Tagebuch einer Kenia-Reise: Von Shanzu-Beach mit seinen Tauchplätzen in die Nationalparks Tsavo-Ost, Nakuru mit dem Nakuru-See, in die Masai Mara und nach Kimana

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Kenia: Von Shanzu nach Tsavo, Nakuru, Masai Mara und Kimana

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Am "Sharkpoint": Ein  Weißspitzenriffhai. Tsavo-Ost: Ein Nilpferd unterwegs zum Wasserloch. Eine Büffel-Herde im Nationalpark Tsavo-Ost Nakuru-Nationalpark: Ein Nashorn in der Nähe des Ufers

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Am Mara-River: Nilpferdmutter mit ihrem Jungtier Eine Löwin an einer Wasserstelle in der Masai Mara Die Masai Mara - auch das Land der Masai und ihrer Rinder Eine Elefantenmutter mit ihrem Jungen in der Masai Mara

Bereit zur Jagd: Ein Gepard in der Masai Mara 

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Blick auf den Kilimandscharo - gesehen von Kimana

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Reiseroute und beschriebene Orte: Shanzu mit den Tauchplätzen Sharkpoint, Malaika, Brain Coral, Sandy Ray, Tsavo-Ost, Nakuru-Nationalpark, Masai MaraKimana

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Dienstag, 18. März 2008: Mombasa - Shanzu

Kurz vor sechs Uhr früh Ortszeit – zwei Stunden weiter als die Mitteleuropäische Normalzeit – landet die Maschine von African Safari nach einem wahrhaft anstrengenden Nachtflug auf dem Flughafen von Mombasa. Es ist die einzige Maschine, die momentan auf dem Rollfeld steht.

Über Mombasa geht es mit dem Bus nun nach Shanzu. Das erste, was man von Mombasa sieht, ist eine äußerst ordentliche, aber doch eintönige Neubausiedlung, für afrikanische Verhältnisse vermutlich beinahe so etwas wie gehobener Standard. Weiter zur Stadt hin passieren wir dann weitere Neubausiedlungen, etwas älter und schon heruntergekommen, die einzelnen Häuser einfach ins Gelände gebaut, ohne erkennbare Wege zwischen den einzelnen Gebäuden.

Mombasa scheint langsam wach zu werden, die Menschen sind die Straßen, fast nur Fußgänger, ab und an Leute auf einem Fahrrad, Mopeds oder gar Autos sind wohl nur wenigen vorbehalten.

Doch von den Unruhen des Dezember und Januar sind auch keine Spuren mehr erkennbar. Auf einer Häuserwand steht als Graffiti „Kibaki for President“, dazu noch ein anderer Name als „for MP“, also als Parlamentsabgeordneter – aber bisher scheint sich auch niemand sonderlich an diesen Losungen gestört zub haben.

Auf dem Weg nach Shanzu säumen immer mehr Wellblechhütten die Straße. Allerdings wohnt hier niemand, vielmehr dienen diese Hütten als Unterstände für allerlei landwirtschaftliche Gerätschaften. Als improvisierte Restaurants, in denen etliche Einheimische gerade ihr Frühstück zu sich nehmen. Mombasa ist von Farmland umgeben – und der Ort Shanzu, falls man von einem „Ort“ überhaupt reden kann, wäre dann eine Art landwirtschaftliches Zentrum, direkt an der Küste.

Vor allem ist Shanzu wegen seines weißen Sandstrandes, von dem bei Flut aber nur ein relativ schmaler Streifen bleibt, ein Ort der Hotelanlagen. Das Dolphin Hotel, in dem wir absteigen, ein Hotel von African Safari Club, liegt inmitten eines ganzen Hotel-Komplexes, alle Hotels über Spazierwege miteinander verbunden, einige Hotels wegen Gästemangel derzeit aber geschlossen.

Außerhalb der – abgesperrten – Anlagen versuchen die Einheimischen, ihr Geschäft mit den Touristen zu machen. Es haben sich einige kleine Verkaufsstraßen gebildet, angeboten werden Schnitzereien, naive Bilder, dazu gibt es auch einige „Reisebüros“, deren Safari-Preise sich aber auch nicht von den Preisen der großen Veranstalter unte5rscheiden.

Gegen Abend kommen in unserer Hotelanlage die Makaken aus den Verstecken, in denen sie sich tags über vor der Hitze verborgen haben. Von „Abkühlung“ kann aber auch nach Sonnenuntergang nicht wirklich die Rede sein.

Mittwoch, 19. März 2008: Shanzu mit den Tauchplätzen Sharkpoint und Malaika

Ich habe bei den Barakuda-Divers eingescheckt. Zehn Minuten vor acht Uhr – verabredet war 7.30 Uhr – werde ich von Franco, einem der einheimischen Divemaster, abgeholt, und mit dem Pick-Up geht es zum Hafen, dem Bootssteg der wenige Kilometer entfernten Anlage Pirates Bay, auch das eine Anlage von African Safari, allerdings nicht am Meer, sondern an einem Meeres- oder auch Flussarm, in dem das Wasser nach faulen Eiern riecht. Dennoch sieht man hier eine ganze Reihe von Fischern, die in ihren Einbäumen mit einer Angelschnur in dem Brackwasser ihr Glück versuchen.

