Der Nakuru-Nationalpark am Nakurusee gehört zu den weniger bekannten Kleinoden unter den Nationalparks von Kenia.

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Kenia: Von Mombasa über Nairobi zum See der Millionen roten Flamingos

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Am Nakuru-See herrschen die Flamingos  Am Ufer des Nakuru: Ein Büffel im Gras Im Naukuru-Nationalpark: Ein Löwe ruht sich aus Nakuru-Nationalpark: Giraffen am Waldrand

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Gazelle und Zebra im Nakuru-Nationalpark Vögel im Schilf - am Ufer des Naivashu-Sees Nilpferde im Naivashu - respektvolle Entfernung nötig Gesehen im Nairobi-Nationalpark: Eine Giraffe

Die Stoßzähne sind  Mombasas Wahrzeichen 

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Folklore-Vorführung für die Touristen

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Reiseroute und beschriebene Orte: Mombasa - Shanzu - Nairobi - Naivashu - Nakuru - Naivashu - Nairobi - Shanzu (mit Ausflügen nach Mambo Village und Jumba La Mtwana)

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Sonntag, 7. Februar 1993: Shanzu

Morgens um vier Uhr werden wir zum Frühstück geweckt. Nach ostafrikanischer Ortszeit ist es immerhin schon sechs Uhr.

Auf der rechten, nach Osten zugewandten Seite der African-Safari-Maschine leuchtet der Himmel bereits rot, während es auf der anderen Seite noch rabenschwarze Nacht ist. Kurz darauf erblicken wir dann im Süden ein gewaltiges Bergmassiv, eine ganze Gebirgskette, aus der sich als höchster Punkt der schneebedeckte Gipfel des Kilimandscharo erhebt.

Noch am frühen Morgen landen wir auf dem Flughafen von Mombasa. Die Abfertigung verläuft genauso chaotisch, wie ich es bereits vor zwei Jahren erlebt habe. Weil zur gleichen Zeit auch noch eine Maschine der LTU gelandet ist, wird es nun noch chaotischer: Das Gepäck aus beiden Flugzeugen wird einfach zusammengeworfen, auf die beiden einzigen Bänder verteilt, und nun müssen die Fluggäste eben sehen, wie sie an ihre Koffer kommen.. Fast zwei Stunden dauert diese Prozedur, bis wir - fast als letzte - endlich an Maritas Reisetasche und meinen Koffer gelangen.

Zum Glück werden wir vom African Safari Club als "VIP’s" abgeholt und in einem Jeep zum Hotel gebracht.

Mombasa hat sich auf den ersten Blick kaum verändert. Das einzige, was optisch auf die Hungerkatastrophe im benachbarten Somalia hinweist, war die Transportmaschine der Welternährungsorganisation, die einsam zwischen den Touristenfliegern auf dem Rollfeld stand.

Das Paradise-Hotel liegt abgeschirmt in einem Touristenghetto, links und rechts von ähnlichen Hotels umgeben, nur am Strand von einheimischen Beachboys umlagert, die allerlei Ramsch anbieten.

Wir verbringen den ersten Tag dösend am Swimmingpool.

Montag, 8. Februar 1993; Dienstag, 9. Februar 1993: Shanzu

Wir verbringen zwei faule Tage zwischen Swimmingpool, Strand und Diningroom.

Zur Anlage: Vier zusammenhängende Hotelkomplexe, alle von African Safari gesteuert, alle im absoluten Einheitslook. Das ganze hat etwas von einer gigantischen Kaffeefahrt an sich: Weil man kaum aus der Anlage herauskommt, ist man auf die - mageren - Angebote des Hauses angewiesen. Dabei gab es an unseren ersten beiden Abenden nicht einmal die sonst übliche Folkloreshow, wie sie vor zwei Jahren im Strandhotel von Malindi fast obligatorisch war. Die Preise im Hotel, beispielsweise 25 Shillinge, also rund 1,20 Mark für eine Cola, scheinen aber angemessen.

Am Strand lauern die Beachboys. Allerdings wurden wir bei unseren Strandausflügen auch nicht übermäßig belästigt.

Wie dem auch sei: Drei Tage hintereinander in einer solchen Anlage reichen völlig aus!

