Tour durch Yukatan und Quintana Roo, Riviera Maya, von den Tauchplätzen Playa del Carmens nach Valladolid, Mérida, den Mayastädten Chichén Itzá, Uxmal, Kabah, Ek Balam, nach Tulum, den Cenotes Chac-Mool, Xunaan-Ha, Sian Ka’an, Muyil

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Mexiko, Yucatan, Quintana Roo: Pyramiden, Cenotes an der Riviera Maya

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Valladolid: Der Innenhof vom "Hotel del Marques" Maya-Stadt Chichén Itzá: Das Observatorium Reichtum durch Rinder und Sisal: Die Hazienda Yaxcopoil Uxmal: Pyramide  des Wahrsagers und Gouverneurspalast" 

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In der Maya-Stadt Ek Balam: Die Pyramide als Akropolis  Cenote Chac-Mool: Stalakmiten wie Skulpturen im Museum Playa del Carmen an der Riviera Maya: Der öffentliche Strand Im Indio-Dorf Muyil: Die Hausfrau bereitet die Tortillas

In der Lagune von Muyil: An einem Flusslauf eine Maya-Zollstation.

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Tauchen vor Playa del Carmen: Begegnung mit Bullenhaien

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Reiseroute und beschriebene Orte, Bundesstaat Yukatan: Valladolid - Chichén Itzá - Yaxcopoil - Uxmal - Kabah - Celestún - Mérida - Ek Balam; Bundesstaat Quintana Roo, Riviera Maya: Playa del Carmen mit den Hotelanlagen Iberotel, Viva Windham Azteca sowie den Tauchplätzen Barracuda, SabalosJardines, Shark Point, Tulum mit der Cenote Chac-Mool, dem Nationalpark Sian Ka’an, Indio-Dorf Muyil, Mayastadt Muyil, Cenote Xunaan-Ha

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Samstag, 28. März 2009: Playa del Carmen

 

 

Gegen 13.30 Uhr Ortszeit, hinter uns liegen inzwischen rund 12 Stunden Flug von Frankfurt und sieben Stunden Zeitverschiebung, ist die Maschine im Landeanflug über Yucatan. Orte oder Städte sieht man von oben eher selten: Das ganze fast überall flache Land scheint aus einem einzigen riesigen Wald zu bestehen, dessen Baumkronen aber mitunter aber einen bräunlichen Schimmer angenommen haben. Das ist der Buschwald von Yucatan, eigentlich ein Regenwald, dessen Bäume aber kaum höher als vier oder fünf Meter werden.

 

Wir landen überpünktlich kurz vor 14 Uhr auf dem Flughafen von Cancun, benötigen dann nicht viel mehr als eine gute halbe Stunde für die Einreiseformalitäten.

 

Über eine gut ausgebaute breite Straße geht es dann nach Playa del Carmen – wobei wir von Cancun, der größten Stadt des Bundesstaates Quintana Roo, gar nichts zu sehen bekommen. Und Playa del Carmen selbst ist ein eher unscheinbares Städtchen, wobei das Hotel- und Ferienhausviertel ein völlig abgeschirmter Ortsteil ist, mit einer Schranke vom Rest der Stadt klar abgegrenzt, eine Schranke, die nur die Touristenfahrzeuge passieren dürfen.

 

Für den ersten Tag sind wir, weil unser gebuchtes Hotel, das Viva Windham Maya, momentan belegt ist, im Iberotel untergebracht – eine gewaltige Anlage in einem angelegten Dschungel, mit Pfauen und Agutis, den mittelamerikanischen Meerschweinen, die sich im üppigen Gebüsch der Anlage tummeln. Dazu gibt es sogar einen richtigen Naturlehrpfad, um den herum auch einige Affen leben müssen, die wir allerdings nicht zu Gesicht bekommen.

 

Der Hotelstrand ist zwar nicht sonderlich breit, aber dafür feinster Sandstrand, geschützt durch große Sandsäcke, die die Gestalt von wie an einer Schnur aufgereihten im Wasser liegenden Felsbrocken haben.

 

 

Sonntag, 29. März 2009: Valladolid

 

 

Ein Aguti hat sich im Gebüsch direkt vor unserer Terrasse eingenistet, lässt sich auch nicht durch unser Erscheinen von seinem Frühstück abhalten. Erst, als ein Artgenosse auftaucht, beginnt er mit dem eine wilde Jagd.

 

Das Iberotel erweist sich tatsächlich als eine Art Naturpark. Neben den Agutis, den Pfauen sowie den Kois in den Wasserbecken an den zentralen Hotelgebäuden gibt es ein Areal für Schildkröten, einen Wasserfall mit nachgebauter Seenlandschaft, in der sich alle möglichen Arten von Wasservögeln und sogar Flamingos tummeln.

 

Um 15 Uhr werden wir zu unserer Yucatan-Rundreise abgeholt. Dabei geht es allerdings zunächst noch einmal durch das Hotelviertel von Playa del Carmen, um weitere Teilnehmer aufzusammeln, dann zum Flughafen, wo noch Neuankömmlinge abzuholen sind. Auf dem Weg zum Flughafen sieht man übrigens von der Straße aus in der Ferne eine Kette von Hochhäusern – die Hotelzone von Cancun.

 

Es ist bereits gegen 18 Uhr, als endlich unsere zweistündige Weiterfahrt nach Valladolid beginnt. Die ganze Zeit über geht es über eine schnurgerade breite Straße, die Autobahn. Die einzige Unterbrechung – und Abwechselung – während dieser Fahrt ist die Grenze zwischen den Bundesstaaten Quintana Roo und Yukatan. Hier gibt es zwar auch eine Polizeistation, an der die einheimischen Reisenden kontrolliert werden, aber unser Touristenbus muss hier lediglich stoppen, weil praktischerweise direkt an der Staatsgrenze auch eine Mautstation der Autobahn steht. Der Kilometer auf dieser Autobahn kostet übrigens einen Peso, was immerhin rund 6 Euro-Cent entspricht.