Unser erstes Ziel ist der Sharkpoint, vielleicht zwei Kilometer vor der Küste gelegen, ein 18 Meter tief gelegenes Korallenriff mit etlichen Trichterkorallen, das aber doch ziemlich grau wirkt. Das mag jedoch auch an der eher dürftigen Sicht von maximal sieben Metern liegen.

Auffällig: Die große Menge an Nasendoktorfischen, die sich zwischen den Schwärmen von Süßlippen tummeln. In den Mulden des Riffs stoßen wir auf zwei Muränen, eine gecheckte und eine große lilane Muräne, der Größe des Kopfes nach zu urteilen sicherlich ein Zwei-Meter-Exemplar. Auch die bräunlichen Zackenbarsche erreichen hier stattliche Größen. Eine Länge von eineinhalb Metern dürfte bei diesen bräunlichen Tieren hier wohl durchaus normal sein.

Und dann sehen wir, auf dem Meeresboden liegend, einen Weißspitzenriffhai. Franco wird nachher sagen, er wäre etwa zweieinhalb Meter lang gewesen – aber das scheint mir dann doch übertrieben. Ich würde ihn eher auf knappe zwei Meter veranschlagen, wobei dieser Hai eben auch ein schlanker Fisch ist, neben den klobigen Zackenbarschen fast filigran erscheint. Und der Hai ist auch ein scheues Tier: Um ihn zu fotografieren, versuche ich etwas näher an ihn heranzuschwimmen – doch der Hai verlässt seinen Ruheplatz und macht sich davon.

Der zweite Tauchgang führt uns zum Tauchplatz Malaika, auch der natürlich im Marine-Schutzgebiet gelegen, auch rund 18 Meter tief – aber, so scheint es, etwas farbenfroher als Shark Point. Neben den Nasendoktoren, die es hier wohl überall zuhauf gibt, begegnen wir Schildkröten, darunter einem nicht einmal sonderlich großen Tier, dessen Panzer bereits die Spuren etlicher Kämpfe trägt, an einigen Stellen regelrecht angebissen ausschaut. Dazu gibt es auch hier wieder Barsche und schließlich mehrere Blaupunktrochen.

Donnerstag, 20. März 2008: Shanzu mit den Tauchplätzen Brain Coral und Sandy Ray

Auch die beiden Tauchplätze, die wir heute ansteuern, gehören zum Marine Park. Allerdings liegen sie etwas näher am Hafen.

Brain Coral bezieht sich auf ein größeres Areal mit Kopfkorallen, gelegen in rund 19 Metern Tiefe, ein ziemlich ebener Tauchplatz, wo uns schon beim Abstieg ein prächtiger Papageienfisch empfängt. Und auch, wenn das Korallenfeld ziemlich weitläufig ist – das Zentrum dieses Tauchplatzes, eine wie ein Hügel hochgewachsene Kopfkoralle, ist wie ein einmaliger Treffpunkt der einheimischen Unterwasserwelt. Hier tummeln sich die Lippfische in Schwärmen, schwimmt eilig eine Schildkröte vorbei, zeigen sich die mächtigen Barsche – und kreuzt, allerdings etwas weiter weg, ein vielleicht zwei Meter großer Napoleonfisch unseren Weg.

Etwa 15 Minuten später, an einer anderen Stelle von Brain Coral, begegnet mir übrigens ein zweiter, diesmal aber weitaus kleinerer Napoleon.

Sandy Ray, unser zweiter Tauchplatz, 15 Meter tief, zeichnet sich durch eine hervorragende Sicht aus. Genau deshalb erscheint dieser Tauchplatz auch so farbenfroh! Typisch für die Tauchplätze der Region die Barsche und auch wieder die überall vorkommenden Nasendoktoren und Schildkröten. Beeindruckend sind aber auch die Drückerfische. Gegen Ende des Tauchganges entdecken wir ein besonders herrliches Tier, sicher eineinhalb Meter groß, dass sich in der Mulde einer Koralle, einer Art Mini-Höhle niedergelassen hat.

Freitag, 21. März 2008: Shanzu mit den Tauchplätzen Sharkpoint und Malaika

Wieder an den Shark Point!

Bei etwas besserer Sicht als beim ersten mal nimmt man nun auch die Konturen dieses Tauchplatzes wahr: Ein langgezogener sanfter Korallenhügel, umgeben von einem flachen Korallenfeld. Wobei es aber dabei bleibt: die anderen Tauchplätze waren um einiges bunter!