Zum Glück hat Marita den Weg nach draußen entdeckt - der einzige Weg, der nicht mit einem Hinweisschild gekennzeichnet ist. "Nach draußen" heißt: Auf die Hauptstraße mit einigen Appartementhäusern, einem Restaurant, Geschäften mit den üblichen Souvenirs, dazu ein paar Bretterbuden, die als Markt von Shanzu deklariert werden. Es gibt Safari-Angebote nach Lamu, Tsavo usw., das, was es auch in Malindi gab.

Sowie wir von unserer Safari zurück sind, werden wir - in Ermangelung von Alternativen - wohl öfter hierher gehen.

Zur Organisation: Ich war bisher im falschen Zimmer untergebracht. Am Dienstag Abend kam die Reiseleiterin ins Hotel, stellte sich uns vor, fragte, ob ich den Brief der PR-Chefin von African Safari erhalten hätte. Bei der Gelegenheit kam dann heraus, dass die Zimmer vertauscht wurden.

Morgen geht es endlich raus aus diesem Hotel, auf Safari!

Mittwoch, 10. Februar 1993: Shanzu - Nairobi

Pünktlich um 11 Uhr werden wir abgeholt, fahren noch zu einem anderen Hotel, dann zum Banburie Airfield, bestehend aus zwei Lande-, bzw. Startpisten, wovon aber nur eine asphaltiert ist. Etwa gegen 12 Uhr der Start: Wir fliegen mit einer zweipropelligen Maschine mit zehn Sitzen. Vom Passagierraum aus kann man in das Cockpit sehen.

Zunächst fliegen wir über Mombasa hinweg: Aus der Luft wird die Insellage der Stadt erst richtig deutlich, eine Ansammlung roter Dächer, vom Wasser umgeben. Dann geht es Richtung Tsavo: Die Gegend ist grün, kaum von Straßen durchbrochen. So grün habe ich Tsavo vor zwei Jahren nicht erlebt.

Dafür wird unser Blick bald durch die Wolken getrübt. Der versprochene Blick auf den Kilimandscharo fällt aus. Die Wolken kündigen das regnerische Wetter an.

Nach der Landung auf dem Wilson Airport von Nairobi ist erst einmal eine Zwangspause angesagt. Wir stehen in einem Vorraum der Gesundheitsbehörde und warten eine Stunde darauf, dass etwas passiert. Von den Flughafenangestellten kann offensichtlich niemand etwas mit der fünfköpfigen Reisegruppe von African Safari anfangen.

Nach gut einer Stunde kommt schließlich Frank, unser Fahrer, fragt, ob wir die Gäste für die Flamingo-Tour seien. Wir steigen also alle in seinen Chrysler.

Nairobi ist eine Stadt ohne Flair. Jedenfalls gilt das für den Teil, den wir passieren. Wir kommen an einfachen Steinhäusern vorbei, dem Anschein nach der größte Teil von ihnen "gehobener" afrikanischer sozialer Wohnungsbau, daneben bzw. dahinter reihen sich die Wellblechhütten aneinander.

Die erste Station: Der Uhuru-Park. Zwei Monumente, eines davon im Stil eines Obelisken mit steinernen Fahnenträgern, das andere eine Welle darstellend. Ein Monument wurde vom 20., das andere zum 25. Jahrestag der Unabhängigkeit errichtet, beide natürlich gestiftet von Arap Moi, Präsident des Landes und oberster Befehlshaber der Streitkräfte.

Schließlich erreichen wir den Haupteingang des Nairobi-Nationalparks. Die Wege im Park sind nass, übersät von riesigen Pfützen, aber überall grünt es. Ein verrücktes Bild: grasende Antilopen, Giraffen, Büffel - und im Hintergrund erheben sich die Hochhäuser von Nairobi.

Größere Herden bekommen wir nicht zu Gesicht, lediglich Impalas in zehnköpfigen Gruppen, die übrigen Tiere kommen nur vereinzelt vor: Büffel, Böcke, aber keine Raubtiere, auch keine Nashörner oder Elefanten, dafür aber etliche Giraffen.

