Tauch-Urlaub am Roten Meer, Ägypten: Von den Riffen der Makadi-Bucht und dem Madinat Makadii zu den Tauchplätzen vor Hurghada und Safaga, zum Wrack der Salem Express und auf die Insel Mahmya

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Ägypten, Makadibay: An den Riffen von Hurghada, Safaga, der Salem  

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Ein Schwarm Flötenfische - gesehen am Riff Abu Haschisch  Eine Muräne - versteckt am "Hausriff" des Madinat Makadi  Ein Blaupunktrochen - gesehen am Riff Torfa Abu Makadi Die Marina von Hurghada - Treffpunkt der Jachten

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Die Minarette der großen Moschee von Hurghada Die Schiffsschrauben der Salem - in gut 30 Meter Tiefe Neben dem Wrack der Salem: die unbenutzten Rettungsboote Nur ein Blick von außen möglich: Die Kommandobrücke der Salem 

Das Riff von Shab Sheer wird durch einen Leuchtturm markiert 

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Beliebtes Ausflugsziel vor Hurghada: Die Insel Mahmya

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Beschriebene Orte und Tauchplätze: Madinat Makadi mit Hausriff mit "Sharky" und "Klaus", Southexpress, Abu Haschisch, Gota Abu Makadi, Torfa Abu Makadi, Safaga mit Gamul Soraya, Tobir Hamra, Wrack der Salem Express, Shab SheerHurghada mit der Insel Mahmya

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Montag, 18. Oktober 2010: Hurghada – „Madinat Makadi“

 

Kurz nach 19 Uhr Orts- wie auch mitteleuropäischer befinden wir uns nach etwas über vier Stunden  an Bord der Air Berlin über Hurghada. Unter uns liegt eine langgezogene, aber auch nicht so breite Lichterkette zwischen Meer und Wüste – und beim Landeanflug erkennt man die Portale einiger größerer Hotelanlagen.

 

Die Einreise nach Ägypten verläuft denkbar einfach, auch,  weil die Tourismusveranstalter schon vor dem offiziellen Einreiseschalter ihren Gästen die Visa-Marken in den Pass kleben, die dann von den Grenzbeamten selbst nur noch abgestempelt werden müssen. Und verschwunden sind auch die Gepäckträger, die den Ankömmlingen fast jede Tasche aus der Hand gerissen hatten um sie selbst zu den Transferbussen zu tragen, natürlich gegen ein entsprechendes Trinkgeld. Dafür gibt es nun Gepäckwagen, die man sogar umsonst benutzen kann.

 

Bis an den Flughafen heran reichen unterdessen die Neubausiedlungen mit ihren Ferien- oder Appartementhäusern, alles großzügig geplante Komplexe, von denen aber viele leer zu stehen scheinen, andere bisher über die Phase des Rohbaus nicht hinauskamen – während einige wenige aber auch schon bewohnt sind.

 

Eine Polizeistation markiert das südliche Ende von Hurghada, einige wenige Kilometer geht es nun durch wirklich verlassen wirkende Einöde, dann biegen wir ab in das „Madinat Makadi“.

 

„Madinat“ ist der Begriff für „Stadt“ – und tatsäsächlich ist hier eine Stadt aus Hotels entstanden, eine Stadt mit einem bewachten Eingangstor, einer Umzäunung, einer Hauptstraße, wo auch die diversen Andenkengeschäfte zu finden sind und schließlich mit Hotelanlagen, die die Bezirke dieser Stadt darstellen.

 

Unsere Anlage, das Ibero Beach, grenzt direkt an den Strand – und ist so groß, dass man sich als Neuankömmling hier durchaus verlaufen kann.

 

 

Dienstag, 19. Oktober 2010: Hausriff

 

Von unserem Zimmer sieht man direkt auf den Strand, und vor uns im Wasser liegt auch noch eine kleine Insel, die allerdings nicht betreten werden darf.