 

Etwa um 20 Uhr haben wir Valladolid erreicht. Mit ihren 65000 Einwohnern ist sie zwar die zweitgrößte Stadt des Bundesstaates Yukatan, macht aber  nun bereits in der Dunkelheit einen völlig verschlafenen Eindruck. Valladolid wirkt wir ein größeres Dorf mit einstöckigen Bauernhäusern entlang den allerdings planmäßig und schnurgerade angelegten Straßen. Lediglich unser Hotel, das Ecotel Regina, fällt aus diesem Stadtbild heraus, präsentiert sich wie eine großzügig angelegte Hazienda mit Wirtschaftsbauten und Gästehäusern.

 

Nach dem Abendessen unternehmen wir noch einen kurzen Spaziergang zu einem wenige Gehminuten entfernten Platz, einem der städtischen Zentren. Das ist gekennzeichnet vor allem durch die aus dunklem Feldstein errichtete Kirch, wobei der Platz davor vor allem als Spielplatz genutzt wird, auf dem es um diese Uhrzeit hier aber keine Kinder mehr gibt – und einem der überall zu findenden Oxxo-Läden, den Supermärkten, die rund um die Uhr geöffnet haben.

 

 

Montag, 30. März 2009: Valladolid – Chichén Itzá – Yaxcopoil – Uxmal

 

 

Auf dem Weg zum Zoccalo, dem eigentlichen Hauptplatz von Valladolid, passiert unser Bus das „Geschäftsviertel“ der Stadt. Auch hier sind die Häuser in der Regel einstöckig, doch die Straßen sind nun – am Montag morgen – tatsächlich um einiges belebter als wir sie gestern gesehen haben.

 

Der Zoccalo ist fast eine kleine Parkanlage im Zentrum der Stadt, viereckig angelegt, mit einem Springbrunnen in der Mitte, steinernen Sitzplätzen sowie zahlreichen weiß angemalten geschmiedeten Parkbänken, die alle das Wappen von Valladolid mit der Bezeichnung „Ciudad Heroica“ tragen.

 

Rund um den Zoccalo der um 1552 als koloniales Zentrum neu gegründeten spanischen Stadt finden sich natürlich die von den Franziskanern errichtete Kathedrale, damals wie auch noch heute mit ihren zwei Türmen das herausragendste Gebäude der Stadt. Auffällig auf dem feldgrauen Bau ist allerdings die weiß getünchte Kuppel, die den hinteren Teil des Kirchenschiffes ziert.

 

Schräg gegenüber der Kathedrale liegt das Rathaus mit seinen  Arkaden, eines der wenigen zweistöckigen Gebäude von Valladolid. Die Galerie im oberen Stockwerk verfügt über einige kleine Balkone, wohl die einzigen Punkte, von denen aus man tatsächlich fast den gesamten Zoccalo überblickt. Die großen Gemälde in dieser Galerie wiederum verraten, warum sich Valladolid heute als „Ciudad Heroica“ bezeichnet. Die Bilder erzählen von der mexikanischen Revolution 1910, von der Befreiung der Indios. Tatsächlich spielte Valladolid damals auf Seiten der Revolution wohl eine wichtige Rolle, ist Valladolid noch immer eine Indiostadt. In den Andenkenläden werden Postkarten aus der Zeit des Bürgerkrieges mit den Porträts von Zapata und Pancho Villar verkauft – und zumindest von den älteren Frauen trägt ein großer Teil auch auf der Straße noch immer die traditionelle Tracht der Indios.

 

Ebenfalls am Zoccalo: Das Restaurant und Hotel Del Marques,  von außen ein rosa angestrichener Bau, der kaum weiter auffällt – von innen dann ein Schmuckstück mit Säulengängen und einem blühenden tropischen Garten. Dieses Haus soll, so hat uns unser Reiseleiter Tony zuvor erklärt, ein Musterbeispiel der kolonialen Architektur in diesem Teil Mexikos ein.

 

Etwas nach zehn Uhr sind wir bei knapp zwei Stunden Fahrzeit an den Ruinen Chichén Itzá. Für etwa 700 Jahre Maya-Geschichte bleiben uns drei Stunden Zeit, wobei wir aber schon bald feststellen, dass eine Besichtigung der Anlagen in der Mittagshitze rasch zur Tortur wird, die man kaum freiwillig in die Länge zieht.

 

Vom Haupteingang passiert man zunächst einen Weg durch den Buschwald – und steht dann ziemlich unverhofft auf dem gewaltigen Platz, auf dem sich die neunstufige Pyramide, der Tempel des Kukulkan erhebt. Das Faszinierende dabei ist, dass sich die Pyramide nicht schon von weitem ankündigt, sondern man geradezu von dem Kolossalbau überrascht wird.

 

Monumental wirkt nicht nur die in neun Stufen gebaute Pyramide, bei der dazu die Zahl der Treppen an allen vier Seiten zusammengezählt ursprünglich 365 ergeben haben soll, monumental wirkt der gesamte Platz mit seinem Ensemble von Tempelbauten. Und dabei hat ein ganz besonderer Aspekt der Maya-Baukunst die Zeiten unbeschadet überstanden: Wenn man vor der Pyramide stehend in die Hände klatscht, ergibt dies einen Hall wie in einem Konzertsaal mit ausgetüftelter Akustik.

 

Die Pyramide ist das Herzstück des „neuen“ Chichén Itzá, an dem im 12. und 13. Jahrhundert gebaut wurde, als die Maya-Stadt unter dem Einfluss der Tolteken stand. Und was immer in dieser Zeit gebaut wurde – man baute es mit einem Hang zur Größe. Das gilt insbesondere für den Ballspielplatz, gut über hundert Meter lang, links und rechts von gewaltigen Blöcken aus großen Felsblöcken begrenzt, an seinem oberen Ende dann von dem Podium der Herrscher bzw. Priester. An einem der beiden Blöcke befindet sich noch der steinerne Ring, durch den die Spieler den Ball werfen, besser gesagt schießen mussten – wofür sie aber weder die Hände noch die Füße benutzen durften.