In der Massai-Lodge werden wir von der Frau des Geschäftsführers über den weiteren Verlauf der Tour aufgeklärt. Von der Lodge selbst erzählt sie, dass mitunter Giraffen und Leoparden vor den Hütten auftauchen würden. Das einzige, was wir erblicken, sind possierliche Nager, die aussehen wie graue Erdhörnchen und auf fast jedem Gebüsch sitzen.

Unsere Lodge liegt an einem schmalen Flussbett, das sich in einen Felsen, über und über bewachsen, eingegraben hat. Vielleicht 20 Meter unterhalb des Hauptgebäudes rauscht ein Wasserfall.

Dieses Geräusch hören wir die ganze Nacht.

Donnerstag, 11. Februar 1993: Naivashu - Nakuru

Afrika im Regen! Dazu ist es auch noch empfindlich kühl. Wir befinden uns schließlich in 1600 Meter Höhe, und weil es die ganze Nacht über geregnet hat, sind jetzt die Wege im Nationalpark völlig aufgeweicht.

Eine Brücke, über die wir fahren müssen, liegt nun unter Wasser, ist gar nicht mehr zu erkennen. Wir kommen zwar trotzdem über den Fluss, aber überall entlang unseres Weges bilden sich kleine Sturzbäche.

Wir fahren auf der Nationalstraße 104, eine gut ausgebaute, teilweise drei- bis vierspurige Straße, durchaus deutschen Bundesstraßen vergleichbar. Allerdings bröckeln mitunter ihre Ränder, und die Straßengräben stehen immer wieder unter Wasser.

In Naivashu legen wir noch vor Mittag eine Rast ein. Der Rastplatz gehört - wie kaum anders zu erwarten - zu einer "Factory".: Auf dem daneben liegenden Platz sind mehrere Männer mit Schnitzarbeiten befasst, und im Geschäft soll das nun alles verkauft werden. Es befindet sich aber nichts darunter, was mir gefällt.

Mittags erreichen wir die Nakuru Lake Lodge. Vor der Lodge hat es sich eine Gruppe von Marabus gemütlich gemacht. Ein einzelner Pavian rast vorüber.

Wir überreden den Fahrer, gleich nach dem Esse aufzubrechen und nicht, wie laut Plan vorgesehen, bis 16.30 Uhr zu warten. Unser Argument dabei: Wir haben den zweiten Safari-Tag, aber noch immer kein Großwild gesehen, müssen die Zeit ausnutzen, in der es gerade mal nicht regnet.

Also geht es auf Richtung See. Wir stoßen auf Impalas, aber vor allem ist der Nationalpark hier ein Paradies der Wasserschweine, die fast hinter jedem Gebüsch zu stecken scheinen. Auf einer freien Grasfläche hat sich eine Giraffenfamilie breit gemacht, und schließlich gibt es noch jede Menge Büffel.

Der See ist berühmt für seine Flamingos. Ein bis zwei Millionen Tiere sollen sich hier in manchen Jahren versammeln. Ich vermag die Zahl der Tiere zwar nicht zu schätzen, aber an dem Teil des Ufers, an dem wir entlang laufen, bilden die Flamingos einen ununterbrochenen roten Saum, der gleichsam ein zweites Seeufer darstellt.

Das Wasser des Sees riecht abgestanden; überall liegen Federn herum. Und auch die Überbleibsel der Zivilisation: Plastikflaschen am Strand von Lake Nakuru. Auf der anderes Seite des Sees ist die Stadt zu erkennen, aber hier an dieser Stelle dürften wohl auch Touristen die Urheber der Umweltverschmutzung gewesen sein.

Erstaunlich: Obwohl nur hundert Meter entfernt eine Büffelherde steht, können wir ungestört am Ufer laufen. Offensichtlich ist der mineraliengetränkte See für die anderen Tiere nicht einmal als Trinkwasserquelle geeignet.

Auf dem Rückweg erleben wir eine Dschungelfahrt mit Hindernissen: Einmal müssen wir umdrehen, weil das Wasser eine Brücke überflutet hat, und insgesamt vier mal müssen wir einen Kleinbus freimachen, der immer wieder bei seiner Tour durch den Park im Schlamm stecken bleibt.