 

Um 14 Uhr unternehme ich einen ersten Tauchgang am so genannten Hausriff. Das beginnt direkt am Ende des Bootssteges vor der Basis von Extra Divers, denn in unmittelbarer Nachbarschaft zu diesem Bootssteg liegt bereits ein mittelgroßer Korallenhügel, an dem sich auch schon einige Fische tummeln.

 

Zu denen gehören wohl auch der Hornhecht, der an uns vorbei schwimmt und auch der große sowie ziemlich dicke Kugelfisch, der sich hier im sandigen Boden niedergelassen hat, trotz der sich nahenden Taucher seine Ruhe bewahrt.

 

Weiter Richtung Meer hinaus passieren wir einen Hügel von Amphoren, nicht die Hinterlassenschaft eines in der Antike untergegangenen Schiffes, sondern erst im November 2009 angelegt, um den Platz für Taucher und Schnorchler etwas interessanter zu gestalten. Vor allem die kleineren Fische scheinen sich hier nun wohl zu fühlen, und zwischen den Gefäßen wachsen auch schon einige Trichterkorallen empor.

 

Bevor es zu den beiden eigentlichen lang gezogenen Riffen geht, überqueren wir noch ein Seegrasfeld, in dem wir einen so genannten Seegrasfisch entdecken. Allerdings: Ob die nun ihren Namen haben, weil sie vorzugsweise im Seegras leben oder aber, weil sie von diesem Seegras kaum zu unterscheiden sind, lässt sich nach dieser Begegnung nicht genau sagen. Selbst beim Schwimmen verhalten sich diese Fische wie ein Büschel Seegras, bewegen sich mit dem Kopf nach unten, die Schwanzspitze in die Höhe gereckt fort.

 

Und dann, am Rand des Seegrasfeldes, kreuzt ein Adlerrochen, von einem Schnapper oder einem ähnlichen Fisch begleitet, beeilt sich aber dabei doch, möglichst schnell aus unserem Blickfeld zu verschwinden.

 

Dem Seegrasfeld folgt wieder sandiger Boden, kurz darauf liegt dann links von uns das Riff. Die beeindruckendsten Begegnungen in diesem Bereich sind die beiden Skorpionfische, auf die wir treffen. Das erste der beiden Tiere hat sich in der Mulde eines Korallenblocks versteckt – und wäre uns ohne unseren Tauchguide gar nicht aufgefallen. So gut hat es sich seiner Umgebung angepasst. Der zweite Skorpionfisch, etwas kleiner, ist von Farbe und Form her zwar nicht weniger getarnt, hat aber gerade sein Versteck verlassen, bewegt sich zwischen Koralle und sandigem Boden, ist deshalb etwas auffälliger. Das merkt dann auch noch rechtzeitig ein kleiner Fisch, der sich dem Skorpionfisch nähert, aber noch rechtzeitig ausweicht, bevor der zuschnappt.

 

Ansonsten stößt man am Riff natürlich auf Schnapper, Rotmeer-Wimpelfische, Demoiselles, aber auch Papageien- und einige Drückerfische.

 

Kurz vor dem Ausstieg, wieder in der Nähe des Stegs, kommen wir noch an einer hier versenkten Palme vorbei. Auch diese Palme wurde für einige Meeresbewohner zum neuen Zuhause: Unten am Stamm, am Grund, residieren drei Rotfeuerfische, oben an der Spitze schaut vorsichtig eine kleine Muräne zwischen den Blättern hervor.

 

 

Mittwoch, 20. Oktober 2010: Southexpress

 

 

Der als „Southexpress“ bezeichnete Tauchplatz liegt rund 20 Bootsminuten von der Tauchbasis entfernt am südlichen Ende der Makadi-Bucht, und mitunter, so verspricht es jedenfalls die Tauchplatzbeschreibung in der Basis, soll es hier auch Riffhaie geben und auch Schildkröten. Außerdem, so die Beschreibung, sei es auch wegen der Strömungsverhältnisse ein doch etwas schwierigerer Tauchplatz, weswegen man hier keine Tauchanfänger mitnehmen könne.

