Sicherheitskontrollen entgegen aller Erwartungen kaum anders als bei anderen Flügen – nur mit dem Unterschied, dass der Flug nach Israel gesondert kontrolliert wurde. Und nun verläuft die Einreise, zumindest für uns mit einem europäischen Pass, nicht minder einfach. Nicht einmal ein bei fast allen Ländern außerhalb Europas übliches Einreiseformular müssen wir ausfüllen. Und von Zoll- oder Gepäckkontrolle ist ebenfalls keine Spur.

Was man vom Flughafen aus von Tel Avis sieht, ist allerdings eine eher hässliche Skyline, deren Hochhäuser an die Trabantenstädte Europas erinnern. Diese Skyline scheint aber wohl auch vor allem für die Trabantenstädte von Tel Aviv zu stehen, nicht den Kern der Stadt zu repräsentieren.

Über den Isaak-Rabin-Highway, eine gut ausgebaute mehrspurige Autobahn, geht es zügig weg von Tel Aviv, zunächst vorbei an einem Industriegebiet. Etwas weiter dann wird links und rechts der Autobahn der Boden landwirtschaftlich genutzt – und man sieht dazu auch eine ganze Reihe von Gewächshäusern.

Schließlich biegen wir auf die Straße zum Toten Meer, passieren auf unserer Weiterfahrt die Negev-Wüste. Dabei ist diese Wüste zunächst einmal nur ein etwas öderer Landstrich, der, so gut es eben geht, wohl etwas bebaut, aber auch als Weideland für die nun häufiger erscheinenden Ziegen- und Schafherden genutzt wird. Dazu begegnen wir auch noch einer kleineren Kamelherde, die auf der spärlichen Weide in der Nähe einer der kleineren Ortschaften weidet. Diese Dörfer machen bei der Vorbeifahrt allerdings einen ziemlich ärmlichen Eindruck – und über zwei dieser Dörfer, an denen wir vorüber kommen, ragt das Minarett einer Moschee empor.

Auffällig an der Beschilderung auf der Straße: Alle Hinweise sind dreisprachig, oben auf hebräisch, dann arabisch und schließlich auch noch auf englisch.

Die einzige größere Stadt, durch die wir in der Landschaft des Negev kommen, ist Arad, auch das eine eher unscheinbare Ortschaft, die offensichtlich in zwei Teile zu zerfallen scheint. Die etwas älter wirkenden zweistöckigen gleichförmigen Häuser liegen auf einem Hügel hinter einer Mauer, so, als wären sie früher einmal Teil eines Wehr-Kibbuz gewesen. Daneben dann befindet sich der neuere Teil von Arad, nicht minder gleichförmige Drei- und Viergeschosser, nur nach Zweckmäßigkeit, nicht nach Ästhetik  auf die Schnelle für die nachziehenden Einwanderer errichtet. Dennoch legt man wohl auch in Arad durchaus Wert auf Ästhetik. Schließlich sieht man in den Parks auch etliche moderne Skulpturen.

Hinter Arad beginnt allmählich der eigentliche Negev, eine Landschaft kahler steiniger Hügel, eine Region, in der nur noch vereinzelt ein grünlicher Büschel dahinvegetiert. Und dazu geht es allmählich, trotz dieser Hügel, allmählich tiefer.

Doch zunächst geht es noch an Sodom vorbei. Mehr als einige weiße Flecken im gelben Fels sind von der Region, die den Namen der biblischen Stadt trägt, von der Straße aus aber nicht zu sehen. Allerdings: Mit dem biblischen Sodom hat der Ort, der hier irgendwo in der Nähe liegt, auch nichts zu tun. Hier wird lediglich Kalk abgebaut.

Dann markieren Höhenanzeigen an der Straße den Standort, den man gerade passiert, erst 0, dann  - 100, schließlich – 200 und – 300. Vor uns liegt das Tote Meer, rund 400 Meter unter dem Meeresspiegel, eingerahmt von den Felsen des Negev, eine spiegelblanke blaue Fläche, unterteilt aber durch schurgerade schmale Sandbänke in fast gleichmäßige Rechtecke. Bis auf das gegenüberliegende jordanische Ufer scheinen diese Straßen durch das Wasser zu reichen, einem Ufer, an das sich gleich die nächste Wüste anschließt.

Unser Hotel, das Lot, befindet sich fast im „Zentrum“ von Ein Boqeq, einem Ort, der lediglich aus einigen Hotels und zwei kleinen Einkaufszentren besteht.

Mittwoch, 23. Juni: Ein Boqeq

Akklimatisierung am Toten Meer: Die Lufttemperatur steigt am Nachmittag auf 41 Grad Celsius, am Himmel ist keine einzige Wolke, doch manchmal bläst ein recht kräftiger Wind sogar die Gummimatten von den Liegen. Abkühlung bringt dieser Wind aber auch nicht, bläst eher heiß ins Gesicht.

Ein Gang ins Tote Meer, auch hier durchzogen von langen Sandbänken, die vom Ufer weg bis weit über die Mitte des Sees, scheinbar bis fast an die jordanische Küste führen, bringt keine Abkühlung. Um ins Wasser zu gelangen, muss man dabei zunächst über die Salzablagerung, die sich am Wasserrand gebildet hat, eine Ablagerung, in der sich manchmal auch größere, scharfkantige Salzklumpen finden. Etwas einfacher ist der Weg ins Wasser hinein an den beiden durch Geländer gesicherte Einstiege zu den Pavillons. Hier hält man sich einfach am Geländer fest, sollte dabei schon darauf achten, sich die Hände nicht an den Salzbrocken aufzureißen, die sich immer wieder an den Geländerstangen bilden.

In jedem Fall sollte man langsam laufen – und die Füße nicht einfach hochreißen. Dann zieht es sie nämlich unweigerlich nach oben, und ehe man sich versehen hat, liegt man flach auf dem Rücken, wo man dann oft genug vergeblich versucht, die Balance zu halten.

Angenehm: Das salzhaltige Wasser umgibt die Haut wie ein ätherisches Öl. Unangenehm: Kleine Ritzungen in der Haut brennen fürchterlich. Und kommt man aus dem Wasser wieder heraus, ist man auch nicht unbedingt frisch – aber in jedem Fall reif für eine Süßwasserdusche.

Am Abend noch ein Gang in die beiden Einkaufszentren, eines, die „Sky Blue Mall“ vom Hotelausgang nach links, das andere, das „Petra“, auf der gegenüberliegenden Straßenseite, unmittelbar neben der McDonalds-Filiale, neben einer parkähnlichen Anlage mit gepflegtem Rasen. Im Angebot der Andenkengeschäfte sind natürlich vor allem alle möglichen Badesalze und Shampoos, alle angeblich mit Mineralien aus dem Toten Meer.