 

Weitaus kleiner, von der Anlage aber ganz ähnlich, sind die Bauten in der „Altstadt“ von Chichén Itzá, entstanden wohl bereits ab dem fünften oder sechsten Jahrhundert. Auch hier gibt es eine Pyramide, deren Ausmaße allerdings nur einen Bruchteil von denen der großen Pyramide ausmachen, diverse andere Tempel, und schließlich ein Observatorium, das sogar noch fast vollständig ergalten ist.

 

Ein anderes Gebäude der „Altstadt“ hatte dieses Glück nicht: Um schneller zu den erhofften Kunstschätzen im Inneren der Anlage zu kommen, sprengten die „Entdecker“ einfach mit Dynamit ein gewaltiges Loch in die Außenwand – ein beredtes Zeugnis für die Arbeitsweise der frühen Archäologie.

 

Kurz vor 13 Uhr ist die Hitze ist inzwischen kaum noch erträglich. Die Temperaturen liegen in jedem Fall weit über 30 Grad, und selbst die überall auf der Anlage anzutreffenden Leguane suchen ein kühleres Plätzchen zwischen den Steinen. Wir verlassen nun das Ruinenfeld von Chichén Itzá, steuern nach einem Mittagessen unser nächstes Ziel Yaxcopoil an.

 

Die Attraktion dieses ansonsten unscheinbaren Ortes ist eine zum Museum umfunktionierte Hazienda am Rande eines typischen Maya-Dorfes auf Yucatan. Das in rosa gehaltene Eingangstor zu den Weideflächen des Landgutes verfügt über zwei geschwungene Bögen, sagt damit dem Besucher, dass hier ursprünglich 20000 Rinder gehalten wurden, ein Bogen für jeweils 10000 Rinder. Wirtschaftliche Bedeutung hatte das Gut zuletzt aber nicht wegen der Viehzucht, sondern wegen des Sisal-Anbaus. An den erinnert nun aber nicht viel mehr als das halb verfallene Fabrikgebäude am Rande der Hazienda, während hinter dem Herrenhaus auf einer Koppel immerhin noch einige weiße Rinder stehen.

 

Vor allem geht es in dem Museum aber um das Leben der Großgrundbesitzer selbst. Deren Herrenhaus besteht aus zwei lang gezogenen Gebäuden mit Arkaden, das linke Gebäude das Wohnhaus der Herrschaft, das rechte der Wirtschaftsflügel.

 

Man läuft durch die Räume des Herrenhauses wie durch einen langen Flur: Die geöffneten Türen markieren zwar den Übergang von einem Raum zum nächsten, aber funktionelle Unterschiede sind nicht wirklich erkennbar. Alle Räume hätten so als Arbeits- wie als Aufenthaltsraum genutzt werden können. Zu den Besonderheiten des Museums zählt aber sicherlich der Ablassbrief, der im vordersten Raum hängt, die Sammlung antiquarischer Bücher, darunter auffallend viele Medizinbücher – und ein eher kitschiges Bild, das den stolzen Haziendero mit Sombrero auf einem Pferd zeigt. Nicht zu vergessen schließlich: Zum Herrenhaus gehört auch eine eigene Kapelle, allerdings auch die mit Heiligendarstellungen und einem Altar, der nicht für den Kunstgeschmack der alten Besitzer spricht.

 

Was man im Herrenhaus übrigens nicht sieht, sind Schlafzimmer: Geschlafen wurde in Hängematten, die man in allen Räumen zwischen den Wänden aufhängen konnte!

 

So spartanisch die Einrichtung dieses Herrenhauses dem Besucher auch erscheinen mag – für die Indios des Dorfes muss das der pure Luxus gewesen sein. Die leben auch heute noch in einfachen Hütten, meist inmitten von verwildert erscheinenden Grundstücken, züchten dort ihre Tiere, zum Beispiel ihre Truthähne, der ganze Stolz jener alten Bäuerin im zerschlissenen Kleid, die ihre Tiere gegen ein kleines Trinkgeld auch gern fotografieren lässt. Ansonsten scheinen die Dorfstraßen fast leer. Nur in der Kirche, dem einzigen erkennbaren größerem öffentlichen Gebäude, herrscht Betrieb: Hier findet gerade eine Bibelstunde für Frauen statt.

 

Wir verlassen Yaxcopoil, fahren nun durch die hügelige Landschaft der Puuc-Region zu unserem Tagesziel, zum Hotel Mision Uxmal. Allerdings muss man auf der absolut flachen Halbinsel Yucatan auch den Begriff „hügelig“ eher relativ sehen: an anderen Orten würden die sanft ansteigenden Erhebungen auf vielleicht zehn oder 20 Meter Höhe kaum Erwähnung finden – hier erscheinen sie fast schon wie bewaldetes Gebirge.

 

Von der Terrasse unseres Hotels sieht man am Abend auf eine dichte, grüne Dschungellandschaft – und in der Ferne auf die antike Maya-Stadt Uxmal.

 

 

Dienstag, 31. März 2009: Uxmal – Kabah – Celestún – Merida

 

 

Das antike Uxmal zählt zwar wie Chichén Itzá zu den großen Maya-Städten, war zu seiner Zeit auch bedeutender als Chichén Itzá, ist nun aber doch um einiges kleiner. Und: Da wir heute wohl die ersten sind, entgehen wir hier dem touristischen Massenansturm.

 

Auch in Uxmal steht als erstes ein Abstecher zur Pyramide, hier als „Pyramide des Wahrsagers“ bezeichnet, auf dem Programm. Obwohl ein Pyramiden-Bau unterscheidet sie sich doch von der Kukulkan-Pyramide in Chichén Itzá: Hier in Uxmal fehlen die neun Stufen. Trotz der kunstvollen Ornamente neben der Treppe wirkt das Ganze eher wie ein künstlich angelegter Berg mit einem Steinbau auf der Spitze.