Kurz nach dem Abstieg kreuzen zwei Barrakudas unseren Weg, auch ein vereinzelter Flötenfisch springt ins Auge, ebenso wie die großen Muränen, die aus ihren Höhlen schauen. Franco, mein einheimischer Tauchpartner, macht mich auf einen gut getarnten an einer Koralle schmiegenden Steinfisch aufmerksam – und schließlich auf einen in einer Entfernung eilig vorbeischwimmenden Weißspitzenriffhai, von dem allerdings nur die Konturen zu erkennen sind. Kurz darauf liegt ein zweiter in einer Sandmulde, bleibt für einige Sekunden in unserem Blickfeld, um dann in das tiefe Blau fortzuschwimmen. Ein, wie Franco behauptet weit größeres, angeblich zweieinhalb Meter langes Tier, das ich selbst allerdings nur auf zwei Meter schätzen würde, verhält sich kurz darauf ebenso. Die „Räuber der Meere“ sind zumindest uns Tauchern gegenüber äußerst Publikumsscheu.

Aber immerhin ist dieser Shark Point vor Shanzu ein Tauchplatz, der seinen Namen wirklich verdient.

Bei unserem nächsten Tauchplatz, wieder Mailaika, gibt es zwar keine Haie, dafür aber jede menge ihrer Verwandten, der Blaupunktrochen. Einige haben sich in den Sand eingegraben, andere drehen gerade ihre Runden, einer schwimmt unmittelbar unter mir hinweg, nur einen knappen Meter von mir entfernt. Dazu gibt es auch hier wieder die Muränen, Tiere, die mitunter bei einer Länge von sicherlich zwei Metern die Dicke von zwei oder drei Männerarmen haben und Schildkröten.

Da stoßen wir schließlich auf eine Gruppe von drei großen Tieren, auch die sicherlich jede mit einem Rückenpanzer, der knapp an die zwei Meter messen dürfte, die friedlich nebeneinander auf dem Grund die Korallen abgrasen.

Wie auch die anderen „Tauchtage“ ist dieser gegen zwölf Uhr mittags beendet, verbringe ich den Nachmittag dann im Hotel.

Samstag, 22. März 2008: Tsavo - Ost

Kurz nach 12 Uhr mittags fliegen wir vom Afrcan-Safari-Flughafen  bei Mombasa, etwa fünf Kilometer von den Hotelanlagen von Shanzu-Beach entfernt, nach Tsavo-Ost.

Rund eineinhalb Stunden dauert der Flug über die Buschlandschaft, die mitunter fast eintönig wirkt. Ab und an sieht man ein "ummauertes", eher eingezäuntes Areal, rund oder ovalförmig - die vereinzelt liegenden Siedlungen der Landbevölkerung.

Unser Ziel, das Crocodile-Camp, liegt direkt am Galana-River. Der Fluss ist bräunlich, hat gerade vor unseren Lodges einige Stromschnellen gebildet. Auf der anderen Seite des Flusses sieht man einige Zebras - und in einer etwas ruhigeren Stelle des Flusslaufes, zwischen den Stromschnellen, haben es sich zwei Nilpferde gemütlich gemacht.

Gegen 14 Uhr brechen wir auf zu unserer nachmittäglichen Pirschfahrt durch Tsavo-Ost, meist den Galana-River entlang. Am Rollfeld des neben dem Camp liegenden Flughafens entdecken wir einen großen Pavian, und über die Pisten geht es nun zum offiziellen Parkeingang, gekennzeichnet durch ein - allerdings nicht verschlossenes, von jedermann zu öffnendes - Tor, verziert mit den Schädeln der hier lebenden Wildtiere, zum Beispiel den Schädeln von Büffeln oder Giraffen.

Auffallend in der Landschaft von Tsavo-Ost zunächst: Überall stehen die rötlichen Termitenhügel, nicht unbedingt hoch, aber breit und massig, teilweise direkt an die abgestorbenen Bäume gebaut. Später prägen rötliche Sandsteinfelsen die Umgebung - und direkt am Ufer des Galana-River schließlich beherrschen die Haine von Palmenbäumen das Bild.

Am frühen Nachmittag stoßen wir aber nur vereinzelt auf Tiere, zunächst auf einen Wasserbock, dann auf einige Zebras. Relativ häufig sehen wir dafür Zwergantilopen. In einiger Entfernung beobachten wir dann schließlich auch eine kleinere Gruppe von Elefanten, einige Büffel - und auf der anderen Seite des Flusses Giraffen.

Ein gutes Stück vom Fluss entfernt, gleich neben der Piste, kreuzt ein einsames Nilpferd unseren Weg. Das ist wohl gerade auf der Wanderung, so wie auch der Wasserbock in unmittelbarer Nähe, womöglich zu der Wasserstelle, die wir kurz darauf entdecken, womöglich eine Art Zweitwohnsitz unseres Nilpferdes.

Ebenfalls auf einsamer Wanderung befindet sich ein großer Elefantenbulle mit zwei mächtigen Stoßzähnen. Durch uns jedenfalls lässt sich dieses gewaltige Tier nicht aus der Ruhe bringen, zieht ungerührt weiter auf seinem Weg, als wären wir in unserem Safari-Wagen keines Blickes würdig.

Extra als Beobachtungspunkt am Galana-River ausgewiesen: Der so genannte Hippo-Point. Doch momentan sind hier keine Nilpferde zu sehen - und so bleibt nur ein Eindruck der in der Tat atemberaubenden Landschaft.

