Mauritius: Touren nach Port Louis, Chamarel mit seinem Wasserfall undder Terres des Couleurs, in den Casela Park mit seinen Riesenschildkröten, nach Port Louis und seine Caudan Waterfront, Pampelmousse und Cap Malheureux, Tauchen vor den Korallenriffen von Flic en Flac

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Mauritius: Port Louis, Chamarel und Tauchplätze vor Flic en Flac

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Trou aux Cerfs - Vulkankrater mit Regenwald und See  Ganga Talao, das "Grand Bassin", Heiligtum der Hindus  Rund100 Meter stürzt der Chamarael-Fall in der Tiefe Eine Riesenschildkröte - gesehen im Casela Nature Park

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Das Wrack der Tug II wurde zum Domizil der Feuerfische Der Kristallfelsen vor der Île aux Bénetiers Im Zentralmarkt von Port Louis, der Hauptstadt der Insel Eine große grüne Museum am Riff Aquarium vor Flic en Flac

Die Victoria-Seerosen sind die Attraktion von Pampelmousse 

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Am Cap Malheuereux, dem nördlichsten Punkt von Mauritius 

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Beschriebene Orte: Quatre Bornes - Flic en Flac mit den Tauchplätzen Couline BambousSwiss Drop, La Cethédrale, Roche Cateau, Canyon, Corall Garden, Wrack der Tug II, Aquarium, L’Éveille -   Floréal - Trou aux Cerfs - Curepipe - Ganga Talao (Grand Bassin) - Black River Gorges Nationalpark - Chamarel - Casela Nature and Leisure Park - Île aux Bénetiers - Port Louis - Pampelmousse - Cap Malheureux - Grand Baie

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Dienstag, 16. März 2010: Quatre Bornes – Flic en Flac (Wolmar)

Es ist kurz vor neun Uhr, als wir die Ostküste von Mauritius überfliegen. Das Land ist flach und grün, aufgeteilt in rechteckige Felder, die alle unmittelbar aneinander grenzen. Erst zum Inselinneren hin zeigt sich das Land etwas hügeliger, aber immer noch unterteilt in fast gleichförmige Felder.

Hinter uns liegen – bei drei Stunden Zeitunterschied – zehn Flugstunden von Mailand aus mit der Air Mauritius. Kurz vor acht Uhr abends MEZ war die Maschine, nur halb voll, dort gestartet, und für uns war es ein Glücksfall, sie überhaupt noch erreicht zu haben. Ursprünglich sollten wir mit der Condor von Frankfurt fliegen – aber weil Lufthansa keine Maschine rechtzeitig von Berlin-Tegel weg bekam, unsere Maschine nach Frankfurt sogar zwei Stunden Verspätung hatte, war die Condor so nicht mehr erreichbar. Also mussten wir noch in Berlin umbuchen, mit der Lufthansa nach München fliegen, da die Air Dolomiti nach Mailand nehmen und dort dann mit der Air Mauritius die Reise nach Mauritius fortsetzen. Allerdings: Auch unsere Maschine nach München hatte Verspätung, so dass wir den Weiterflug da auch beinahe verpasst hatten. Dafür gab es aber am Schalter der Air Mauritius in Mailand die beruhigende Mitteilung, dass sogar unser Gepäck, dass wir ja schon für den Flug via Frankfurt eingecheckt hatten, ebenfalls in Mailand eingetroffen und nach Mauritius verladen sei.

Der Flughafen von Mauritius ist größer, als ich es erwartet hätte – und die Maschinen bleiben auch nicht auf dem Rollfeld stehen, sondern fahren direkt an das Terminal, wo die Passagiere dann über eine fahrbare Brücke aussteigen – selbst in Europa ja keine Selbstverständlichkeit, und auf afrikanischen Flughäfen eher die Ausnahme. Auch die Grenzabfertigung ist eine reibungslose, angenehme Überraschung, und trotz  unserer fast vierstündigen Verspätung – eigentlich hätten wir ja gegen fünf Uhr früh landen sollen – klappt es mit der Abholung und dem Transfer nach Flic en Flac reibungslos.

Die Straßen, die wir nun über die Insel nehmen, sind erstaunlich gut ausgebaut, haben fast die Ausmaße schmalerer Autobahnabschnitte – und führen durch endlose Zuckerrohrfelder.

Quatre Bornes erweckt bei der Durchfahrt den Eindruck einer geschäftigen und überaus sauberen und gepflegten Kleinstadt: Fast jedes Haus entlang der Hauptstraße – ob es allerdings viele andere Straßen gibt, sehen wir natürlich nicht – beherbergt mindestens ein Geschäft, dazu gibt es auch einige Sechsgeschosser, die hier wie allerdings etwas deplazierte Hochhäuser wirken – und natürlich auch einen klassischen Markt mit etlichen Buden. Dazu scheint auf der teilweise geschmückten Hauptstraße auch noch so etwas wie eine permanente Rushhour zu herrschen.

Heute sei allerdings hier kaum Betrieb, meint unser Taxifahrer, viele Geschäfte wären schon geschlossen, die andern würden gegen Mittag dann ebenfalls schließen. Heute ist nämlich ein hinduistischer Feiertag, deshalb ein Ferientag auf der ganzen Insel. Aber zumindest für uns ist am späten Vormittag von „sonntäglicher Ruhe“ noch nicht viel zu bemerken. (Mehr zu Quatre Bornes hier)

Bei der Weiterfahrt an die Westküste hat man ständig einen bizarren Felsen vor Augen, etwa bis auf halbe Höhe grün bewachsen, dann kahl und grau, einer Steilwand in den Alpen ähnlich, aber nicht ganz so groß, hier, zunächst allein in der Landschaft stehend, doch recht gewaltig. 

Flic en Flac zeigt sich zunächst als ein wohlhabendes Örtchen an der Küste – mit einigen recht ansehnlichen Villen. Unser Hotel, das Pearle Beach, liegt vom Ortskern etwas entfernt, gehört bereits zum Ortsteil Wolmar, befindet sich aber direkt neben dem öffentlichen Badesrand, zu dem auch ein kleines, Schatten spendendes Wäldchen gehört.

Das Haupthaus mit dem Restaurant, dem – eher kleinen – Pool und den etwas teureren Zimmern liegt auf der Strandseite, auf der anderen Seite der Privatstraße befindet sich ein weiterer Trakt, in dem sich auch unsere Zimmer befinden.

Gleich gegenüber liegt ein Supermarkt – und die Busstation ist auch nur einige Schritte entfernt.

Mittwoch, 17. März 2010: Tauchplätze Couline Bambous und Swiss Drop

Die Tauchbasis von Diverland Mauritius befindet sich am Rand des hoteleigenen Strandes, wird unter anderem deutschsprachig geführt – und mit dem Schnellboot hat man innerhalb von 15 Minuten, so heißt es, auch die entfernteren Tauchspots erreicht.

Länger sind wir dann auch tatsächlich nicht unterwegs – obwohl unser Boot nicht einmal übermäßig schnell über die Wellen rast.

Unser erster Tauchplatz des Tages nennt sich Couline Bambous. Über einem flachen Korallen-Plateau geht es hinunter und dann taucht man über dieses Plateau hinweg zu einer steilen Wand, die auf eine Tiefe von 30 Meter unter dem Meeresspiegel abfällt. Zu den Bewohnern dieser Felswand gehören eine Muräne, in einer Höhle entdecken wir einen größeren Husarenfisch, dazu gehören Falter zu der hier vorherrschenden Art, aber auch einen Papageienfisch bekommen wir zu Gesicht und schließlich einige sich in den Anemonen tummelnden Clownsfische.