Donnerstag, 24. Juni 2010: Ein Boqeq

Das Lot-Hotel ist ganz auf Kur- und Gesundheitsgäste ausgerichtet. Auf dem Dach über dem neunten Stockwerk befindet sich das „Natur-Solarium“, unterteilt in eine Abteilung für Männer, eine für Frauen und eine Familienabteilung. Dabei besteht dieses Natursolarium aus nichts als den Liegen, die in den einzelnen Abteilungen aufgestellt und nun  am frühen Morgen schon alle belegt sind. Dazu hat man hier oben auf dem Dach des Lot einen schönen Blick über Ein Boqeq, auf die anderen Hotels entlang der Uferstraße und die Felskette, die sich die Küste entlang zieht, auf das Tote Meer und schließlich auch auf das Gebirge auf der jordanischen Seite.

Direkt mit dem Hotel verbunden ist das Medizinische Zentrum für alle möglichen Haut und Gelenkerkrankungen, ein Zentrum, in dem sowohl die Ärzte wie auch das andere medizinische Personal mehrsprachig sind, was auch eine Behandlung auf Deutsch ermöglicht. Dazu gibt es noch einen  Spa- und Fitnessbereich, den man gratis nutzen kann, inklusive der Sauna, des Meerwasser- und des Thermalbeckens. Die medizinischen Massagen, dazu die Moor- und Schwefelpackungen, werden im Medizinischen Zentrum verordnet.

Freitag, 25. Juni 2010: Ein Boqeq

Ein weiter Tag faul am Strand des Toten Meeres.

Samstag, 26. Juni 2010: Ein Boqeq

Am öffentlichen Strand von Ein Boqeq, gleich neben unserem Hotelstrand, herrscht Feiertagsbetrieb. Auch am Hotelstrand des Lot ist es voller als sonst.

Doch am frühen Nachmittag verschwinden die Tagesbesucher bereits wieder, herrscht sogar größere Ruhe als zuvor. In den beiden Einkaufszentren haben zwar einige Läden geschlossen – aber in den meisten Geschäften scheint der Sabbat keine Rolle zu spielen.

Sonntag, 27. Juni 2010: Massada – Ein Gedi

Wenige hundert Meter nördlich von Ein Boqeq ist das Tote Meer zunächst einmal zu Ende, zumindest der südliche Teil davon. Um 7.30 Uhr waren wir mit unserem Reiseleiter Amos zu unserer Tour nach Massada und Ein Gedi aufgebrochen, lassen, nachdem wir noch einige Hotels passiert haben, Ein Boqeq hinter uns – und damit eben auch erst einmal das Tote Meer. Östlich der Straße liegt eine öde Sandfläche, durchzogen von einigen geraden, künstlich Kanälen, dem Anschein nach die letzten Wasserläufe, die die Austrocknung des Toten Meeres hier noch übrig gelassen hat. 

Amos, Sohn deutscher Juden, die vor den Nationalsozialisten geflohen waren, nun mit einer Deutschen verheiratet, erzählt, dass hier vor einigen Jahren noch große Schiffe zwischen dem südlichen und nördlichen Toten Meer verkehrt hätten, doch für den Schiffsverkehr reichen diese verbliebenen engen Wasserläufe bei weitem nicht aus. Und im Grunde ist dieser südliche Teil Roten Meeres bereits jetzt nichts anderes mehr als eine künstlich am Leben erhaltene Lagune. So dümpelt  eines der nun nicht mehr benötigten Schiffe auch wie ein Denkmal auf seinem Sockel auf dem Trocknen, weit weg vom neuen Uferverlauf, vor sich hin.

Aber davor warnen auf der Straße Hinweisschilder vor möglichen Überschwemmungen. Denn wenn es in Hebron oder Jerusalem einen starken Dauerregen gibt, sagt Amos, steigt auch der Spiegel des Toten Meeres, geht der Wasserstand vorübergehend mitunter sogar über die Küstenstraße hinaus. Doch momentan sind die Wadis, die zum See führen, alle trocken.

Dennoch sind wir nach einigen Kilometern wieder an der Küste des Toten Meeres – und schließlich führt auch ein Abzweig in die Berge, der Abzweig nach Massada, der Festung, deren Mauern man sogar von hier unten sehen kann.

Der Aufgang zur Festung beginnt an einer Talstation mit Parkhaus, Restaurant, Andenkenladen und sogar einer vor einigen Jahren gebauten Seilbahn, die nun den schnellste Verbindung auf den Gipfel darstellt. Von der Gondel aus sieht man dann hinunter auf den gewundenen Pfad, den so genannten Schlangenpfad, auf dem sich trotz der bereits aufkommenden Hitze einige Besucher auf den Weg zum rund 400 Meter hohen Plateau gemacht haben. Rund 50 Minuten ist man zu Fuß unterwegs, mit der Seilbahn sind wir nach wenigen Minuten oben – und sehen auf die Ausläufer des nördlichen Teils des Toten Meeres, das hier bei Massada sein Ende findet.

Etwas unterhalb der Seilbahnstation verläuft am Rand des Felsens eine als gerade Linie in den Stein geschlagener Kanal, einer der Wasserläufe, die in der Antike regelmäßig die Zisternen Massadas füllten. Diese Zisternen wiederum wirken von außen beinahe wie natürliche Höhlen, erweisen sich aber beim Hineinschauen als sorgfältig herausgearbeitete säulengestützte Gewölbe.

Rund 600.000 Kubikmeter Wasser waren nach Amos zu Zeiten von König Herodes in diesen Zisternen gespeichert. Und wie das geht, demonstriert Amos an einem Modell, das am Eingang des Palastbereiches steht. Dafür gießt er einen Becher Wasser auf die nachgebildeten Gebirge der Umgebung, durch ein ausgeklügeltes Kanalsystem fließt das Wasser dann in die Zisternen von Massada. – wobei das nachströmende Wasser die Flut auch nach oben drückt, so auch die höher gelegenen Zisternen gefüllt werden können. Der Becher Wasser in dem Modellversuch steht dabei für die winterlichen Regenfälle in Hebron oder Jerusalem, Regenfälle, sie sonst über die Wadis ungehindert ins Tote Meer abgeflossen wären. Nur: Was zu Herodes Zeiten noch 60.000 Kubikmeter waren, die die heute allerdings leeren Zisternen von Massada füllten, sind heute in ganz Israel rund sechs Millionen Kubikmeter, die vor allem für die Landwirtschaft abgezweigt werden, Regenwasser, das nun nicht mehr ins Tote Meer fließt. Wie sehr dieses Wasser dem Toten Meer fehlt, kann man von der Festung aus unmittelbar sehen – mit der Landzunge, die sich südlich von Massada gebildet hat, eine ausgetrocknete Region, die jetzt den südlichen und nördlichen teil des Toten Meeres trennt.