 

Natürlich gibt es auch hier ein Fußball-Feld - und schließlich auf einem Hügel das „Haus des Gouverneurs“, ein lang gezogenes Gebäude mit einer über und über mit Götterdarstellungen versehenen Fassade.

 

Etwa 20 Kilometer von Uxmal entfernt liegt die Ruinen-Stadt Kabah, auch die natürlich eine Hinterlassenschaft der Maya-Kultur, unsere nächste Station. Höhere Pyramidenbauten gibt es in Kabah nicht: Laut Forschung war die Stadt in einem Abhängigkeitsverhältnis zu Uxmal – und durfte in Sachen „Hochbauten“ natürlich nicht mit der Metropole konkurrieren.

 

Dafür besticht Kabah durch die klaren Strukturen seiner Anlage und die fast filigran zu nennende Bauweise seines mit Masken geschmückten Codz-Pop-Palastes, mit einer fast vollständig erhaltenen Skulptur von Regengott Chac.

 

Eine längere Fahrt bringt uns nun nach Celestún an der nordwestlichen Küste von Yukatan, zur Mündungslandschaft des gleichnamigen Flusses, einer Heimat der Wasservögel und der Mangroven.

 

Eigentlich sollen ja die roten Flamingos die Attraktion dieses Biosphärenreservats sein, doch es herrscht gerade Hochwasser. Das heißt: Im Uferbereich der Insel, die von den Flamingos am liebsten aufgesucht wird, beträgt die Wassertiefe gerade über einen Meter – und das ist für die Flamingos zu tief, um beim gemütlichen Waten durchs Wasser auch noch zu fischen. So treffen wir nur zwei dieser Wasservögel an – statt der Dutzende, die sich sonst hier aufhalten sollen.

 

Die Reiher und die Fregattvögel scheinen sich am Hochwasser allerdings nicht zu stören. Vor allem die Fregattvögel haben sich zu Hunderten auf den Baumkronen niedergelassen oder fliegen in Schwärmen über das Wasser.

 

Schließlich biegen wir in einen kleinen Seitenarm des Flusses ein: links und rechts von uns machen sich die Mangroven breit – und auf etlichen Stämmen in diesem Mangrovendschungel sieht man die Termitenbauten. Faszinierend, welchen Lebensraum sich die Termiten alles erobern! Aber die Mangroven haben hier eben auch neue „Inseln“ geschaffen, wenn auch „Inseln“, die zum größten Teil noch knapp unter der Wasseroberfläche liegen.

 

Am frühen Abend erreichen wir Mérida, die Hauptstadt des Bundesstaates Yukatan. Bei der Einfahrt erscheint Mérida zunächst als Industriestadt, doch dann gelangt man schließlich in die Innenstadt mit ihren engeren Einbahnstraßen und kleineren schmucken Plätzen, auf denen sich die Cafés breit gemacht haben.

 

Nach dem Einchecken in unserem Hotel, dem Los Aluxes Mérida, unternehmen wir einen Spaziergang durch die belebten Straßen. Selbst in der Universität, untergebracht in einem Kolonialgebäude, in dessen Foyer gerade eine Ausstellung läuft, herrscht nun nach 21 Uhr noch Hochbetrieb.

 

Wir kehren im „La Habana“ ein, einem Kaffeehaus in der Nähe des Zoccalo – wo es in der Tat einen ganz herausragenden Kaffee gibt. Auf dem Rückweg zum Hotel kommen wir an einer Kirche vorbei, in der gerade ein Gottesdienst abgehalten wird. Die Kirche ist bis auf den letzten Platz besetzt, die Gläubigen stehen bis vor der Eingangstür.

 

 

Mittwoch, 1. April 2009: Mérida – Ek Balam – Playa del Carmen

 

 

Eine morgendliche Fahrt über Méridas Prachtboulevard: Auf beiden Seiten der Straße stehen die hochherrschaftlichen Villen, manche von den Ausmaßen kleiner Schlösser, die sich die Sisal-Barone in der wirtschaftlichen Blütezeit ihrer Haziendas haben errichten lassen. Eine der allerdings kleineren Villen gehört übrigens den Nachfahren eines gewissen Don Donaciano Garcia Rejon, jenes Sisal-Pflanzers, dessen Hazienda wir in Yaxcopoil besichtigt hatten. Und auch diese Stadt-Villa der Rejons dient nun als Museum.

 

Der Boulevard führt zu einen Platz, auf dem nun eines dieser typischen Denkmäler der Geschichte Mexikos steht: Ein Kolossal-Denkmal für Freiheitskämpfer, Indios – also ein Denkmal, das mit der Realität von Méridas Prachtboulevard nicht all zu viel zu tun hat.

 

Wir fahren zurück in die Innenstadt, zum Zoccalo: Der ist angelegt wie alle mexikanischen Zoccalos, viereckig, mit einer Parkanlage in der Mitte – und am Zoccalo natürlich den wichtigsten Gebäuden der Stadt, der Kathedrale und dem Rathaus, wobei das Rathaus auch hier wieder ein Arkaden-Bau aus. Dazu finden sich einige weitere recht hübsche Kolonialbauten – aber am Vormittag tut sich hier momentan noch recht wenig, und irgendwie fehlt Méridas Zoccalo auch der Charme, den der Hauptplatz des kleineren Valladolid versprüht.

 

Von Charme kann auch auf dem wenige hundert Meter entfernten Markt nicht wirklich die Rede sein. Das einstöckige Marktgebäude ist mit Ständen total überfüllt, er herrscht ein fürchterliches Gedränge – und die Luft ist zum Schneiden. Verkauft werden hier fast ausschließlich Lebensmittel, Gemüse, Fleisch und Fisch, der dem ganzen Markt seinen Geruch aufdrückt. Der Kleidung nach zu urteilen decken sich hier wohl vor allem die ärmeren Einwohner Méridas ein.

