Bali, die hinduistische Enklave in den Kleinen Sunda-Inseln, regte schon immer die Phantasie europäischer und amerikanischer Künstler an.

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Indonesien - Kleine Sunda-Inseln Bali, Lombok, Gili Air: Götter, Reis und Vulkane in den Regenwolken

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Balinesische Tänzerin - jede Geste ist genau einstudiert Barong-Tanz - ein Ausflug in die hinduistische Götterwelt Tanah Lot - ein Tempel auf einem Felsen im Meer Die Reisterrassen von Pupuan - Wunderwerk der Agrikultur
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Reisanbau, Reisernte bestimmen das Leben auf Bali Rambitan - ein "Museumsdorf" im Süden von Lombok Büffelherde - gesehen im Süden von Lombok Kuta Beach - ein einsamer Strand im südlichen Lombok

Gesehen im Norden von Bali: Ein Tempel im Reisfeld

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Nur auf Bali anzutreffen: Ein Schwarzer Affe

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Reiseroute und beschriebene Orte: Abu Dhabi - Singapur  - Bali: Kuta Legian (mit Tour zum Kintamani) - Tanah Lot - Mengwi - Marga - Baturiti - Bedugul - Gigit - Singaraja - Lovina Beach - Banjar - Pupuan - Legian - Lombok: Lembar - Mataram - Senggigi - Sukarara - Penujak - Rambitan - Kuta Beach - Bangsal - Gili Air - Bali: - Denpasar - Barat National-Park - Singapur

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  Mittwoch, 8. März 1995: Berlin - Abu Dhabi

Um 16.30 Uhr startet die Maschine der Garuda-Airline vom Flughafen Schönefeld, gegen 22.30 Uhr MEZ, allerdings 1.30 Uhr früh Ortszeit, legen wir einen zweistündigen Zwischenstop auf dem Flughafen von Abu Dhabi ein.

Wir nutzen die Zeit für eine Besichtigung der Duty-Free-Halle: Ein zweigeschossiger Bau mit einer riesigen Säule, die die als Sternenhimmel angelegte Kuppel zu halten scheint. An den Verkaufsständen und in den Läden werden vor allem Kristallwaren, Kamele, Moscheen, offenkundig relativ preiswert, angeboten.

In einer Nische stehen diverse Pokale: Auszeichnungen verschiedener Marketing-Wettbewerbe für die gelungenste Duty-Free-Anlage. Die Auszeichnungen scheinen mir verdient.

Donnerstag, 9. März 1995: Singapur - Kuta Legian (Bali)

Gegen 6.3O Uhr MEZ, also 13.30 Uhr Ortszeit, haben wir die nächste Zwischenlandung in Singapur. Vorher waren wir über mehrere kleine Inseln geflogen, über Bohrinseln und über zahlreiche Schiffe, die den Hafen von Singapur anlaufen.

Der internationale Flughafen von Singapur blitzt vor Sauberkeit. Der ganze Boden ist mit Auslegware bedeckt. In den Hallen befinden sich zwei künstlich angelegte Wasserfälle, davor Blumenschmuck, der, wie ein "Gärtner" sagt, jede Woche erneuert wird.

Der ganze Duty-Free-Bereich misst wohl mehrere Fußballfelder - und ist eine einzige Nichtraucherzone. Ein einziges "Raucherzimmer" ist auf dem ganzen Flughafen zu finden.

In den Geschäften gibt es Foto- und Videoartikel, vom Preis, so mein Eindruck, allerdings nicht sehr vom Angebot in Deutschland verschieden, dazu Parfüms, Alkohol, Leder und Gold.

Um 17.45 Uhr Ortszeit soll es mit einer neuen Maschine direkt nach Bali weitergehen. Unsere Abflugzeit wäre nach MEZ also 10.45 Uhr. Die Maschine, die uns nach Singapur brachte, fliegt nach Jakarta weiter.

Um 20.15 Uhr Ortszeit, es ist 13.15 Uhr MEZ, also nach gut 20stündiger Flugreise, landet die Maschine auf Bali, Denpasar Airport. Die Abfertigung geht zügig; nach einer knappen Stunde ist alles erledigt.

Ein Bus bringt uns ins Balisani-Hotel von Kuta. Der erste Eindruck von Kuta: Ein Restaurant, ein Souvenirgeschäft neben dem anderen. Der Strand liegt direkt an der Hauptstraße, und am Strand haben sich die Imbissbuden aneinandergereiht. Kuta erscheint als Touristenzentrum, das zumindest baulich allerdings noch nicht von den großen Hotelanlagen zerstört ist.