Einen weiteren Becher Wasser füllt Amos nach dieser Demonstration für die Tauben, ein Brauch, dem angeblich alle Reiseleiter von Massada verpflichtet wären. In der Antike jedenfalls gab es nicht nur Tauben, sondern auch richtige Taubenschläge auf dem Festungsplateau, wobei zumindest einer dieser Taubenschläge die Zeiten überstanden hat: ein eigenes Steinhaus mit Nischen, in denen die Vögel untergebracht waren. Vielleicht sind die jetzigen gefiederten Bewohner von Massada ja sogar direkte Nachfahren der Tauben von Herodes.

Einige andere Festungsbewohner bekommt man in den Überresten der alten Badehäuser des Palastes zu Gesicht. Zwischen den Säulen huscht da mitunter eine Stachelmaus herum, ein rattenähnliches Tier, das allerdings ohne Schwanz auskommen muss.

Außer den Stachelmäusen kann man in den Baderäumen aber die noch immer farbenprächtigen Reste der Mosaiken bewundern, Mosaiken, die nur übertroffen werden von den Mosaiken im eigentlichen Palast. Dort das vorherrschende Motiv: die Rosette, das Zeichen des König Herodes. Im Verhältnis zu diesen Werken sind die Mosaiken der immerhin einige Jahrhunderte jüngeren byzantinischen Kirche zwar ebenfalls gut erhalten, aber doch bereits mit verblassenden Farben.

Für Laien kaum als solche erkennbar ist unterdessen die Synagoge von Massada, nun nicht mehr als ein ummauerter Raum mit einigen Säulen und Nischen, allerdings ohne Dach, aber eben doch eine Synagoge, die auch heute noch für Gottesdienste genutzt wird.

Ein Steinhaufen auf dem Plateau erinnert an die letzten Tage von Massada als jüdischer Festung: Die hier zur Pyramide aufgeschichteten Steinkugeln hatten die römischen Belagerer mit einem Katapult in die Bergfestung geschossen. Unterhalb des Felsens von Massada durchzieht immer noch auf der landwärts liegenden Seite eine aus Erde aufgeschichtete Rampe das Tal, jene Rampe, von deren vorderster Stelle die Belagerer die Steinbrocken auf das Plateau schossen.

Bevor wir Massada verlassen, besuchen wir noch bei der Talstation der Seilbahn das Andenkengeschäft.  Zu den interessantesten Stücken, die hier verkauft werden, zählen antike Münzen, alle mit Echtheitszertifikat, angeblich gefunden in Massada. Für umgerechnet rund 500 Euro gibt es beispielsweise hervorragend erhaltene Silbermünzen mit dem Bildnis von Alexander dem Großen – ein Schnäppchen, wenn sie denn tatsächlich echt sein sollten.

Unser nächstes Ziel ist der Naturpark von Ein Gedi, Teil des wohl schönsten Kibbuz von Israel, wie Amos meint. Gleich hinter dem Eingang des Naturparks begrüßen uns einige fast zahme, in jedem Fall gar nicht scheue Murmeltiere. Im Schatten der Bäume haben es sich die Tiere gemütlich gemacht, liegen auf den Steinen, lassen sich den Bauch kühlen – und auch von den Zweibeinern nicht aus der Ruhe bringen.

Zu den Bäumen, die hier wachsen, gehören die Schirmakazien und der Moringa-Baum, an dessen Ästen eine schotenartige Frucht gedeiht, Nahrung für die hier lebenden Antilopen, von denen wir aber keine zu Gesucht bekommen.

Auffällig in der Felswand neben dem Wadi sind die zahlreichen Höhlen, die mit ihren großen Eingängen den Eindruck von allerdings schwer erreichbaren Wohnhöhlen machen. Im Altertum, so Amos, wurden diese Höhlen tatsächlich als Unterkunft genutzt. Schließlich verlief hier eine wichtige Karawanenstraße – und dann soll der Bibel nach hier ja auch noch David gelebt haben, bevor er zum König Israels wurde.

Prägender aber als die Höhlen sind für die Landschaft von Ein Gedi noch die Wasserfälle und unterhalb dieser Wasserfälle die kleinen Becken, in denen man sich meist auch erfrischen kann – und schließlich immer wieder die Murmeltiere, denen der Besucher regelmäßig entlang des Weges am Wasserlauf begegnet, wobei die Tiere nach einem solchen Treffen aber eilig wieder in ihren Felsnischen verschwinden.

Die letzten Meter zu den David-Fällen führen über fast gefährlich glitschige Steine – und das Becken, in das das Wasser hier stürzt, ist wegen Steinschlaggefahr für Badelustige gesperrt. Aber dafür steht man hier nun vor dem höchsten  wie auch höchstgelegenen Wasserfall des Parks, wobei es sogar zwei schmale, aber starke Wasserläufe sind, die hier unmittelbar nebeneinander gut hundert Meter über die Felswand stürzen, um sich dann in dem kleinen Becken zu vereinen.

Vom Naturpark Ein Gedi geht es nun noch zu dem „Botanischen Garten“ des Kibbuz, eigentlich mehr eine in Ufernähe zum Toten Meer gelegene Ferienanlage mit Bungalows, Swimmingpool und Mini-Golf-Platz, aber umgeben von einem Park mit subtropischen und tropischen Bäumen sowie etlichen Kakteen aller Größen. Von der Anhöhe, auf der diese Anlage liegt, sieht man dazu auf eine Schlucht, in der die Palmen wie in einem künstlich angelegten Wäldchen wachsen.

Am Nachmittag sind wir wieder zurück im Hotel, haben noch genug Zeit für ein Bad im Toten Meer.

Montag, 28. Juni 2010: Arad

Unser Ausflug nach Arad beginnt um gegen 8.30 Uhr, soll uns zu so genannten Beduinenmarkt der Provinzstadt führen.

Die Fahrt nach Arad dauert vielleicht eine halbe Stunde, dann hält unser Wagen an der Hauptstraße, direkt gegenüber dem Postgebäude, an dem Platz, an dem Arads Einkaufsstraße und Fußgängerzone beginnt.

Amos macht uns auf die zahlreichen Beduinen mit ihren meist schwarz verhüllten Frauen aufmerksam, die bei der Post stehen. Heute ist auf der Post Auszahltag für die Renten – und die israelischen Beduinen, die angeblich nur selten ein Konto besitzen, lieber über Bares verfügen, holen sich also ihr Geld ab.

Die Einkaufsstraße ist wohl kaum länger als 200 Meter, und besonders viele Geschäfte gibt es hier nicht.  Zunächst ist da ein Straßencafé, eine kleine Boutique für Kleider, ein paar weitere, ebenfalls nicht sehr große Geschäfte, und schon bald endet das alles an einem Platz, der aber gerade eine Baustelle ist. Damit hat man das eine Ende des Zentrums erreicht.