Wobei wir eigentlich nicht durch "Dschungel" fahren: Wir befinden uns vielmehr in einer dicht bewachsenen Baumsavanne, von der Marita meint, dass sie nach Friedhof riechen würde. Tatsächlich findet sich überall Efeu.

Vor dem Abendessen gibt es in der Lodge eine Acrobatic Show: Feuerschlucker, Limbo, Handstand auf zwei Steintürmen, wobei der Akrobat nach und nach die Steine des Turms hinter sich wirft - irgendwie ist es wie vor zwei Jahren in dem Touristenhotel von Malindi, wo mit solchen ""Folklore"-Vorführungen die Gäste jeden Abend drangsaliert wurden.

In der Nacht wird es bitter kalt.

Freitag, 12. Februar 1993: Naivashu - Nairobi

Aufbruch aus der Lodge morgens um neun Uhr: Wir fahren noch einmal durch den Park, stoßen auf einen Löwen mit seinen beiden Weibchen. Er liegt unter einem Gebüsch, rührt sich kaum von der Stelle, die weiblichen Tiere dösen in der Sonne. Schließlich erhebt sich eine Löwin, kriecht zu ihrem männlichen Gefährten unter den Busch. Als sie verschwindet, zieht es das andere weibliche Tier ins Gebüsch.

Die Löwen sind offensichtlich zufrieden, lassen sich weder durch uns noch durch die Büffel auf der anderen Seite des Weges in ihrer Ruhe stören.

Nakuru-Stadt ist ein Provinznest ohne Besonderheiten: Ein Markt, ein Hindu-Tempel, Siedlungen aus "Einfamilienhäusern", die an die Arbeitersiedlungen des 19. Jahrhunderts erinnern. Über die A 104 fahren wir zurück nach Naivashu.

Die Gegen um Naivashu ist Farmland, und am Eingang zum Naivashu-Country-Club finden wir sogar eine Pferdefarm.

Mittagessen im Country-Club, danach Bootsfahrt über den Naivashu-See.

Dieser See muss das Traumland aller Ornithologen sein. Hier gibt es zwar keine Flamingos, dafür aber Störche und alle anderen möglichen Vogelarten, zum Beispiel Sekretärsvögel, Fischreiher und ähnliches.

Mitten im See ruht eine Nilpferdfamilie, einschließlich der Jungtiere. Der Bulle reißt drohend sein Maul auf, grunzt, die anderen Tiere tauchen ab. Unser Skipper dreht ab, meint, die Hippos hätten Angst um ihren Nachwuchs, seien deshalb nervös.

Die im See liegende Insel hat etwas vom Garten Eden an sich. Wir kommen zwar nicht direkt an sie heran, aber man sieht Zebras, Gazellen, Böcke, fast alle Savannenbewohner mit Ausnahme der Raubtiere friedlich nebeneinander lebend. Die Ausnahme befindet sich vor der Insel: Ein Nilpferdbulle, der uns mit drohendem Grunzen wieder vertreibt.

Die Rückfahrt nach Nairobi führt am Rift Valley, am Afrikanischen Grabenbruch vorbei. Der Grabenbruch sieht von der Straße aus wie ein unendlich breites fruchtbares Tal, das von der Landschaft her einschließlich der Bäume, alles Tannen- und Kieferngewächse, auch irgendwo in Europa liegen könnte.

Überall an der Straße verkaufen Händler Obst und Gemüse. Frank, unser Fahrer, kauft einen ganzen Sack Kohlköpfe, zahlt dafür, wenn ich richtig gesehen habe, 60 Shillinge, also rund drei Mark.

Die Bauernhäuser stehen nicht weit von der Straße entfernt. Die meisten sind einfache Lehmhütten mit Strohdächern, einige haben auch ein Wellblechdach.

Über Karen fahren wir wieder nach Nairobi herein. Karen - ein Vorort mit weit auseinanderliegenden besseren Einfamilienhäusern in abgeschirmten Gärten. Hier liegt auch das Karen-Blixen-Museum und auf unserem Weg zur Massai-Lodge sogar eine Rudolf-Steiner-Schule.