 

Wir starten um neun Uhr vormittags, und für die Haie ist es wohl schon zu spät. Schildkröten werden wir hier ebenfalls nicht begegnen, und von einer stärkeren Strömung kann auch nicht die Rede sein.

 

Der „Southexpress“ präsentiert sich uns als ein friedlich anmutender Korallengarten, bestehend vor allem aus Hartkorallen, ab und an einer großen grünlichen Kopfkoralle.

 

In diesem durchaus farbenprächtigen Korallengarten, dessen einziger „Schwierigkeitsgrad“ darin besteht, mitunter in einer Tiefe von bis zu 28 Metern zu liegen, begegnen wir nun Papageien- Drücker, Doktoren- und Kaiserfischen, an den Anemonen dann auch ganzen Schwärmen der kleinen schwarz-weißen Anemonenfische.

 

Am Nachmittag am Strand des Ibero Beach hören wir dann von Schnorchlern: An den Korallen unmittelbar vor dem Hotelstrand ist ab und zu auch ein kleiner Hai zu sehen! 

 

 

Donnerstag, 21. Oktober 2010: Abu Haschisch

 

Rund 20 Bootsminuten nördlich von Makadi, schon Richtung Hurghada, vor einer sandigen Insel, liegen die Korallenriffe von Abu Haschisch. Vom Boot aus gesehen scheinen die Korallenbänke fast bis an die Wasseroberfläche zu reichen. Zumindest aber kann man die Konturen der Bänke am grünlichen Schimmer des Wassers genau erkennen.

 

Sieben Meter geht es vom Ankerplatz unseres Bootes in die Tiefe, wo uns gleich nach dem Abtauchen, am Eingang eines kurzen Kanals, der auf die andere Seite des Riffes führt, ein Schwarm Trompetenfische begrüßt. Auf dem Plateau zwischen Riff und Dropoff treffen wir auf einen kleinen Oktopus, der aber keinen gesteigerten Wert auf übermäßige Nähe zu Tauchern legt und ziemlich schnell entschwindet.

 

Von der riesigen Muräne, die ihren Kopf aus einem Korallenblock herausstreckt, kann man das nicht sagen. Zwar sieht man von dem Tier nur den gewaltigen Kopf, der fast die Ausmaße eines menschlichen Oberkörpers zu haben scheint, aber das reicht schon aus, einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Wenn es ein Ungeheuer von Loch Ness geben sollte, müsste es wohl so ähnlich ausschauen!

 

Dazu begegnen wir noch einem Blaupunktrochen, der sich auf dem sandigen Boden ausruht – und natürlich Falter- und Papageienfischen und Doktoren, also der ganzen bunten Vielfalt des Roten Meeres.

 

 

Freitag, 22. Oktober 2010: Gamul Soraya – Tobir Hamra

 

 

Wir verlassen die Makadibay, steuern mit dem großen Tauchboot Richtung Süden zu unserem Tages-Trip, immer der Küste entlang, vorbei noch an Safaga. Auch um Safaga herum sind neue Hotels entstanden, darunter manche Hotels oberhalb steiler, felsiger Küstenabschnitte, ohne direkten Zugang zum Meer oder zum Strand, offensichtlich Anlagen für Golf-Spieler, umgeben von großen Grünflächen, aber eben auch weit von der eigentlichen Stadt Safaga entfernt, eigentlich umgeben von Einöde.

 

Der Tauchplatz Gamul Soraya besteht aus zwei Korallenblöcken in der Nähe des Hauptriffs, wobei einer dieser Korallenblöcke wie ein Vulkankrater geformt ist, ein Vulkankrater, in dem sich vor allem die kleinen Fische aufhalten. Darum herum liegt dann ein langsam abfallender Korallengarten, die Heimat von Schnappern, Doktorfischen, Faltern und auch einigen wenigen Drückern. Und nicht zuletzt machen die vielen, in die Korallen gewachsenen Riesenmuscheln in allen möglichen Farbschattierungen Gamul Soraya zu einem doch recht ansehnlichen Tauchplatz mit einer Tiefe von 19 Metern, der aber, zumindest bei unserem Besuch, nichts wirklich Spektakuläres bietet.