Zum Beduinenmarkt geht es aber noch ein Stück weiter an der großen Umgehungsstraße vorbei. Auch, wenn das Zentrum Arads überschaubar ist, so ist die Stadt doch recht weitläufig. Und dazu ist Arad, so hatte jedenfalls Amos gesagt, die schönste Stadt Israels! Diese Behauptung dürfte aber wohl vor allem dem Lokalpatriotismus geschuldet sein. Tatsächlich sind die Mittelinseln der Straßen alle hübsch bepflanzt, gibt es überall auch Straßenbäume, legt die Stadtverwaltung überhaupt viel Wert auf die Begrünung der Stadt, die wegen ihrer angeblich gesunden Luft auch als Heilzentrum für Lungenkranke fungiert – aber das Stadtbild insgesamt ist doch eher langweilig, geprägt von eintönigen Wohnblocks.

Und auch der Beduinenmarkt ist nicht unbedingt ein Highlight. Unter Planen finden sich einige Obst- und Gemüsestände, dazu einige Stände mit billigen Schuhen und Plastikwaren aller Art, an denen dem optischen  Eindruck nach vor allem die arabischen Einwohner Arads ihren Bedarf decken. In unmittelbarer Nachbarschaft zum Gelände des Beduinenmarktes befinden sich noch einige kleine Marktgassen für Schmuck- und Textilläden, von der Anlage her einem Souk vergleichbar. Am späten Vormittag sind die Geschäfte aber noch geschlossen, und es sieht nicht so aus, als würden sie bald wieder öffnen.

Durch die Einkaufsstraße gehen wir zurück zur Post, dann, auf der anderen Straßenseite, durch eine kurze weitere Fußgängerzone zu Arads modernem Einkaufszentrum, einem einstöckigen klimatisierten Gebäude, wo die Einwohner der Stadt tatsächlich in den Supermarkt im Erdgeschoss strömen.

Gegen Mittag ist unser Ausflug nach Arad beendet, fahren wir zurück nach Ein Boqeq. 

Dienstag, 29. Juni 2010:  Qumran –  Jerusalem – Bethlehem (Palästina)

Zu Skulpturen aufgehäufte Steine an der Straße etwas nördlich von Ein Gedi markieren die alte Grenze zwischen Israel und Jordanien. Kurz dahinter folgt ein Kontrollpunkt, der aber eher ein Verkehrskontrollpunkt als eine Grenzstation ist. Wir halten auch gar nicht an, fahren ohne Stopp in die palästinensischen Gebieten. Von Absperrungen ist hier weit und breit nichts zu sehen.

Kurz hinter dieser Grenze folgt noch ein Kibbuz, wohl einer der ersten, die nach dem Sechs-Tage-Krieg auf ehemaligem jordanischen Territorium errichtet wurden – und nach Amos Darstellung ein Kibbuz, der auch nicht zu den umstrittenen Siedlungen gehört, der vielmehr auch von den arabischen Bewohnern bzw. den hier lebenden Beduinen akzeptiert würde. Dieser Kibbuz am Toten Meer ist allerdings auch die einzige Siedlung in der Gegend.

Kurz vor Qumran markieren zwei Farbstreifen auf dem Fels neben der Straße den Wasserstand, den das Tote Meer noch vor 90 Jahren hatte. Die Straße, auf der wir jetzt fahren, hätte damals noch tief unter Wasser gelegen – und heute liegt das Tote Meer ein gutes Stück von der Straße entfernt, tief unter uns.

Gut sichtbar von der Straße aus sind dafür die Höhlen von Qumran, wobei ein guter Freeclimber zu den nächstgelegenen Höhlen wohl sogar direkt von der Straße aus aufsteigen könnte. Wir haben für einen Halt allerdings keine Zeit, fahren weiter Richtung Jerusalem.

Schon weit vor der Stadt sieht man einige ärmliche Beduinensiedlungen, einfachste Hütten entlang der Straße, wobei aber auch vor den elendsten Behausungen mitunter noch Autos parken. Der Kontrast dazu: Schicke weiße Häuser, offensichtlich Appartementbauten, erheben sich auf den Hügeln von Jerusalem, gebaut aus Naturstein, ein Stadtbild, wie es dem früheren Jerusalemer Bürgermeister Teddy Kollek nach dem Krieg von 1967 vorgeschwebt hat.

Für den Fremden nicht so ganz klar ist allerdings, wo denn nun die israelische Hauptstadt Jerusalem beginnt. Vor einem Tunnel gibt es eine Kontrolle, ein Soldat oder Polizist blickt auch kurz in den Wagen, doch Ausweise oder Pässe will niemand sehen.

Wir fahren durch ein Gebiet, das Amos als „Arabische Altstadt“ bezeichnet. Die Straßen sind eng und krumm, führen über hügeliges Gelände, sind gesäumt von Häusern aus grauem Feldstein. Einige dieser Häuser wirken wie ehemalige Bauernhäuser. Jedenfalls macht dieser Teil der Stadt einen fast ländlichen Eindruck.

Unser Ziel ist ein Hügel, von dem man auf die Stadtmauer der Altstadt mit ihren mächtigen Stadttoren schaut, auf den die ganze Altstadt überragenden Felsendom mit seiner goldenen Kuppel – und auch auf die Baukräne, die die Silhouette hinter der Altstadt dominieren.

Ganz in der Nähe dieses Aussichtspunktes befindet sich der historische Garten von Gethsemane, auch der in Jerusalems erweiterter Altstadt gelegen. Die knorrigen Olivenbäume, die hier in diesem Garten stehen, sollen über 2000 Jahre sein – was nach Erklärung von Amos so aber nicht ganz stimmt. Nicht die Bäume, lediglich ein Teil des Wurzelwerkes weise das biblische Alter auf. Die Bäume selbst würden niemals so alt werden.

Natürlich gehört auch zu Gethsemane eine Kirche, hier eine katholische, in der auch gerade ein Gottesdienst statt findet. Aber das ist in Jerusalem eher normal. Irgendwo ist hier immer ein Gottesdienst.

An einem archäologischen Park vorbei geht es schließlich durch das Stadttor. Die Nischen an der Außenseite der Stadtmauer, die hier Gegenstand von Ausgrabungen und Rekonstruktionen sind, dienten ursprünglich als Wohnungen. Dabei dürften das aber eher Wohnhöhlen für die Ärmsten unter der Stadtbevölkerung gewesen sein.

Unser erstes Ziel ist der Tempelberg mit der Al-Aqsa-Moschee und dem Felsendom. Der Tempelberg-Zugang für Ausländer führt natürlich erst durch eine Sicherheitskontrolle, dann über eine abgeschirmte Holzbrücke, von der aus man auch auf die Klagemauer sieht – und schließlich steht man auf dem von israelischer Polizei, israelischer Grenzpolizei und palästinensischer Polizei kontrollierten Tempelberg. Zumindest die schwer bewaffneten israelischen Polizisten geben sich dabei allerdings weit weniger martialisch, als sie ausschauen, stellen sich auch gern für ein Erinnerungsfoto an der Seite der Touristen zur Verfügung.