Auch das Balisani ist ein Bau im traditionellen Stil, errichtet vor allem aus Holz und Bast.

Freitag, 10. März 1995: Kuta/Legian (Bali)

Am Vormittag unternehmen wir einen Spaziergang durch Legian, das zur Touristenregion Kuta gehörende "Dorf", in dem unser Hotel liegt. Als Besonderheit fällt auf: Vor den meisten Häusern, auch den Restaurants und Geschäften, stehen kleine Plastikschüsseln mit Blütenblättern. Die Dächer haben zum Teil tempelartige Aufbauten.

Ansonsten dreht sich hier alles um den Tourismus. Für 20.000 Rupien pro Person buchen wir bei einem örtlichen Tourenveranstalter für Samstag die "Vulkan-Tour".

Der Strand liegt rund 200 Meter von unserem Hotel entfernt. Es ist tatsächlich weißer Sandstrand, aber nicht sehr breit. Die Wellen sind zwar ideal für Surfer, aber leider nicht für Schnorchler.

Lästig: Ständig werden wir wegen Massage, Maniküre oder Uhrenkauf angesprochen. Eine Masseurin, angeblich 28 Jahre alt und Mutter von vier Kindern, behauptet, sie hätte das "studiert".

Harry, der Mann, der hier für 10.000 Rupien die Sonnenschirme verleiht, kommt, wie er sagt, aus Sumatra. Dort lebte er noch als Reisbauer.

Um 17 Uhr starten wir zur Kechak-Tanzveranstaltung in einem kleinen Dorf bei Denpasar. Male holt uns mit seinem Taxi vom Hotel ab.

Das Dorf, in das wir fahren, macht einen wohlhabenden Eindruck. Überall sind Reisfelder; dazu werden Rinder gehalten. Neben dem Theater steht ein Hindu-Tempel. Ein Schild macht darauf aufmerksam, dass Frauen während ihrer Periode den Tempel nicht betreten dürfen. Ich frage einen alten Mann, ob ich fotografieren darf, verstehe, dass er "Ja" sagt, aber das erweist sich als Missverständnis.

Dem Männerchor des Kechak-Tanzes wird eine hypnotisierende Wirkung nachgesagt. Erst wirkt das monotone "Chat-Chat" auf mich lediglich wie nervtötendes "Zickezacke" - aber dann kann auch mich der hypnotischen Wirkung tatsächlich nicht mehr entziehen.

Einschließlich Abendessen kostete uns der Ausflug 29 US-$.

Samstag, 11. März 1995: Kintamani (Bali)

Die Vulkan-Tour nach Kintamani erweist sich als "Kaffeefahrt" auf balinesisch. Drei Geschäfte - eine Silberschmiede, eine Holzschnitzerei und eine Gemäldega1erie - werden angefahren, aber weil aus unserer sechsköpfigen Reisegruppe niemand etwas kaufen will, sind wir statt wie geplant um 17 Uhr bereits um l6 Uhr wieder in Legian.

Die Stationen, die wir außer den Läden noch angefahren haben:

Ein Theater mit Barong-Tanzvorführung, danach die heilige Elefantengrotte in Goa Gajah (in der Höhle ist außer den Statuen in den Nischen allerdings nichts zu sehen) und schließlich den Vulkan Kintamani.

Aus der Ferne glaube ich, tatsächlich Rauch über dem Vulkan auszumachen. Aber wegen des bewölkten Himmels und des ständigen Regens ist die Sicht sehr schlecht. Bei gutem Wetter muss diese Aussicht aber wirklich beeindruckend sein!

Kein Dorf, durch das wir kommen, ist ohne Tempel, meist sind es sogar mehrere auch in den kleinsten Ortschaften.

In den zahlreichen Kanälen waschen die Frauen ihre Wäsche.

Sonntag, 12 März 1995: Tanah Lot - Mengwi - Marga - Baturiti - Bedugul - Gigit - Singaraja - Lovina Beach (Bali)

Morgens um neun Uhr holt uns Male vom Hotel ab.

Als erstes fahren wir nach Tanah Lot, ein Tempel auf einem Felsen im Meer. Der Strand ist schwarze Lava. Für 1000 Rupien dürfen wir in einer Höhle am Strand eine schwarzweiß gestreifte heilige Schlange bewundern.

Danach fahren wir zum "Tempel der königlichen Familie" in Mengwi.

