Eine verlängertes Wochenende in Agadir, im Robinson Club, mit einer Tagestour entlang der Küste über die Bananenplantagen von Tamri,  durch die Region der Arganien-Bäume und den Atlas nach Essaouira

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Marokko, Agadir und Essaouira: ein Wochenende im Schatten des Atlas

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Agadir - in den Dünen des Strandes liegt der Königspalast  Im "Folie Berbere": Bauchtanz gehört dazu... Bei den Arganien-Bäumen: Eine Ziege beim Fressen Weiß und Blau: Die Farben der Hafenstadt Essaoira

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Verschleierte Kundinnen in den Souks von Essaouiria Stadttore: Stadtmauern teilten auch die 13 Bezirke Holzschnitzerei ist in Essaouira eine der Haupteinnahmequellen  Essaouiras Fort stammt aus der Zeit der Portugiesen

Der kleine Fischereihafen liegt im Schatten des Forts 

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Blick auf Essaouira - vom Hafen aus gesehen

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Beschriebene Orte: Agadir - Anza - Ausire - Tarazoute - Tamri - Tamanache - Essaouira

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Freitag, 7. November 2008: Agadir

Nach knapp drei Stunden Flugzeit von München landen gegen 17 Uhr auf dem Flughafen von Agadir. Kurz zuvor hatten wir noch ganz nahe die Berge des Atlas überflogen, die – zumindest in den größeren Höhen – bereits mit Schnee bedeckt waren. Über dem Flughafen von Agadir ist der Himmel wolkenlos, haben wir annährend noch immer rund 25 Grad Celsius.

Die Straßen sind geflaggt: Agadir erwartet den Besuch des Königs, der – einen genauen Termin weiß wohl niemand – in den nächsten Tagen kommen soll.

Es ist bereits dunkel, als wir den Robinson Club von Agadir erreichen. In unmittelbarer Nachbarschaft der weitläufigen Clubanlage liegen weitere neu errichtete Hotels, unmittelbar daneben das im Kasbah-Stil gebaute „Palace des Roses“, und, etwas weiter weg, ein „echter“ Palast, nämlich einer der Paläste des Königs.

Samstag, 8. November 2008: Agadir

Eine kurze Fahrt entlang der touristischen Zone von Agadir, vom Robinson-Club zum „Golf-Hotel du Soleil“: Wir passieren ganze Siedlungen mit Ferienhäusern und Ferienwohnungen, offensichtlich für die betuchteren Einheimischen, daneben befindet sich dann weit bescheidener eine normale Wohnsiedlung, einmal entdecke ich sogar eine Ansammlung ärmlichster Hütten inmitten neuer Hotelbauplätze. Was es aber nicht gibt, sind urbane Zentren, richtige Geschäftsstraßen, zumindest nicht an der Strecke, an der wir vorbeikommen.

Am Nachmittag unternehme ich noch einen kurzen Abstecher zum Strand. Das Robinson ist am Strand ganz eindeutig die südlichste Anlage – und die Begrenzungsmauer des Clubs markiert auch das Sperrgebiet um den Königspalast herum. Die Mauern, die den Palast vor neugierigen Blicken abschirmen und bis an den Strand heranreichen, sind zwar vielleicht noch einen knappen Kilometer vom Robinson entfernt, aber die Polizisten, die hier stationiert sind, pfeifen jeden Spaziergänger, der weiter in Richtung Palast will, sofort zurück.

Das hat aber wenigstens den positiven Effekt, dass sich in der Nähe des Robinson nun eine große Kolonie Möwen am Strand niedergelassen hat – und vor Störungen ziemlich sicher ist.

Ansonsten ist der Strand von Agadir zwar äußerst breit, an manchen Stellen wohl sogar über hundert Meter – aber eine Enttäuschung. Die Dünenlandschaft, die wir bei unserem vergangenen Besuch noch gesehen hatten, gibt es nun nicht mehr: zugebaut mit neuen Hotelanlagen, darunter eben auch das Robinson. Dazu wird der Strand auch noch als Rennstrecke für Quads genutzt, die überall ihre Reifenspuren hinterlassen.