Neben den Touristen sind die Besucher des Tempelberges, soweit man sehen kann, ausschließlich arabische Moslems. Für israelische Juden, Reiseführer ausgenommen, so Amos, sei es momentan auch nicht möglich, den Tempelberg zu betreten. Und während die männlichen Moslems wohl direkt in die Al-Aqsa-Moschee gehen um dort zu beten, sind es die moslemischen bzw. arabischen Frauen, die in kleinen Gruppen im Schatten der Gebäude sitzen, so das Bild des Platzes bestimmen.

Die Al-Aqsa-Moschee betreten dürfen wir allerdings nicht – und von außen wirkt sie bei weitem nicht so imposant, wie man es bei ihrem Ruf erwarten dürfte. Eigentlich ist sie nur ein in die Länge gezogener Gebäudetrakt,  der zwar groß und gewaltig, aber auch nicht etwas Besonderes ist.

Vielleicht liegt dieser Eindruck aber auch an der Nähe zum Felsendom, der in der Tat alles in seiner Nachbarschaft unbedeutend erscheinen lässt. Auch den können wir leider nicht von innen besichtigen, statt dessen nur einen Blick in die Kuppel des offenen Pavillons werfen, der wie ein Satellit an seiner Seite steht. Doch das filigran gestaltete Mosaik dieser Kuppel lässt erahnen, was den Besucher im Felsendom selbst erwarten dürfte. So kann man den Prunkbau aus Marmor aber nur umrunden, sich von der schlichten Schönheit seiner klaren Strukturen beeindrucken lassen.

Vom Tempelberg hinunter geht es zu einem schönen Altstadtplatz, der fast ein wenig mittelalterlich-italienisch anmutet – und dann Richtung Klagemauer. Auch zu der geht es wieder durch Sicherheitskontrollen, wobei wir am ersten Kontrollpunkt auch noch zurück gewiesen werden. Der Röntgen-Appararat für die Taschenkontrollen ist gerade ausgefallen.

Männer und Frauen beten an der Klagemauer getrennt – und zwischen dem Bereich für die Männer und dem Frauenbereich ist ein Sichtschutz gezogen. Sich der Klagemauer nähern kann man als Mann nur mit einer Kippa auf dem Kopf. Das wird zwar nirgends explizit gesagt, aber doch eindeutig erwartet – und schließlich kann man sich an einem extra Stand eine kostenlos Kippa nehmen, darf  die nach dem Besuch der Mauer auch behalten.

Die meisten Juden, die hier beten, tragen eine traditionelle Tracht – und es ist geradezu erstaunlich, wie viele Facetten das Judentum hier an seinem zentralen heiligen Platz zeigt. Da stehen Männer mit hellen Umgängen vor der Mauer, andere an schwarzen Hosen, mit schwarzer Jacke und schwarzem Hut, dazu mit langen Seitenlocken, andere, allerdings eine Minderheit, in moderner westlicher Kleidung, aber natürlich mit Kippa.

Links neben der Klagemauer geht es in ein Gewölbe, in dem eine umfangreiche Bibliothek mit religiösen Schriften in den verschiedensten Sprachen eingerichtet ist. Auch hier stehen Männer mit dem Gesicht zur Wand, um zu beten – aber etliche sitzen auch auf den Holzstühlen, um in einem der Bücher, die man frei aus den Schränken nehmen kann, zu lesen.

Nun geht es über die Via Dolorosa zur Grabeskirche – wobei die Via Dolorosa im Unterschied zu Klagemauer und Tempelberg ein nicht abgeschirmter Teil der Altstadt ist, eigentlich eine Basarstraße wie die anderen Gassen der Altstadt auch, nur, dass hier meist steinerne Hinweisschilder die 14 Leidensstationen Christi auf dem Weg zur Kreuzigung markieren. Wegen dieser Bedeutung der Straße sieht man hier auch etwas mehr Geschäfte mit christlichen Andenken als in anderen Gassen, auch mehr erkennbar christliche Pilger, etwa junge Männer in Mönchskluft und mit einem Rucksack auf dem Rücken.

Die Via Dolorosa mündet schließlich in einen nicht einmal sonderlich großen Platz, an dem die Grabeskirche steht – von außen nicht unbedingt sofort als Kirche identifizierbar, eher wie ein aus verschiedenen Bauten zusammengesetzter Festungskomplex wirkend. 

Zu den Ritualen für den gläubigen Pilger gehört es offensichtlich, den noch im Eingangsbereich liegenden Salbungsstein zu küssen. Wer sich hier selbst vor der Steinplatte niederknien und sie küssen möchte, muss zwar auf einen freien Platz warten – aber der Andrang ist doch überschaubar.

Weitaus dichter gedrängt sind die Menschen im nächsten Raum, in der Haupthalle des Komplexes, in der nun, wie als Schrein gestaltet, die Höhle mit dem Grab Christi ist. Eine lange Schlange hat sich um den Schrein herum gebildet, aber die Menschen warten geduldig in der Reihe, bis es an ihnen ist, für einen kurzen Moment den Höhlenraum mit der Grabstelle zu betreten. Zumindest einen Blick kann man auch von außerhalb werfen, auf einen geöffneten Sarg, an dem einige brennende Kerzen stehen.

Man könnte sich in der Grabeskirche womöglich sogar verlaufen, so verwinkelt ist sie mit ihren diversen Treppenaufgängen, die auch keinen logischen Zusammenhang erkennen lassen. Aber einige Stufen hinaufsteigen, dann einen Blick in die Kuppel werfen, erweist sich dennoch als ein kleiner lohnender Abstecher.

Zurück zum Wagen, der außerhalb der Stadtmauer wartet, geht es wieder über die Basarstraßen. Ein kleines Zeichen der israelischen Freiheit: Ein arabischer Basarhändler verkauft T-Shirts mit den Emblemen der PLO – und dazu, gleich daneben hängend, T-Shirts mit dem Schriftzug der Israelischen Verteidigungskräfte.

Der Grenzübergang in das palästinensische Autonomiegebiet ist weit unkomplizierter als  erwartet. Links und rechts des Überganges zieht sich zwar tatsächlich die hohe wie hässliche Betonmauer in die Länge, aber wir passieren die Grenze, ohne dass wir unsere Pässe vorzeigen müssen, überhaupt ohne dass hier jemand einen Blick in den Wagen wirft.