Beeindruckender als die Fischwelt ist aber die Unterwasserlandschaft von Couline Bambous mit einem „Torbogen“ in der Nähe der Wand sowie einem einzeln stehenden Felsen, auf dessen 18 Meter tief liegenden Gipfel die buntesten Korallen wachsen und sich auch die meisten Fische aufhalten.

Der zweite Tauchplatz, den wir gegen Mittag anfahren, heißt Swiss Drop, liegt zum großen Teil in einer Tiefe von etwa 25 Metern, und besteht fast ausschließlich aus von der Strömung glatt und gerade gewaschenen Felsbrocken, die so beinahe wir die Ruinen eines uralten Tempels wirken. Tatsächlich handelt es sich aber wohl um Lava-Brocken, die bei einem der lange zurück liegenden Vulkanausbrüche hierher geschleudert wurden, nun dieses Labyrinth aus „Bergen“ und „Gängen“ bilden.

Gleich zu Anfang begegnen wir einem ziemlich grimmig dreinschauenden Barsch, einer kleinen gescheckten Muräne, die ihren Oberkörper in der Strömung wiegen lässt – und schließlich noch einem großen Drückerfisch, der, mit dem Kopf nach unten, an einer Koralle knabbert. (Mehr zu Swiss Drop hier)

Bereits am Vormittag hatte es einmal kurz getröpfelt. Am Nachmittag bewölkt sich dann der Himmel – und am Abend erleben wir ein echtes Tropengewitter mit Blitzen, die den ganzen Himmel erleuchten und einem gewaltigen Wolkenbruch.

Donnerstag, 18. März 2010: Tauchplatz La Cathédrale – Quatre Bornes

Am Morgen klart es zwar auf, vertreibt der Wind die dunkle Wolkendecke – aber bei der Anfahrt zu unserem Vormittags-Tauchgang merken wir dann doch den recht erheblichen Wellengang, und, an unserem Tauchplatz La Cethédrale angekommen, müssen wir auch schnell in die Tiefe, weil uns die Oberflächenströmung sonst wegtragen würde.

Auch La Cathédrale ist eine Unterwasserlandschaft aus Lavabrocken, fast 30 Meter tief, soll einer der schönsten Tauchplätze von Mauritius sein, wovon wir heute aber wegen der beschränkten Sicht nicht all zu viel mitbekommen. Aber immerhin sieht man doch, dass die Steine teilweise von farbigen Korallen bewachsen sind, und schließlich gibt es hier auch zwei größere Höhlen, die man recht einfach durchtauen kann. Zu sehen gibt es Wimpel- und Falterfische, ab und an ein Kaiserfisch und schließlich begegnen wir einem einzelnen, im Blauwasser schwimmenden Kugelfisch. In der zweiten Höhle lugt eine größere Muräne aus einem Spalt im Fels hervor, und zum Schluss kreuzen wir noch den Weg eines Schwarms großer Stachelmakrelen.

Am Nachmittag fahren wir mit dem Bus zum Markt in Quatres Bornes. Etwas über eine halbe Stunde braucht der öffentliche Bus für den Weg an den zahllosen Zuckerrohrfeldern vorbei, durch mehrere weitere Orte, die teilweise ineinander übergehen und wohl auch teilweise schon mit Quatre Bornes selbst verschmolzen sind.

Am Rand des Marktes sind vor allem die Gemüsestände, auch noch im Eingangsbereich der nun schon fast leere Fischmarkt – und ansonsten sind die überdachten Gassen des Zentralmarktes dicht gefüllt vor allem mit Textilgeschäften, es gibt Stände mit billigem Modeschmuck, Lederartikel. Für zwei Ledergürtel zahle ich zusammen 370 Rupien, etwa acht Euro, eine Billig-Uhr kostet mich sechs Euro.  On hier allerdings wirklich um jeden Preis gefeilscht werden muss, erschließt sich mir nicht ganz: Die Markthändler reagieren eher erstaunt, wenn man ihren Preis nicht sofort zahlen will – und gehen dann von der genannten Summe auch nicht mehr wesentlich herunter.

Als Händler auf dem Markt sieht man Muslims mit Bart und traditioneller Kopfbedeckung, manche Frauen mit Kopftuch, eine Händlerin sogar ganz verschleiert, aber im großen und ganzen scheinen  doch die hinduistischen Inder das Bild des Marktes zu bestimmen, wobei Männer und Frauen unter den Händlern etwa gleichermaßen vertreten sind.

Religiöse Koexistenz an einem Marktstand: Der indische Händler verkauft christliche Heiligen- und hinduistische Götterbilder, alle offenkundig von gleichem Fabrikat und allerdings auch gleichermaßen kitschig.

Neben dem Markt befinden sich noch einige moderne und natürlich klimatisierte Einkaufszentren, die aber längst nicht so viele Besucher anziehen wie die stickigen Marktgassen. Erstaunlich allerdings: An vielen Geschäften an der Hauptstraße sind, obwohl es inzwischen gegen 17 Uhr ist und die Mittagspause längst vorbei sein dürfte, die Rollläden noch immer heruntergelassen. (Mehr zu Quatre Bornes hier)

Wir fahren wieder mit dem Bus zurück, sind kurz nach 18 Uhr im Hotel.

Freitag, 19. März 2010: Tauchplätze Swiss Drop und Roche Cateau

In der Nacht hat es wieder geregnet, und auch am späteren Morgen gibt es noch einmal eine kräftige Husche. Danach steht über dem Meer ein großer Regenbogen, der sich noch einmal im Wasser spiegelt.

Auf das Meer hat dieser Regen jedenfalls nicht so gewirkt wie der vom Tag zuvor. Vor dem die Küste von Flic en Flac umgebenen Riff sind die Wellen zwar ungewöhnlich lang und auch recht kräftig, aber wirklich unruhig ist das Wasser jedenfalls nicht, und auch die Sicht beim Tauchen ist, wie wir noch feststellen werden, weit besser als gestern.

Zunächst fahren wir wieder Swiss Drop an, gehen diesmal aber etwas tiefer, bis auf den Grund bei 32 Metern. Doch egal, in welcher Tiefe man sich hier auch befindet: die vorherrschende, recht häufige Art scheinen an diesem Tauchplatz die gelben Wimpelfische zu sein. Dazu begegnen wir aber auch einigen Kugelfischen, darunter auch einem zu einem wahren Riesen herangewachsenen Exemplar, das nun im Blauwasser herum schwimmt und schließlich einer Schule von Makrelen.

Auf etwa 25 Meter Tiefe durchqueren wir eine breite und hohe, allerdings nicht sehr lange Höhle, an deren Ausgang – oder auch Eingang, je nachdem, von welcher Seite man in sie hinein schwimmt – eine hinduistische Götterstatue steht.

Kurz vor dem Ende des Tauchganges sehen wir dann auch noch eine gepunktete Seeschlange, ein wohl eher dünnes Exemplar, das sich da über die Felsen bewegt.

Der zweite Tauchplatz des Tages heißt Roche Cateau, ist ebenfalls ein vor allem felsiger Tauchplatz mit einigen Canyons und eher leichtem Korallenbewuchs, das alles auf einer Tiefe zwischen 25 und 12 Metern. Um die Felsformation herum befindet sich ein Geröllfeld mit kleineren Steinbrocken im Sand.

Hier treffen wir auf etliche Papageienfische, natürlich auch Süßlippen – vor allem aber auf einige herrliche, groß gewachsene Feuerfische, die sich am Rand der Felswände in kleinen Höhlen und Mulden verstecken.