 

Ek Balam, die letzte Maya-Stadt, die wir auf dieser Rundreise besichtigen, ist eine der weniger bekannten Grabungsstätten, Natürlich gibt es auch hier wieder ein Fußballfeld – doch Ek Balams eigentliche Tradition ist selbstverständlich wieder einmal die „Pyramide“, die hier aber gar nicht so recht an eine klassische Pyramide erinnern will. Vielmehr hat sie die Gestalt eines terrassenförmig errichteten Hochhauses – wobei auch auf jeder Terrasse nun leer stehende, strohüberdachte Gebäude stehen. Dem äußeren Anschein nach würde ein unbefangener Beobachter das nicht einmal unbedingt für einen Tempel, sondern eher für einen Profanbau halten. Dass dieser Bau meist eher als Akropolis denn als Pyramide bezeichnet wird, hat jedenfalls seine Berechtigung.

 

Über Tulum fahren wir nu zurück nach Playa del Carmen, um an der Riviera Maya unseren Badeurlaub zu verbringen.

 

 

Donnerstag, 2. April 2009: Playa del Carmen, Viva Windham Azteca

 

 

Wir verbringen den gesamten Tag in unserem Resort – zwischen Strand und Swimmingpool.

 

Das Windham Azteca ist trotz seiner Größe eine relativ überschaubare Anlage. Links und rechts des Eingangsgebäudes mit der Rezeption und dem Restaurant befinden sich die beiden Haupthäuser mit den Zimmern, in der zum Strand gelegenen Hälfte gibt es dann den Swimmingpool und schließlich den Strand selbst. Der ist ziemlich breit, weiß, und wie auch schon vor dem Iberotel mit Sandsäcken geschützt.

 

Dieser Schutz ist auch notwendig: Den ganzen Tag über weht ein heftiger Wind, und es herrscht ein starker Wellengang mit einem kräftigen Sog. Ins Wasser jedenfalls kann man sich nur an den von den Sandsäcken geschützten Stellen wagen.

 

Nach dem Abendessen unternehmen wir noch einen kurzen Spaziergang zum vielleicht hundert Meter von unserem Hotel entfernten Shoppingcenter der Hotelzone von Playa del Carmen. Die besteht allerdings aus nicht viel mehr als vielleicht einem guten Dutzend Boutiquen für Textilien und vor allem für Schmuck – wobei die Läden hier aber wohl auch nicht wirklich billiger sind als die Shops in den Hotels. 

 

 

Freitag, 3. April 2009: Playa del Carmen

 

 

Ein weiterer fauler Tag am Strand: Und Strandspaziergänge stoßen hier doch relativ schnell an ihre Grenzen. Links und rechts geht es kaum mehr als hundert Meter weit weg vom Hotel, dann müsste man schon durch das Wasser laufen, um zum nächsten Strandabschnitt zu gelangen. Doch um tatsächlich mit den Füßen im Wasser zu spazieren, ist das Meer um einiges zu unruhig, auch wenn der Wind heute nicht mehr ganz so stark wie gestern bläst.

 

 

Samstag, 4. April 2009: Cenote Chac-Mool

 

 

Rund 20 Autominuten südlich von Playa del Carmen beginnt entlang der Straße nach Tulum beginnt die Region der Cenotes. Eine der ersten Cenoten, die man von Playa del Carmen kommend passiert, ist dabei die Cenote Chac-Mool, benannt nach dem Regengott der Maya, der nach dem Glauben der Indios in der Unterwelt, in den Cenoten lebte .

 

Wie fast alle anderen dieser Unterwasserhöhlen im Kalkstein ist auch Chac-Mool im Privatbesitz – was für den Farmer bedeutet, dass er mit dem Tauch-Tourismus heute wohl ein größeres Geschäft macht als mit den Hühnern und Enten, die er in unmittelbarer Nähe des Einganges zu seinem Grundstück hält. Als wir in Chac-Mool ankommen, sind bereits eine ganze Anzahl von Tauchgruppen eingetroffen,

 

Der Haupteingang zur Cenote Chac-Mool, die insgesamt ein rund 19 Kilometer langes Höhlensystem bildet und damit eher zu den kleineren Cenoten zählt, wirkt wie ein kleiner Tümpel unter einem Felsvorsprung.

 

Tiefer als 15 Meter wird es in diesem „Tümpel“ auch nicht gehen – aber doch durch weitläufige Gänge, in die nur zum Teil natürliches Tageslicht fällt. Und da, wo man noch das Tageslicht hat, lohnt immer wieder ein Blick nach oben. Da bilden Wurzelwerk und herabgestürzte Äste ihren eigenen Unterwasser-Dschungel, durch den vereinzelte Guppys streifen, wirft die Sonne ihre Lichtspiele ins Wasser.

 

Psychedelisch mutet der Wechsel vom Süßwasser in das Salzwasser der größeren Tiefen ab 10 Meter an: Den weißen Kalkstein nimmt man beim Übergang nur noch verschwommen wahr, so wie alle festen Formen nun zu zerfließen scheinen.

 

Dann durchqueren wir in der absoluten Dunkelheit das Reich der Stalagmiten und Stalaktiten, bevor wir wieder an unserem Ausgangspunkt di Wasseroberfläche erreichen.

 

Unser zweiter Tauchgang startet an einem Einstieg, der passend zum Haupteingang den Namen „Kleiner Bruder“ trägt. Der Einstieg funktioniert hier ähnlich wie schon beim ersten Höhlentauchgang – wobei es hier allerdings etwas dunkler und auch kälter ist. Dafür sieht man hier aber auch einige kleine, das Tageslicht scheuende Welse und ein paar größere Fische.

 

Nach dem Wechsel vom Süß- zum Salzwasser wähnt man sich dann aber plötzlich in einem unterirdischen Museum: Die Stalagmiten und Stalaktiten haben regelrechte Figuren gebildet, kommen in allen möglichen Formen daher. Daneben liegt schließlich ein blank und absolut glatt gewaschener Stein, der die Form eines flachen Bootes oder auch einer großen Opferschale hat.