Auf dem Rückweg kreuzt eine Herde von Büffeln, sicherlich einige Dutzend Tiere, unseren Weg. Und wir begegnen auch wieder dem anderen Safari-Wagen aus unserer Gruppe. Der hat rund 90 Minuten im Schlamm festgesteckt - und weil er sich dazu auch noch in einem Funkloch befand, konnte der Fahrer nicht über Handy Hilfe holen. Nun ziehen wir den Wagen mit vereinten Kräften aus dem Schlamm.

Am Abend werden vor unserem Camp die Krokodile gefüttert. Allerdings sind nur vier Tiere auf dem Fütterungsplatz erschienen: Das größte Krokodil, annähernd fünf Meter lang, hat selbst zwar offenkundig auch keinen all zu großen Hunger - beißt die Kleineren aber immer wieder weg. Futterneid scheint auch bei Krokodilen eine Rolle zu spielen.

Sonntag, 23. März 2008: Nakuru - Masai Mara

Nach einer Zwischenlandung in Kimana landen wir gegen zehn Uhr vormittags auf dem Flughafen des Nakuru-Nationalparks. Nicht weit vom Rollfeld entfernt stehend beobachtet eine Giraffe unsere Landung.

Den Eingang des Nationalparks erreichen wir über eine Geröllpiste, die sich durch nichts von den "Wegen" im Park unterscheidet. Und bereits auf dem Weg zum eigentlichen Nationalpark sieht man auch schon zahlreiche Tiere, darunter sogar Büffel - und Nashörner.

Dass Büffel und Nashörner einträchtig direkt nebeneinander leben, fast schon eine Gemeinschaft bilden, das ist ein Eindruck, den man im Nakuru-Nationalpark öfter bekommen kann. Und dazu gibt es auch hier natürlich wieder Giraffen, Antilopen und Gazellen so wie Zebras.

Der Nakuru-See selbst, das Herz des Nationalparks, gilt zwar als See der Flamingos, aber daneben haben sich in trauter Eintracht - und fast ebenso zahlreich - hier auch Schwärme von Pelikanen und Störchen nieder gelassen. Und zwischen denen findet man auch, aber eher vereinzelt, einige "Sekretäre".

Am Ufer liegen die Federn all dieser Vogelarten, dazu findet man auch die Knochen der Vögel, die hier verendet sind. Es kommen allerdings auch keine anderen Tiere als diese Vögel an das Ufer des gerade eineinhalb Meter tiefen Sees: Selbst die größten Räuber lassen sich durch den Gestank des Amoniak, der hier überall in der Luft liegt, abschrecken.

Unser Mittagessen nehmen wir in der Nakuru-Lodge. Am Swimmingpool der mondänen Lodge verbringen gerade einige betuchte Einheimische ihre Zeit - und unmittelbar vor der Lodge haben sich eine Pavianhorde und eine Warzenschweinfamilie an einer Wasserstelle zusammen getan.

Nach 40 Minuten Flugzeit landen wir am Nachmittag in der Masai Mara, auf dem Flughafen der der Buffalo-Lodge, einer Lodge direkt am Mara-River.

Maskottchen der Lodge ist ein acht Jahre altes Zebraweibchen mit dem Namen Milia. Als verwaistes Baby kam die Tier in die Lodge, wurde hier dann mit der Flasche groß gezogen - und durchstreift das Gelände der Lodge nun als "sein" Revier, verlässt das Gelände aber auch ab und zu, um sich dann anderen Zebras anzuschließen.

Im Mara-River tummeln sich - von unseren Bungalows aus gleich im Blickfeld - die Nilpferde und Krokodile. Mitunter, so warnen die Bediensteten, würden die Nilpferde auch die Uferböschung hochsteigen, dann durch Anlage der Lodge spazieren.

Noch am Nachmittag unternehmen wir unsere erste Pirschfahrt durch die Masai Mara. Der Nationalpark erscheint dabei vor allem als das Weideland der großen Herden: Da sind vor allem die Zebras, aber ebenso Gazellen und Antilopen, dazu bekommen wir auch Gruppen von Giraffen und schließlich Elefanten zu Gesicht.

Und dann, faul im Gras liegend: Zwei Löwen, zu denen sich nach kurzer Zeit auch noch eine Löwin gesellt.

Gegen Abend, mit Einsetzen der Dämmerung, lassen sich vermehrt auch andere Raubtiere blicken, zunächst vor allem die Hyänen, während die Schakale noch etwas abwarten.

Inzwischen hat es allerdings zu regnen angefangen - und es regnet die ganze Nacht hindurch.

Montag, 24. März 2008: Masai Mara

Der Mara-River am Morgen: Eine Nilpferdmutter hat sich mit ihrem Jungen in einer kleinen Ausbuchtung des Flusses, direkt am Ufer, niedergelassen. Die Mutter jedenfalls kann hier im Wasser stehen, das Baby paddelt an der Wasseroberfläche, in Tuchfühlung mit der Mutter. Gerade einen Tag sei das Junge alt, meinen die Angestellten der Lodge - und hier habe seine Mutter einen wirklich geschützten Platz gefunden. Hier nämlich ist das Kleine zumindest sicher vor der Strömung, die es an anderer Stelle jederzeit von der Mutter fortreißen könnte.