Am Nachmittag zeigt sich der Himmel wieder bewölkt. Aber zumindest regnet es vorerst nicht.

Samstag, 20. März 2010: Flic en Flac – Palma – Quatre Bornes – Floréal – Trou aux Cerfs – Curepipe – Ganga Talao – Black River Gorges Nationalpark – Chamarel – Tamarin – Flic en Flac

Die von Neckermann angebotene und von der einheimischen Agentur Connections unter dem Titel „Wild Colours“ durchgeführte Tour in den Süden von Mauritius kostet 82 Euro und beginnt für uns um 9.30 Uhr mit der Abholung vom Hotel.

An Hainen mit Litschi-Bäumen und natürlich Zuckerrohrfeldern vorbei fahren wir zunächst Richtung Palma, einer der mit Quatre Bornes zusammen gewachsenen Kleinstädte. In einigen Zuckerrohrfeldern sieht man noch aus grauen Steinen errichteten Türme, einst die Kamine der auf den Feldern errichteten Fabriken, in denen das Zuckerrohr gleich an Ort und Stelle verarbeitet wurde.

Vor einer Kirche noch vor Palma haben sich die Kinder der Nachbarschaft versammelt. Das sei zwar eine katholische Kirche, erzählt Sabeeta, unsere Reiseleiterin, aber die Kinder, die hier gespeist und unterrichtet werden, gehörten auch zu den anderen Religionsgruppen der Insel. Und zur Sozialarbeit der katholischen Kirche gehöre auch, das sie die Kinder, unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit, verschiedene gemeinnützige Tätigkeiten verrichten lässt, ihnen so die Möglichkeit gibt, sich etwas Taschengeld zu verdienen.

Überhaupt sei man auf Mauritius stolz auf die Unterschiedlichkeit der Kulturen und Religionen, deren Angehörige problemlos miteinander leben würden. Auch Hochzeiten zwischen den Angehörigen unterschiedlicher Religionen seien nicht ungewöhnlich. Die Kinder aus solchen Verbindungen bekommen meist den Glauben des Vaters, recht häufig aber auch den der Mutter.

Eine Ausnahme erwähnt Sabeeta dabei aber doch: Die Muslime heiraten nur innerhalb der eigenen Religionsgemeinschaft – oder aber der andersgläubige Partner muss ebenfalls den Islam annehmen.

Abseits der Haupt- und Geschäftsstraßen zeigt sich Quatre Bornes als Garten- und Villenstadt. Rund zwei Millionen Rupien, also etwa 50000 Euro,  würde so ein Haus kosten, sagt Sabeeta – ein Betrag, den zumindest etliche besser verdienende Insulaner offenkundig gerne aufbringen.

Unsere Route führt weiter durch die „besseren Gegenden“ von Mauritius, vorbei am abgeschirmten Wohnsitz des Präsidenten, geht es nach Floréal, dem wohl wohlhabendsten Ort auf Mauritius. Die Villen in diesem Ort der Reichen sind jedenfalls im einiges größer als auch die größeren Häuser in Quatre Bornes, und auch fast alle Botschafter haben ihre Häuser nicht in der Hauptstadt, sondern in diesem Ort mit Höhenlage und etwas kühleren Temperaturen. Besonders beeindruckend dabei: Das Anwesen des britischen Botschafters, ein weißer Prachtbau, gelegen in einem eigenen Park, eine Anlage, die durchaus auch als Präsidentenpalast durchgehen könnte.

Vorbei an Curepipe geht es zum Trou aux Cerfs, einem Vulkankrater mit rund 400 Metern Durchmesser, ein Krater, dem man seinen vulkanischen Ursprung allerdings kaum noch ansieht. Denn vom Kraterrand aus blickt man auf einen fast dschungelartig bewachsenenrunden Talkessel, blühende Vegetation mit einem klaren Gebirgssee in der Mitte des Kraters, genau so rund wie dieser selbst.

Beliebtes Ausflugsziel der Einheimischen ist Trou aux Cerfs aber wohl auch wegen der Aussicht, die man vom Kraterrand aus auf den entfernten Gebirgszug und auf das zu unseren Füßen liegende Curepipe hat.

Auf ihrem Weg in die höheren Regionen der Insel hätten einst die französischen Siedler an diesem Ort immer eine kleine Pause eingelegt, dabei auch eine Pfeife geraucht, erklärt Sabeeta den Namen der Stadt. Ob diese Erklärung einer historischen Überprüfung stand hält, sei dahin gestellt, aber in jedem Fall ist Curepipe, auch das ein eher wohlhabender Ort mit einer breiten, ruhigen Hauptstraße, das Zentrum der frankophonen Einwohner von Mauritius.

Hier besuchen wir die „Voliers de l’Océan“, eine Manufaktur für Schiffsmodelle, natürlich auch mit einem großzügigen und edel ausgestatteten Verkaufsraum, wo der Blick als erstes gleich hinter dem Eingang links und rechts auf zwei baugleiche Kriegsschiffe fällt, Drei-Master mit einer Länge von vielleicht 1,50 Metern, bestückt mit drei Reihen Kanonen auf jeder Seite, zwei detailverliebte Prachtstücke, bei denen man an Deck selbst noch die Taue findet. Preisschilder tragen diese Schiffsmodelle aber feinfühliger weise nicht.

Aber der Preis dürfte wohl beträchtlich sein. Immerhin kann es schon einige hundert Stunden dauern, ehe so ein Modell das Atelier über den Verkaufsräumen verlässt. Dabei läuft die Herstellung streng arbeitsteilig: Kein Beschäftigter bei diesem Schiffsbau ist mit allen erforderlichen Handgriffen vertraut, jeder fertigt immer nur bestimmte Teile. Und bei dieser Arbeitsteilung gilt: die gröberen Arbeiten, etwa das Schnitzen der Schiffsrümpfe, werden von Männern gemacht, die Feinarbeit, das Aufsetzen der Takelage aber auch das Bestreichen der Boote, erledigen die Frauen.

Gleich neben der „Voliers de l’Océan“ befindet sich noch ein Einkaufszentrum, auch das weniger auf die Bedürfnisse der Einheimischen als auf die Touristen abgestimmt. Die noblen Boutiquen und Galerien sind um den Innenhof des zweistöckigen Gebäudes gruppiert, im Angebot finden sich vor allem Textilien und Teppiche, Schnitzereien aller Art, aber auch Schmuck aus Korallen und schließlich große Gebisse, die wohl die Gebisse von Haien sind.

An einem großen, von einem Pinienwald umgebenen Stausee geht es weiter in den Süden, zum „Grand Bassin“, als Ganga Talao das zentrale Heiligtum der Hindus von Mauritius. Zum zentralen Festtag würden Hunderttausende Gläubige über die ganze Insel zu Fuß hierher pilgern, hatte Sabeeta gesagt, aber nun ist es doch verhältnismäßig ruhig – wobei es eine Schar von Pilgern und natürlich auch Touristen hier immer gibt.

Die 36 Meter hohe Shiva-Statue vor dem Eingang überragt das gesamte Areal, und im Wald daneben sitzen einige Makaken auf den Bäumen, beobachten aufmerksam die menschlichen Besucher.

Vorbei am Schrein für den Affengott Hanuman und einigen kleineren Nebengebäuden geht es hinunter zum See, dem „Grand Bassin“, in dessen Wasser in Ufernähe weitere Götterfiguren stehen. Während des Festes, so Sabeeta, darf man nicht in den See gehen, aber nun stehen einige Gläubige doch im Wasser, beten unmittelbar vor den Götterstatuen.