Zum Abendessen fahren wir in das mit dem Bus 15 Minuten entfernte „Folie Berbere“, eine an eine Kasbah erinnernde Restaurantanlage, wo wir von „bewaffneten“ Reitern und Folkloregruppen begrüßt werden, wo man in einer Reihe von Geschäften Andenken kaufen kann, man während des Essens den Bauchtänzerinnen und Feuerschluckern zuschaut., Das alles ist, wenn auch touristisch gemacht, recht nett anzusehen.

Sonntag, 9. November 200: Agadir – Essaouira

Rund 170 Kilometer liegen zwischen den beiden Küstenstädten Agadir und dem nördlichen Essaouira, eine Route, die zunächst am Meer entlang und dann teilweise durch die Ausläufer des Hohen Atlas führt.

Gegen 7 Uhr brechen wir von Agadir auf, passieren zunächst den „älteren“ Teil der touristischen Zone der Stadt, wo aber in den letzten Jahren ebenfalls neue Komplexe entstanden sind, zum Beispiel eine „Marina“ am nördlichen Ende der Strandpromenade, ein Yachthafen mit exklusiven Ferienwohnungen, von denen jede wohl einige Hunderttausend Euro kostet.

Die erste Stadt, an der wir vorüberkommen, heißt Anza und ist geprägt von Betonsilos, eine Industriestadt in direkter Nachbarschaft mit Agadir. Kurz darauf passieren wir ein Berberdorf namens Ausire, ein verhältnismäßig großes Dorf, das fast auch schon eine kleine Stadt sein könnte, die meisten Häuser in der traditionellen rotbraunen Farbe gehalten. Die Häuser in den Dörfern sind traditionell aus Lehm – aber diejenigen, die es sich leisten können, ziehen heute einen Betonbau vor. 

Ebenfalls ein Ort ganz in Rot: Tarazoute. Das ist ein kleiner Ferienort, direkt am Strand, und man sieht eine ganze Reihe von kleinen Hotels und Pensionen, Straßenkaffees und auch einige neue, „bessere“ Häuser, vermutlich Ferienhäuser. Tarazoute ist ein bevorzugtes Ziel der Surfer, allerdings vom eigentlichen Massentourismus noch nicht erreicht. Hierher reist man mit dem Wohnmobil.

Doch die weitläufigen Strände sind begehrtes Bauland: Hinter einem riesigen ummauerten und abgeschirmten Anwesen beispielsweise hat ein saudischer Prinz sein Feriendomizil errichtet.

Tamri ist die Ortschaft der marokkanischen Bananenzucht. Die Bananenfelder liegen links und rechts eines Wadis, die Einwohner haben ihre Häuser zum großen Teil an die Berghänge gebaut. Das ist in Marokko zwar verboten, und bei plötzlichen Regengüssen – solche Regengüsse hat es erst vor kurzem gegeben – stürzen diese Häuser dann auch teilweise den Hang herab, doch es spart eben Platz für weitere Bananenstauden.

In Tamri, von wo aus die Straße weg von der Küste in die Ausläufer des Atlas Abbiegt, haben wir auch die Region erreicht, wo der Esel zum bevorzugten Reittier wird – und vielerorts sieht man an der Straße Dutzende dieser Tiere zusammen stehen. Das sind die „Esel-Parkplätze“: Die Leute reiten von ihren oft weit entfernten Anwesen zur Hauptstraße, steigen dort in ein Sammeltaxi, um in die nächste größere Stadt zu fahren. Der Esel wartet derweil angebunden an einem Baum am Straßenrand auf die Rückkehr seines Besitzers.