Und auch Bethlehem ist anders als man es erwarten würde. Die Stadt beginnt unmittelbar hinter der Grenze, und fast überall, nicht nur an der Hauptstraße, sieht man eine rege Bautätigkeit. Vor einigen Jahren, so Amos, sei das noch anders gewesen, hätte man den Eindruck einer verfallenden Stadt bekommen. Davon ist nun angesichts vieler neuer Häuser nichts mehr zu bemerken, und entlang der Hauptstraße, in der Nähe der Geburtskirche, müssen wohl auch alle älteren Gebäude in der letzten Zeit renoviert worden sein. Verfall sieht man nicht – auch wenn Bethlehems Hauptstraße mit eher weniger Geschäften, kaum Cafés und Restaurants und nur wenigen Menschen auf der Straße auf ein langweiliges Provinznest schließen lässt.

Hauptplatz und die bedeutendste Sehenswürdigkeit der Stadt, die Geburtskirche, liegen sich unmittelbar gegenüber. Wie schon die Grabeskirche ist auch die Geburtskirche ein eher klotziger Bau, einer Festung nicht unähnlich – und wahrhaft festungsartig mutet dann auch der kleine, bis auf eine niedrige Öffnung zugemauerte Eingang an, vor dem man sich, um hindurchzukommen, erst einmal bücken muss. Das ist hier allerdings keine von den Gläubigen erzwungene Demutshaltung. Mit der Verkleinerung des Einganges wollten die christlichen Hausherren nach der islamischen Eroberung schlichtweg verhindern, dass die Moslems auf ihren Pferden in das Heiligtum reiten.

Dieses eigentliche Heiligtum, die vermeintliche Geburtsstätte Christi, liegt noch unter der Kirche. Steintreppen führen in das Gewölbe – und natürlich herrscht auch wieder großer Andrang vor der Nische, in der das Jesuskind gelegen haben soll, nun behangen mit Öllampen und durch ein Gitter geschützt. Ein orthodoxer Priester wacht darüber, dass hier alles seinen ordentlichen Gang geht.

Wieder geht es eine steinerne Treppe aufwärts, nun nicht zurück in die alte Kirche, sondern in einen schönen , bepflanzten Hof, der zur neuen katholischen Kirche führt. Wie auch an den anderen heiligen Stätten herrscht hier nämlich eine absolute Rivalität zwischen den einzelnen Glaubensrichtungen, was dann eben so weit führt, dass die katholischen Mönche und Priester nicht so ohne weiteres jederzeit und auf jedem Weg in die Geburtshöhle dürfen, sondern sich mit dem zu begnügen haben, was ihnen die griechisch-orthodoxe Kirche zugesteht.

Ein neu eröffnetes Fremdenverkehrsbüro, eine Moschee, einige Andenkenläden – das ist der der Kirche gegenüber liegende Hauptplatz von Bethlehem. In dem geräumigen Restaurant, in dem wir nun zu Mittag essen, sind wir allerdings die einzigen Gäste. Und auch das Souvenirgeschäft an der Hauptstraße, in dem wir uns anschließend noch etwas umsehen, könnte vermutlich einiges mehr Kundschaft verkraften. Vor allem im Angebot: Geschnitzte Krippenspiele in allen Größen, manche zum Preis von einigen hundert Euro – aber sicherlich immer noch preiswert im Vergleich zu dem, was solche Handarbeiten in Europa kosten würden.

Auf unserem Weg zurück kommen wir zunächst nicht mehr über die Grenze: Die Straße ist, wie wir später hören, wegen eines schweren Verkehrsunfalls erst einmal gesperrt – und statt zurück nach Jerusalem zu fahren, müssen wir nun den Weg an Hebron vorbei nehmen.

Dabei kommen wir auch an einigen der umstrittenen jüdischen Siedlungen vorbei: Die bestehen aus eintönigen, fast ärmlich wirkenden Baracken, sehen nach allem anderen als prosperierenden Gemeinwesen, wie es die Kibbuze im israelischen Kernland meist sind, aus.

Auch die Kontrolle bei der Wiedereinreise nach Israel ist eher lässig. Die junge Grenzpolizistin, die meinen Pass kontrolliert, hakt zwar nach, wann wir genau nach Israel eingereist sind, wo wir in den Autonomiegebieten waren – aber offensichtlich kontrolliert sie auch nur uns, weil wir gerade außerhalb des Wagens eine Zigarette rauchen und sie sich wohl irgendwie beschäftigen muss. Diejenigen, die im Wagen geblieben sind, müssen wieder nicht einmal ihre Papiere zeigen.

Am Abend in Ein Boqeq: Nach acht Uhr weht ein heißer Wind, der wie ein warmer Föhn ins Gesicht bläst. Das Thermometer am Strand zeigt immer noch über 40 Grad Celsius.

Mittwoch, 30. Juni 2010: Jardenit – See Genezareth mit Tiberias, En Gev, Kapernaum und Tabgha – Nazareth

Wieder vorbei an Qumran und dem Wadi Kelt passieren wir im Autonomiegebiet die Region von Jericho. Das Land ist grün. Es gibt zwar einige Gewächshäuser, aber auch die sind umrahmt von bebauten Feldern. Alles in allem muss es hier doch recht fruchtbar sein.

Wir passieren ein Straßendorf, das nach Amos Auskunft schlicht Uja heißen soll, ein Dorf, dessen Bewohner sich jedenfalls die Lage an der Durchgangsstraße nutzbar machen. An etlichen Ständen werden Keramiken jeder Größe verkauft, Kitschiges und Nützliches, wobei der Menge nach, die hier angeboten wird, fast das ganze Dorf in der Keramikbranche aktiv sein dürfte.

Am Rande des Dorfes befindet sich der – verwilderte – islamische Friedhof. Gräber sind hier so gut wie har nicht erkennbar, nur einige Steine auf einem Feld. Und kurz darauf kommen wir an den Fundamenten einer frühchristlichen Kirche vorbei, ein Platz, der auch heute noch für christliche Gottesdienste genutzt wird.

Im Jordantal fahren wir kilometerweit an einem Grenzzaun vorbei – der allerdings auch nicht weiter kontrolliert zu werden scheint. Von der Straße aus sieht man zumindest keinerlei israelische Einheiten, aber auch keine jordanischen Truppen. Die Grenze, so Amos, sei schon seit Jahren ruhig, und es gebe auch ein Grenzdorf, das von Beduinen bewohnt sei, die eine Hälfte auf der ehemals jordanischen, nun palästinensischen Seite, die andere Hälfte auf der israelischen Seite. Von diesem Grenzdorf selbst bekommen wir allerdings nichts mit – und von der Grenze auch nicht all zu viel. Es gibt zwar eine Grenzstation – aber wir passieren wieder einmal ohne jede Kontrolle.

Unsere erste Station des Tages ist Jardenit, eine vor allem von Baptisten genutzte Taufstelle. Doch aktuell ist keine Taufe angemeldet, das Areal, eine parkähnliche Anlage, und der große Andenkenladen sind ziemlich verwaist – und der Jordan dümpelt still und fast romantisch vor sich hin. Dafür bekommt man hier aber einen plastischen Eindruck, wie schmal der Jordan ist. Wenn überhaupt, sind es hier nicht viel mehr als zehn, 15  Meter, die zwischen den beiden  Ufern liegen, und besonders schnell scheint das Wasser auch nicht zu strömen. Dafür fühlen sich hier aber auch einige größere Fische wohl.