Am Abend erleben wir in der Lodge dann eine böse Überraschung: Die drei Nörgler aus unserer Gruppe haben tatsächlich durchgesetzt, dass wir alle morgen um 11 Uhr nach Mombasa zurückfliegen. Wenn das so aufgeht, sind das Karen-Blixen-Museum und die Nairobi-Stadtrundfahrt für uns gestrichen.

Samstag, 13. Februar 1993: Nairobi - Shanzu

Die Flugtickets ließen sich nicht mehr umtauschen, sagt Frank. Sie seien nun von Mombasa aus gebucht, und am Flughafen sei es ohnehin schon schwierig genug, etwas zu organisieren.

Also fahren wir zurück zum Nairobi International Airport.

Vor Büffeln hat Frank Respekt. Auf dem Weg steht ein ziemlich großer, vielleicht das Leittier das neben der Straße äsenden Herde. Frank wendet, sucht einen anderen Weg aus dem Park. Wir kommen an einer Straußenfamilie vorbei, haben schließlich sogar noch die Hoffnung, Löwen oder Leoparden zu sehen. Wir sehen eine Impala-Herde, und die Tiere beobachten nervös und ängstlich die Savanne. Aber sie bleiben trotzdem stehen, und wir entdecken auch keine Raubkatzen.

Mitten im Nationalpark ist ein Flugzeug notgelandet. Seit einer Woche steht es schon total kaputt im Gras. Frank erzählt, die Maschine sei auf dem Weg nach Somalia gewesen, gerade von Nairobi gestartet, als sie notlanden musste. Unter der Maschine steht nun ein blaues Faß, um auslaufendes Öl aufzufangen.

Der Nationalpark liegt tatsächlich in einer Flugschneise. Marita beklagt, die ganze Nacht über die Flugzeuge gehört zu haben.

Um zehn Uhr sind wir am Flughafen, um 11 Uhr soll die Maschine von Kenia Airways, eine normale Linienmaschine, über Mombasa nach Kairo und weiter nach Paris gehen. Um 10.40 Uhr steht allerdings erst fest, an welchem Gate das Einchecken stattfindet, und um 13 Uhr heben wir schließlich vom Rollfeld ab.

Der Flug dauert 40 Minuten. In Mombasa werden wir abgeholt - und sind kurz nach 14 Uhr wieder im Hotel.

Der Rest des Tages: Strand und Sonne.

Sonntag, 14. Februar 1993: Shanzu/Mambo Village

Am Morgen fahren wir mit dem Taxi für 400 Shillinge nach Mambo Village, knapp nördlich von Mombasa gelegen. Mambo Village - das ist vor allem die Krokodilfarm, ein botanischer Garten, ein Aquarium. Eintritt für Erwachsene: 180 Shillinge.

Der Rundgang beginnt mit einem Videofilm über das Leben der Krokodile. Dann geht es zu den einzelnen Becken, vielleicht zehn Stück, hübsch angelegt zwischen Felsen. Es sind hier wohl einige hundert Krokodile aller Größen, aber die meisten liegen regungslos am Ufer oder im Wasser, gerade mal, dass einige ihr Maul aufgesperrt halten.

An einem - fast leeren - Becken macht ein Schild auf eine Besonderheit aufmerksam: "Big Daddy - give me more tourists, the last have been deleicious". Doch "Big Daddy" lugt nur faul unter einer Wasserpflanze hervor - und sieht gar nicht so furchterregend aus.

Interessant: "Weiße" Krokodile, behauptet jedenfalls das Hinweisschild, sind eine Zuchtentwicklung der Farm, wobei "weiß" hier aber ein helleres Grün meint.

Ein Becken ist den mißgebildeten Tieren vorbehalten: Krokodile mit Buckel, mit wülstigem oder auch gar keinem Schwanz. Leider fehlt jeder Hinweis über Ursache und Überlebenschance solcher Missbildungen in der freien Natur.

Ans Krokodil-Areal schließt der Botanische Garten an. Der Schwerpunkt: Orchideen und Wasserpflanzen. Dahinter liegt dann das Aquarium mit den Küstenfischen Kenias.