 

Das eigentliche Highlight eines Tauchganges durch den „Kleinen Bruder“ ist aber der Dom, eine Halle, bei der das Wasser nicht bis zur Decke reicht, in der man auftauschen und frische Luft atmen kann. Zwar fällt  hier nicht das geringste Sonnenlicht ein, aber an der Decke dieses „Domes“ zieht sich das Wurzelwerk der  oben wachsenden Bäume entlang, und manche Wurzeln haben sich sogar mit einer Dicke von einem Meter oder Mehr durch den Kalkstein gefressen, hängen nun wie Stalaktiten herab bis unter die Wasseroberfläche hinab.

 

Nach diesem zweiten Tauchgang fahren wir nach Playa del Carmen zurück. Der Preis für das Tauchen in den Cenotes: 159 US-$.

 

 

Sonntag, 5. April 2009: Playa del Carmen

 

 

Der für den Nachmittag geplante Tauchgang muss ausfallen: Wegen des starken Wellenganges fahren die Boote auch heute nicht aus.

 

Statt dessen fahren wir für 50 Pesos, also umgerechnet vier US-$ oder drei Euro, von der Hotelzone in den Ort Playa del Carmen. Der Weg ist allerdings auch nicht sonderlich weit: Die Hauptstraße von Playa del Carmen, eine Fußgängerzone mit dem bezeichnenden Spitznamen „Fifth Avenue“,  schließt sich nämlich unmittelbar an die Hotelzone an.

 

Kurz vor der „Grenze“ zwischen Hotelviertel und der eigentlichen Stadt liegt noch ein kleines Grabungsfeld mit Maya-Ruinen. Von der Straße sieht man eine alte Maya-Mauer sowie die Plattformen, auf denen früher wohl kleinere Tempel gestanden haben könnten. Ein Schild weist das Areal als archäologische Zone der Stufe „C“ aus – was in diesem Fall für eher für als ein weniger wichtiges Grabungsfeld stehen dürfte.

 

Nach wenigen Schritten vorbei an Cafés, Boutiquen und Geschäften für Silberschmuck ist man dann am Hafen von Playa del Carmen. Der besteht allerdings nur aus einer Mole, an der die Fähren etwa nach Cozumel anlegen. Vom Hafengebäude aus sieht man dann noch auf den öffentlichen Strand von Playa del Carmen, also den Strand, der nicht den großen Hotelanlagen gehört, nun aber gerade besonders bevölkert ist. Schließlich sind wir in der Woche vor Ostern – und entlang der „Fifth Avenue“ gibt es nicht nur jede Menge weiterer Boutiquen und Restaurants, sondern auch noch zahlreiche weitere kleinere und auch größere Hotels.

 

 

Montag, 6. April 2009: Tulum – Sian Ka’an – Muyil – Chimoyil – Cenote Xunaan-Ha

 

 

Morgens gegen neun Uhr macht Tulum noch einen dörflichen und dazu verschlafenen Eindruck. Die Vielzahl von Hotels und Restaurants lässt zwar auf einen wachsenden Tourismus schließen, aber noch scheint das alles sehr gemütlich und überschaubar. Auch das zweistöckige weiße Rathaus mit seinem Glockenturm lässt eher eine Landgemeinde als eine Ferienmetropole vermuten.

 

Ziel unseres Tagesausfluges ist der Nationalpark Sian Ka’an. Durch den führt zwar eine Verbindungsstraße und es gibt auch einige verstreute Maya-Dörfer, aber im großen und ganzen ist die Dschungel- und Lagunenlandschaft hier doch noch naturbelassen.

 

Eines dieser Maya-Dörfer in Sian Ka’an ist das Dorf Muyil, kein Dorf mit einer Mitte und einem Dorfplatz, sondern eher eine lose Ansammlung weit verstreuter Hütten, in denen insgesamt 28 Familien leben. Wir besuchen das Anwesen eines dieser Familien, bestehend aus 13 Personen, den Eltern und elf Kindern. Das jüngste Kind ist gerade ein Jahr alt, der älteste Sohn 27 – und die Mutter 42 oder 43. An dem Pickup, den der Vater fährt, sieht man, dass es sich um eine wohlhabende Familie gehört. Schließlich gehören der Familie 50 Hektar Land, auf denen sie Früchte anbauen, ihre Hühner halten, vor allem aber auf der nahe gelegenen Lagune für die Touristen einen Bootsverkehr betreiben.

 

Dennoch: Obwohl sie auch einige Steinhäuser ihr eigen nennen, leben die Familienangehörigen in einfachen, einräumigen Holzhütten, und auch die Küche ist eine solche Holzhütte mit halbwegs glatt gestampften Boden und einer offenen Feuerstelle. Auf einem winzigen Holzschemel reibt die Hausfrau mit einer Holzrolle die Tortillas, bestehend aus Mais und Wasser, in die richtige Form, legt sie dass auf einen Blechdeckel über dem offenen Feuer. Elektrische Haushaltsgeräte sucht man hier vergebens – aber für die gebe es ohnehin keinen Stromanschluss.

 

Zu Muyil gehört auch die Ausgrabungsstätte einer alten Maya-Siedlung, die vermutlich etwa um 200 vor Christus angelegt wurde, die aber in jedem Fall um 1500 bereits verlassen war. Im Unterschied zu den großen, bekannten Grabungsstätten ist hier bisher nur wenig rekonstruiert, so dass man einen  Eindruck davon bekommt, auf was die ersten Archäologen gestoßen sind: Steinhaufen meist in Form von größeren und kleineren Pyramiden, Steinhaufen, auf denen die Bäume wachsen und die allmählich von den Wurzeln auseinander gerissen werden.

 

Am Eingang zur alten Maya-Stadt steht allerdings dann ein bereits rekonstruierter Tempel mit einem kleinen Steinhaus davor. Auch dieses Haus, von den Ausmaßen eher kleiner als heutige Maya-Hütte, möglicherweise der Schlafplatz eines Priesters, ist rekonstruiert, und an den Eingangspfosten erkennt man nun auch wieder die Reste des bläulichen und roten Anstrichs, der ursprünglich wohl über das ganze Gebäude ging.