 

Das in der Nähe gelegene Riff Tobir Hamra, bei dem es ebenfalls rund 20 Meter in die Tiefe geht, ist da schon ein klein wenig aufregender. Von oben sieht man ein großes, zusammenhängendes Riff, das von einigen Kanälen durchzogen ist, und unten erwartet uns dann unter anderem ein Blaupunktrochen, während über unseren Köpfen, fast an der Wasseroberfläche, riesige Makrelen vorüber ziehen. Dazu gibt es natürlich wieder Doktoren und Schnapper, auch einen Clownsfisch – und zum Abschluss noch einen Schwarm Flötenfische.

 

 

Samstag, 23. Oktober 2010: Hausriff

 

 

Am frühen Nachmittag unternehmen wir einen zweiten Tauchgang am Hausriff. Unser Ziel ist diesmal allerdings nicht der „Sharky“ genannte Riffblock, sondern sein parallel verlaufender nördlicher Nachbar mit dem Namen „Klaus“.

 

Kurz nach dem Einstieg treffen wir den Kugelfisch wieder, dem wir schon beim ersten mal begegnet sind – ein standorttreues Tier, das wir diesmal aber in Begleitung eines Krokodilsfisches finden. Der Krokodilsfisch zeigt aber keinerlei Aktivität, verharrt still halb im Sand vergraben.

 

Bei „Klaus“ stoßen wir gleich auf eine ganze Schar von Feuerfischen, die uns fast schon angriffslustig entgegenschwimmen. All zu nahe kommen sie uns dann aber doch nicht... Und schließlich entdecken wir in den Mulden des Riffs eine riesige Muräne, ein Prachtexemplar, das sicherlich seine eineinhalb Meter misst.

 

Krönender Abschluss des Tauchganges: Aus einer Sandmulde im Seegrasfeld wirbelt eine Staubwolke hervor. Beim Näherkommen erkennt man einen peitschenden Schwanz – ganz so, als fände in dieser Staubwolke ein Kampf statt. Dann schießt plötzlich ein Blaupunktrochen hervor, schwimmt eilig davon.

 

Fazit: Ein fast perfekter Tauchgang. Viel mehr als dieses einfach zu betauchende Hausriff bieten auch die anderen Riffe der Umgebung kaum. Allerdings: Als wir wieder in der Basis sind, erfahren wir, dass die Taucher, die zur gleichen Zeit mit dem Boot an einem nahe gelegenen Riff gewesen waren, einen Walhai zu Gesicht bekamen.

 

Sonntag, 24. Oktober 2010: Gota Abu Makadi

 

 

In knapp zehn Metern Tiefe liegt dieser Tauchplatz am „Ausgang“ der Makadi-Bucht, ein bestehend aus einem „zerfransten“ Hauptriff mit einigen kleinen Nebenriffen, alles umgeben von einem regelrechten Korallengarten.

 

In dem tummeln sich zahlreiche Clownsfische, viele Papageien- und Doktorfische, die volle Farbenpracht der Fischwelt des Roten Meeres. Gegen Ende des Tauchganges – mit einer gut gefüllten Flasche kann man hier etwas über eine Stunde unter Wasser bleiben -  entdecken wir in einer Höhle des Riffs noch einen großen Igelfisch, der allerdings, als wir uns nähern, noch tiefer in seinem Versteck verschwindet.

 

 

Montag, 26. Oktober 2010: Torfa Abu Makadi – Hurghada

 

 

Als ein lang gezogener, zusammenhängender Korallenblock, ab und an kurz unterbrochen, dann übergehend in eine „sanfte Hügellandschaft“, umgeben von einem Korallengarten: So liegt das Torfa Abu Makadi mit einer maximalen Tiefe von knapp 20 Metern vor der Makadibucht.

 

Über uns, knapp unterhalb der Wasseroberfläche, ziehen einige große Makrelen vorbei, in einiger Entfernung schwimmt ein großer Kugelfisch.