Und sie lassen auch ihre Opfergaben zurück: Der flache Grund des Sees ist hier mit Münzen bedeckt, in den Opferschalen liegen Blumen und Lebensmittel – woran auch die Makaken einiges Interesse zeigen, die neugierig um das Ufer herumschweifen, sich momentan aber noch nicht näher wagen.

Unsere Weiterfahrt führt uns durch den Wald des Black River Gorges Nationalparks, wo wir von einem Aussichtspunkt in einiger Entfernung einen der großen Wasserfälle der Insel sehen. Es ist ein eher schmaler Fall, der da vielleicht über hundert Meter den grün bewachsenen Felsen herabstürzt, in das regenwaldbedeckte  Tal rund um den Flusslauf. Von der anderen Seite des Tales stürzt noch ein zweiter, kleiner Fall hinab- wobei man auch bei dem nicht sieht, wo er genau hinführt. Der Flusslauf des Black River lässt sich von unserem Aussichtspunkt jedenfalls nur erahnen, liegt verborgen im dichten Grün.

Chamarel, unser nächstes Ziel, ist ein eigentlich eher unscheinbares, bescheidenes Dorf im Süden der Insel, der Ortskern bestehend aus einigen kleinen Bauernhäusern – doch mit einem vielseitigen Gemeindegebiet.

Bevor wir jedenfalls durch den Ort fahren, machen wir unsere Mittagspause in der „Rhumerie de Chamarel“, dem Namen nach eigentlich nur eine Rum-Destille, tatsächlich allerdings ein hochherrschaftliches Anwesen mit Restaurant und Gästehaus, umgeben von einem weitläufigen Park – und natürlich Zuckerrohrfeldern. Denn hier wird aus dem Zuckerrohr gleich der Rum gewonnen.

Das Gebäude mit der Maschine, die den Saft aus dem Zuckerrohr presst und ihn destilliert, steht zur Besichtigung frei. Es ist eine altertümliche Maschine, die hier steht, mit übergroßen Zahnrädern und pressen – und Ersatzteilen, die neben ihr auf dem Boden liegen. Denn in Betrieb ist die Maschine immer nur für den Zeitraum von einigen Monaten, nach der Ernte des Zuckerrohrs, und dann steht sie wieder wie jetzt monatelang still.

Das ist die Zeit, in der der Rum in den Fässern heranreift, mindestens sechs Monate lang, dabei mitunter auch mehrfach destilliert wird, bis er den gewünschten Geschmack hat.

Nach Mittagessen, Destillerie-Besichtigung und natürlich Rum-Verkostung geht es weiter durch das Gemeindegebiet von Chamarel, vorbei an Zuckerrohrfeldern, durch Kaffee- und Bananenplantagen, zunächst zum Wasserfall von Chamarel. 

Der stürzt ähnlich wie der Black River Wasserfall ebenfalls rund hundert Meter in die Tiefe, macht dabei aber einen etwas kräftigeren Eindruck. Kurz vor der Absturzstelle an der rötlichen Felskante  teilt sich der Fluss nämlich – und so stürzt sein Wasser in drei auseinander gezogenen Bahnen in das Bassin am Fuß des Felsens. 

Ganz in der Nähe liegt ein weiteres Naturschauspiel, die „Farbige Erde“ , die „Terre des Couleurs“.

Das Besondere: Inmitten blühenden Regenwaldes liegt, auf einem hügeligen Gelände, ein absolut kahler Flecken Erde, rötlich und bräunlich schimmernd, unberührt von der Pflanzenwelt, die ihn umgibt. Betreten darf man diese Erde nicht, weil sie sonst abgetragen werden könnte – und an einigen Stellen scheint dieser vom Vulkanismus geprägte Boden auch schon etwas durchlässiger, kann man hier und da ein kümmerlich sprießendes Pflänzchen erkennen.

Doch beim großen Überblick hat sich dieses Terrain den Eindruck einer kahlen Vulkanlandschaft bewahrt.

Zum Areal der „Terres des Couleurs“ – das Gelände ist im Privatbesitz, für den Besuch ist ein Eintrittsgeld fällig – gehört auch ein Gehege, in dem vier riesige Landschildkröten leben, friedliche Tiere, die sich von den Besuchern auch den Kopf streicheln lassen – wobei sie das vermutlich nicht wirklich mögen.

Die Westküste geht es nun wieder nach Norden, zurück nach Flic en Flac. Dabei passieren wir den an das Panorama der Küste überragenden Morne Brabant, den nicht einmal sonderlich hohen und auch nicht all zu steilen Berg, der bis 1835 Unterschlupf entflohener Sklaven war, sehen auf die nicht weit vor der Küste liegende  Île aux Bénetiers, und kommen, kurz vor Tamarin, an Mangrovenfeldern vorbei, ein Küstenabschnitt, an dem sich die Armen der Insel angesiedelt haben. Hier an diesen Mangrovenfeldern jedenfalls dominieren die Wellblechhütten – während Tamarin mit seinen Villen wieder einen wohlhabenden Eindruck erweckt.

Am späteren Nachmittag sind wir wieder in unserem Hotel, wo wir am Abend noch eine Sega-Show zu sehen bekommen, eine Tanzshow mit bunten Kostümen, die sich aber nicht wirklich von den Folklorevorführungen in anderen Hotels an anderen Orten unterscheidet.

Sonntag, 21. März 2010 : Casela Nature and Leisure Park

Preisunterschiede auf Mauritius: Eine einfache Taxifahrt von unserem Hotel zum vielleicht sechs oder sieben Kilometer entfernten Casela Nature and Leisure Park soll 800 Rupien kosten, eine Hin- und Rückfahrt, zwei Stunden Wartezeit für den Fahrer inbegriffen, 1000 Rupien. Wir nehmen für 18 Rupien den Bus bis zur großen Kreuzung der Hauptstraßen hinter Flic en Flac, könnten dort dann umsteigen, laufen aber an den Zuckerrohrfeldern vorbei noch etwa einen Kilometer, stehen dann am Eingang des weitläufigen Anlage.

Der Eintritt für Erwachsene beträgt 270 Rupien für Erwachsene, für Einheimische nicht gerade billig, aber am Wochenende sind es doch auch viele Einheimische mit Kindern, die es hierher zu ziehen scheint.

Schon vor dem Eingang warten die ersten exotischen Gänse auf die Besucher, schwimmen die Kois, darunter wirklich große und farbenprächtige Exemplare, in einem der zahllosen Bassins, die sich über die gesamte Anlage verteilen.

Hunderte von Sittichen, vor allem vom afrikanischen Festland, etliche große Papageien leben hier in den Volièren, schwarze Schwäne, Enten, Gänse und auch etliche Pfauen bewegen sich ziemlich frei auf dem Gelände hin und her.

Faszinierender als diese vielfältige Vogelschar, bei der wohl alle Kontinente vertreten sein dürften, sind aber die gewaltigen Landschildkröten, die ihren eigenen, von einer vielleicht einen Meter hohen Mauer umgebenen Hügel bewohnen. In der Mauer wurden die Eingänge für die zweibeinigen Besucher, die mit den Tieren auf Tuchfühlung gehen wollen, offen gelassen – und so könnten natürlich auch die Schildkröten das ihnen zugewiesene Areal jederzeit verlassen, was sie aber trotz der manchmal wirklich zudringlichen Gäste, die ihnen unbedingt den Kopf streicheln oder auf den mächtigen Panzer klopfen müssen, wohl niemals tun.