Mungos auf einem Hügel - das sind die ersten Tiere, denen wir bei unserer ganztägigen Pirschfahrt begegnen. Kurz darauf begegnen wir drei äsenden Giraffen, stoßen dann, vielleicht hundert Meter weiter, gleich auf eine größere Gruppe von Giraffen, bestehend aus etwa zehn Tieren, darunter auch einigen Jungtieren.

Und immer wieder: Tiergemeinschaften, zum Beispiel von Antilopen und Warzenschweinen, die einträchtig beieinander liegen.

Auch die Hyänen haben jetzt zu Beginn der Regenzeit ihre Jungtiere - wie auch die Erdmännchen, die sich vor ihren Erdhöhlen aufgestellt haben.

Wir erreichen einen kleinen Hain mit etwas höheren Bäumen. Oben auf zwei Baumkronen liegen drei kleine Leoparden, ein Leopardenbaby allein auf seinem Baum, die beiden anderen zusammen auf einem anderen Baum. Das allein liegende Leopardenbaby fühlt sich aber in seiner Lage wohl etwas unwohl, versucht, kopfüber den Baumstamm nach unten zu klettern. 

Doch unten auf dem Boden streift eine Hyäne durch das Gebüsch. Und der Kletterversuch des Leopardenbabys missglückt: Ziemlich unsanft fällt das Kleine auf den Boden, landet in dem hohen Gras - während einige Schritte entfernt die Hyäne das Gelände unter den Bäumen absucht. Und nun fängt auch noch auf dem anderen Baum das zweite Leopardenbaby mit dem Abstieg an, kommt auch tatsächlich heil nach unten.

Kurz darauf sieht man die Hyäne mit mit einem Stück Fleisch im Maul davon laufen. Glück für die unvorsichtigen Leopardenbabys: Was die Hyäne davon trägt, ist der Rest einer früheren Beute, die sie hier wohl versteckt hat, wohl die Überbleibsel einer Antilope oder Gazelle.

Die Masai Mara ist aber nicht nur Nationalpark - sie ist auch das Weideland für die Rinderherden der Masai. Einer solchen Rinderherde begegnen wir als nächstes, wobei sich die Thomsen-Gazellen gleich weder durch die Rinder, noch durch die anwesenden Masai-Jungen vom Grasen abhalten lassen.

Kurz darauf stoßen wir auf Giraffen, dann auf zwei Löwinnen, auf eine Gruppe von Elefanten mit einem Jungtier, schließlich auf eine Büffelherde, in trauter Nachbarschaft mit Zebras - und im Hintergrund grast weiter entfernt wieder eine Rinderherde der Masai.

Vorbei an einem Masai-Dorf, vor dem die Kinder die Rinder hüten, begleitet allerdings von einem jüngeren Krieger, bewaffnet mit einem Speer, geht es gegen 13 Uhr zur Buffalo-Lodge zurück - von wo wir allerdings nach dem Lunch zur Nachmittags-Safari aufbrechen.

Fast zu Anfang diese nachmittäglichen Pirschfahrt begegnen wir einer Herde von vielleicht zehn Elefanten, darunter sind auch drei Jungtiere, die sich alle dicht in der Nähe einer Kuh halten.

Wir fahren durch das Land der Masai, passieren zunächst einen Kral, kreuzen auch den Weg mehrerer Rinderherden, wobei hier die Masai nicht nur Rinder, sondern auch Ziegen und Schafe halten. In der Ferne sind einige Gehöfte zu entdecken.

Wenn unser Wagen an einer dieser Herden vorbeifährt, rennen die Masai-Kinder neben uns her, rufen dabei "Shilling, Shilling!" Zumindest bei uns hat diese Form des Gelderwerbs heute keinen Erfolg.

Mitunter fallen in der Landschaft bräunliche, eher flache Hügel auf - die Bauten von Termiten.

An einer Stelle des Mara-River legen wir einen Halt ein, steigen dabei auch aus: Auf der anderen Seite des Ufers haben es sich einige Krokodile, mächtige Exemplare, gemütlich gemacht, und gleich hinter diesen Ruheplätzen der Krokodile ragt die Böschung steil nach oben. In der Mitte des Flusses reißt ein Nilpferd, unbeeindruckt von den Krokodilen, sein Maul auf.

Auf dem Rückweg erleidet unser schon etwas altersschwacher Landcruiser einen Achsbruch. Während wir auf die übrigen Fahrzeuge verteilt werden, muss der Fahrer an der Unglückstelle auf Hilfe warten.

Gegen 17.30 Uhr sind wir wieder im Camp. Die Nilpferdmutter und ihr Baby, angeblich soll es zwei Tage alt sein, haben sich in der Ufer-Ausbuchtung, die genau unterhalb unseres Bungalows liegt, wohl für längere Zeit häuslich nieder gelassen.