 

Als hätte er sich festgesaugt klammert sich ein Oktopus an „seine“ Koralle, macht sich dann aber doch noch davon. Kurz darauf begegnen wir zwei Blaupunktrochen, einem großen und einem etwas kleineren Exemplar, dazu einigen Bullenkopfpapageifischen.

 

Für den Nachmittag haben wir eine Stadtrundfahrt in Hurghada gebucht. Der erste Eindruck: Die Stadt expandiert völlig zügellos weiter. Auf der Straße von Süden sind es nach dem Hinweisschild zwar noch zehn Kilometer bis Hurghada – aber im Grunde befindet man sich bereits mitten in der Stadt. Rund 30 Kilometer soll sich der Ort inzwischen an der Küste entlang ziehen, doch über seine Einwohnerzahlen findet man ganz unterschiedliche Aussagen. Rund 70000 Einwohner sollen „legal“ gemeldet sein, aber andere sprechen auch schon allein von 30000 oder 40000 Ausländern, die sich ständig hier aufhalten, teils, um hier etwa in den Tauchschulen oder Hotels zu arbeiten, teils, um sich hier von ihrer Rente oder sonstigem Vermögen ein Leben in der Sonne zu machen. Wie auch immer: An die 200000 Menschen werden in jedem Fall schon hier leben, einige davon in schicken, villenähnlichen Häusern, andere in ganzen Siedlungen von mondänen Appartementbauten, die zu weiten Teilen aber fast leer zu stehen scheinen – und sehr viele aber auch in monotonen, ärmlichen Plattenbau-Siedlungen, bei denen die Häuser wie einfallslose Kästen nebeneinander hochgezogen sind, einfachste Bauten ohne Balkone, wobei in diesen „Siedlungen“ nicht einmal richtige Wege zu sehen sind, man auch nirgends ein Geschäft oder einen Grünstreifen entdeckt.

 

Unser erstes Ziel ist die neue Marina von Hurghada, eine moderne Anlage mit Hafenpromenade, roten und orangenen Häusern mit Bars, Restaurants und Cafés in ihren Ladenzeilen. Und im Hafenbecken liegen dazu einige größere Ausflugsboote, aber vor allem Jachten aus allen Ländern der Welt, darunter ein schmucker Katamaran unter türkischer Flagge.

 

Neben der Marina befindet sich die Baustelle für eine Moschee, die nach ihrer Fertigstellung zumindest für eine Weile wohl die größte an der ägyptischen Rotes-Meer-Küste sein dürfte. Ebenfalls in Nachbarschaft zur Marina: Die alte Reederei von Hurghada, wo auch heute noch Holzschiffe angefertigt werden, verbunden mit einem Hafen – und auch kleineren Märkten, wie man bei der Vorbeifahrt sieht.

 

Überhaupt liegt die Marina innerhalb der „älteren“ Teile von Hurghada, mit einfachen ein- und zweistöckigen, einfachen Häusern, mit ungepflasterten Nebengassen. Straßencafés, in denen nur Männer sitzen. Die Bezeichnung „alt“ ist allerdings nicht sehr genau: Denn auch, wenn das einstige Fischerdorf Hurghada um die 300 Jahre zählen soll, dürfte es in der ganzen Stadt kein Haus, keine Straße geben, die in jetziger Form vor den 80-er Jahren des 20. Jahrhunderts entstanden sind. Und der übliche Satz der Reiseleiter, dass dies hier das Hurghada abseits des Tourismus wäre, ist auch nicht ganz ernst zu nehmen: Denn auch, wenn an vielen Geschäften die Inschriften in arabisch gehalten sind, gibt es aber auch hier überall die Souvenirläden, meist mit Reklameinschriften in schlechtem Deutsch – wobei man aber eben nur wenige Touristen sieht, die sich hierher zum Shopping verirrt haben.