Es muss ein gemächliches Leben sein, das diese Urzeit-Tiere hier führen. Einen Großteil ihrer Zeit liegen sie faul und fast regungslos in ihren Schlammkuhlen oder im Schatten der Bäume – und wenn sie sich bewegen, setzen sie fast im Zeitlupentempel erst einen, dann den anderen Vorderfuss vor, ziehen die Hinterbeine hinterher, dabei den langen Hals mit dem greisenhaft  wirkenden Kopf weit aus dem Panzer gestreckt.

Casela wird zwar oft als Vogelpark bezeichnet, ist aber auch ein Botanischer Garten mit zum Beispiel einigen Luftwurzelbäumen, ein Zoo, in dem man neben Lemuren von Madagaskar auch einen Tiger in seiner Anlage findet, und wo man in einem anderen Bereich zu Hirschen und Rehen ins Gehege kann. Die Rehe zumindest  scheinen diese Besuche nicht als lästig zu empfinden, gehen vielmehr selbst ihre zweibeinigen Besucher massiv um Leckereien an.

Unmittelbar neben diesem Teil der Anlage befindet sich ein weiteres Areal, in dem die Besucher im Quad oder im offenen Bus auf Fotosafari gehen können, auch die Möglichkeit haben, mit – jungen – Löwen zu spazieren. Der Preis für solche Vergnügen liegt dann aber jeweils auch bei über 1000 Rupien pro Person.

Wir beenden dagegen nach etwas mehr als zwei Stunden unseren nicht ganz so abenteuerlichen Rundgang, nehmen den Bus zurück nach Flic en Flac, wo wir gegen 15 Uhr wieder im Hotel sind.

Montag, 22. März 2010: Tauchplätze Canyon und Corall Garden

Der Canyon genannte Tauchplatz  besteht zunächst aus einem Steinfeld, von dem dann ein Canyon in eine Tiefe von bis zu rund 30 Metern führt. Auf dem Weg nach unten passiert man immer wieder Wände sowie einige allein stehende steil nach oben ragende Felsen.

Zunächst begegnen wir dabei einem Feuerfisch, dann einem größeren Kaiserfisch, schließlich auch einem Trompetenfisch. Fischschwärme sind hier heute allerdings nicht anzutreffen.

Der zweite Tauchgang des Tages führt uns dann in den so genannten Korallengarten, eine ziemlich ebene Fläche in einer Tiefe von nicht mehr als 23 Metern. Hier muss man jedoch aufpassen, nicht zu hoch zu geraten, da über 15 Metern eine starke Strömung herrscht, die uns rasch forttragen würde.

Der Tauchplatz ist gekennzeichnet von Kopfkorallen, die zum Teil fast die Form von Pilzen haben, unter deren Hauben sich Brassen und andere verstecken. Als erstes entdecken wir eine gepunktete Seeschlange, die sich ganz gemächlich in ihren Unterschlupf zurück zieht, beobachten dann einen dicken Barsch, der in der Unterhöhlung einer Kopfkoralle Jagd auf die dortigen Bewohner macht. Ansonsten gibt es hier natürlich wieder jede Menge Süßlippen, Falter- und Wimpelfische.

Dienstag, 23. März 2010: Tauchplätze Wrack Tug II und Aquarium

Die beiden Tauchplätze des Tages liegen im Norden von Flic en Flac, wo der Sandstrand allmählich in felsige Steilküste übergeht.

Zunächst geht es hinunter zum Wrack der Tug II, dem Wrack eines eher kleinen Kutters, der vor ungefähr 20 Jahren hier gesunken sein soll. 20 Meter Länge misst der Schiffsrumpf ungefähr, dürfte nicht breiter als fünf Meter sein und die Bordwand ragt vielleicht drei Meter über den sandigen Meeresboden. Das in 20 Meter Tiefe liegende offene Wrack selbst ist dabei gar nicht das Interessante – sondern vielmehr die Fischwelt, die dich hier angesiedelt halt. Sicherlich zwei Dutzend Feuerfische haben es sich auf dem Meeresboden im Schatten der Bordwand gemütlich gemacht, patrouillieren manchmal auch über das Deck, wo ein riesiger Scharm von Silberfischen und ein weiterer, noch größerer Schwarm kleiner gelblicher Fische ihre Heimat gefunden haben.

Und etwas abseits vom Wrack ziehen drei Barrakudas ihre Bahn, stoßen manchmal auf die beiden Schwärme zu, die dann jedes Mal in ängstlich auseinanderstieben.

Der zweite Tauchplatz, den wir dann gegen Mittag ansteuern, liegt ganz in der Nähe, heißt Aquarium – und hat diesen Namen angesichts seines Fischreichtums redlich verdient. Der bis 25 Meter tiefe Tauchplatz besteht aus einem Korallenfeld mit Canyons und Tälern, wo sich Schwärme von Brassen und Süßlippen tummeln, man überall auf Falter- und Doktorfische trifft. Aus einer Mulde lugt der Kopf einer Muräne, ein prächtiger Kugelfisch schwimmt gemächlich die Wand eines Canyons entlang und oberhalb des Riffs ziehen drei riesige Makrelen, die vom Kopf biss zu den Schwanzflossen jede sicherlich 1,50 Meter messen, vorüber.

Die faszinierendste Entdeckung hier ist jedoch ein ziemlich großer Oktopus, der sich unterhalb einer Koralle geradezu festgesaugt hat, von weitem kaum zu erkennen ist. Erst in unmittelbarer Nähe ist er, einen Fangarm um eine Koralle gelegt, mit seinen langsamen Körperbewegungen auszumachen.

Am Nachmittag unternehmen wir noch einen kleinen Spaziergang am Strand Richtung Süden. Das Pearle Beach, also unser Hotel, ist das letzte einer ganzen Reihe von Hotels, die sich nun die Abschnitte des feinsandigen Strandes teilen. Darunter sind auch einige recht luxuriös erscheinende Anlagen, die aber eben damit auch alle von Flic en Flac viel weiter entfernt sind.

Mittwoch, 24. März 2010: Île aux Bénetiers

Bei Diverland hatten wir für 2000 Rupien pro Person eine Fahrt auf die Île aux Bénetiers gebucht, zu der wir nun bei strahlender Sonne – heute  zeigt ausnahmsweise keine Wolke am Himmel, fällt kein Tropfen Regen – kurz vor neun Uhr aufbrechen.

Die Küste südlich von Flic en Flac ist geprägt von einer Bergkette, vor deren Erhebungen nun die weit auseinander gezogenen Ortschaften Tamarin und Grand Rivière Noire liegen, vom Meer aus betrachtet auch ohne erkennbaren Ortsmittelpunkt.

Der strahlende Sonnenschein hat auch seine Schattenseite: Eigentlich, so hieß es, könne man bei dieser Tour fast mit Garantie Delfine beobachten: Heute ist es aber den Meeressäugern an der Wasseroberfläche aber offensichtlich zu heiß. Nur einmal sind in einiger Entfernung für einen kurzen Moment zwei oder drei Tiere auszumachen.

Aber vor dem Erreichen der Insel können wir bei einem flachen Riff, das sich aber doch in einer Entfernung von der Küste befindet, einen Schnorchelgang unternehmen. Man sieht bei einem solchen Schnorchelgang weitgehend die gleichen Fische, wie wir sie auch beim Tauchen sahen – wobei vor allem bei den Doktorfischen aber auffällt, dass sie hier kurz unter der Wasseroberfläche um einiges kleiner sind als in den tieferen Lagen. Dieses Riff scheint die Kinderstube der Fischwelt zu sein.