Dienstag, 25. März 2008: Masai Mara

Kurz nach sechs Uhr brechen wir zur Früh-Pirsch auf. Noch ist es dunkel - und in dieser Dunkelheit hat sich eine Giraffe bis an die Grenze unseres Camps begeben. Gegen 6.45 Uhr geht über den Hügeln schließlich die Sonne auf.

Das scheint die Zeit der Raubtiere zu sein, zunächst der Hyänen, von denen ein Tier in der Nähe unseres Weges auf Beobachtungsstation gegangen ist. Allerdings: Auch in der nächsten Zeit sehen wir immer nur einzelne Tiere, aber keine Jagdrudel. Die Schakale unterdessen haben bereits Beute gemacht, die sie nun, da wir uns ihnen nähern, eilig davon tragen.

Und wieder begegnen wir einer Giraffenherde, die etwa um die zehn Tiere zählt, dazu auch einer Zebraherde.

Gegen neun Uhr machen wir Frühstückspause bei einem Hain, in dessen Baumkronen sich einige Geier versammelt haben. Eine Pavianherde achtet darauf, zu uns den respektvollen Abstand zu wahren.

Schon bald bekommen wir aber Besuch von einigen Masai, die an uns ihre Schmuckarbeiten und Masken verkaufen wollen. Natürlich lassen sie sich auch filmen und fotografieren, wollen dann aber dafür für jeden Beteiligten ein Honorar von einem Euro.

Nach dem Frühstück kreuzen wir durch die weite Graslandschaft, die heute zwar schon etwas trockener als gestern ist, die aber immer noch voll grüner Frische erscheint, wo sich auch immer noch genügend Wasserstellen finden lassen. Statt größerer Herden sehen wir heute mehr vereinzelte Weidetiere oder aber kleinere Gruppen.

Gegen Ende dieser Früh-Pirsch treffen wir bereits unmittelbar an unserem Camp noch auf eine Familie von Pavianen.

In der Lodge hat sich unterdessen ein Drama um das Nilpferdbaby ereignet. In der Nacht muss es einen Kampf zwischen der Mutter und einem Bullen gegeben haben, der das männliche Baby wohl töten wollte. Das hat er zwar nicht geschafft, aber immerhin ist es ihm gelungen, Mutter und Baby voneinander zu trennen. Während die Mutter nun in der Nähe unseres Bungalows, also dort, wo sie gestern mit dem Baby lag, nach ihrem Jungen sucht, liegt das keine hundert Meter weiter, genau auf der Höhe des Camp-Restaurants, im Wasser, taucht in Ufernähe ab und zu mit dem Kopf auf, um dann gleich wieder unterzutauchen. Wenn Mutter und Kind nicht bald wieder zueinander finden, hat das Kleine keine Überlebenschance. Spätestens nach Einbruch der Dunkelheit werden es sich die Krokodile holen.

Philip, der Camp-Manager, will das Baby deshalb mit einem Seil aus dem Fluss holen lassen, weiß aber noch nicht, wie man das anstellen könnte.

Wir brechen jedenfalls gegen 15 Uhr zu unserer Nachmittagspirsch auf, treffen als erstes auf die fast schon obligatorischen Giraffen, fahren dann am Mara-River zu einem Punkt, der als Nilpferd-Treff gilt. Tatsächlich liegen hier bestimmt zwischen 20 und 30 Tieren im Wasser, darunter auch eine ganze Reihe Jungtiere.

Nach unserer Weiterfahrt begegnen wir zunächst einer großen Büffelherde, dann einem großen alten Elefanten, einem Tier mit gewaltigen Stoßzähnen und das nun, über unseren Besuch vielleicht etwas verärgert, mit den Ohren wedelt, sich vor unserem Wagen postiert, dabei dann aber doch den nötigen Abstand wahrt.

Und schließlich entdecken wir eine große Herde von vielleicht hundert Gazellen, fast alles Kühe, höchstens acht der Tiere sind Böcke.

Und, etwa 300 Meter von der Herde entfernt, liegen drei Geparden auf Lauer. Allerdings: Noch scheinen sich die Raubkatzen mit dem Beoabachten zufrieden zu geben, liegen in Abständen von jeweils 20 Metern ganz ruhig da, haben dabei die Gazellenherde fest im Blick, ohne jedoch irgendwelche Anstalten zu machen, plötzlich mit der wilden Jagd beginnen zu wollen.

Als sich die Gazellenherde dem Versteck der Geparden nähert, geht zumindest eine Katzen schon mal in eine sitzende Position, stellt die Ohren auf - und legt sich nach wenigen Augenblicken wieder hin.

Zumindest so lange wir in der Nähe sind scheinen die Geparden nicht an einen Jagderfolg zu glauben.