 

Nach dem Bummel durch die Marina steuern wir die derzeit noch größte Moschee Hurghadas an, auch in dieser Größe mit ihren Minaretten erst während des frühen Tourismus-Booms errichtet.  Betreten dürfen wir die Moschee nicht, nur einen kurzen Blick in das Innere werfen: Und das wirkt, wo sich gerade nur wenige Gläubige versammelt haben, der nach oben strebende Raum also fast leer ist, wirklich kolossal.

 

Bescheiden im Vergleich dazu ist die in der Nähe liegende Kirche der koptischen Christen. Auf einem Bauplatz nebenan entsteht zwar gerade ein neuer Kirchenbau, den Hinweistafeln und den Besuchergruppen, die sich dort gerade tummeln, nach zu urteilen zum großen Teil durch ausländische Spenden finanziert – aber die aktuell genutzte Kirche ist noch, von außen gar nicht erkennbar, in den Kellerräumen eines unscheinbaren Wohn- und Geschäftshauses untergebracht. Frauen und Männer dürfen den mit Ikonen behängten Raum zwar gemeinsam betreten – aber Frauen nur mit Kopftuch.

 

Nach diesen beiden Besichtigungsstopps geht es zunächst in das Wohn- und Gewerbeviertel von Hurghada, ein trister Vorort, in dem, weit abgelegen von aller touristischen Infrastruktur, die nun zu besichtigende Naturöl-Fabrik „El Baraka Natur Öle“ steht, wo auf uns eine Verkaufsveranstaltung für alle möglichen Bio-Öle wartet, auch mit deutschen Öko-Siegeln ausgezeichnetes Schwarzkümmelöl, Zitrusgrasöl und anderes angeboten wird. Immerhin erfährt man da, dass der Schwarzkümmel schon in der Antike als Allheilmittel galt, hilfreich bei Bronchitis und angeblich selbst Krebs – und das für die Produktion von einem Kilo Öl rund 1000 Kilo Rohmaterial verwendet werden.

 

Der nächste Halt ist dann wieder in der touristischen Innenstadt, am Karnak-Basar, eher ein zweistöckiges Kaufhaus mit Festpreisen für die üblichen Andenken aus Massenproduktion – und natürlich Massenabfertigung für die hierher gekarrten Touristen. An der Kasse sitzen dann Kinder, die die Waren zu verpacken haben.

 

Über die neue Strandpromenade mit neuen Hotels und einer breiten Fußgängerzone für Restaurants und Boutiquen geht es  dann zurück Richtung Makadi – Ende einer „Stadtrundfahrt“, die im Grunde nicht viel mehr als eine Kaffeefahrt war.

 

Wären wir mit dem Hotel-Shuttle nach Hurghada gefahren, hätten wir vermutlich mehr von der Stadt gesehen als bei dieser organisierten Tour!

 

 

Dienstag, 27. Oktober 2010: Salem Express – Shab Sheer

 

 

Knapp drei Stunden dauert die Bootsfahrt von der Makadibucht zu der Stelle, wo in der Nacht des 15. Dezember 1991 die Salem Express kurz vor Safaga sank, dabei mindestens 700 Menschen, die von Saudi-Arabien zurück nach Ägypten wollten, in die Tiefe riss. In den ersten Jahren nach der Katastrophe waren Tauchgänge zu der rund 110 Meter langen Fähre, nun ein Seegrab, generell untersagt – nun darf man, mehr oder weniger stillschweigend geduldet, das Wrack zumindest umtauchen, aber nicht hineinschwimmen, auch nichts von der Unglückstelle mit an die Oberfläche holen.

 

Unser Tauchgang beginnt in rund 30 Metern Tiefe, bei den Schiffsschrauben der Salem, angerostet, aber als seien sie immer noch funktionstüchtig fest mit dem Schiff verbunden.  Wir umschwimmen das Bug, vorbei an den Deckaufbauten des auf der Seite liegenden Wracks Unter uns liegen im sandigen Boden, einige zerborstene Teile dieser Aufbauten, aber auch die Überbleibsel Habseligkeiten von Passagieren und Besatzungsmitgliedern.