Bevor wir nun Bénetiers ansteuern, geht es zu einem einsam aus dem Wasser ragenden Felsen, der zur Kennzeichnung seiner ungewöhnlichen Form den Namen Korallenfelsen trägt. Das ganze ist eine hoch gewachsene Koralle, deren Spitze nun vielleicht drei Meter über dem Meeresspiegel liegt, ein  Eiland, auf dem sogar drei grüne Bäumchen stehen sowie einige kahle Stämme als Erinnerung an frühere Vegetation stehen. Sowohl jetzt wie auch bei der Rückfahrt am Nachmittag unternehmen wir hier um den Kristallfelsen herum einen  kleinen  Schnorchelgang, st0ßen dabei auf einen Schwarm Silberfische, am Nachmittag sogar auf eine einsame Languste, aber auf keinerlei umliegende Korallen. Wie diese einzelne Korallenformation sich da so einem markanten Felsen entwickeln konnte, bleibt irgendwie völlig unklar.

Die Île aux Bénetiers, etwa zwei Kilometer lang, keine hundert Meter breit, im Zentrum mit einem dichten Nadelwald und einigen Palmen bewachsen, dabei ganz und gar von Sandstrand umgeben, hat sich für die Touristen an der Westseite von Mauritius offensichtlich zur Ausflugs- und Picknick-Insel entwickelt. Vor dem Strand liegen jede Menge Boote vor allem aus Flic en Flac, es gibt zahlreiche Grill-Stellen, fast alle mit Blick auf den Kristallfelsen, und ständig landen neue Andenkenverkäufer auf ihren zu Souvenirshops an, bieten Tücher, Ketten, Muscheln und Schnitzereien an.

Doch so viel Trubel auch auf der dem Meer zugewandten Westseite der Île aux Bénetiers herrscht, so ruhig ist es auf der der Küste von Mauritius zugewandten Ostseite. Der Strand ist hier etwas schmaler, das Wasser riecht faulig und abgestanden, und im Schlick suchen einige Einheimische nach Krebsen.

Nach unserem eigenen Picknick und einer  kompletten Inselumrundung, für die wie etwas mehr als eine Stunde benötigen, fahren wir zurück nach Flic en Flac. 

Donnerstag, 25. März 2010: Port Louis

Die Busse der Luna-Linie verbinden Flic en Flac über die Ortschaft Bambous direkt mit der Inselhauptstadt Port Louis. Angeblich würden Busse  für die nicht einmal 30 Kilometer etwa eine halbe Stunde benötigen – aber das hängt natürlich ganz vom Verkehr ab. In jedem Fall kostet die einfache Fahrt 26 Rupien.

Bambous präsentiert sich als ein lang gezogenes, doch recht großes Straßendorf inmitten der Zuckerrohrfelder und wohl auch als einerecht fromme Gemeinde. Bei unserer Durchfahrt zähle ich zwei Hindu-Tempel und zwei christliche Kirchen.

Eine Brücke über einem Fluss markiert die Stadtgrenze von Port Louis, und gleich hinter dieser Brücke, es ist inzwischen zehn Uhr vormittags, stehen wir auch schon im Stau, in einem Stau, dem wir bis ins Stadtzentrum hinein nicht mehr entweichen können.

Der Busbahnhof liegt in der Nähe des Hafens und der Caudan Waterfront. Wir steigen kurz vorher aus, gelangen durch den Fußgängertunnel am Denkmal für Mahé de Labourdonnais, den ersten französischen Gouverneur und immer noch Nationalhelden von Mauritius, auf die Hafenseite – und stehen unmittelbar vor dem grauen einstöckigen Gebäude des Postmuseums.

Zu den Ausstellungsstücken, die man für 150 Rupien Eintritt zu sehen bekommt,  gehören uralte Briefmarken-Automaten, eine nicht minder alte Telefonzentrale, Schautafeln, auf denen von der Geschichte des Postwesens auf der Insel berichtet wird, etwa von den Sklaven-Briefträgern, die bis zur Sklavenbefreiung 1835 zu Fuß die Post auch in die unwegsamsten Gebiete befördern mussten – und natürlich auch eine Sammlung von Briefmarken.

Diese Sammlung befindet sich in einem der hinteren Nebenräume, liegt unter Glas, und ganz links oben in der Vitrine liegen dabei die bekanntesten Marken der Insel, die blaue und die orangene Mauritius. Allerdings: Die kaum gesicherten Stücke – nicht einmal ein Alarmsystem ist zu erkennen – sind nur Repliken. Die Originale liegen einige hundert Meter entfernt im so genannten Penny Museum an der Caudan Waterfront.

Doch bevor wir uns zu diesem, der Waterfront von Kapstadt nachempfundenen modernen Teil von Port Louis zuwenden, geht es erst noch einmal zurück in die alte Innenstadt, zum Zentralmarkt. Der ist in einem zweistöckigen Gebäude untergebracht, wobei sich im unteren die Stände mit dem Obst und Gemüse befinden, sich oben die Textil- und Andenkenhändler angesiedelt haben, dort auf ihre touristische Kundschaft warten.

Dabei ist dieses Gebäude des Zentralmarktes allerdings auch nur ein Teil, wenn auch der zentrale Teil, des großen, weitläufigen Straßenmarktes, der sich in der gesamten Umgebung abspielt, das Bild der Altstadt bestimmt – und bei dem auch noch unmittelbar vor der Jummah-Moschee eifrig gehandelt wird.

Auf den ersten Blick hält man diesen weißen Gebäudekomplex in seinem indisch anmutenden Baustil nicht einmal für eine Moschee, vielleicht, weil es hier kein ins Auge springendes Minarett gibt, auch hier die Markthändler direkt vor den Mauern und dem Eingang sitzen.

Jedenfalls ist die Moschee ein offenes Haus, und ein älterer Mann mit weißem Bart, womöglich der Imam, der auch einige Worte Deutsch spricht, lädt uns ein, ruhig näher zu treten. Und dabei sind auch Frauen, sogar ohne Kopftuch, in der Moschee durchaus willkommen – jedenfalls Touristinnen und solange sie wie alle nicht-muslimischen  Besucher im Innenhof bleiben.

Dieser Innenhof, über den man auch in den Gebetsraum blickt, ist dabei äußerst reizvoll. In seiner rechten Ecke grünt ein großer, alter Baum, links hat man einen Fischbecken angelegt, in dem sich zahlreiche Kois tummeln.

Wir fragen unseren vermeintlichen Imam nach dem Weg nach Chinatown, und der erklärt uns, das wir nur die Moschee verlassen müssten, dann schon an der Grenze zur Chinatown stünden. Allerdings, so fügt er hinzu, sei die Bezeichnung irreführend: denn bestimmte Viertel für bestimmte Volksgruppen gebe es hier nicht. Hier wäre alles gemischt, und so lebten in Chinatown auch Hindus und Moslems, so, wie in den anderen Vierteln auch.

Aber zumindest trägt eine der größeren Straßen von Chinatown den Namen von Sun Yat Sen, stehen auch noch einige ältere Gebäude im chinesischen Baustil, manche davon allerdings aber auch bereits als Ruinen. Daran und auch an den chinesischen Toren über der Hauptstraße, die die Grenzen des Viertels markieren, erkennt man durchaus, dass man sich gerade in Chinatown befindet.

Zurück über die Marktstraßen geht es nun zur Caudan Waterfront. Die eigentliche Promenade verläuft aber nicht unmittelbar am Wasser selbst – sondern als Promenade zwischen den neuen Büro- und Einkaufszentren, die in ihrem Baustil an Grandhotels erinnern, obwohl es hier zwar – trotz zahlreicher Restaurants – eigentlich gar keine Hotels gibt.