Und wir haben nun auch die Region der nur hier wachsenden Arganien-Bäume erreicht. Die sind wohl am ehesten noch mit Olivenbäumen vergleichbar, haben aber Stacheln an den Stämmen – was die nussähnlichen Früchte, aus denen sowohl Speiseöl wie auch Parfüm gewonnen wird, schwer zu ernten macht. So tummeln sich gelenkige Ziegen in den Baumkronen der Arganien, fressen Früchte und Blätter – und der Kot der Ziegen wird zum Grundstoff für Speiseöl und Parfüm.

Natürlich wird hier in dieser landwirtschaftlichen Region auch Getreide angebaut – wobei auf vielen Feldern aber immer noch der alte Holzpflug, gezogen von einem Esel, eingesetzt wird.

In einer etwas größeren Ortschaft namens Tamanache legen wir eine kurze Kaffeepause ein. Der Ort ist eigentlich nicht mehr als ein etwas größeres Straßendorf – aber gerade Schauplatz eines gut besuchten Marktes. Selbst in kleineren Dörfern wird ein solcher Markt zumindest einmal in der Woche abgehalten.

Nach etwa drei Stunden Fahrzeit haben wir Essaouira erreicht. Eine bis zum Fischereihafen reichende Mauer umgibt die gesamte Altstadt, eine Mauer, die wohl rund acht Kilometer lang sein soll.

Die Häuser innerhalb der Stadtmauern sind weiß getüncht, die Fensterläden und hölzernen Balkone blau gehalten – die Farbenkombination, die die maurischen Flüchtlinge aus Andalusien nach Nordafrika brachten. Tatsächlich ist Essaouira auch eine Gründung aus dem 15./16. Jahrhundert, eine Stadt, die ganz auf Verteidigung ausgerichtet ist, deren 13 Stadtbezirke ebenfalls noch einmal durch Mauern voneinander getrennt waren, so dass auch jeder einzelne Bezirk noch verteidigt werden konnte, wenn der Nachbarbezirk bereits in die Hände des Feindes gefallen war. Auch von diesen inneren Stadtmauern sind überall noch die Tore zu sehen, die sich nun die Markenzeichen der größeren Straßen sind.

An den einstigen Wohnstand der Stadt erinnern an einzelnen Häusern noch die ursprünglich wohl sehr teuren, nun aber verblassenden Kachel-Verzierungen – und die Karawanseien, in deren großen Innenhöfen sich nun Cefés und Andenkengeschäfte für die Touristen finden.

Ihren Reichtum verdankte Essaouira dem Arganien-Baum – und Holzschnitzereien sind auch heute noch eines der verbreitetsten Kunsthandwerke der Stadt. Doch in den eigentlichen Souks, den mit Stroh überdachten Einkaufsstraßen, geht es mehr um die Dinge des täglichen Bedarfs, um Obst und Gemüse, um Hühner und Kaninchen, die hier noch lebend verkauft oder gleich vor den Augen des Kunden geschlachtet werden. Viele Frauen, die hier einkaufen, sind verschleiert, keine einzige ist ohne Kopftuch zu sehen. Vor vielen Geschäften haben es sich Katzen gemütlich gemacht, die hier auch regelmäßig von den Leuten gefüttert werden.

Die dem Hafen zugewandte Seite Essaouiras wird von einem Fort bestimmt, das im 17. und 18. Jahrhundert von den portugiesischen Eroberern errichtet wurde, ein Fort, dessen dem Meer zugewandter Wall mit mächtigen Kanonen bestückt ist.

Der kleine Fischereihafen liegt ganz im Schatten des Forts. Die Boote, die hier liegen, sind alles nur kleine Boote, zum Teil sogar nur Ruderboote. Größere Schiffe könnten hier kaum anlegen.

Doch außerhalb der Stadtmauer, neben dem Hafen entwickelt sich bereits ein neues, touristisches Essaouira – mit einer Strandpromenade und größeren Hotelanlagen, ähnlich wie in Agadir.

Gegen 15 Uhr fahren wir zurück, sind gegen 18 Uhr wieder im Robinson Club.

Montag, 10. November: Agadir

Kurz  nach sieben Uhr verlassen wir das Hotel, starten gegen 10 Uhr unseren Heimflug.

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