 

Da macht sich zum Beispiel gerade ein kleiner Fisch am Gehäuse eines Kofferradios zu schaffen. Eine der beiden Lautsprecherboxen ist noch vorhanden, die andere herausgebrochen. Vielleicht bietet dieses Kofferradio-Gehäuse ja noch weiteren kleinen Fischen einen sichern Unterschlupf. In der Nähe liegt eine große Reisetasche. Der Verschluss ist halb geöffnet, wahrscheinlich aufgeplatzt. Nun quillt aus der Tasche hervor, was von den Textilien in ihr noch erhalten ist. In der Nacht der, daneben liegt, halb geöffnet, eine große Reisetasche, aus der noch hervorquillt, was von den Textilien erhalten ist. In der Nacht der Katastrophe, als sie über Bord ging, muss diese Tasche prall gefüllt gewesen sein.

 

Wir nähern uns dem Heck, kommen an den zwei Rettungsbooten vorbei, die, leer, unbenutzt und ohne erkennbare Beschädigung, nun neben der Salem liegen. Ob sie damals überhaupt von den Trossen los gekommen sind? Irgendwann jedenfalls haben sie sich von den Trossen über ihnen gelöst, sind nun die kleinen Wracks neben dem großen Wrack.

 

Das Prinzip dieses Tauchganges: Ist der Druck in der Pressluftflasche auf 150 Bahr verbraucht, steigt man zurück auf die Tiefe von 16 Metern, bei hundert Bahr dann auf zwölf Meter. Weiter oben gibt es auch etwas mehr Fische am Wrack, sehen wir etwa einen bunten Kofferfisch, der an den inzwischen angewachsenen Korallen knabbert, einen Papageifisch, und, etwas entfernt, eine große Makrele, die gerade an der Salem vorbei schwimmt.

 

Doch insgesamt ist das Wrack immer noch eher spärlich bewachsen, sieht man immer auch nur einzelne Fische, vielleicht einige Exemplare auch paarweise, aber eben keine Schwärme, wie man sie oft bei anderen Wracks findet. Fast scheint es, als scheuten die Lebewesen des Roten Meeres diesen Ort des Todes.

 

Auf einer Tiefe von 16 Metern werfen wir nun von außen also einen Blick in die Kommandobrücke, auch die praktisch leer, wie ausgeplündert. Nur einige Rohre und Leitungen an den Wänden sind noch übrig geblieben – und Fische fühlen sich hier offensichtlich auch kaum welche wohl.

 

Auch wenn man die Salem eigentlich nicht betauchen darf und wohl auch gar nicht richtig betauchen könnte – in den offen stehenden Laderaum gelangt man schon. Aber das ist ein Tauchgang vor allem in die Dunkelheit: Zu sehen gibt es in dem leeren Raum nichts.

 

Aber an der Öffnung, an der ich den Laderaum verlasse, erwartet mich ein Paar Clownsfische, zieht sich auch schon ein noch dünner Bewuchs mit Schwämmen und Korallen über die höher liegenden Teile des Wracks, weiden auch schon wieder kleinere Fischschwärme an dem langsam entstehenden neuen Riff.

 

Nach unserer Bord-Pause unternehmen wir noch einen zweiten Tauchgang am nahe gelegenen Riff von Shab Sheer, ein Riff, das jetzt durch einen Leuchtturm markiert ist. In zwölf Metern Tiefe begegnen wir hier an den steilen, von Kanälen durchzogenen Riffwänden, einer Muräne, Drückern und vielen anderen Fischen. Der Versuch, die Kanäle zu durchqueren um auch die andere Riffseite zu sehen, scheitert allerdings an der kaum zu überwindenden Strömung, so dass ich diesen Tauchgang relativ rasch beende.

 

 

Mittwoch, 28. Oktober 2010: Mahmya

 

 

Von Hurghadas Marina aus fahren wir mit einem der Ausflugsboote an mehreren Inseln vorbei nach Mahmya, dem Ziel unseres Tagesausfluges.