Male, unser 37jähriger Fahrer, berichtet uns, dass jedes Dorf mindestens drei Tempel hat - jeweils einen für Shiva, für Brahma und einen für Vishnu. Dazu kommen dann aber noch für jedes Haus die jeweiligen Ahnentempel. Tatsächlich sehen manche Dörfer eher wie Tempelanlagen als wie bäuerliche Siedlungen aus.

Heilig sind den balinesischen Hindus aber auch die Affen. Unser nächstes Ziel ist deshalb auch der Affentempel bei Marga. Rund 300 Rhesusaffen, aufgeteilt in drei Großfamilien, lassen sich hier von den Touristen füttern und von den Einheimischen anbeten.

An den Reisterrassen von Baturiti geht es nun vorbei durch die Berge zum Wassertempel von Bedugul. In 1300 Meter Höhe liegen hier die Wolken so tief, dass von dem Tempel im See nur schemenhafte Umrisse zu erkennen sind.

Beim heiligen Wasserfall von Gigit regnen wir schließlich völlig ein.

Als nächstes kommen wir durch Singaraja, die alte Hauptstadt mit dem Löwendenkmal auf ihrem Hauptplatz, und erreichen schließlich am Abend den schwarzen Lavastrand von Lovina Beach.

Montag, 13. März 1995: Lovina Beach - Banjar - Pupuan - Legian (Bali)

Morgens um 6.30 Uhr stechen wir mit einem Auslegerboot in See, kreuzen rund zwei Stunden vor dem Strand - aber die "versprochenen" Delphine lassen sich nicht blicken.

Gegen 11 Uhr brechen wir auf, zunächst zum buddhistischen Tempel von Banjar. Die Statuen, so erläutert unser buddhistischer Führer vor Ort, stammen alle aus Thailand. Die Gesamtanlage wirkt viel klarer strukturiert als die der hinduistischen Tempel, die wir bisher auf Bali gesehen haben.

45 Grad soll die Wassertemperatur in den warmen Quellen betragen, die wir anschließend besuchen. Einige Leute baden gerade in den Quellen - obwohl es wieder einmal in Strömen gießt. Mit der Rücksichtnahme von Touristen auf die einheimischen Gebräuche scheinen die Balinesen keine guten Erfahrungen gemacht zu haben: "Nackt baden verboten" betont ein Hinweisschild ausdrücklich.

Immerhin sind die Balinesen so schamhaft, dass sie selbst die Statuen ihrer Götter an den entscheidenden Stellen mit Tüchern verhüllen!

Über die Reisterrassen und Tabakfelder von Pupuan geht es nun zurück nach Kuta/Legian. Für 500 Rupies kaufen wir bei einem fahrenden Kiosk balinesische Suppe. Das Rezept: Nudeln, ein Ei, Erdnüsse, dazu Fleischklößchen.

Male ist seit 14 Jahren Taxifahrer, bekommt 180.000 Rupien im Monat, ernährt davon sich, seine Frau, einen achtjährigen Sohn und eine eineinhalbjährige Tochter. Bevor er Fahrer wurde  arbeitete er auf dem Reisfeld seines Vaters. Nun hat sein Bruder das Reisfeld geerbt, der von der Ernte eines Hektars seine ganze Familie ernährt. Bei drei Ernten im Jahr kommt er auf 9000 Kilogramm Reis, genug, dass die Familie davon leben kann. Trotzdem sei er als Taxifahrer besser dran, meint Male.

Geerntet wird der Reis übrigens, wenn die Stauden gelb geworden sind. Nach der Ernte muss das Feld bis zur nächsten Aussaat dann erst einmal einen Monat lang ruhen.

Dienstag, 14. März 1995: Legian (Bali)

In der Nacht hatte ich einen Grippeanfall. Nun verbringen wir den ganzen Tag am Hotel-Swimmingpool.

Mittwoch, 15 März 1995: Lembar - Mataram - Senggigi (Lombok)

Kurz vor sieben Uhr brechen wir vom Balisani auf, stechen dann gegen neun Uhr vom Bonua-Hafen aus in See.

Die zweistündige Überfahrt mit dem Luftkissen-Express nach Lombok führt an kleinen Inseln mit Buchten aus weißen Sandstränden vorbei.

Gegen 11 Uhr erreichen wir Lembar, den Hafen von Lombok, gelegen in einer fast ganz umschlossenen - und damit hervorragend geschützten - Bucht.