Dafür aber eben Einkaufszentren – und während man in den für Insel-Verhältnisse eher teureren Restaurants auch zahlreiche Einheimische sieht, sind diese Einkaufszentren mit ihren Souvenirgeschäften und zollfreien Hightech-Angeboten fast ganz auf die Bedürfnisse der Touristen zugeschnitten.

Am frühen Nachmittag herrscht am Busbahnhof das Chaos – wobei das womöglich auch zu anderen Zeiten herrscht. Vorfahrtsregeln für Busse scheint es auch nicht zu geben, das oberste Prinzip lautet wohl: Der Fahrer mit den stärksten Nerven hat die größte Chance, pünktlich auf der Straße zu sein. Wie unser Bus den Weg dorthin findet, grenzt dabei schon an ein Wunder – wobei wir auf der Straße auch schon wieder im Stau sind, ein Stau, der sich bis über die Stadtgrenze hinzieht. (Mehr zu Port Louis hier)

So kommt uns der Rückweg nach Flic en Flac schließlich sogar länger als der Hinweg vor.

Freitag, 26. März 2010: Tauchplätze L’Éveille und Corall Garden

Der Tauchplatz L’Éveille liegt fast direkt vor unserem Hotel – aber natürlich auf der anderen Seite des Riffes. Rund 30 Meter tief liegt der Spot, ein  Tauchplatz der Unterwasserfelsen und Höhlen. Gleich nach dem Abstieg passieren wir die erste Höhle. Für Taucher ist deren Eingang zwar zu schmal – aber offensichtlich genau das richtige für einen sicherlich über einen Meter langen Kugelfisch, der kurz aus dem Inneren des dunklen Ganges herausschaut, dann aber auch gleich wieder in seinem Unterschlupf verschwindet, während einige bräunliche Süßlippen weiter am Höhleneingang Wache halten.

Durchtauchen können wir dann allerdings eine zwar niedrige, aber doch recht breite Höhle, die in einem Kamin endet, der vielleicht sieben oder acht Meter steil nach oben führt, wo sich dann wieder die gesamte bunte Fischwelt tummelt.

Die beeindruckendsten Begegnungen dieses Tauchganges: Zunächst entdecken wir einen ziemlich großen, bräunlichen Steinfisch, lauernd auf seiner Koralle liegend, auf den ersten Blick nicht als beutegieriger Jäger auszumachen. Auffälliger, aber auch nur auf dem dunkleren Untergrund, ist da schon der nächste Steinfisch, der an unserem Weg wartet: ein etwas kleineres Exemplar, ganz in weiß – aber mit einem für diese eher bescheidene Größe doch furchteinflößendem Maul.

Der zweite Tauchgang führt uns wieder Zum Korallengarten, in eine Tiefe von nicht mehr als 15 Metern, ein geradezu gemütlicher Unterwasserspaziergang ohne Strömung und mit bester Sicht. Unsere regelmäßigen Begleiter sind dabei Wimpel- und große gelbe Falterfische, immer wieder aber Doktorfische und natürlich Süßlippen wie Schnapper.

Zu Beginn des Tauchganges machen wir einen kurzen Stop an einer Anemone, in der sich eine ganze Schar kleiner schwarzer Clownsfische, alle mit weißem Punkt, niedergelassen haben, dazu auch einige größere gelbe Clownsfische.

Wir entdecken eine lila Schnecke, die sich um ein kleines Korallenstück geschmiegt hat und nun wohl versucht, dieses Korallenstück fortzurollen, ein Drücker kreuzt unseren Weg, ebenso wie ein kleinerer Kugelfisch.

Wären sie etwas größer, würden sie vermutlich beängstigend wirken: das etwa ein Dutzend kleiner Kalmare, die, mit einem guten Abstand vom Grund, als Schwarm über das Riff schwimmen.

Zum Ende dieses Tauchganges bekomme ich noch eine Venusmuschel zu Gesicht, die sich öffnet und schließt, so mit ganzem Körpereinsatz atmet und frisst.

Samstag, 27. März 2010: Tauchplatz Aquarium – Flic en Flac

Wir steigen wieder über dem Unterwasser-Felsplateau des Aquarium ab, in die pralle Fischwelt der Doktoren, Falter, Schnapper und auch einiger Papageienfische.

In einer Mulde entdecken wir eine ziemlich große Languste, die nur ihre langen Fühler weit aus ihrem Unterschlupf herausstreckt, in ihrer Nähe scheinen einige Feuerfische ein Nickerchen zu halten.

Dann beobachten wir eine riesige grüne Muräne, deren Kopf und Oberkörper sicherlich das Durchmesser eines kräftigen männlichen Oberschenkels haben, ein beinahe furchteinflößendes Exemplar, das aber nicht daran denkt, seine sichere Bastion zu verlassen. Die Languste, die in unmittelbarer Nachbarschaft lebt, scheint sich an der Muräne jedenfalls nicht zu stören.

Leider nur für einen kurzen Moment bekommen wir den großen Steinfisch zu Gesicht, der, vielleicht einen Meter lang, sich sofort vom Boden löst und eilig verschwindet, als wir uns seiner Felsmulde nähern.

Im Vergleich dazu bewegt sich die Seeschlange, die wir kurz darauf treffen, geradezu gemächlich fort, obwohl auch sie wohl nicht all zu viel von unserem Besuch hält.

Am Nachmittag fahren wir noch kurz ins Zentrum von Flic en Flac, buchen bei einer Agentur namens „Bon Plan Voyage“ für morgen eine Tour in den Norden der Insel, nach Cap Malheureux. Der Preis für die Ganztagestour beträgt 550 Rupien pro Person.

Ansonsten besteht das Zentrum von Flic en Flac im wesentlichen nur aus einem als Passage gestalteten Einkaufszentrum mit einem Spar-Supermarkt im Kellergeschoss sowie einigen Boutiquen darüber und natürlich auch einigen Bars und Restaurants. Noch mehr Restaurants gibt es dann natürlich an der Straße neben dem Strand, dem Weg zum Hotelviertel von Flic en Flac.

Sonntag, 28. März 2010: Port Louis – Pampelmousse – Cap Malheureux  - Grand Baie

Diesmal geht es ohne Stau nach Port Louis. Gegen 8.45 Uhr, mit etwa einer viertel Stunde Verspätung, hatte uns das Taxi zur gestern gebuchten Tagesfahrt abgeholt – die nun aber etwas kürzer ausfallen wird, schon am Nachmittag gegen 14 Uhr beendet sein wird, weil wir auf einige der Programmpunkte, zum Beispiel Besuch der Waterfront in Port Louis, verzichten, und auch, weil ein Besuch des geschlossenen Marktes nun ja auch nichts bringen würde.

Unser Weg führt uns statt dessen in die hügeligen Vororte von Port Louis, in die besseren Viertel der Hauptstadt, wo es sogar einen terrassenförmig angelegten, überaus gepflegten Park mit frisch gemähtem Rasen gibt.

An einer der Hauptstraßen dieser Villenvororte befindet sich nun eine der chinesischen Pagoden, nicht besonders groß, zwischen zwei Villen eingekeilt, aber vor allem  mit der typisch chinesischen geschwungenen Dachkonstruktion und den knallig roten Schriftzeichen an der Fassade doch eindeutig als Pagode erkennbar.

Im ersten Raum der Pagode mit dem Schrein für eine Buddha-Statue vollzieht eine Nonne gerade ihre Gebetszeremonie, die aus einem eher monotonen Gesang und dem regelmäßigen Schlag gegen ein Metallgefäß besteht. Im hinteren Raum befindet sich dann ein weiterer Schrein mit verschiedenen Bonzenfiguren.