 

Vom Wasser aus gesehen  erscheint Hurghada richtig zerfasert, abseits seines Zentrums bestehend aus über dem oft steilen Küste gebauten Siedlungseinheiten, möglicherweise mit Ferienhäusern und Ferienwohnungen, aber dennoch ohne direkten Zugang zum Wasser, ohne direkte Verbindung zur benachbarten Siedlung.

 

Mahmya, rund 18 Quadratkilometer groß, soll zwar unter Naturschutz stehen – doch diesen Begriff darf man hier wahrscheinlich nicht all zu eng sehen. Tatsächlich stehen auf den Hügeln dieser beliebten Ausflugsinsel die Restaurants für die rund 400 Gäste, die pro Tag das fast gänzlich pflanzenlose Eiland betreten dürfen, doch auch, ob diese Limitierung eingehalten wird, scheint mir eher zweifelhaft.

 

Aber immerhin: Einen so feinen Sandstrand wie hier findet man auf dem Festland kaum – und auf den Bau einer größeren Hafenanlage hat man ebenfalls verzichtet. Die Gäste müssen vor der Insel in kleine, offene Boote umsteigen, werden dann von denen auf die Insel gebracht.

 

Die eigentliche Sehenswürdigkeit von Mahmya liegt, abgesehen vom weißen Strand, etwas von der Insel entfernt, ein Riff für Schnorchler, dessen Besuch Teil wohl jeden Mahmya-Ausfluges ist.

 

Und obwohl dieses Riff nun regelmäßig angefahren wird, manche Schnorchler offensichtlich auch gar nicht anders können, als sich auf die Korallen zu stellen, beobachten wir in einem „Talkessel“ innerhalb dieses Riffs Szenen, wie man sie selbst beim Tauchen eher selten zu sehen bekommt.

 

Auf dem Boden liegen die Reste eines toten Soldatenfischs, der nun Falter, Schnapper und andere zum „großen Fressen“ einlädt. Vor allem zwei Drückerfische machen sich an dem Kadaver immer wieder zu schaffen, allerdings abwechselnd, weil sich die beiden beim Fressen offenkundig aus dem Wege gehen, eine direkte Konfrontation um den Futterplatz vermeiden wollen.

 

Und dann windet sich noch eine wohl eineinhalb Meter lange, dicke Muräne aus der Riffwand, schwimmt ein Stück Weg auf uns zu, dreht dann aber doch wieder  bei. Offensichtlich ist das Tier auf Futtersuche, wird dabei aber gerade nicht fündig. Zwar begegnet die Muräne einem Feuerfisch, die beiden schauen sich auch, nur wenige Zentimeter voneinander entfernt, direkt in die Augen – aber dann gibt die Muräne klein bei, verschwindet wieder in ihrem Versteck in der Riffwand.

 

Gegen 16.30 Uhr müssen alle Gäste Mahmya verlassen, geht es mit den Booten wieder zurück nach Hurghada – wobei wir den Sonnenuntergang noch auf der Überfahrt erleben.

 

 

Donnerstag, 29. Oktober: Hurghada

 

 

Gegen zehn Uhr soll unsere Maschine vom Flughafen Hurghada starten – weswegen wir auch schon gegen sechs Uhr vom Hotel abgeholt werden.

 

Tatsächlich ist der Flughafen jetzt absolut überfüllt, scheinen der Donnerstag vormittag für viele Gäste der Abflugtermin zu sein. Dass die Abfertigung dennoch ziemlich zügig vonstatten geht, liegt wohl vor allem daran, dass die Sicherheitskontrollen nicht einmal mehr als lasch zu bezeichnen sind. Da es vor den Gepäck-Scannern keine Körbe gibt, in die man Feuerzeuge oder Portemonnaies legen könnte, behält man sie eben in den Hosentaschen. Doch das stört die Kontrolleure auch nicht wirklich...

 

Doch trotz der zügigen „Kontrollen“: Schon am frühen Vormittag haben alle abfliegenden Maschinen bereits eine Verspätung, und auch wir starten knapp eine Stunde später als geplant zu unserem Heimflug.

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