Abgeholt werden wir von Dan, einem 23jährigen Jurastudenten, der nun in den Ferien bei "Bali-Vacanza" jobbt. Dan wird uns die ganze Zeit auf Lombok begleiten.

Wir fahren eine gut ausgebaute Straße nach Norden. Es ist die Zeit der Reisernte, und auf der Straße liegen überall Tücher ausgebreitet mit Reis, der nun in der Sonne trocknet.

Wir kommen durch die Inselhauptstadt Mataram, einer Stadt mit weiß getünchten Häusern, die einen arabischen Eindruck hinterlassen.

Hinter Mataram passieren wir einen chinesischen Friedhof.

"Auf Lombok sieht man auch Bali. Aber auf Bali sieht man nicht Lombok," sagt Dan. Damit meint er wohl, dass Lombok viel multikultureller als Bali ist.

Unser Hotel liegt in Senggigi, hundert Meter vom Strand entfernt. Der weiße Sandstrand zieht sich über Kilometer hin. Ein erster Schnorchelausflug zeigt: Selbst hier in unmittelbarer Nähe der Strandhotels sind noch die Ausläufer der Korallenbänke zu sehen.

Am Strand entlang wandern wir die zwei Kilometer zum Tempel von Bolong. Einige Fischer gehen jetzt am Nachmittag ihrer Arbeit vom Strand aus nach. Ein Ho1zfisch wird ins Wasser gelassen - und wenn der Mann Glück hat, beißen die Fische in die an dem Holzstück befestigten Köder.

Ein Hinweisschild am Seetempel von Batu Bolong: "Wer den Felsen beschreibt, ver1etzt uns." Offensichtlich hat man hier bereits Erfahrungen mit spray-wütigen Reisenden gemacht.

Trotz Touristen: Ein etwa 50 Jahre alter Einheimischer erinnert uns daran, wo wir uns befinden. Höflich, aber bestimmt, fordert er uns auf, Platz zu machen: "Sorry, I want to pray."

In einem Strandcafé erzählt uns der Kellner Keko Rama - er ist 22; sein Vater stammt aus Bali, wofür ihn die anderen als Zugereisten necken - die Legende von Kuta Beach im Süden Lomboks: Ein wunderbarer Prinz, umworben von drei Prinzessinnen, konnte sich nicht entscheiden - und verwandelte sich deshalb in einen Fischschwarm.

Donnerstag, 16. März 1995: Sukarara - Penujak - Rambitan - Kuta Beach (Lombok)

Zunächst fahren wir die gleiche Strecke wie am Tag zuvor zurück, biegen dann bei Mataram in Richtung in Richtung Südosten ab.

In Mataram kommen wir diesmal dabei auch durch das Regierungsviertel - eine breite Straße mit Gouverneurspalast, Banken etc.

In Sukarara besuchen wir eine Batik-Weberei. Sechs Wochen lang sitzen die Frauen für einen Sarong oder einem großem Tuch am Webstuhl. Im Alter von sieben Jahren bereits fangen sie an, die dafür nötigen Muster zu lernen. In der Erntezeit geht der Reis dann aber doch vor. Darum ist heute hier auch nur wenig Betrieb.

Unseren nächsten Stop machen wir in Penujak. Hier werden Keramiken angeboten. Die Kinder wollen Keramikpfeifen zu 1000 Rupien verkaufen, bieten dann, weil sie bei uns kein Glück haben, drei Stück zum Preis von einer an.

Rambitan ist tatsächlich ein Museumsdorf mit dreihundert Einwohnern. Die Hütten sind aus Bast und Bambus, der Boden aus Lehm gestampft. Eine Hütte besteht aus jeweils zwei Räumen. Der hintere, abgeschlossene Raum, in dem sich auch die Kochnische befindet, wird von der Frau und den Töchtern bewohnt, der vordere, luftigere Raum ist für den Mann und die Söhne.

Die anderen Dörfer hier im Süden von Lombok unterscheiden sich von Rambitan lediglich dadurch, dass keine Touristenströme hindurchwandern und ab und zu auch einige Häuser aus Stein gebaut sind.

Das Leben im Museumsdorf scheint aber vom hiesigen Alltag nicht weit entfernt zu sein. Übrigens muss man auch in Rambitan vorher fragen, ob die Menschen sich wirklich fotografieren lassen wollen. Alle Bewohner sind jedenfalls nicht damit einverstanden, als Touristenattraktion herzuhalten.

Ein Bild von der Straße: Nackte Kinder baden in den Kanälen oder Tümpeln, Wasserbüffel suhlen sich im Schlamm.