 

Höhepunkte des archäologischen Feldes sind aber sicherlich ein als „Nummer 8“ bezeichneter Tempel, ein aus vier Stufen bestehender pyramidenähnlicher Bau mit einem Altarraum auf der obersten Plattform sowie den Fundamenten weiterer Altäre vor der Treppe und das „Castillo“. Mit seinen 17 Metern ist das „Castillo“ das höchste Bauwerk des antiken Muyil, ein Mittelding zwischen Pyramide und Turm, wegen seiner Form auch als „Lebensbaum“ bezeichnet.

 

Am Ende des archäologischen Feldes beginnt der etwa einen halben Kilometer lange Sendero Canan-Ha, ein Dschungellehrpfad zu den Lagunen von Muyil. Der Pfad aus Holzbohlen führt an einem kleinen Tümpel, einer kleinen Cenote, in der man auch einige Fische sieht, vorbei, an umgestürzten Bäumen, die den letzten Hurrikan nicht überstanden haben, in deren nun offen liegenden Wurzeln die Termiten ihre Bauten errichtet haben, durch einen Wald, der tatsächlich sich selbst überlassen ist. Nur die Tiere, die es hier geben soll, Affen oder Brillenbären beispielsweise, sieht man hier nicht. Dafür sind die Dschungeltiere zu scheu!

 

Die große Süßwasserlagune, die wir am Ende des Weges erreichen, ist nur eine von insgesamt 15 eines ganzen Netzes von Süß- und Salzwasserlagunen, ein System, das über einen Kanal und einen Fluss mit dem offenen Meer verbunden ist. Mit Motorbooten geht es über das klare, flache Wasser auf die andere Seite der Lagune, wo wir in einen schmalen Kanal einbiegen. Die Wasserstraße, angeblich von den Maya zur Entstehungszeit des antiken Muyil angelegt, ist so schmal, dass kaum mehr als zwei Boote nebeneinander passen. Links und rechts sind nichts als Mangrovenfelder zu erkennen. Auch Fische sieht man nur wenige.

 

Der Kanal führt zu einem Maya-Bau, nicht größer als eine Hütte, die einsam auf ihrer Landzunge steht. Das sei, so heißt es, eine alte Zollstation von Muyil gewesen sein.

 

An dieser Stelle mündet der Kanal in einen Fluss, der immerhin etwas breitet als der Kanal, aber mit vielleicht etwas mehr als einem Meter auch nicht tiefer ist. Wir fahren noch in kleines Stück den Fluss abwärts, kehren dann zurück, um bei Tulum in einem Strandhotel unser Mittagessen zu nehmen.

 

Danach geht es zur letzten Station des Tagesausfluges, zu der Cenote Xunaan-Ha bei dem Dorf Chimoyil. Das Dorf selbst scheint, wie auch andere kleine Ortschaften, die wir gesehen haben, eher eine etwas engere Zusammenballung verschiedener Gehöfte zu sein, ohne erkennbare Struktur oder Zentrum, fast typisch für die überwiegend von Indios bewohnten Dörfer.

 

Außerhalb des Ortes, aber auch bei den Einheimischen als Badestelle offenkundig ziemlich beliebt liegt dann die Cenote Xunaan-Ha. Das ovale Wasserbecken ist vielleicht gut 25 Meter lang, kaum mehr als 15 Meter breit – und, abgesehen von den hier abzweigenden Höhlen, bis zu sechs Metern tief. In dem „kühlen“ Wasser, angesichts der Lufttemperaturen empfindet man auch 24 Grad Wassertemperatur als kühl, leben einige kleine Fische, die wohl auch in den in die Cenote gestürzten Ästen und Blättern reichlich Nahrung finden.

 

Das Schnorcheln hier ist nicht wirklich spannend – aber erst vor kurzem sind französische Taucher von hier aufgebrochen, um mehrere Kilometer lang das Höhlensystem, für die Mayas das unterirdische Reich von Regengott Chac, zu durchstreifen. Für uns ist allerdings nach dem kühlen Bad lediglich die Rückfahrt nach Playa del Carmen angesagt.

 

 

Dienstag, 7. April 2009: Playa del Carmen, Tauchplätze Barracuda und Sabalos

 

 

Etwas mehr als 15 Minuten mit dem Boot vom Hotel Richtung Tulum befindet sich, vielleicht 200 oder 300 Meter vom Ufer entfernt, befindet sich der Tauchplatz Barracuda. In 15 Metern Tiefe erstreckt sich das Riff  im sandigen Meeresboden wie ein langer, aber flacher Hügel entlang der Küste. Das Riff ist bewachsen vor allem mit Fächerkorallen, seltener sieht man auch Röhrenkorallen.

 

Die auffälligsten Bewohner sind die Schnapper, die in riesigen Schwärmen auftauchen – und schließlich sehen wir auch zwei Prachtexemplare der Namensgeber, zwei große Barrakudas, die etwas abseits des Riffs im Wasser fast still zu stehen scheinen. Verstreckt in einer Mulde, kaum zu erkennen, hat es sich unterdessen ein Steinfisch gemütlich gemacht.

 

Will man sich nicht die ganze Zeit einfach von der Strömung treiben und dann weit entfernt vom Boot wieder auflesen lassen will, kostet dieser Tuchplatz aber doch einiges an Kraft.