Die sehen wir am Nachmittag im Meer selbst. Unmittelbar vom Hotelstrand aus starten wir zur Glasboot-Tour zum vorgelagerten Korallenriff. Preis für zwei ein halb Stunden: 400 Shillinge. Unser Boot heißt "Captain Peter Fischer", und das Motto, groß an Deck geschrieben: "Eile mit Weile".

Das Korallenriff beginnt vielleicht 200 bis 300 Meter vor dem Ufer. Der Schieber bezeichnet die Korallenarten nach ihren Formen: Pilzkorallen sind die gefächelten, Knochenkorallen die, die tatsächlich wie Gebeinhaufen wirken, Steinkorallen, die eben so gut ein kleiner Felsen sein könnten und sogar Heringskorallen. Dazwischen tummeln sich Fischschwärme in schillernden Farben, am häufigsten vorkommend dabei die kleinen Zebrafische.

Beim Schnorcheln beobachte ich einen Seestern, der sich unmerklich durch das Seegras zu bewegen scheint, indem er unendlich langsam einen nach dem anderen seiner rot geränderten "Strahlen" vorwärts schiebt, sich dabei offensichtlich auch jedes mal aufs neue festsaugt.

Suspekt sind mir die Seeigel, mit ihren bunten Punkten - den Augen? - zwischen den langen schwarzen Stacheln. Ich sehe mich vor, diesen Stacheln nicht zu nahe zu kommen.

Am späten Nachmittag liegen wir wieder am Swimmingpool.

Montag, 15. Februar 1993, Dienstag, 16. Februar 1993: Shanzu

Zwei Tage am Swimmingpool vom Hotel: Am Montag hatte ich Durchfall, fühle mich danach unendlich schlapp.

Mittwoch, 17. Februar 1993: Mombasa

Um neun Uhr brechen Benjamin und ich vom Hotel aus auf. Eigentlich war die Fahrt mit Jackson vereinbart worden, aber dessen Taxi ist kaputt, und nun springt eben Benjamin ein.

Benjamins Lebensgeschichte könnte die wahre - oder auch erfundene - Lebensgeschichte eines Asylbewerbers in Deutschland sein. Angeblich hat er Informatik studiert, ist ausgebildeter Computerexperte, war zum Studium teilweise sogar in London, ging dann zur Armee und war, so behauptet er jedenfalls, 1982 in einen Putschversuch verwickelt. Die Folge: Er musste Nairobi verlassen, verlor alle Diplome und Geschäftslizenzen, lebt deshalb nun als Taxifahrer.

Dabei lebt er allerdings nicht schlecht: Rund 500 Mark verdient er im Monat, 80 Mark zahlt er Miete, ist verheiratet, hat ein Kind. Also: Ein Lebensstandard weit über dem Durchschnitt.

Unsere erste Station ist Kimba, ein Manufakturgelände, wo, laut Benjamin, 5000 Männer in den zahllosen Strohhütten arbeiten, entweder Figuren schnitzen, die Holzstämme zurecht sägen oder auch Steine bearbeiten. Drei Arten von Holz werden hier bearbeitet: Teak, Ebenholz und Mahagoni. Vor einer Hütte sitzen zwei Kinder und schnitzen Figuren, ich mache ein Foto von ihnen, gebe dafür jedem Jungen einen Schilling. Benjamin meint, es wären Kinder, die ihre Väter zur Arbeit begleitet hätten, will aber auch nicht ausschließen, dass hier Kinder womöglich arbeiten.

Überall weisen Schilder daraufhin, dass man ausschließlich in dem Geschäft, nicht aber bei den Hütten kaufen solle. Die Bezahlung der Schnitzer funktioniert so: Jedes Stück, das sie abliefern, bekommt eine Nummer, aus der der Schnitzer hervorgeht - Geld gibt es, wenn das Stück verkauft ist. Geringer kann Unternehmerrisiko nicht sein! Für 400 Shillinge, also rund 20 Mark, kaufe ich schließlich in dem Laden ein aus Stein gearbeitetes Nashorn.

Wir kommen nun nach Mombasa, fahren zunächst zum neuen Osthafen. Am Weg, gleich neben dem Wasser, kommen wir an riesigen Affenbrotbäumen vorbei, kurz darauf an einem Spielcasino. Von weitem sehe ich den Neubau eines Hotels.