Schließlich erreichen wir den Strand von Kuta. Grüne Hügel erheben sich über dem weißen Strand, das Wasser ist klar und blau, misst bestimmt über 30 Grad.

Allerdings: So einsam kann kein Strand sein, dass es nicht auch bettelnde Kinder gibt. Erst wollen sie Kokosnüsse, Ananas oder sonst irgend etwas für 1000 Rupien verkaufen, begnügen sich dann aber doch auch mit hundert geschenkten Rupien.

Dan, so sagt er, verdient in den Ferienmonaten 80.000 Rupien. Sein Vater ist Reisbauer aus dem Südosten, hat noch vier andere Kinder, verdient zwischen einer und zwei Millionen Rupien im Monat, seine Mutter kommt im Krankenhaus auf 250.000 Rupien. Mir scheinen diese Verdienstangaben entweder maß1os übertrieben - oder Dans Vater zählt schon zu den Großgrundbesitzern.

Freitag, 17. März 1995: Bangsal (Lombok) - Gili Air

Am Vormittag lernen wir im Hotel Abu Bakar, Dans Chef von "Bali Vacanza", kennen. Abu Bakar ist als Seemann fünf Jahre lang auf einem Frachter gefahren, spricht nun als Folge davon auch ein recht ordent1iches Deutsch.

Die Küstenstraße fahren wir in nördlicher Richtung nach Bangsal, zum "Hafen" für die Auslegerboote zu den drei kleinen Nachbarinseln. Auf dem Weg zu dieser "Hafenstadt" kommen wir an kleinen Fischerdörfern und menschenleeren Buchten vorbei. Die meisten der Fischerhütten stehen auf Pfählen.

Die Überfahrt von Bangsal nach Gili Air dauert nicht einmal eine halbe Stunde.

Eine Hafenanlage im eigentlichen Sinn hat Gili Air nicht. Der weiße Strand, der sich um die ganze Insel zieht, reicht für eine sanfte Anlandung völlig aus.

Der Vormittag gehört dem Schnorcheln. In Ufernähe schwimmen kleine, fast ganz durchsichtige Quallen, die bei Berührung ein leichtes Brennen auf der Haut verursachen. Nach zehn bis 15 Metern beginnen dann die Korallenbänke in blau, braun und grün, durchzogen von Fischschwärmen.

Am Nachmittag unternehmen wir mit dem Timodo, einer einspännigen Pferdekutsche, eine Inselrundfahrt. Während die 2000 Einwohner ihr Dorf in der Inselmitte haben, gehört der Küstenstreifen den Bungalowanlagen, die für die Touristen errichtet wurden.

Zurück in Bangsal fahren wir auf der Bergstraße durch das Inselinnere nach Lembar. Dabei kommen wir durch richtigen Bambusdschungel, füttern am Straßenrand die Java-Affen mit Erdnüssen, passieren Dschungeldörfer, die sich kaum von dem Museumsdorf Rambitan unterscheiden.

Gegen 17 Uhr stechen wir in Richtung Bali in See.

Samstag, 18. März 1995: Denpasar (Bali)

Die Taxifahrt nach Denpasar kostet einschließlich Sightseeing 45.000 Rupien. Vom Sightseeing haben wir aber nicht soviel wie erwartet: Wegen eines hinduistischen Feiertages bleibt das Museum geschlossen.

Statt dessen sehen wir uns zunächst das Kaufhaus an: Schuhe, Sandalen kosten um die 15 Mark, die Preise für Markenartikel wie Adidas sind ebenso wie in Deutschland.

Denpasar ist im wesentlichen zweistöckig bebaut; in Ermangelung von Straßenbäumen werden überall Blumentöpfe mit Tropenpflanzen aufgeste1lt. Die Stadt macht einen durchaus sauberen Eindruck.

Der eigentliche Markt ist in einem zweistöckigen Gebäude untergebracht; davor steht ein Tempel - eher ein größerer Schrein -, in dem die Marktfrauen ihre Blumenopfer spenden. Vor der Markthalle sind die Blumen- und Obststände, im ersten Stock gibt es Gemüse und Gewürze, im zweiten Stock die Textilien.

Anschließend besuchen wir den Tiermarkt. Viele junge Hunde sitzen in Käfigen, aber auch Hühner - und jede Menge Affen.

Sonntag, 19. März 1995: Barat National Park (Bali)

Für die 150 Kilometer bis zum Nationalpark im Nordwesten Balis benötigt unser Taxi von Legian aus rund drei Stunden.