Zurück im Camp hören wir von der glücklichen Rettung des Nilpferdbabys. Die Angestellten der Lodge haben es mit einem Seil aus dem Wasser gezogen, dann in der Nähe der Stelle, wo die Mutter im Fluss lag, es wieder ins Wasser geworfen. Zunächst hatte die Mutter das wohl nicht einmal bemerkt. Erst, als das Baby auf die Mutter zuschwamm, hat sie es entdeckt, sich dann aber auch gleich wieder ihres Nachwuchses angenommen. Nun am Abend liegen Mutter und Kind wieder fast genau an der Stelle, die sie sich schon vor der Trennung als Unterschlupf ausgesucht hatten.

Mittwoch, 26. März 2008: Masai Mara - Kimana

Morgens gegen sechs Uhr geht es zu unserer letzten Pirschfahrt durch die Masai Mara, auf den Wegen, die wir schon öfter gefahren sind, die uns fast schon bekannt vorkommen.

Wir treffen wieder auf die Schakale, die sich ziemlich eilig aus dem Staub machen, bekommen auch wieder die durch die Umgebung streifenden Hyänen zu Gesicht - doch ansonsten erscheint das weite Grasland der Masai Mara heute früh fast leer. Jedenfalls sind wir zunächst eine ganze Weile unterwegs, ohne auch nur eine größere Herde zu sehen.

Dann schließlich stoßen wir auf eine Zebraherde von sicherlich weit über hundert Tieren, in ihrer Nachbarschaft dazu auch noch eine Herde von Gazellen.

Vielleicht 300 Meter von den Weidetieren entfernt liegt eine Gruppe von drei Löwinnen, die sich hier ganz gemächlich ausruhen, sich für die Beute in der Nähe erst einmal gar nicht zu interessieren scheinen. Zwei weitere Löwinnen kommen hinzu, werden von den dreien geradezu zärtlich mit viel Geschmuse begrüßt - und nun erst nehmen alle fünf Löwinnen die Zebraherde fest ins Visier, laufen langsam, fast gemächlich wie bei einem Spaziergang, in die Richtung der Beutetiere.

In der Nähe der Zebras trennt sich die Jagdgesellschaft wieder. Zwei Löwinnen legen sich an einem Ende der Zebraherde auf den Boden, eine Raubkatze läuft langsam Richtung Spitze der Herde, in der sich allmählich die Panik breit zu machen scheint. Die Zebras rennen los, stoppen dann rasch wieder - wobei die Löwinnen sich wohl immer nicht entscheiden können, mit der eigentlichen Hatz zu beginnen.

Wir brechen unsere Jagd-Beoabachtung hier ab, hören dann später von anderen Safari-Teilnehmern, deren Wagen auch etwas näher an der Zebraherde standen, dass die Löwinnen schon relativ früh ein verletztes Zebra entdeckt haben mussten - und sich dann, ihrer Beute absolut sicher, viel Zeit lassen konnten.

Gegen neun Uhr verlassen wir die Masai Mara mit dem Flugzeug, landen gegen 10 Uhr auf dem Rollfeld von Kimana. Vom Kilimandscharo ist allerdings nichts zu sehen: Der liegt verborgen in den Wolken.

Die Landschaft von Kimana ist vom Buschland geprägt. Große Grasflächen wie in der Masai Mara gibt es hier nicht, dafür, Büsche, Sträucher, Palmenbäume, Bäume, die kleine Wäldchen bilden, die einzelnen Haine dabei teilweise sogar dich beieinander liegend.

Und es gibt hier auffallend viele Wasserschweine, etliche Paviane, wieder Giraffen und vor allem Zebras, Wasserböcke, Gnus - alle Arten von Weidetieren, dazu auch erst eine Gruppe von Elefanten, etwas später dann auch einen großen älteren Elefanten.

Unser Camp, die Twiga-Lodge, liegt direkt am Kimana-River, der nach den starken Regenfällen über seine Ufer getreten ist, sonst wohl ein ganz ruhiges Flüsschen, nun aber bis an die äußersten Pavillons der Anlage heranreicht.

Ab und an lassen Paviane und Makaken auf der zentralen Wiese unseres Camps blicken, ständig ist das Brüllen der Flusspferde zu hören.

Donnerstag, 27. März 2008: Kimana

Drei Safaris zwischen den Mahlzeiten - das ist der Tagesablauf in der Twiga-Lodge von Kimana.

Die erste Safari - diesmal sind wir in einem alten Unimog unterwegs - beginnt wie gewohnt morgens um sechs Uhr. Der nächtliche Regen und der völlig aufgeweichte Boden haben aber die Tiere rar gemacht. In einiger Entfernung können wir einige Giraffen ausmachen, wir sehen zahlreiche Wasserböcke, eigentlich alle Arten von Weidetieren - aber eben fast immer nur einzeln.

In einem Bau am Rand der Piste sitzt eine Fuchsfamilie mit ihren Jungen.

Das beeindruckendste Bild bei dieser Frühpirsch: Die Morgendämmerung am Kilimandscharo, auf dessen Gipfeln nun, wenn auch teilweise durch die Wolken verdeckt, der Schnee klar zu erkennen ist.

Nach dem Frühstück im Camp geht es zur Vormittagspirsch. Ein Aussichtshügel, von dem aus man - allerdings unter anderen Bedingungen - vorbeiziehende Elefantenherden beobachten kann. Nun ist der Boden allerdings zu schlammig, weswegen sich die schweren Tiere momentan hier nicht sehen lassen.