 

Sabalos, das Ziel unseres Tauchganges vom Nachmittag, liegt gleich neben dem Tauchplatz Barracuda, hat auch eine ähnliche Struktur ebenfalls in 15 Metern Tiefe. Die Strömung ist aber etwas schwächer – und das Riff ist hier nicht nur en sanfter Hügel, sondern es gibt auch eine Riffwand mit kleinen Höhlen. Auch hier tauchen wieder die Schnapper in riesigen Schwärmen auf, auch ein vereinzelter Barrakuda kommt vorbei, aber dazu sehen wir auch etliche Kaiser-, Drücker- und Kofferfische, von den Kofferfischen auch zahlreiche noch ganz winzige. Unter einer Koralle hat sich ein Steinfisch in den Boden gedrückt, und kurz vor dem Auftauchen entdecken wir auch noch eine Muräne in einem Spalt in der Korallenwand.

 

 

Mittwoch, 8. April 2009: Playa del Carmen, Tauchplätze Jardines und Shark Point

 

 

Eine große, grüne Muräne, versteckt in einer Mulde, vor der sich etliche Schnapper tummeln – das ist fast noch die spektakulärste Begegnung am Tauchplatz Jardines. 15 Bootsminuten vom Hotel in Richtung Cancun entfernt liegt in zwölf Metern Tiefe das flache Riff, bewachsen vor allem mit Fächerkorallen, eben, wie der Name schon sagt, ein Unterwasser-Garten.

 

Nur für das geübte Auge und aus nächster Nähe zu erkennen: Wenige Millimeter messende schwarze Trommlerfische, dazu Kofferfische, die auch noch nicht viel größer sind als diese Trommlerfische – Jardines, eine Babystube der Fischwelt.

 

Was für ein Unterschied zu Shark Point, unserem Tauchplatz am Nachmittag, nicht weit von Jardines entfernt. Rund 23 Meter tief geht es auf den sandigen Boden. Fische sieht man nur vereinzelt, und der erste Fisch, der sich uns fast zielstrebig nähert, ist ein etwa halber Meter langer Schiffshalter, geradezu neugierig, als wäre er auf der Suche nach einem neuen Trägerfisch.

 

Die 2,5 bis drei Meter lagen gedungenen Bullenhaie, die dem Tauchplatz den Namen gaben, nähern sich uns nicht im gleichen Maße, wahren Distanz, bleiben in der Regel auf gut zehn Metern Entfernung, ziehen aber ansonsten ziemlich ungerührt von unserem Erscheinen knapp über dem Meeresboden ihre Bahnen. Manchmal sieht man die Haie paarweise, meist aber einzeln. Insgesamt sind es aber bestimmt ein Dutzend Bullenhaie, die hier, nicht viel weiter als 300 Meter vom Ufer entfernt, Quartier bezogen haben, ein Quartier, dass sie lediglich mit einigen Stachelrochen teilen.

 

 

Donnerstag, 9. April 2009: Playa del Carmen, Tauchplatz Barracuda

 

 

Sowohl am Vor- wie auch am Nachmittag geht es wieder zum Tauchplatz Barracuda. Dass man Barrakudas hier allerdings nur noch vereinzelt antrifft, liegt, so höre ich von den Divemastern, an der intensiven Befischung des Riffes. In den Tauchbasen hofft man, das es vielleicht im kommenden Jahr unter Naturschutz gestellt wird. Doch noch darf hier auch unbegrenzt weiter gefischt werden.

 

Diesmal geht es die nicht sehr hohe Riffwand entlang. Zunächst statten wir einer großen, gescheckten Muräne in ihrer Mulde einen Besuch ab, wenig später begegne ich einer kleinen Artgenossin der großen Muräne auf dem Weg zu ihrem Versteck. Dazu treffen wir auf prächtige Kaiserfische, Kofferfischen und Drückern, immerhin auch einen Barrakuda – sowie natürlich die Schwärme von Schnappern und Süßlippen, die vor den Höhleneingängen patrouillieren.

 

Am Nachmittag unternehmen wir den gleichen Tauchgang noch einmal, diesmal aber bei schwerer See – und einer vom aufgewühlten Sand gestörten Sicht. Diesmal treffen wir allerdings nicht nur auf vereinzelte Kofferfische, sondern gleich einer ganzen Familie. Und schließlich besuchen wir auch noch eine riesige grüne Muräne, die mit ihrem gewaltigen Kopf aus ihrer Nische hervorlugt. Nach dem Maul zu urteilen muss das Tier, das von einem Schwarm Schnappern und Süßlippen  umgeben ist, wohl an die zwei Meter Länge messen.

 

 

Freitag, 10. April 2009: Playa del Carmen

 

 

Auf der Fifth Avenue von Playa del Carmen auf der Suche nach Mitbringseln: Obwohl, oder vielleicht auch weil sich hier Andenkengeschäft an Andenkengeschäft reiht, ist die Auswahl an Souvenirs vorsichtig formuliert allenfalls als bescheiden zu bezeichnen – und die meisten Artikel liegen unterhalb der Peinlichkeitsgrenze. Für dickbäuchige Mexikanerfiguren mit Sombrero und Musikinstrument zum Beispiel sind die Preise der Einfachheit halber gleich in US-$, und zwar aber zwei $, und in Euro angegeben.

 

Es gibt zwar auch eine ganze Reihe von Silberläden, die Schmuck im Stil der mexikanischen Silberstadt Taxco anzubieten vorgeben – aber wieso dazu auch die Nachbildungen von Elefanten gehören sollen, ist eine andere Frage. Aber immerhin findet man, mit viel Suchen, auch Geschäfte mit Mineralien und Schmuck mit Steinen oder auch karibischem Amber.

 

 

Samstag, 11. April 2009: Playa del Carmen – Flughafen Cancun

 

 

Die Abholung vom Hotel ist mehr als pünktlich, und so sind wir auch überaus rechtzeitig am Flughafen von Cancun. Doch das nutzt uns nichts, weil am Abfertigungsschalter erst einmal die Computer nicht funktionieren.

 

Erfahrungen im Duty-free-Bereich: Zigaretten beispielsweise sind teurer als in den einheimischen Supermärkten, und das gilt auch für ziemlich alle anderen Produkte.

 

Gegen 16 Uhr startet die Maschine – und kurz darauf werfen wir aus der Luft einen Blick auf die Hochhäuser von Cancun.

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