Wenige Fahrminuten von Jardenit entfernt haben wir den See Genezareth erreicht, durchqueren wir die weitläufigen Ortschaften vor Tiberias. Wir passieren die Ruinen eines alten osmanischen Bahnhofs, kommen an einigen kleineren Badestränden vorbei, befinden uns dann auf der Ostseite, beim Kibbuz En Gev, direkt zu Füßen der Golan-Höhen. 

Vor dem Sechs-Tage-Krieg von 1967, erzählt Amos, wollten die Bewohner eigentlich schon ihren Kibbuz verlassen, weil der Druck und die tägliche Bedrohung durch die syrische Armee kaum noch auszuhalten gewesen wäre. Nun liegen am Ufer des Sees nicht nur die bebauten Felder, sondern sogar etliche Feriensiedlungen mit Bungalows, Spielplätzen und mehr, betrieben von einem offenkundig wirtschaftlich blühenden Kibbuz.

Genau gegenüber liegt nun, auch bis an den See gebaut, Tiberias – was von unserem Aussichtspunkt ausschaut wie ein italienisches Hafenstädtchen.

Die Straße um den See ist schmal, wird nördlich von En Gev auch kaum benutzt, obwohl sie doch in einem tadellosen Zustand ist.  Abseits der Straße liegt eine alte Brücke, nun gesperrt, aber so etwas wie ein militärisches Denkmal: Über diese Brücke rollten 1967 die israelischen Panzer nach Syrien.

Die ganze Region ist fruchtbar, und auf der Höhe von Kapernaum kommen uns auf einem extra Radweg auch einige Radler entgegen. Eine Fahrradstrecke rund um den See Genezareth, das ist eines der neuen Projekte des israelischen Fremdenverkehrsamtes.

Das in der Bibel erwähnte Kapernaum scheint als Ort heute jedenfalls so gut wie gar nicht mehr zu existieren. Es gibt eigentlich nicht viel mehr als eine größere Bootsanlegestelle für die allerdings wenigen Ausflugsschiffe, die man auf dem See verkehren sieht. In der Nähe des Stegs dieser Anlegestelle schwimmen einige Welse, dunkle Prachtexemplare, die sicher über einen Meter Länge erreicht haben.

Wir kosten von der harten Frucht eines Johannisbrotbaumes, laufen dann zu der keine hundert Meter entfernten orthodoxen Kirche. Weit schöner als diese durchaus ästhetische Kirche ist aber noch der parkähnliche, etwas verwildert wirkende Garten, den die Mönche hier geschaffen haben, ein wahrhaft paradiesisch wirkendes Fleckchen Erde. Hier sitzt man an einem Tisch unter einem gewaltigen Ficus-Baum, der wie ein natürlicher Pavillon zum Zentrum des Gartens wurde, über den Weg spazieren die Pfauen, in einem eigenen abgezäunten Bereich gackern einige Hühner.

In Nachbarschaft zu dieser orthodoxen Kirche befindet sich auch noch eine Kirche und ein Kloster der Franziskaner, ein Kloster, dessen Bewohner ebenfalls fleißig Landwirtschaft betreiben.

In einem Restaurant am Seeufer nehmen wir unser Mittagessen, einen so genannten Petrusfisch, recht schmackhaft und auch verhältnismäßig einfach zu essen. Neben dem Restaurant befindet sich noch eine kleine Badestelle, aber gerade ein Badegast ist hier gerade tatsächlich ins Wasser gegangen.

Bei der Ortschaft Tabgha – eigentlich ist auch hier von einer bewohnten Ortschaft nichts zu erkennen – besuchen wir die zu einem Benediktiner-Kloster gehörende Brotvermehrungskirche. Wirklich sehenswert sind in dieser eher schlichten Anlage aber eigentlich nur die farbigen Mosaiken, meist von Tieren, Mosaiken, die um einiges älter als die übrigen Teile der Kirche sein dürften.

Das letzte Ziel des Tages ist Nazareth mit der Verkündigungskirche. Die Stadt selbst wirkt zunächst wie ein zusammen gewürfelter Haufen verschiedener Ansiedlungen auf mehreren Hügeln, fast auf jedem Hügel auch eine Kirche, alles verbunden durch breite Hauptstraßen, aber kein Ort, der irgendwie einen besonderen historischen Kern vorzuweisen hätte.

Wir halten in der Nähe des Basars, der hier aber nur aus wenigen Straßen besteht, in dem es auch kaum Geschäfte für Touristen, sondern fast nur für den Alltagsbedarf gibt. Die Käufer sind beinahe ausschließlich Frauen in arabischer Tracht, keine ohne Kopftuch, und die Touristen, die hier entlang laufen, befinden sich lediglich auf dem Weg zur Verkündigungskirche.

Die ist wieder ein massiver Bau, mit einem archäologischen Grabungsgelände vor dem heutigen Kirchengebäude. Ausgegraben werden hier Funde aus römischer Zeit, aber auch Fundamente aus der byzantinischen Periode.

Entdeckt wurde die Stelle, an der nach der Bibel Erzengel Gabriel Maria die bevorstehende Geburt Jesus verkündete, von der Heiligen Helena, der Mutter von Kaiser Konstantin und, so die Legende, auch Entdeckerin einer ganzen Reihe weiterer heiliger Stätten, zum Beispiel von Christi Grab, den Stationen des Leidesweges und mehr. So gesehen gehen heute fast alle christlichen Wallfahrtsorte in Israel und Palästina auf die Mutter des römischen Kaisers zurück, der das Christentum zur herrschenden Religion des Reiches machte.

Wie auch immer: Nazareths Verkündigungskirche ist nun der zentrale Ort der Marien-Verehrung, und das findet seinen ersten Niederschlag im Hof der Kirche. Die Mauern des Komplexes sind nun eine einzige Galerie von Marien-Bildern von Künstlern aus wohl praktisch allen Ländern der Erde, wobei die meisten Bilder eine fast naive Frömmigkeit ausstrahlen, etliche ihre regionale Herkunft verraten, etwa in Form einer Maria mit japanischen Gesichtszügen, andere Bilder eher zum Abstrakten neigen. Dazu zählt dann auch sicherlich der deutsche Beitrag, ein Marienbild, in dem eine Mauer gemalt ist, Sinnbild dafür, dass der Glaube die deutsche Teilung überwinden würde. Jedenfalls war Deutschland, als dieses Bild entstand, noch geteilt.