Dafür kreuzen zwei Schildkröten, ein noch sehr junges Exemplar und ein Tier, das von unserem Führer auf drei Jahre geschätzt wird, unseren Weg.

Zurück im Camp werfen wir vor dem Lunch noch einen Blick an den Hippo-Pool. Während der Kimana unmittelbar vor dem Camp gerade die Breite eines Bachlaufes hat, bildet er hier, keine 50 Meter entfernt, einen regelrechten Tümpel, in dem wir immerhin acht Nilpferde ausmachen können. 

Die Abend-Safari schließlich führt uns zum so genannten Hemingway-Museum. Dieses Museum ist ein Regenschirmbaum, unter dem Ernest Hemingway angeblich seine Kurzgeschichte "Schnee am Kilimandscharo" geschrieben haben soll - und unter dessen ausladenden Ästen man in einem Rondell nun die Gebeine aller möglichen Tiere der Umgebung zusammengetragen hat, von Nilpferden, Gnus, Zebras und Elefanten, wobei die Elefanten angeblich auch noch von Hemingway geschossen worden sein sollen.

Freitag, 28. März 2008: Kimana - Shanzu

Gegen sieben Uhr früh, geführt von einem mit einem Gewehr bewaffneten pensionierten Ranger, brechen wir zu unserem Fußmarsch durch die Umgebung rund um die Twiga-Lodge auf.

Gleich in der Nähe der Lodge stoßen wir auf einen Trampelpfad, eine jener Dschungelwege, die sich die Tiere für ihre Wanderungen angelegt haben, in diesem Fall der ständige Weg der Nilpferde zu ihrem Futterplatz an Land. Jeden Abend gehen sie diesen Weg, kehren dann am frühen Morgen, eigentlich noch in der Nacht, ins Wasser zurück. Tatsächlich sieht man überall im feuchten Boden die Exkremente der Nilpferde, die Spuren ihrer Klauen - und der Weg endet schließlich an einem schlammigen Platz, an dem die Hippos ihre Nacht verbrachten.

Ein Loch im Boden: Der Ranger erkennt hier die Reste eines Termitenbaus, der von einem Ameisenbär ausgeplündert worden ist. Viele dieser ehemaligen Termitenbauten dienen nach einem solchen Raubzug eines Ameisenbären dann zum Beispiel Füchsen, aber selbst Warzenschweinen als Domizil.

In der Ferne sehen wir zwar einen Elefanten, aber aus der Nähe betrachten wir nun die Spuren und die Hinterlassenschaften von noch mehr Elefanten. Am Kot, so erfahren wir, kann man das Alter der Tiere ablesen. Weil bei den Tieren über 40 die Zähne nicht mehr nachwachsen, fressen diese Tiere vor allem Gras. Je grashaltiger also der Kot eines Elefanten ist, desto älter ist auch das Tier.

Und auch an den kleinsten Büffelknochen noch erkennt unser Ranger, ob es sich um ein männliches oder weibliches Tier handelte: Die Knochen eines männlichen Tieres sind nämlich m einiges schwerer als die eines weiblichen. Und im Schädel eines Zebras verraten die Zähne Alter und Geschlecht des Tieres. Und obwohl in der Wildnis eigentlich fast alles umgehend verwertet wird, können solche Knochen schon einige Jahre auf dem Boden liegen bleiben.

Wirklich rasch verwendet wird der Dung. Für die Masai ist der Elefantendung ein idealer Brennstoff, und die Hinterlassenschaften anderer Tiere werden von den so genannten Pillendrehern verarbeitet. Es sind allerdings nur die weiblichen Käfer, die aus den Kothaufen die Kugeln herausformen, jede Kugel mit einem Durchmesser, der die Spannweite des Pillendrehers um einiges übertrifft, die dann diese Kugeln an einen sicheren Ort rollen, um dort ihre Eier abzulegen, im Kot der Säuger eine neue Käfergeneration heranwachsen zu lassen.

Unter einem Busch entdecken wir etwas, was aussieht wie eine Muschelschale. Tatsächlich handelt es sich aber um das fast faustgroße Gehäuse einer Schnecke. Solche leeren Schneckenhäuser dienen wieder anderen Tieren, darunter auch Skorpionen, als Unterschlupf.

Wir werfen einen letzten Blick auf den Kilimandscharo, wo nun - der Himmel ist fast wolkenfrei - auch die Schneedecke ohne Störungen zu erkennen ist, kehren dann zurück in die Lodge.

Gleich nach dem Lunch geht unsere Maschine nach Mombasa, wo wir auch schon unser Gepäck zusammen sammeln, alles für den vorgezogenen Rückflug vorbereiten müssen. Statt nämlich, wie geplant und gebucht, noch zwei gemächliche Tage am Strand zu verbringen, müssen wir wegen der eigenmächtig von African Safari vorgenommenen Änderung schon am kommenden Tag zurückfliegen. 

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