Norman, unser 40jähriger Fahrer, hat einen eigenen Wagen und nimmt für die komplette Tour 50 US-$. Irgendwo auf halber Strecke hält er an einem im Reisfeld stehenden Tempel an, um zu beten.

Gegen 11 Uhr erreichen wir schließlich den Park. Der Eintritt beträgt einschließlich Führerlohn 25.000 Rupien.

Wir waten durch mehrere kleine Flussläufe; der Boden ist feucht, das Gestrüpp dicht. Ein Reh bekommen wir zu sehen, dazu eine Reihe grauer Java-Affen.

Es sind die gleichen Affen, die sonst an der Straße sitzen und auf Erdnüsse warten. Aber hier im Dschungel sind sie menschenscheu und verschwinden sofort, wenn man sich ihnen nähert.

Eigentlich halten wir Ausschau nach einem Schwarzen Affen. Aber der Führer meint, dass es dafür schon zu spät wäre. Der Schwarze Affe lebt auf Bäumen, zieht sich aber mit der einbrechenden Mittagshitze zurück, sagt unser Guide. "He dislikes the sun."

In einem Mini-Zoo bei Negara bekommen wir dann neben Krokodilen und einem altersschwachen Löwen dann doch noch ein Exemplar der nur auf Bali lebenden Schwarzen Affen zu Gesicht. Wenn man sich dem Tier nähert, könnte man fast meinen, dass es ein richtig menschliches Gesicht hat.

Montag, 20. März 1995: Legian (Bali)

Wir verbringen den letzten Tag am Strand von Legian. Am Vormittag ist die Flut zurückgegangen, und wir wandern nun am Strand entlang rund fünf Kilometer bis zum Balisani-Suite-Hotel. Da die Flut allmählich zurückkommt, reicht das Wasser an manchen Stellen aber bis unmitte1bar an die Strandbefestigungen.

Je weiter man vom eigentlichen Ort wegkommt, desto sauberer wird der Strand - und die Zahl der lästigen Strandhändler nimmt deutlich ab.

Am Nachmittag ist wieder Ebbe. Das Wasser hat sich gut 50 Meter zurückgezogen.

Dienstag, 21. März 1995: Denpasar - Singapur - Berlin

Um 12 Uhr checken wir in Denpasar ein, um 16.30 Uhr Ortszeit landen wir in Singapur.

Für eine Stadtrundfahrt vereinbaren wir mit einem Taxifahrer einen Preis von 25 US-$. Wie sich bald herausstellt, sitzen wir dabei allerdings einem Missverständnis auf: Er meint den Stundenpreis, wir dachten, die 25 $ wären für die ganze Tour.

Schließlich fahren wir zwei Stunden, also für 50 US-$, mit seinem Taxi, zunächst durch die Vororte - alles das, was in Deutschland als sozialer Wohnungsbau gelten würde, aber hier sind das Großsiedlungen zum Teil futuristischen Zuschnitts.

An der Einfahrt zur Innenstadt zahlt unser Fahrer drei Singapur-$. Das Ticket für die Innenstadt muss täglich neu gelöst werden, aber Parkplätze gibt es in diesem Einbahnstraßen-System trotzdem nicht.

Futuristische Bankgebäude, Hotels, Einkaufszentren, kaum eine ältere Straße, kaum noch eines der alten zweistöckigen Gebäude aus der Ko1onia1zeit. "Singapur is quick, total1y changing every six month," erklärt unser alter chinesischer Fahrer.

Zumindest vom optischen Erscheinungsbild nicht geändert hat sich das Raffles-Hotel, Singapurs führendes Hotel noch aus dem Jahr 1880. Vor dem weißen Prachtbau - 600 US-$ kostet hier eine Nacht im billigsten Zimmer - parkt eine Luxuslimousine.

Eine der alten Straßen ist nun - so meint unser Fahrer - zur Bordellstraße geworden. Sie liegt im Chinesenviertel - und Militärangehörigen ist der Zutritt verboten. Gleich am Ende dieser Straße steht ein indischer Tempel.

Weitere Stationen unserer Stadtrundfahrt: Der Präsidentenpalast, ein Neubauprojekt "Wohnen am Wasser" und der alte Markt.

Die Läden schließen hier erst gegen 22 Uhr: Für 950 Singapur-$ kaufe ich noch eine Sony-Videokamera, bevor es wieder zurück nach Deutschland geht.

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