Nun geht es in die Altstadt, zuerst zum Hindutempel, der in der Nähe des Agha-Khan-Clubs liegt. Der Hindutempel ist ein von außen unscheinbares Gebäude, nur die verzierten Türen lassen etwas Asiatisches erahnen. Im Inneren befinden sich die Götterschreine, an die Wände sind kitschige Bilder aus der Hindu-Götterwelt gemalt. Das ganze erinnert irgendwie an katholische Heiligenbilder.

Fort Jesus kenne ich zwar schon, sehe es mir nun aber noch einmal an, diesmal mit einem jungen Altstadtführer namens Osman, der mich neben dem Eintritt von 100 Shillingen zusätzlich 200 Schillinge kostet.

Immerhin erfahre ich auf diese Weise, dass Fort Jesus aus dem Korallengestein herausgehauen wurde, zu Zeiten der englischen Kolonialherren noch als Gefängnis diente und entdecke ein Skelett, dass, so Osman, erst vor zwei Jahren an der Stelle gefunden wurde, wo es heute noch liegt. Aus den Ellbogen habe man schließen können, dass der Tote ein Weißer war, aus der nach Westen gerichteten Körperlage folgerte man, dass es sich um einen Christen gehandelt haben muss - also vermutlich ein Portugiese.

Vor einem der Gebäude im Fort wächst ein merkwürdiger Baum, dessen Blüten nach Osmans Erzählungen zu einem völlig alkoholfreien Parfüm verarbeitet werden. Angeblich soll der Duft eine Woche lang wirken.

Vom Fort Jesus aus in die Altstadt: Im zweiten Haus, schmucklos, keine hölzerne Veranda davor wie sonst üblich, leben Flüchtlinge aus Somalia. 800.000 Somalis lebten derzeit in Kenia, aber wie viele davon in Mombasa, kann Osman nicht sagen.

Der Weg durch die Altstadt ist kurz; ich verzichte auf eine Besichtigung des Dhau-Hafens.

Der Versuch, eine Münze als Andenken zu kaufen, wird in der Altstadt zu einem schweren Unterfangen. Ein Mann aus dem ersten Shop, in dem ich frage, bringt mich zu einem kleinen Verkaufsstand vor dem Fort Jesus, von dort zurück in die Altstadt in ein weiteres Geschäft, diesmal zu einem Inder. Der hat verschiedene Münzen, verlangt für ein normal erhaltenes Ein-Piaster-Stück aus Deutsch-Ostafrika 950 Shillinge. Schließlich handele ich ihn auf 750 herunter - auch nicht weniger, als was in Deutschland für dieses Stück zu zahlen gewesen wäre.

Mittags nehmen Benjamin und ich Lunch im Hard-Rock-Café, fahren dann allmählich ins Hotel zurück.

Donnerstag, 18. Februar 1993: Shanzu

African Safari lädt ein zur Dhau-Fahrt vor die Küste mit anschließendem Besuch im Massai-Dorf. Die Fahrt in der Flussmündung führt zwar an herrlicher Landschaft vorbei - doch das vermeintliche Massai-Dorf, wieder mit üblicher Folklore-Vorführung, erweist sich als peinliche Touristenfalle. Wir ertragen es bis zum Mittag, nehmen uns dann ein Taxi und fahren ins Hotel zurück.

Am Nachmittag besuche ich den Mini-Nationalpark, den African Safari in der Nähe unserer Hotelanlage eingerichtet hat: Eine Mischung zwischen Botanischem Garten und Zoo, aber natürlich mit viel größeren Freigehegen für Büffel und andere Tiere.

Freitag, 19. Februar 1993: Jumba La Mtwana

Mit dem Taxi fahre ich in die Ruinenstadt Jumba La Mtwana, unmittelbar am Sandstrand gelegen. Laut Reiseführer war die Stadt, gebaut Korallengestein, etwa zwischen 1350 und 1450 von Moslems bewohnt. Viel mehr als die Moschee am Meer ist von ihr allerdings nicht erhalten geblieben

Samstag, 20. Februar 1993: Shanzu

Die letzten Stunden am Hotel-Swimming-Pool - vor dem Rückflug nach Deutschland. 

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