In der Kirche findet gerade ein Gottesdienst statt – wobei auch hier die neue Kirche über dem Gewölbe einer weit älteren steht. Und dieses darunter liegende Gewölbe ist nun der Raum des Kirchenchores – und obwohl der Gesang nun aus der Tiefe des Baus kommt, lässt ihn die Akustik des Raumes beinahe von oben erschallen.

Auf dem Weg zurück zum Auto, dass nun in der Nähe des Hauptplatzes steht, kommen wir an verschiedenen Transparenten vorbei, die auch neben solchen Geschäften hängen, die Andenken an die Touristen verkaufen wollen. Auf den Transparenten stehen Koran-Suren, in denen den „Ungläubigen“ die ewige Verdammnis angekündigt wird. Auch wenn Nazareth nicht unwesentlich von den christlichen Besuchern lebt, scheint ein großer Teil seiner islamischen Bevölkerung von diesen Gästen nichts zu halten – und demonstriert diese Ablehnung zumindest geduldet von der Stadtverwaltung und den Behörden auch sehr offen. Erstaunlich: In dem von der Palästinensischen Autonomiebehörde verwalteten Bethlehem hat es solche zur Schau gestellte anti-christliche Haltung nicht gegeben.

Vorbei an Jericho fahren wir zurück nach Ein Boqeq, wo wir noch vor 18 Uhr wieder eintreffen.

Donnerstag, 1. Juli 2010: Massada

Jeweils am Dienstag und Donnerstag findet am Abend die Ton-Licht-Show von Massada statt, zu der wir nun gegen 19.30 Uhr abgeholt werden. Der Weg zur Show - wir hatten die Zuschauertribünen von der Festung aus bereits gesehen - verläuft nun aber nicht am Toten Meer entlang, sondern diesmal geht es über Arad. Schließlich müssen wir in eines auf der Landseite liegenden Täler unterhalb der Festung.

Es ist bereits dunkel, als wir den Schauplatz der Ton-Licht-Show erreichen. Vor dem Gelände stehen einige Holzkarren mit gewaltigen Rädern, wohl Nachbildungen der Wagen, die die Römer bei der Belagerung der Festung einsetzten. Etwas mehr authentische Geschichte gibt es für das Publikum – heute sind eine ganze Reihe orthodoxer Juden erschienen, Touristen dagegen eher weniger – dann zunächst bei dem Schwarz-Weiß-Film über die ersten Ausgrabungen auf der Festungsgelände, dann schließlich bei der Ton-Licht-Show selbst. Da am Eingang Kopfhörer verteilt werden, kann man die nun auch auf Deutsch sowie etlichen anderen Sprachen verfolgen.

Gestaltet ist die Ton-Licht-Show im Stil eines Hörspieles, die Dialoge dabei weitgehend geschrieben nach den Aufzeichnungen des jüdischen Historikers Josephus Flavius, etwa der Dialog zwischen dem jüdischen Festungskommandanten, dem Führer der Zeloten, und dem römischen Feldherren, aber auch als Streit zwischen den Zeloten in der Festung und den jüdischen Frauen, die eben nicht unbedingt bereit sind, sich zu opfern. Einseitig als übermenschliche Helden dargestellt werden die jüdischen Kämpfer hier nicht, und da wird sogar die Frage gestellt, ob sie mit ihrem Verhalten nicht vielleicht gegen das oberste mosaische Gesetz, gegen das Gesetz, unter allen Umständen Leben zu retten, verstoßen haben.

Beeindruckender als dieses Hör-Theater ist allerdings die nächtliche Festung, von der nun immer wieder passend zum jeweiligen Dialog einzelne Teile rot angestrahlt werden. Und dieses Lichtspiel in Rot ist auch um einiges fesselnder als die – tadellos gesprochenen – Texte, vor allem gegen das Finale hin, wenn ganze Lichtsalven gegen den Berg geworfen werden, Darstellung des Geschosshagels aus brennenden Pfeilen und schließlich, wenn die ganze äußere Festungsmauer im flammenden roten Lichtschein untergeht.

Alles in allem dauert die Vorführung aber nicht einmal eine Stunde – wobei uns der Rückweg dann sogar länger als die Show vorkommt.

Freitag, 2. Juli 2010 – Montag, 5. Juli 2010: Ein Boqeq

Wir verbringen die Tage ohne weitere Aktivitäten am Strand, im Toten Meer – und im Spa-Bereich des Kur-Zentrums, im Meerwasserbecken, im Thermalpool und der Sauna.

Interessant: Geleitet wird das medizinische Zentrum von einem jüdischen Israeli, der  auch ziemlich häufig zu Vorträgen und Kongressen nach Europa reist. Sein Stellvertreter ist ein Palästinenser, der in Deutschland studiert und gearbeitet hat, nun aber neben seinem Job in Ein Boqeq auch noch eine Praxis in Bethlehem und eine weitere in Hebron unterhält. In Hebron, so erzählt er, würde er auch wohnen, dann zur Arbeit immer nach Ein Boqeq fahren – wobei er, im Unterschied zu uns, allerdings auch jedes Mal an der israelischen Grenze kontrolliert würde.

Dienstag, 6. Juli 2010: Ein Boqeq – Tel Aviv

Über Jerusalem geht es zum Ben-Gurion-Airport von Tel Aviv. Schon etwas beklemmend: Hinter Jerusalem führt die Autobahn vorbei an Ramallah, durchquert palästinensisches Gebiet – und ist auf beiden Seiten mit Stacheldraht gesichert. Dazu sieht man hier auch die berühmte Mauer das Gebiet durchtrennend.

Im Vergleich zu diesem martialischen Bild sind die Kontrollen am Flughafen unproblematisch und schnell, wohl sogar um einiges schneller als an manchem deutschen Flughafen. Auch, wenn es heißt, man solle in Israel mindestens drei Stunden vor Abflug am Airport sein – die meiste Zeit davon verbringt man dann im Duty-Free-Bereich. Wir jedenfalls passieren lediglich eine ganz normale elektronische Kontrolle, werden dann noch einmal zu einem weiteren Schalter gebeten, wo man uns fragt, ob wir irgendwelche Geschenke mit bekommen hätten, ob wir unser Gepäck auch selbst gepackt und dann auch nirgends mehr unbeaufsichtigt haben stehen lassen, beantworten also die üblichen Sicherheitsfragen mit den üblichen Antworten, unser Gepäck wird noch einmal mit einem Scanner überprüft – und das war es dann. Witzig: Der Scanner hat durch den Koffer hindurch sogar den Salzklumpen erkannt, den wir aus dem Toten Meer mitgenommen haben. 

Kompliziert wird es jedenfalls dann erst wieder im Flieger. Zwei Stunden sitzen wir in der Maschine, bevor sie abheben kann. So lange gibt es, warum auch immer, erst einmal keine Starterlaubnis mehr für Maschinen nach Europa. Für uns heißt das dann auch zwei Stunden Verspätung in Frankfurt – und eine zusätzliche Nacht dort im Flughafen-Hotel.

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