Und dazu lassen sich gerade einige chinesische Tempelbesucher an den am Rand aufgestellten Tischen wohl gerade die Zukunft vorhersagen- wobei die Wahrsager auch hier wieder schwarz gekleidete Nonnen sind.

Nun geht es die gediegenen Vororte von Port Louis weiter hinauf, vorbei an der großen Pferderennbahn, zur Zitadelle, dem Fort Adélaide.

Das ist allerdings gerade geschlossen, so dass wir von der Befestigungsanlage nicht mehr sehen als dicken, fast schwarzen Außenmauern, das Vorwerk und eine auf die Bucht zielende Kanone.

Ein kleines Hinweisschild erzählt aber einiges über die Geschichte dieses Forts, das als Festung allerdings nie benötigt wurde, dessen blutigstes Ereignis vielmehr der hier 1951 verübte Mord an zwei Kindern war. 30000 britische Pfund waren übrigens als Baukosten veranschlagt, als man sich hier 1830 ans Werk machte. Zehn Jahre später, bei der Fertigstellung, waren dann daraus aber bereits 45354 Pfund geworden.

Ob das Fort selbst besonders viel Besucher anziehen könnte, ist dennoch eher fraglich: Attraktiver jedenfalls ist die Aussicht auf die Bucht und das unterhalb der Anhöhe liegende Port Louis – bei dem man erst aus dieser Perspektive richtig wahrnimmt, das in der Mitte der Inselhauptstadt ebenfalls bereits die Hochhäuser das Bild bestimmen.

Vom Ort Pampelmousse, unserem nächsten Ziel, bekommen wir so gut wie nichts zu sehen, nur einige Kreuzungen und eine Baustelle an der Straße. Aber schließlich fährt man ja nach Pampelmousse in der Regel ohnehin ausschließlich wegen seines Botanischen Gartens.

Wir verzichten auf einen offiziellen Führer durch die Parkanlage – und sind so bei der Frage, was man hier gerade sieht, ziemlich allein gelassen. Erklärende Tafeln vor den einzelnen Gewächsen fehlen nämlich fast völlig. Als wenig botanisch gebildeter Besucher kann man sich hier nur dem Gesamteindruck ergeben.

Und der wird bestimmt unter anderem bestimmt von den sich durch die Anlage ziehenden Gewässern, von den am Ufer mit Bambus bepflanzten Bachläufen, von einem See, in dem sich Kois und Enten tummeln und an dessen Seitenarm die Bananenstauden wachsen.

Eine weiße Stele trägt die Namen der Männer, die sich in kolonialer Zeit um die Insel verdient gemacht haben, also die Namen einstiger Gouverneure, Beamter  und reicher Siedler und schließlich findet man an der nach Charles Darwin benannten Park-Allee die eigentliche Attraktion des Botanischen Gartens: das lang gezogene Bassin mit den Victoria-Seerosen und ihren gewaltigen Blättern, manche sicherlich mit einem Durchmesser von zwei Metern, mit ihren Ausmaßen an Pirogen erinnernd.

Am Ausgang – etwa eine und eine halbe Stunde hat unser Rundgang gedauert – sieht man in der Nachbarschaft des alten Herrenhauses noch den aus dem Jahre 1953 stammenden Nachbau einer antiken Zuckermühle – wobei der Laie auch hier mit den zur Schau gestellten Gerätschaften nur wenig anfangen kann.

Von Pampelmousse geht es nun zum Cap Malheureux. Eine kleine Kirche mit rotem Dach, die Kirche Notre-Dame Auxiliatrice, vom Aussehen her einer skandinavische Kirche ähnlich, hier aber doch katholisch, markiert diesen nördlichsten Punkt von Mauritius.

Im Wasser liegen einige Fischerboote – und neben der Kirche weist ein Schild den „Fisch-Anlandeplatz“ aus. Tatsächlich verkauft hier tatsächlich auch gerade ein Fischer seinen frischen, aber doch überschaubaren Fang. In der Nähe liegt noch ein Friedhof, ihm gegenüber dann ein Hindu-Tempel.

Das beeindruckendste an diesem kleinen Örtchen bleibt aber wohl die Aussicht, die man vor allem von der Kirche über das Meer hat, hinüber auf die vorgelagerten Inseln, von denen die nächste die Form einer großen Robbe hat.

Und südlich von Cap Malheureux schließt sich die wahrscheinlich größte Tourismus-Region von Mauritius an, in deren Zentrum dann Grand Baie liegt, ein um eine lange Bucht geschmiegter Ferienort voller Restaurants, Bars, umgeben von zahlreichen Hotels, aber einem doch eher schmalen Strand. In der Bucht baden sieht man ohnehin keine Gäste: Dafür gibt es andere Wassersportaktivitäten, etwa Wasserski, Kajak- oder Tretboot-Fahren.

Wir besuchen noch einen Hindutempel, in dem gerade Kinder ein Konzert geben, fahren dann zurück nach Flic en Flac, wo wir noch am Nachmittag wieder im Hotel sind.

Montag, 29. März 2010: Tamarin – Flic en Flac

Kurz nach acht Uhr morgens, wegen einer Motorpanne konnten wir nicht wie geplant schon um 7.30 Uhr aufbrechen, nimmt das Boot von Diverland Kurs auf die Küste vor Tamarin. Als wir dort aufkreuzen, hat sich dort bereits ein gutes Dutzend anderer Boote versammelt, in unmittelbarer Nähe zu einer großen Schule von Delfinen, die zu zweit oder kleineren Gruppen von fünf oder sechs Tieren das Wasser durchpflügen.

Unser Bootsführer sagt, die Tiere würden die von den Booten gemachten Wellen lieben – und tatsächlich tauchen sie auch immer wieder neben einigen Booten auf, bleiben aber jeweils nur Sekunden an der Wasseroberfläche, verschwinden statt dessen gleich wieder in der Tiefe, um ein oder zwei Minuten später in der Nähe eines anderen Bootes aufzutauchen. Hätten die Delfine wirklich Angst vor uns, könnten sie sicherlich auch für länger abtauchen und in der Tiefe verschwinden, aber zu den immer zitierten Luftsprüngen lassen sich die Angehörigen dieser Schule auch nur in Ausnahmefällen hinreißen.

Den meisten menschlichen Teilnehmern dieses Spektakels geht es aber nicht allein um die Beobachtung der Delfine vom Boot aus, sie wollen mit den Meeressäugern schnorcheln, wie es auch die Veranstalter dieser Touren versprechen. Will man die Tiere aber im oder auch unter Wasser sehen, muss man auch im genau richtigen Moment von Bord springen, nämlich dann, wenn die Delfine dem Boot gerade hinterher schwimmen. Dann, und nur dann, hat man eine Chance, den Tieren auch im Wasser für einige Sekunden ganz nahe zu sein, wenn sie, ziemlich unbeeindruckt von ihren neuen Begleitern, als Formation eng beisammen elegant und mit beeindruckendem Tempo wieder in der Tiefe verschwinden.

Dienstag, 30. März 2010: Flic en Flac

Kurz vor fünf Uhr werden wir aus dem Hotel abgeholt, brauchen dann etwa eine Stunde zum Flughafen. Die Abfertigung läuft reibungslos – doch die Auswahl im Duty-Free-Bereich hält sich in Grenzen. Einheimisches gibt es dort nur wenig.

Unser Maschine startet schließlich sogar überpünktlich.

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